Corporate Social Responsibility (CSR) - Eine Analyse der Lehre und Forschung


Bachelorarbeit, 2008
45 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2.BEGRIFFSDEFINITIONEN
2.1 Corporate Social Responsibility (CSR)
2.1.1 Stakeholder
2.2. Corporate Governance (CG)
2.3 Corporate Citizenship (CC)

3. INSTRUMENTE VON CSR UND CC
3.1 Sponsoring
3.2 Stiftungen
3.2.1 Unternehmensstiftungen im Corporate Citizenship Konzept
3.2.2 Bürgerstiftungen
3.3 Corporate Volunteering
3.4 Public Private Partnerships (PPP)

4. CSR UND CC IN EUROPA UND DER WELT
4.1 CSR in Österreich
4.2 CSR in der Schweiz
4.3 CSR in Großbritannien
4.4 Der UN Global Compact

5. CSR IN DER LEHRE UND FORSCHUNG
5.1 CSR in der Lehre
5.1.1 Neue Studiengänge
5.1.2 Studienbereich Wirtschaftswissenschaft
5.1.3 Studienbereich Soziale Arbeit
5.2 CSR in der Forschung

6. RESÜMEE

LITERATURVERZEICHNIS

Wenn Unternehmen sich gesellschaftlich engagieren, wenn sie bürgerschaftliches Engagement fördern und unterstützen, dann ist das für die Gesellschaft wichtig und die Gesellschaft soll und wird das auch anerkennen –Gerhard Schröder .[1]

1.Einleitung

Die vorliegende Bachelorthesis ist die Abschlussarbeit meines sechssemestrigen Studiums der Sozialarbeit an der Hochschule für angewandete Wissenschaft und Kunst (HAWK) in H. . In meiner Bachelorthesis befasse ich mich mit dem Themen- komplex “Corporate Social Responsibility” (CSR) und “Corporate Citizenship” (CC).

Ferner wird in dieser Arbeit eine Analyse der Lehre und Forschung zu dem Thema angestrebt. Frei übersetzt geht es bei Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship um das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen. Große Konzerne sind immer wieder in der Kritik und in Skandale verwickelt. Wenn heraus- kommt, dass in ihrer Firma schlechte Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter herrschen, die Manager zu hohe Löhne bekommen oder schlecht mit der Umwelt umgegangen wurde. Dann werden den Unternehmen häufig Vorwürfe entgegen- gebracht. Aber die Unternehmen erkennen zunehmend ihre Verantwortung und engagieren sich in der Gesellschaft.

Zu Beginn dieser Arbeit liegt der Fokus auf den existierenden Begrifflichkeiten und Definitionen. Im darauf folgenden Schritt werden die gängigen Instrumente des Konzeptes näher erläutert.

Das zweite Drittel dieses Textes behandelt das Thema aus europäischer und globaler Sicht. Dabei werden die Länder Österreich, Schweiz und Großbritannien detaillierter beschrieben. Auf globaler Seite wird über den „Global Compact“ der Vereinten Nationen berichtet.

Daran schließt sich mein Schwerpunkt an. Dort geht es um die Analyse von Forschung und Lehre in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland. Hierbei lege ich besondere Beachtung auf die Länder Österreich und Schweiz.

Am Ende erfolgt ein ausführliches Resümee, hierbei wird auf die gewonnenen Er- kenntnisse beim Verfassen dieser Arbeit näher Bezug genommen.

Zur besseren Lesbarkeit wurde auf die Nennung der weiblichen Form verzichtet. Es sind immer beide Geschlechter gemeint, sofern nicht explizit die weibliche Form verwendet wird.

2. Begriffsdefinitionen

Nichts hat die heutige Welt so sehr verändert, wie die Globalisierung. Der Wegfall von Grenzen ermöglichte erst einen internationalen Handel von Waren und Dienst- leistungen. So haben Firmen und Unternehmen die Chance, überall auf der Welt ihre Produkte zu produzieren und zu verkaufen. In den meisten politischen Parteien wird die Meinung vertreten, dass die grenzüberschreitende freie Marktwirtschaft das Zu- sammenleben von Menschen besser regelt, als jede Gesetzgebung einer demokratisch gewählten Regierung (vgl. Werner 2006, 26f).

Die Globalisierung hat zwar in manchen Teilen der Welt Wohlstand geschaffen, dieser ist aber noch längst nicht allen zugänglich. Es wird heutzutage von den Unter- nehmen erwartet, dass sie sich gesellschaftlich engagieren und Verantwortung über- nehmen.

Bisweilen ist gesellschaftliche Verantwortung von Firmen in Deutschland kein neues Thema. In einem christlich geprägten Land, wie beispielsweise Deutschland, war es für viele Unternehmer selbstverständlich, Gutes zu tun.

Werner von Siemens oder auch Robert Bosch gehörten beispielsweise zu diesen Mäzenen[2], die sich schon früh für die Linderung sozialer Missstände einsetzten (vgl. Backhaus-Maul 2006, 32). Neu an dem Thema sind die Begrifflichkeiten und die umfangreiche Literatur, die dahinter steht.

„Corporate Social Responsibility“ (CSR), „Corporate Citizenship“ (CC) und „Corporate Governance“ (CG) sind Konzepte für gesellschaftliches Engagement von Unternehmen, die ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika haben. Hinter diesen Begriffen stecken diverse Ansätze und Ideen.

In der Literatur werden diese Begriffe häufig synonym betrachtet. Allerdings werden diese manchmal dem CC- oder dem CSR-Konzept untergeordnet. Für beide Begriffe gibt es aber weder eine einheitliche Definition, noch eine klare Abgrenzung von einander. Dies liegt auch daran, dass es verschiedene Ausgangspunkte gibt. Im Folgenden sollen diese und andere Begriffe näher erklärt werden, um sie von einander abzugrenzen. Ferner sollen einige Instrumente vorgestellt werden, die von den Firmen für ihr gesellschaftliches Engagement genutzt werden.

2.1 Corporate Social Responsibility (CSR)

„Corporate Social Responsibility“ (CSR) ist ein Begriff, der aus dem US- amerikanischen Raum stammt. Er lässt sich wie folgt ins Deutsche übersetzen: Corporate Social Responsibility ist das „Gesellschaftliche Handeln von Unter- nehmen“ oder auch die „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“. Die Suche nach einer Definition erweist sich als schwierig, da die Autoren der ein- schlägigen Literatur durchaus unterschiedlicher Auffassung über diese Thematik sind.

Es geht darum, dass Unternehmen eine soziale, ökologische und ökonomische ge- sellschaftliche Verantwortung übernehmen. Diese muss über ihre eigentliche Tätig- keit der Profiterzielung und über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen (vgl. Franken 2007, 234).

Die reine Schaffung und Haltung z. B. von Arbeitsplätzen oder das Akzeptieren von Tarifverträgen würde in Deutschland in diesem Fall nicht ausreichen, um von ge- sellschaftlich engagierten Unternehmen zu sprechen. Es soll versucht werden, ge- sellschaftliche Probleme zu lösen, die nicht einseitig von Seiten der Politik bearbeitet werden können. Im Jahre 2001 veröffentlichte die Kommission der Europäischen Gemeinschaften in ihrem Grünbuch eine Definition für den Begriff „CSR“, die in der Literatur häufig Verwendung findet. Darin heißt es: „CSR ist ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.“

(Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2001, 7)

In dieser Definition der Europäischen Union wird zwar nur von den Bereichen

„Soziales/Gesellschaft“ und „Ökologie“ gesprochen, die in das CSR-Konzept ge- hören. Aber der Bereich „Ökonomie“ sollte hier nicht vernachlässigt werden, denn ein Unternehmen soll und muss Gewinne erzielen. Dies macht soziales Engagement erst möglich. Deshalb kann auch von drei Bereichen im CSR-Konzept gesprochen werden, nämlich Ökonomie, Soziales/Gesellschaft und Ökologie.

Daher sind typische CSR-Themen beispielsweise die Einhaltung von Menschen- rechten und sozialer Standards (insbesondere auch in den Ländern der Dritten Welt), ein schonender Umgang mit der Umwelt und die Formulierung und Einhaltung ethischer Standards (vgl. Gazdar 2004, 81 sowie Backhaus-Maul 2006, 33).

Im Bereich „Ökonomie“ soll das Unternehmen Verantwortung bei Produktion oder der angebotenen Dienstleistung übernehmen und dabei möglichst effizient arbeiten. Hierbei sollen Gewinne erwirtschaftet und Arbeitsplätze sichergestellt sein.

Im Bereich „Ökologie“ sollen die Unternehmen aktiv versuchen, ihre Produktion umweltfreundlicher zu gestalten. Im Bereich „Soziales und Gesellschaft“ geht es darum, ein gerechteres Miteinander zu fördern, Menschenrechte einzuhalten und sich z. B. gegen Kinderarbeit in Zulieferbetrieben auszusprechen sowie Maßnahmen ein- zuleiten, damit dies eingehalten wird.

Das CSR-Konzept lässt sich in zwei Dimensionen unterteilen, in eine interne und eine externe Dimension. Letzteres bedeutet, dass sich ein Unternehmen sowohl innerhalb (unternehmensintern) als auch außerhalb (unternehmensextern) des Unter- nehmens engagieren kann.

Bei der internen Form kann von verantwortlichem Handeln am Arbeitsplatz ge- sprochen werden. Es betrif]ft in erster Linie die Arbeitnehmer. Dies ist dann der Fall, wenn ein Unternehmen es seinen Mitarbeitern ermöglicht, Familie und Beruf in Ein- klang zu bringen, indem es z. B. Betriebskindergärten eröffnet. Ferner gehört zur internen Form, wenn für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz gesorgt, die Arbeits- sicherheit durch Schulungen erhöht oder sich an ein Wertmanagementkonzept ge- halten wird. In diesem ist festgehalten, wie das Unternehmen mit Mitarbeitern um- geht, wie ihre Produkte am Umweltfreundlichsten hergestellt werden können usw. Diese eben genannten Aspekte zählen zu den internen Maßnahmen von Corporate Social Responsibility (vgl. Dresewski 2007, 20).

Die externen Maßnahmen beziehen sich auf das Umfeld des Unternehmens. Hier stehen unter Anderem Geschäftspartner, Kunden und Zulieferer im Mittelpunkt der Maßnahme. Je nach Betriebsgröße ist das Umfeld der Firma kleiner oder größer. Beispiele für externe Maßnahmen sind Sponsoringverträge, Spenden, Stiftungs- gründungen etc.

Hierbei kann es zu Irritationen kommen, denn auch beim Corporate Citizenship Konzept geht es um Unternehmen, die sich gemeinnützig im Umfeld engagieren. Wie bereits erwähnt, fehlt bei den Begriffen „CSR“ sowie „CC“ eine klare Ab- grenzung. Außerdem bleibt die Frage unbeantwortet, ob die Begriffe synonym ver- wendet werden können.

Es lässt sich festhalten, dass CSR gegenüber dem CC das übergeordnete Konzept ist. Es bildet das Dach, dem sich Corporate Citizenship und dessen Bereiche und Instru- mente unterordnen lassen. Unterstützend zu dieser Aussage kann angeführt werden, dass CSR gleich drei große Bereiche unternehmerischen Engagements im Blick hat. Ferner sind die Grenzen zwischen internen und externen Maßnahmen im CSR- Konzept fließend.

Exemplarisch soll hier das „Corporate Volunteering“ dienen, auf diesen Bereich wird an späterer Stelle noch näher Bezug genommen. Um nicht zu viel vorwegzunehmen, hier nur der Hinweis. Es geht beim „Corporate Volunteering“ um das freiwillige En- gagement von Mitarbeitern, welches von ihren Unternehmen unterstützt wird. Dies kann beispielsweise die Mitarbeit bei einem Bauvorhaben für einen Abenteuerspiel- platz sein, der für Kinder und Jugendliche konzipiert wurde oder Mitarbeiter führen Beratungsgespräche im Bereich „Betriebswirtschaft“ mit den Angestellten von sozialen Organisationen durch.

An dieser Stelle wird deutlich, wie interne und externe Maßnahmen in einander über- gehen können. Das Unternehmen verbessert durch solche Maßnahmen sein Umfeld und außerdem kann sich der Mitarbeiter ebenfalls weiterentwickeln und Kompetenzen hinzugewinnen, indem er einen Einblick in andere Arbeitsfelder erhält (vgl. Habisch 2008, 81).

2.1.1 Stakeholder

Für die Unternehmen ist die Beziehung zu ihren Stakeholdern von großer Bedeutung. Ein Dialog mit diesen Stakeholdern gehört zum CSR-Konzept dazu. Es gibt immer weniger Unternehmen, die nur darauf bedacht sind, die Kosten möglichst zu minimieren. Firmen sehen sich häufig mit kritischen Fragen konfrontiert, die sich an ihr Produkt, ihre Dienstleistung oder den Produktionsprozess richten (vgl. Backhaus- Maul 2006, 37).

Diese Fragen kommen nicht nur von Konsumenten, sondern auch von anderen Interessengruppen. Die Firmen erkennen, wie wichtig die Bedeutung und die Be- ziehung zu den Interessengruppen für den langfristigen Erfolg am Markt sind. Die Interessengruppen verlangen eine weitgehende Offenlegung der Unternehmenstätig- keiten (vgl. Wieland 2003, 63). Ein Unternehmen riskiert heute einen Imageverlust oder sogar einen Boykott seiner Produkte, wenn es seine gesellschaftliche Ver- antwortung oder einen Austausch mit seinen Stakeholdern nicht wahrnimmt (vgl. Werner 2006, 22).

Unter Stakeholder sind alle Personen, Gemeinschaften und andere Interessengemein- schaften zusammengefasst, die einen direkten Einfluss auf die Ziele der Unter- nehmen haben. Außerdem werden diese Gruppen ihrerseits von der Zielerreichung des Unternehmens beeinflusst. Interessen- bzw. Anspruchsgruppen eines Unter- nehmens sind z. B. Investoren, Angestellte/Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Medien oder Nichtregierungsorganisationen (NGO´s) (vgl. Dresewski 2007, 10).

Die Beziehungen zu den einzelnen Gruppen sind für das Unternehmen von größter Bedeutung. Die wichtigsten Stakeholder für ein Unternehmen sind Investoren und Mitarbeiter (vgl. Gazdar 2004, 117).

Die Investoren erwarten vom Unternehmen eine Vermehrung oder die Erhaltung des in das Unternehmen investierte Kapital. Die Mitarbeiter erhoffen sich von den Unter- nehmen sichere Arbeitsplätze und soziale Verantwortung. Die Kunden des Unter- nehmens erwarten qualitativ hochwertige und kostengünstige Produkte und Dienst- leistungen. Lieferanten sind daran interessiert, langfristig für das Unternehmen als Zulieferer zu fungieren und wünschen sich darüber hinaus faire Vertrags- bedingungen.

Die Medien helfen dabei, die Unternehmen zu kontrollieren. Moralisch nicht ein- wandfreies Verhalten eines Unternehmens gelangt durch die Medien schnell an die Öffentlichkeit und dadurch auch an die Kunden. Ferner ist das Unternehmen bemüht, ethisch verantwortlich zu handeln und dieses durch die Medien nach außen zu tragen (vgl. Franken 2007, 234).

2.2. Corporate Governance (CG)

Für den Begriff „Corporate Governance“ (CG) gibt es viele Definitionen, aber bis- weilen konnte sich noch keine allgemeingültige Begriffserklärung durchsetzen. CG kann als „Unternehmensregierung“ in die deutsche Sprache übersetzt werden. Bei CG soll eine unabhängige, werte- und erfolgsorientierte Unternehmensführung ge- währleistet werden. Hierbei kommt es stets zu unterschiedlichen Corporate Governance Regelungen.

Dies liegt unter Anderem daran, dass CG auf dem jeweiligen nationalen Rechts- system aufbaut und dies sich international unterscheidet. Beim Corporate Governance Konzept soll versucht werden, Rechte und Pflichten im Unternehmen aufzuteilen und eine Art Gewaltenteilung im Vorstand, im Aufsichtsrat und bei Aktionären des Unternehmens zu initiieren.

Eine gute CG wird daran erkennbar, dass unter Anderem eine effiziente Unter- nehmensleitung vorliegt, eine zielstrebige Kooperation zwischen Management und dem Aufsichtsrat besteht, mit Risiken sorgfältig umgegangen wird und Aktionärs- interessen gewahrt bleiben. Erfolgreiche CG stellt damit das Gerüst für eine ver- antwortungsvolle und transparente Unternehmensführung dar. Somit ist auch erst ein zusätzliches Engagement der Firmen möglich (vgl. Habisch 2008, 72f).

2.3 Corporate Citizenship (CC)

„Corporate Citizenship“ (CC) heißt so viel, wie „Unternehmerisches Bürger- engagement“ oder auch „Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen“. Unter CC kann das gesamte gemeinwohlorientierte Handeln der Wirtschaftsunternehmen verstanden werden. Ein Unternehmen wird nach dem CC-Konzept zum „handelnden Bürger“ in der Gesellschaft. Es erhält Rechte und Pflichten, die es zu erfüllen gilt (vgl. Habisch 2008, 78).

Ferner ist CC die Gestaltung der Gesamtheit der Beziehungen zwischen einem Unternehmen und dessen lokalem, nationalem und globalem Umfeld (vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2001, 28).

„[Die Unternehmen] helfen mit, Strukturen bereichsübergreifender Zusammenarbeit und Soziales Kapital aufzubauen, um zusammen mit Partnern aus anderen ge- sellschaftlichen Bereichen (NGO´s, Verbänden, Politik etc.) konkrete Probleme ihres Gemeinwesens zu lösen.“ (Habisch 2008, 46)

Um solche möglichen Probleme lösen zu können, sind verschiedene Instrumente hilfreich, die im Folgenden dargestellt werden. Ferner lässt sich CC in zwei Bereiche aufteilen. Zu nennen ist zum einen das „Corporate Giving“. Dazu gehören alle Instrumente des Spendenwesens, Sponsoring, Stiftungen usw. Zum anderen existiert das „Corporate Volunteering“. Im zuletzt genannten Bereich geht es darum, dass sich die Mitarbeiter eines Unternehmens ehrenamtlich und gemeinnützig engagieren und ihre Firmen sie dabei in verschiedenen Formen unterstützen (vgl. Gazdar 2004, 82).

3. Instrumente von CSR und CC

An dieser Stelle werden die grundlegenden Instrumente von CSR und CC thematisiert und näher beschrieben.

Dies soll zur besseren Verständigung dieser Arbeit beitragen, um damit begriffliche Fragen vorzubeugen. Im Folgenden werden die Instrumente Sponsoring, Stiftungs- wesen, Corporate Volunteering (CV) sowie Public Private Partnerships (PPP) genauer vorgestellt.

3.1 Sponsoring

Das Sponsoring ist heute ein gängiges Instrument von Unternehmen und fällt unter das Corporate Giving. Hierbei werden durch Geld-, Dienst- und Sachleistungen z. B. Einzelpersonen, Vereine, Verbände und Organisationen usw. gefördert, die sich in sportlichen, kulturellen und sozialen Bereichen engagieren (vgl. Gazdar 2004, 102). Für die Firmen bedeutet das Sponsoring in der Regel eine Erhöhung des Bekannt- heitsgrades in der Bevölkerung. Heutzutage machen sich viele Nonprofit Organisationen (NGO) selbst auf die Suche nach Sponsoren für ihre Tätigkeiten (vgl. Haibach 2002, 20).

Es gibt eine Vielzahl von Sponsoringarten, z. B. das Bildungs- und Wissenschafts- sponsoring sowie das Eventmarketing. Darunter fallen unter Anderem das Unter- stützen von Ereignissen in den Bereichen „Sport“, „Kultur“ und „Soziales“ etc. (vgl. Haibach 2002, 195).

Beim Sponsoring bedarf es immer eines Vertrages, der alle Vereinbarungen der Partner umfasst. Im Vertrag enthalten ist beispielsweise die Beschreibung des Projektes, Ansprechpartner beider Seiten sowie Aufgaben des Sponsors und des Ge- sponserten. Ein schriftlich festgehaltener Vertrag dient nicht nur dem Unternehmen, sondern auch dem Leistungsempfänger.

Die Unternehmen erhoffen sich durch ihre Sponsorentätigkeit einen stärkeren Imagegewinn und damit eine zunehmende Kundenanzahl. Somit können die Unter- nehmen ihr ursprüngliches Ziel der Gewinnmaximierung verfolgen. Um dieses Ziel erreichen zu können, achten die Unternehmen sehr darauf, dass die Vereinbarungen ihrer Partner auch korrekt eingehalten werden, z. B. eine gute Platzierung ihres Firmenlogos etc. (vgl. Haibach 2002 352f).

Das sogenannte „Sport Sponsoring“ ist in Deutschland immer noch am weitesten verbreitet. In diesem Bereich werden laut dem Fachverband für Sponsoring in naher Zukunft ca. 2,7 Mrd. Euro ausgegeben (vgl. Reichstein o. J.).

Das Corporate Citizenship Sponsoring hat mit dieser eben erörterten Art des Sponserns jedoch nur wenig zu tun. Es geht beim CC-Sponsoring weniger um die Förderung von professionellen Fußballvereinen oder die Unterstützung von Ver- anstaltungen, bei denen ausschließlich Kunden aus der gehobenen Bevölkerungs- schicht anzutreffen sind. Beim Corporate Citizenship Sponsoring werden Organisationen unterstützt, die dazu beitragen können, Probleme des Gemeinwesens zu lösen (Habisch 2008, 209).

Wenn ein Unternehmen demnach an seinem Standort beispielsweise Jugendzentren, Kultureinrichtungen, Einrichtungen für behinderte Menschen oder öffentliche Schulen durch Geld- und Sachmittel etc. bei deren Arbeit unterstützt, kann von Sponsoring nach dem CC-Konzept gesprochen werden (vgl. Dresewski 2007, 30).

Es gibt natürlich eine Vielzahl guter Beispiele von Firmen, die Organisationen in ihrer Umgebung sponsern. Dennoch stellt sich die Frage, ob jede Unterstützung von Unternehmen den Organisationen und Trägern von Einrichtungen dienlich ist. Denn auch viele multinationale Konzerne, die mit Produkten möglicherweise Menschen schaden können, engagieren sich gesellschaftlich.

Zum einen engagieren sich die Firmen vor Ort und sponsern etwaige soziale Ein- richtungen, auf der anderen Seite allerdings werden in ihren Zulieferbetrieben Menschen häufig ausgebeutet. Dies kann als eine Folge der weltweiten Globali- sierung angesehen werden. Wenn solche Umstände publik werden, kann sich nicht nur das Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit verschlechtern, sondern auch das der gesponserten Einrichtung oder Organisation.

[...]


[1] Gerhard Schröder beim Siemens Forum „Corporate Citizenship“: Gesellschaftliches Engagement „Unternehmerischer Nutzen“, (vgl. Rede vom 03.04.2001 in München).

[2] „Mäzen [nach dem Römer Maecenas] der, vermögende Privatmann, der mit finanziellen Mitteln Künstler oder Sportler beziehungsweise Kunst, Kultur oder Sport fördert; begrifflich abgesetzt gegen- über dem Sponsor, der seine Förderung mit der Vermarktung eines Produkts verbindet.“ (Meyers Lexikonverlag 2007, http://lexikon.meyers.de/index.php?title=M%C3%A4zenoldid=185064 zuletzt geprüft am 28.06.07)

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Corporate Social Responsibility (CSR) - Eine Analyse der Lehre und Forschung
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
45
Katalognummer
V117290
ISBN (eBook)
9783640196630
ISBN (Buch)
9783640197132
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corporate, Social, Responsibility, Eine, Analyse, Lehre, Forschung
Arbeit zitieren
B.A. Christian Thomas (Autor), 2008, Corporate Social Responsibility (CSR) - Eine Analyse der Lehre und Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117290

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