Innerhalb dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, in welchen nicht-künstlerischen Lebensbereichen die Auseinandersetzung und Vermittlung ästhetischer Bildung nachhaltig wirkt und wie ein solcher Transfer in schulischen, akademischen und privaten Bereichen kognitive, moralisch-soziale und emotionale Fähigkeiten grundlegend beeinflusst. Zunächst werden die theoretischen Grundlagen (2) der ästhetischen Bildung beschrieben mit ihrer Definition, Geschichte und verschiedener Perspektiven der Vergangenheit und Gegenwart.
Im weiteren Verlauf behandelt das nächste Kapitel (3) die direkte Transferwirkung ästhetischer Bildung in nicht-künstlerische Lebensbereiche. Zunächst wird hier der gegenwärtige Ausgangspunkt ästhetischer Bildung beschrieben und definierte Zielsetzungen vorgelegt. Der Frage in welchen Bereichen, sowie welche Fähigkeiten und Kompetenzen aktiv und passiv durch ästhetische Bildung beeinflusst werden, soll hier nachgegangen werden. Zusätzlich werden die kritischen Punkte der Transferforschung aufgezeigt. Im darauffolgenden Kapitel (4) wird versucht, Parallelen zwischen den heutigen Ergebnissen und Zielen der ästhetischen Bildung und den Ansichten von Schiller zu Zeiten der Aufklärung zu ziehen. Im letzten Kapitel (5) werden die wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeit zusammenfassend dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ästhetische Bildung
3 Transferwirkungen ästhetischer Bildung
3.1 Wo steht ästhetische Bildung heute?
3.2 Zielsetzungen nach Anne Bamford
3.3 Transferwirkungen künstlerischer Tätigkeiten
3.4 Kritik
4 Bezug zu Schiller
5 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Transferwirkung ästhetischer Bildung auf nicht-künstlerische Lebensbereiche und analysiert, wie diese Prozesse kognitive, soziale und emotionale Fähigkeiten nachhaltig beeinflussen. Dabei wird sowohl der aktuelle wissenschaftliche Diskurs als auch der historische Bezug zu Friedrich Schillers ästhetischer Theorie beleuchtet.
- Grundlagen und Definitionen ästhetischer Bildung im historischen Kontext.
- Analyse aktueller Transferwirkungen auf akademische und soziale Kompetenzen.
- Kritische Auseinandersetzung mit der Instrumentalisierung ästhetischer Bildung.
- Verknüpfung moderner Forschungsergebnisse mit den Ideen Friedrich Schillers.
- Untersuchung der Bedeutung für die kindliche Entwicklung und schulische Bildung.
Auszug aus dem Buch
Transferwirkungen künstlerischer Tätigkeiten
„Es entsteht eine Aufmerksamkeit auf das Gehörte, das Gesehene oder das Gelesene, Empfundene selbst, statt allein auf das, was es bedeutet. Indem ich mich meinen Sinnesempfindungen zuwende, kann sich ein Abstand zu alltäglichen, pragmatischen Zusammenhängen bilden und es kann sich ein Spiel mit möglichen Bedeutungen entwickeln19“.
Künstlerische Tätigkeiten wirken sich schon zu Beginn der Sozialisierung und Entwicklung von Kindern aus. Bereits in der Kita, der Vorschule und der Grundschule sind malen, singen und tanzen fester Bestandteil des Alltags heranwachsender Kinder, die sich u.a. durch diese Bereiche der ästhetischen Bildung Fähigkeiten und Kompetenzen für ihre weitere Entwicklung aneignen. Im späteren Verlauf der schulischen und beruflichen Bildung nimmt jedoch die Intensität von ästhetischen Inhalten massiv ab, obwohl diesen einen positiven Effekt bei u.a. der Entwicklung, der Steigerung der Intelligenz und beim Lernen nichtkünstlerischer Aktivitäten nachgesagt wird20.
„In der frühen Kindheit werden […] die neurobiologischen Grundlagen für die zukünftige Lernpotenz des Gehirns gelegt21“, d.h. unser späteres Entwicklungspotenzial, bezogen auf soziale, sowie schulisch-akademische und berufliche Eigenschaften und Kompetenzen, ist abhängig von den zuvor in der Kindheit gebildeten Grundlagen. Diese werden durch ästhetische Handlungsfelder wie u.a. dem Musizieren und Malen maßgeblich beeinflusst. In einem Beispiel von Braun und Stern (2007) konnte eine erhöhte Selbstkontrolle und Aufmerksamkeitssteuerung im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit Figuren und Symbolen beobachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung ästhetischer Bildung ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur Transferwirkung auf nicht-künstlerische Kompetenzen.
2 Ästhetische Bildung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der ästhetischen Bildung über verschiedene Epochen hinweg und beleuchtet die philosophischen Grundlagen.
3 Transferwirkungen ästhetischer Bildung: Der Hauptteil analysiert die konkreten Auswirkungen ästhetischer Bildung, die Rolle von Zielsetzungen nach Bamford sowie die Kritik an einer instrumentellen Nutzung.
4 Bezug zu Schiller: Das Kapitel stellt Parallelen zwischen aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen und Schillers Thesen zur ästhetischen Erziehung her.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Komplexität der Transferforschung.
Schlüsselwörter
Ästhetische Bildung, Transferforschung, künstlerische Tätigkeiten, Schillers ästhetische Erziehung, Bildungsgeschichte, kognitive Kompetenzen, soziale Entwicklung, Instrumentalität, Selbstbildung, Lernpotenz, Hirnforschung, Schulkultur, ästhetische Urteilskraft, Persönlichkeitsbildung, Sozialisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ästhetische Bildung über den künstlerischen Bereich hinaus wirkt und welche Kompetenzen durch künstlerische Aktivitäten in nicht-künstlerischen Lebensbereichen gefördert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die historische Einordnung ästhetischer Bildung, die aktuelle Transferforschung zu den Auswirkungen von Kunst und Musik sowie die theoretische Verknüpfung mit Schillers Lehren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wo und wie ästhetische Bildung künstlerische Kompetenzen in nicht-künstlerische Bereiche transferiert und ob dies zur Förderung allgemeiner Fähigkeiten beiträgt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung verschiedener Forschungsansätze, insbesondere der pädagogischen Wirkungsforschung und hirnphysiologischer Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition ästhetischer Bildung, der heutigen Stellung ästhetischer Fächer, den Zielsetzungen nach Anne Bamford und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Transferforschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter sind Transferforschung, ästhetische Bildung, künstlerische Tätigkeit, Persönlichkeitsentwicklung und Friedrich Schiller.
Inwiefern spielt der Religionsunterricht eine Rolle für die These der Arbeit?
Der Autor zeigt am Beispiel des Religionsunterrichts, dass ästhetische Bildung als Mittel gegen die „Versachkundlichung“ dienen kann, um die Subjektivität und religiöse Identität zu stärken.
Wie bewertet der Autor die Kritik an der Transferforschung?
Der Autor greift die Kritik auf, dass ästhetische Bildung nicht rein als „Mittel zum Zweck“ für bessere schulische Leistungen instrumentalisiert werden sollte, da dies den eigentlichen ästhetischen Sinn der Kunst untergrabe.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Die Transferwirkung ästhetischer Bildung. Wo und wie transferiert sie künstlerische Kompetenzen in nicht-künstlerische Bereiche?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1173841