Lernen und Bewegung im frühen Kindesalter

Kann Bewegung zur Bildung beitragen?


Hausarbeit, 2008

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1 Annäherung an das Nomen Bewegung

2. Relevanz von Bewegung in der Entwicklung eines Kindes
2.1 Motor der körperlich/organischen Entwicklung
2.2 Bewegung als Welterfahrung im Kindesalter

3. Lernverhalten und Bildung in der frühkindlichen Entwicklung
3.1 Lernverhalten
3.2 Bildung
3.3 Lernen – Der Weg zur Bildung

4. Beitrag der Bewegung zur Bildung im frühen Kindesalter
4.1 Umwelt durch Bewegung erlernen
4.2 Sozialisation und Selbstfindung durch Bewegung

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der aktuellen Mediendiskussion wird im Moment erörtert, wie und ob Bildung sich erst durch Bewegung im frühen Kindesalter, allgemein werden hierunter Kinder bis zehn Jahren erfasst, aufbauen kann. Doch inwiefern stehen Bewegung und Bildung im direkten Zusammenhang, gibt es diesen überhaupt? Kann ein Kind sich auch ohne Bewegung bilden oder sich umgekehrt ungebildet bewegen?

1. 1 Annäherung an das Nomen Bewegung

Zunächst einmal muss die Begrifflichkeit Bewegung definiert werden.

Bewegung ist „mehr als nur eine Veränderung des Körpers bezüglich Ort und Zeit“, sie stellt ebenso „motorische, gefühlsbezogene und soziale Ausprägungsformen“ dar

(Hotz 1992, 99).

Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen wiederum definiert „Bewegung ist unverzichtbar (…), um das Wohlbefinden und die motorischen Fähigkeiten zu stärken sowie eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten“ (2006, 354).

Bewegung ist folglich ein zentraler Punkt in der kindlichen Entwicklung, der einerseits breit diskutiert wird, andererseits seinen Platz auch in die Politik gefunden hat, die Relevanz der Thematik ist daher unabweisbar. Kinder brauchen Bewegung, um sich in ihre Umgebung einzufügen und sich mit ihr auseinanderzusetzen, Bewegung ist eine Form von Unabhängigkeit. Sie ermöglicht einem Kind, selbst bestimmt zu agieren.

Aber wo ist hier der Zusammenhang von Bewegung und Bildung, existiert er überhaupt und in welcher Form ist der signifikant oder ist er eine bloße Theorie ohne jeglichen Praxisbezug? Worüber sprechen wir eigentlich, wenn über Bildung im frühen Kindesalter diskutiert wird? All diese Begrifflichkeiten soll erläutert und zueinander geführt werden.

2. Relevanz von Bewegung in der Entwicklung eines Kindes

Schon kurz nach der Geburt eines Kindes kann man deutlich erkennen, dass Kinder den Drang haben sich zu bewegen, sei es nur strampeln oder mit den Armen zappeln, sie liegen meist noch nicht einmal im Schlaf ruhig. Benötigt ein Kind allerdings die Bewegung für seine Entwicklung oder kann es sich auch völlig frei davon entfalten wie jedes andere Kind auch?

2. 1 Motor der körperlich / organischen Entwicklung

„Etwa ab der 7.Schwangerschaftswoche“ kann man beim Embryo beobachten, dass es „erste, noch unkoordinierte Bewegungen ausführt“ (Hüther 2007, 13). Bewegung beginnt also schon im Mutterleib und setzt Reize für die organische Entwicklung und das körperliche Wachstum. Sie ist verantwortlich für den Muskel- und Knochenaufbau, die Entwicklung des Zentralen Nervensystems und des Gehirns, zudem allerdings auch für die Koordinations- und Konditionsentwicklung.

Man verfügt nach Zimmer bei seiner Geburt über einhundert Milliarden Nervenzellen, funktionsfähig werden diese allerdings erst, wenn sie miteinander verknüpft sind, was in der frühen Kindheit durch Reize wie körperliche Aktivität oder Sinnestätigkeit geschaffen wird (2004, 27). Haben die Nervenzellen eines Körpers keine Verbindung miteinander, können auch keine Reize weitergegeben werden oder sie benötigen viel länger, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Möchte man einen Reflex beim Fußball spielen umsetzen, könnte dieser dann erst einsetzen, wenn der Ball schon längst wieder weg ist. Fördert und motiviert man ein Kind bewusst sich zu bewegen, bleibt es gesünder und fitter.

Es ist wichtig, Kinder täglich zu bewegen, viel mit ihnen draußen zu sein und die Bewegung in ihr Spiel mit einzubinden, „was ihr Gleichgewichts- und Bewegungssystem in Schwung bringt“ (Zimmer 2004, 32), ist für die kindliche Entwicklung von enormer Bedeutung, je mehr sich ein Kind bewegt, desto besser kann es sich überhaupt körperlich entwickeln. Bewegung wird folglich für die Entfaltung physiologischer Funktionen benötigt und ist daher die notwendige Vorraussetzung physischer Entwicklung. Kinder müssen die Koordination ihrer Gliedmaße auch erst einmal einüben, bevor sie sie richtig verwenden können. Greifen, laufen und dergleichen wollen gelernt sein, kein Mensch kann dieses von Geburt an.

Die so genannte U-Untersuchung beobachtet den Status der körperlichen Entwicklung eines Kindes. Unterlaufen Fehlentwicklungen, kann man durch eine solche medizinische Begutachtung aufdecken und versuchen, ihnen entgegenzuwirken. Die U-Untersuchungen geben Eltern die Möglichkeit, den Entwicklungsstand ihres Kindes zu verfolgen und zu unterstützen. Allerdings ist diese Untersuchung in Deutschland keine Pflichtuntersuchung, es obliegt den Eltern, freiwillig vorzusorgen oder es zu unterlassen.

2. 2 Bewegung als Welterfahrung im Kindesalter

„Das Kind nimmt die Welt weniger mit dem Kopf (…) auf – es nimmt sie vor allem über seine Sinne, seine Tätigkeit, mit seinem Körper wahr“ (Zimmer 2004, 20). Ein menschliches Wesen erfährt seine Umwelt somit nicht durch geistige Betätigung, sondern durch aktives und selbst bestimmtes Gestalten. Bevor man begreifen kann, warum etwas wie geschieht, muss man es zuerst einmal selbst erfahren. Ohne eine Einschätzung und ohne das Experimentieren wie sich ein Sonnenbrand anfühlt, kann man auch schwer seine chemischen Eigenschaften und Gegenmittel erforschen oder einen Sinn dahinter erkennen. Das Kind erfährt folglich durch Bewegung seine dingliche Umwelt.

Kinder erhalten durch so genannte materiale Erfahrung die Fähigkeit der Erkenntniskonstruktion, versucht ein Kind beim Spiel „Kaufladen“ beispielsweise zu zählen, wie viele Äpfel es kaufen möchte, benutzt es zuerst die Hände, später kann es Zahlen auch rein kognitiv abwickeln. Zuerst benötigt es jedoch eine konkrete optische Vorstellung wie die Zahl sieben aussieht, um es sich auf kognitiver Ebene einzuprägen und anzuwenden, „Sinn ergibt sich (…) daraus, wie man das, was man erfährt oder tut, in das einordnet, was man bisher erfahren und getan hat“ (Schäfer 2005, 27).

Bewegung im frühen Kindesalter hat daher einen sehr hohen Stellenwert und ist in der kindlichen Entwicklung unbedingt von Nöten.

Ohne Bewegung kann sich ein Kind weder organisch noch körperlich entwickeln, ohne Bewegung kann ein Kind seine Lebenswelt nicht erkunden, kennen lernen und sich wohl auch nur schwer in ihr zurechtfinden. Um eine gesunde Entwicklung eines Kindes zu ermöglichen, muss man diesem Kind Bewegungsfreiheit lassen, es zur Bewegung motivieren und diese selbstverständlich auch mit ihm einüben, denn ohne fremde Hilfe ist es schwer, Fahrrad fahren zu lernen. Doch wo setzt hier der Faktor Bildung an? Wie hat man Bildung bei einem Kind eigentlich zu verstehen?

[...]

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Details

Titel
Lernen und Bewegung im frühen Kindesalter
Untertitel
Kann Bewegung zur Bildung beitragen?
Hochschule
Fachhochschule Braunschweig / Wolfenbüttel; Standort Braunschweig
Veranstaltung
Bewegungsorientierte Methoden
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V117355
ISBN (eBook)
9783640197583
ISBN (Buch)
9783640197804
Dateigröße
385 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernen, Bewegung, Kindesalter, Bewegungsorientierte, Methoden
Arbeit zitieren
Lena Kölblin (Autor), 2008, Lernen und Bewegung im frühen Kindesalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117355

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Titel: Lernen und Bewegung im frühen Kindesalter



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