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"Sorgenkinder" werden erwachsen! Peer Counseling - Aufbauarbeit in München

Title: "Sorgenkinder" werden erwachsen! Peer Counseling - Aufbauarbeit in München

Diploma Thesis , 1999 , 108 Pages , Grade: 2

Autor:in: Dipl.-Soz.-Päd. Karin Brich (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Wer kennt es nicht, das Superlos der „Aktion Sorgenkind“, die große Lotterie
im ZDF. Jeder weiß, daß er mit diesem Geld zusätzlich auch etwas Gutes
tut, denn mit diesen Geldern können Projekte für behinderte Menschen
gefördert werden. „Aktion Sorgenkind“ ist ein fester Begriff in unserer
Gesellschaft. Doch weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wird dieser
aufgrund einer gewandelten Selbstwahrnehmung von Behinderten
zunehmend als diskriminierend empfunden.
Der Begriff „Sorge“ ist eindeutig belegt. Er sagt aus, daß jemand auf Hilfe
angewiesen ist, man sich um ihn kümmern muß und Angst um ihn hat. Das
nimmt Kraft und Zeit in Anspruch, und unbewußt ist es eigentlich eher lästig.
Das Wort „Kind“ wird in diesem Zusammenhang für alle Behinderten, egal
welchen Alters, gebraucht. Der ursprüngliche Ausdruck ist jedoch eigentlich
an ein gewisses Alter oder die Familienstruktur gebunden. Er gibt aber immer
eines vor: ein Kind muß versorgt, betreut und bevormundet werden.
Die Selbstbestimmt-Leben-Bewegung in Deutschland distanziert sich von der
Bezeichnung „Sorgenkinder“, und ihre Mitglieder kämpfen seit Jahren für
Gleichberechtigung und Antidiskriminierung.
Im ersten Abschnitt meiner Arbeit möchte ich den Werdegang der
„Selbstbestimmt-Leben-Bewegung“ und auch meinen eigenen Weg, sowie
die Kämpfe, die notwendig waren um dem Ziel eines selbstbestimmten
Lebens etwas näher zu rücken, beschreiben.
Immer mehr „Selbstbestimmt-Leben-Zentren“ wurden und werden gegründet.
Einer der wichtigsten Pfeiler der Arbeit, die dort geleistet wird, ist das
sogenannte „Peer Counseling“. Ich werde im gleichnamigen Kapitel
erläutern, was im Rahmen der Selbsthilfearbeit darunter verstanden wird,
bzw. wie das Peer Counseling im Rahmen der Arbeit des VbA. durchgeführt
werden soll. Vor allem möchte ich aber auch darstellen, was es für
behinderte Menschen bedeutet, selbstbestimmt zu leben, bzw. was es
bedeutet, es nicht zu können oder zu dürfen. Und letztendlich möchte ich
noch die Zielvorstellungen und Wünsche, die wir durch unsere Arbeit für die
Zukunft erreichen wollen, darlegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. KERNPROBLEM - AUSGANGSSITUATION UND ENTWICKLUNG

1. EIGENE ERFAHRUNGEN

2. VON BETREUUNG UND BEVORMUNDUNG ZUM SELBSTBESTIMMTEN LEBEN

2.1. Independent Living Bewegung in den USA

2.1.1. Definition und Entstehung der Independent Living Bewegung

2.1.2. Rechtliche Grundlagen

2.1.3. Der Selbsthilfegedanke

2.2. Historischer Aufriß über die Entwicklung der deutschen Behindertenbewegung nach 1945

2.3. Münchener Vorbedingungen und Gründung des VbA e.V.

III. VBA – SELBSTBESTIMMT LEBEN E.V.

1. STRUKTUR DES VBA E.V.

2. FINANZIERUNG

3. AUFGABEN UND KOMPETENZVERTEILUNG

IV. PEER COUNSELING

1. UNTERSCHIEDLICHE BEDEUTUNGEN VON PEER COUNSELING UND PEER SUPPORT

2. PEER COUNSELING – METHODE

2.1. Verständnis der Methode nach Carl Rogers

2.2. Die Bedeutung der Methode

2.3. Technische Grundlagen der Methode

3. DIE STELLUNG DES PEER COUNSELORS

4. MÖGLICHKEITEN UND GEDANKEN ZUR QUALIFIZIERUNG ALS PEER COUNSELOR

5. WARUM PEER COUNSELING?

6. EMPOWERMENT DURCH PEER COUNSELING

7. EINSATZFORMEN VON PEER COUNSELING

V. TRAININGSPROGRAMM

1. VORBEREITUNG ZUR DURCHFÜHRUNG

1.1. Unsere Überlegungen

1.2. Ausschreibung zur Trainingsgruppe: (Auszüge aus unserem Faltblatt)

1.3. Zusammenstellung der Trainingseinheiten

2. PROTOTYP DES TRAININGSPROGRAMMES

1. Treffen: Vorstellung und Einführung

2. Treffen: Rahmenbedingungen und Zielformulierungen

3. Treffen: „Independent Living“ und „Selbstbestimmt Leben“

4. Treffen: Behinderung und Gesellschaft - Darstellung von Behinderung in den Medien

5. Treffen: Welches Wissen und welche Fertigkeiten benötige ich?

6. Treffen: Assistenzsuche

7. Treffen: Assistenzauswahl

8. Treffen: Verhalten in der Probezeit

9. Treffen: Konflikte

10. Treffen: Ungeklärte Fragen oder „Heißer Stuhl“ zum Thema Sexualität

11. Treffen: Abschlußveranstaltung

3. ERSTE AUSWERTUNG DER TRAININGSGRUPPEN

3.1. Gruppenstruktur

3.2. Ablauf und Auswertung

VI. ABSCHLIEßENDE GEDANKEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung sowie den Stellenwert von Peer Counseling als zentrales Instrument der Beratung und Empowerment-Förderung für behinderte Menschen. Ziel ist es, den Werdegang von der Bevormundung hin zum selbstbestimmten Leben aufzuzeigen und ein praktisches Trainingskonzept vorzustellen, das behinderten Menschen hilft, ihre eigenen Bedürfnisse zu artikulieren, Assistenz zu organisieren und gesellschaftliche Teilhabe zu verwirklichen.

  • Historische Entwicklung der Independent-Living-Bewegung und der deutschen Behindertenbewegung
  • Strukturen und Arbeitsweisen des VbA selbstbestimmt Leben e.V. als Modell für Selbsthilfe
  • Methodik des Peer Counselings nach Carl Rogers und seine Bedeutung für die Beratung auf Augenhöhe
  • Konzeption und prozessuale Auswertung eines Trainingsprogramms für junge behinderte Menschen
  • Empowerment-Strategien zur Überwindung von Abhängigkeiten und zur Förderung von Selbstverantwortung

Auszug aus dem Buch

Die Stellung des Peer Counselors

Der Peer Counselor nimmt eine sehr wichtige Funktion im Gespräch ein. Sobald ein Ratsuchender Vertrauen gefaßt hat, schildert er dem Peer Counselor die wichtigsten Probleme und Bedürfnisse, der so Einblick in Dinge bekommt, die oft niemand anderem offenbart wurden.

Manchmal ist es sehr schwierig als selbst Betroffener nicht wieder davon betroffen zu sein und sich selbst zu stark einzubringen. Wichtig ist, diese Grenze nicht zu überschreiten und die Ratsuchenden dadurch in ihrer Entwicklung zu behindern.

[...] Die Rolle des Peer Counselors ist es deshalb nicht, die Probleme der anderen Person zu lösen, sondern vielmehr sie dabei zu unterstützen, ihre eigenen Lösungen zu finden. Peer Counselor geben den Leuten weder vor was sie tun „sollten“, noch geben sie Ratschläge. Statt dessen fördert der Peer Counselor die andere Person darin, Problemlösungen zu entdecken, und zwar durch Zuhören, Erfahrungsaustausch, dem Herausfinden von Handlungsmöglichkeiten sowie durch teilnehmende Unterstützung.“ (Bruckner / Bruckner 1993 / S.64)

Der Peer Counselor hat hier also entgegen der herkömmlichen bevormundenden Beraterrolle im Behindertenbereich folgende fünf Grundregeln des Peer Counselings zu befolgen, die ich direkt übernehmen werde:

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Problematik der paternalistischen Begrifflichkeiten wie „Sorgenkinder“ und führt in das Konzept der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung ein.

II. KERNPROBLEM - AUSGANGSSITUATION UND ENTWICKLUNG: Dieses Kapitel behandelt die persönlichen Erfahrungen der Autorin sowie die historische Genese der Behindertenbewegung in den USA und Deutschland.

III. VBA – SELBSTBESTIMMT LEBEN E.V.: Hier werden die organisatorische Struktur, die Finanzierungsmodelle und die Aufgabenverteilung des Münchner Vereins dargestellt.

IV. PEER COUNSELING: Dieses Kapitel definiert Peer Counseling als methodische psychosoziale Beratung und erläutert die Anwendung nach Carl Rogers sowie die spezifische Rolle des Peer Counselors.

V. TRAININGSPROGRAMM: Hier wird ein konkretes Trainingskonzept für behinderte Menschen vorgestellt, inklusive Vorbereitung, Prototyp-Ablauf und erster Evaluation.

VI. ABSCHLIEßENDE GEDANKEN: Das Fazit reflektiert die Rolle von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft und formuliert Visionen für politischen Einfluss und gleichberechtigte Integration.

Schlüsselwörter

Peer Counseling, Selbstbestimmt Leben, Independent Living, Empowerment, Behinderung, Beratung, Behindertenbewegung, VbA, Selbsthilfe, Assistenz, Lebensregie, Klientenzentrierte Gesprächsführung, Autonomie, Diskriminierung, Soziale Teilhabe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit thematisiert den Weg von Menschen mit Behinderung aus einer bevormundeten Lebenssituation hin zu einem selbstbestimmten Leben durch das Konzept des „Independent Living“ und die Methode des „Peer Counseling“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die historische Entwicklung der Behindertenbewegung, die Organisationsstruktur von Selbsthilfezentren, die methodischen Grundlagen der Beratung durch Betroffene und die praktische Durchführung von Empowerment-Trainings.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Wirksamkeit von Peer Counseling als Beratungsform aufzuzeigen und ein erprobtes Trainingsmodell vorzulegen, das behinderten Menschen hilft, ihre Lebensgestaltung eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturanalyse zur historischen Entwicklung sowie der Dokumentation und Evaluation eines praktischen Trainingsprojekts für junge behinderte Menschen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Philosophie und Technik des Peer Counselings (u.a. nach Carl Rogers), die Strukturen des „VbA selbstbestimmt Leben e.V.“ und detailliert das in der Arbeit entwickelte Trainingsprogramm in seinen verschiedenen Phasen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Selbstbestimmung, Empowerment, Peer-Beratung, Autonomie, Assistenz und die Überwindung medizinischer Paradigmen geprägt.

Wie unterscheidet sich Peer Counseling von herkömmlicher Sozialarbeit?

Im Gegensatz zur professionellen Sozialarbeit basiert Peer Counseling auf der geteilten Betroffenheit („Peers“), was eine authentische Kommunikation, ein höheres Maß an Empathie und den Verzicht auf bevormundende Ratschläge ermöglicht.

Welche Rolle spielt die Finanzierung für den VbA e.V.?

Die Finanzierung ist eine zentrale Herausforderung. Der Verein setzt auf eine Mischfinanzierung, bestehend aus kommunaler Förderung, Projekten der Arbeitsförderung, Einnahmen aus einem Lohnabrechnungsbüro und ehrenamtlichem Engagement.

Was zeichnet das vorgestellte Trainingsprogramm aus?

Das Programm ist auf die spezifischen Bedürfnisse junger behinderter Menschen zugeschnitten, nutzt einen methodisch abwechslungsreichen Ansatz (Rollenspiele, Reflexion, Gruppenarbeit) und fokussiert auf die Förderung von Selbstbewusstsein und Kompetenz zur Lebensgestaltung.

Warum ist die „eigene Betroffenheit“ so wichtig?

Die eigene Erfahrung der Autorin und der Peer Counselor dient als Modellfunktion; sie ermöglicht es, Ängste und gesellschaftliche Barrieren aus erster Hand zu verstehen und den Ratsuchenden als gleichwertige Person zu begegnen.

Excerpt out of 108 pages  - scroll top

Details

Title
"Sorgenkinder" werden erwachsen! Peer Counseling - Aufbauarbeit in München
College
Munich University of Applied Sciences
Grade
2
Author
Dipl.-Soz.-Päd. Karin Brich (Author)
Publication Year
1999
Pages
108
Catalog Number
V117411
ISBN (eBook)
9783640196654
ISBN (Book)
9783640196784
Language
German
Tags
Sorgenkinder Peer Counseling Aufbauarbeit München
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Soz.-Päd. Karin Brich (Author), 1999, "Sorgenkinder" werden erwachsen! Peer Counseling - Aufbauarbeit in München, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117411
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