Die Studienordnung (StO) für den Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit“ an der HAWK
Hildesheim sieht vor, dass die Studierenden im vierten und fünften Semester ein
achtwöchiges Praktikum absolvieren. Das Praktikum kann in zwei selbstständige
Einheiten geteilt werden. Die praktische Tätigkeit soll zu dem von den Studierenden
gewählten Handlungsfeld passen. Sie können zwischen folgenden Handlungsfeldern
der Sozialen Arbeit wählen. „Soziale Problemlagen“, „Rehabilitation und Gesundheit“,
„Internationale und interkulturelle soziale Arbeit“ und „Kindheit und Jugend“. Durch die
praktischen Segmente im Studium ist eine qualifizierte Ausbildung eines/er
Sozialarbeiters/in erst möglich. Daher entschied ich mich, mein Praktikum zu teilen, um
Erfahrungen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern sammeln zu können. Das erste
meiner beiden Praktika absolvierte ich in einem Kinder- und Jugendzentrum der Stadt
Hildesheim. Das zweite Praktikum, wovon auch dieser Bericht handelt, erfüllte ich in
der „ Kinder- und Jugendhilfe XY“ in Hildesheim. Das Praktikum begann am
04.02.2008 und endete am 12.03.2008. Ich arbeitete dort in Haus ..., dort sind Kinder
und Jugendliche aus unterschiedlichsten Gründen vollstationär untergebracht sind. Seit
Langem war es mein Wunsch, ein Praktikum in einem „Kinderheim“ zu absolvieren, da
ich mich für dieses Arbeitsfeld interessiere.
Im ersten Schritt dieses Praxisberichtes stelle ich zunächst die Institution vor. Dabei
werde ich neben den angebotenen Wohnformen auf die Finanzierung, die Rechtlichen
Grundlagen und die Mitarbeiterstruktur eingehen. In einem nächsten Schritt sollen die
Zielsetzung und die Arbeitsweisen vorgestellt werden. Als dann folgt eine theoretische
Auseinandersetzung mit dem Arbeitsfeld. Im vorletzten Abschnitt wird dann auf den
eigenen Tätigkeitsbereich eingegangen. Um dann die Arbeit mit der Reflexion des
Praktikums abzuschließen.
Am Ende folgt ein Fazit, bei dem auf die gewonnen Erkenntnisse, die nicht nur
während des Praktikums gesammelt wurden, sondern auch durch das Verfassen
dieser Arbeit entstanden sind, näher Bezug genommen werden.
Zur besseren Lesbarkeit wurde auf die Nennung der weiblichen Form verzichtet. Es
sind immer beide Geschlechter gemeint. [...]
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1. KINDER- UND JUGENDHILFE XY
1.1 Materielle Funktionsgrundlagen
1.2 Rechtliche Funktionsgrundlagen
1.3 Finanzielle Funktionsgrundlagen
1.4 Fachliche Funktionsgrundlagen
1.5 Mitarbeiterstruktur
2. ZIELSETZUNG UND SPEZIFISCHE AUFGABENSTELLUNG
3. ARBEITSFELDANALYSE
3.1 Definition
3.2 Historischer Hintergrund
3.3 Methoden in der Heimerziehung
3.4 Perspektiven für die Heimerziehung
4. BESCHREIBUNG DER TÄTIGKEITEN
5. REFLEXION
5.1 Positive Aspekte im Praktikum
5.2 Negative Aspekte im Praktikum
5.2.1 Die Hausaufgabenbetreuung
5.2.2 Die Durchführung von „Auf der Jagd nach Mr.X“
5.3 Auswertung des pädagogischen Handelns
5.3.1 Die Hausaufgabenbetreuung
5.3.2 Die Durchführung von „Auf der Jagd nach Mr.X“
FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Strukturen und pädagogischen Herausforderungen einer vollstationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung im Rahmen eines Praktikumsberichts und reflektiert das eigene pädagogische Handeln in konkreten Alltagssituationen.
- Institutionelle Rahmenbedingungen der stationären Jugendhilfe
- Rechtliche und finanzielle Funktionsgrundlagen
- Historische Entwicklung der Heimerziehung in Deutschland
- Pädagogische Arbeitsmethoden und Beziehungsarbeit
- Reflexion von Konfliktsituationen in der Betreuungspraxis
Auszug aus dem Buch
3.2 Historischer Hintergrund
Die Heimerziehung gehört unter Anderem zu den Kernbereichen der Sozialarbeit und ist daher ein klassisches Arbeitsfeld für Sozialarbeiter in Deutschland. Dies liegt auch an der langen Geschichte, die bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht. Das Heim soll als positiver Lebensort gelten und somit dazu verhelfen können, negative und traumatische Erlebnisse aus der Herkunftsfamilie zu verarbeiten.
Die Heime leiden unter einem großen negativen Image. Kritikpunkt ist häufig der hohe pädagogische Anspruch an eine Erziehung, die von den Kinder und Jugendlichen oftmals nicht erreicht wird. Die hohen Kosten für die Unterbringung und die „wenigen“ Erfolge werden kritisiert. In der Bevölkerung herrschen viele Vorurteile und negative Vorstellungen gegenüber der Heimerziehung. Es heißt oft, dass Heime für Kinder und Jugendliche keine Hilfe darstellen, da der Umgang dort zu aggressiv sei. Weiterhin wird behauptet, dass Heimkinder später mit großen Problemen zu kämpfen haben und dass sie oft kriminelle Handlungen begehen (vgl. Günder 2007, 14).
Die ersten Heime in Deutschland galten damals als sogenannte „Waisenanstalten“. Diese entstanden in Lübeck, Hamburg und Augsburg im 16. Jahrhundert. Vorher wurden Waisen noch zu Familien gegeben, wo sie meist aber nur als günstige Arbeitskräfte eingesetzt wurden. Die Kinder und Jugendlichen wurden streng und gottesfürchtig erzogen. Die „Erzieher“ unterwiesen ihre Zöglinge in Gehorsam, Fleiß und Disziplin. Aufgrund dieser Erziehungsmethode wurde die freie Persönlichkeitsentfaltung junger Menschen in den Hintergrund gerückt, da Wertmaßstäbe vertreten wurden, die eher das Bild einer Kaserne zeigten (vgl. Günder 2007, 16).
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Der Autor erläutert den Anlass für das Praktikum im Rahmen seines Studiums der Sozialen Arbeit sowie den Aufbau des vorliegenden Berichts.
1. KINDER- UND JUGENDHILFE XY: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorische Struktur, die Wohnformen sowie die rechtlichen und finanziellen Grundlagen der untersuchten Einrichtung.
2. ZIELSETZUNG UND SPEZIFISCHE AUFGABENSTELLUNG: Hier wird der Leitbild-orientierte Auftrag der Einrichtung definiert, junge Menschen individuell zu unterstützen.
3. ARBEITSFELDANALYSE: Der Autor beleuchtet die Definition, die geschichtliche Entwicklung und die spezifischen Methoden der Heimerziehung in Deutschland.
4. BESCHREIBUNG DER TÄTIGKEITEN: Ein detaillierter Einblick in den Arbeitsalltag, die Aufgabenbereiche eines Praktikanten und die durchgeführten Freizeitaktivitäten.
5. REFLEXION: Der Autor reflektiert kritisch sein pädagogisches Handeln bei der Hausaufgabenbetreuung und bei der Organisation von erlebnispädagogischen Spielen.
FAZIT: Eine zusammenfassende Bewertung der persönlichen Lernfortschritte und der kritischen Auseinandersetzung mit dem Berufsfeld Heimerziehung.
Schlüsselwörter
Heimerziehung, Sozialarbeit, Kinder- und Jugendhilfe, pädagogische Methoden, Hausaufgabenbetreuung, Beziehungsarbeit, Reflexion, SGB VIII, Institutionsanalyse, Erziehungshilfe, Kindeswohl, berufliche Praxis, Sozialpädagogik, stationäre Unterbringung, Konfliktmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Praktikumsbericht, der einen Einblick in die stationäre Kinder- und Jugendhilfe gibt und das pädagogische Handeln des Autors in diesem spezifischen Arbeitsfeld analysiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die institutionellen Rahmenbedingungen der Heimerziehung, die theoretische Einbettung dieses Berufsfeldes sowie die Reflexion der alltäglichen pädagogischen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Reflexion des eigenen pädagogischen Handelns im Vergleich mit den theoretischen Anforderungen und Zielen der stationären Heimerziehung.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Institutionsbeschreibung, systematischer Literaturrecherche (theoretischer Rahmen) und einer Reflexion der eigenen Praxiserfahrungen anhand erlebter Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Institution, eine Analyse des Arbeitsfeldes der Heimerziehung, die Beschreibung der täglichen Tätigkeiten und eine tiefgehende Reflexion ausgewählter Situationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Heimerziehung, Beziehungsarbeit, pädagogische Reflexion, SGB VIII und Jugendhilfe.
Welche spezifischen Schwierigkeiten werden im Bereich der Hausaufgabenbetreuung reflektiert?
Der Autor schildert die Herausforderungen bei der Motivation eines 7-jährigen Kindes, das aufgrund einer schwierigen familiären Vorgeschichte (Heimunterbringung, Vernachlässigung) kaum Interesse an schulischen Aufgaben zeigt und blockierendes Verhalten an den Tag legt.
Warum kam es bei der Durchführung des Spiels „Auf der Jagd nach Mr.X“ zu Konflikten?
Konflikte entstanden durch die Gruppenaufteilung, mit der sich einige Jugendliche nicht abfinden wollten, was zu lautstarkem Protest, Diskreditierung und einer Verweigerungshaltung einer Jugendlichen führte, womit der Autor pädagogisch gefordert war.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Zwangs in der Heimerziehung?
Er hinterfragt Zwangselemente als erzieherisches Mittel und kommt zu dem Schluss, dass diese nur dann effektiv sein können, wenn bereits eine tragfähige pädagogische Beziehung zum Klienten besteht.
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- B.A. Christian Thomas (Author), 2008, Bericht über das Praktikum in der Kinder- und Jugendhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117292