Welche Relevanz haben Räume der Stille?


Hausarbeit, 2021

22 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Räume der Stille
2.1 Begriffsdefinition „Raum der Stille“
2.2 verschiedene Raumtypen
2.2.1 Kapelle und andere religiöse Räume
2.2.2 multireligiöse Räume
2.2.3 multifunktionale/ interreligiöse Räume der Stille
2.2.4 universale Räume der Stille
2.2.5 holistische Räume der Stille
2.3 Raum der Stille an der Georg-August-Universität
2.4 Räume der Stille an Schulen
2.5 Reaktionen auf die Räume der Stille in Schulen

3. Schluss/ Fazit

4. Literaturverzeichnis

5. Anhang

1. Einleitung

Wir befinden uns in der Georg-August-Universität in Göttingen und sind gerade auf dem Weg in eine Vorlesung. Auf dem Weg dorthin gehen wir an einem Raum vorbei, den wir zuvor noch nie gesehen haben. Die Tür steht offen und wir werfen einen Blick hinein. Er sieht merkwürdig aus. Auf der Raumbezeichnung steht „Raum der Stille“. Doch was ist dieser Raum der Stille, der sich nicht nur in Universitäten, sondern auch in Krankenhäusern, Schulen, etc. befinden kann. Im Folgendem werde ich mich genau mit dieser Frage, was ein Raum der Stille ist, beschäftigen. Zudem werde ich erklären, ob ich diese für mich selber als sinnvoll erachte oder ob sie kaum genutzt werden. Dabei werde ich mich zunächst damit beschäftigen, was genau ein Raum der Stille ist und dessen verschiedene Raumtypen und ihre Konzepte erläutern. Die Raumtypen sind zum einen die Kapelle und andere religiöse Räume, multireligiöse Räume, multifunktionale, bzw. interreligiöse Räume, universale Räume und holistische Räume der Stille. Die Kapelle ist sehr eindeutig gestaltet und erinnert mit ihren christlichen Symbolen und Bildern direkt an eine Kirche. Dieser Rum der Stille sieht die Nutzung ganz klar beim individuellen Gebet und beim Stillewerden. Der multireligiöse Raum der Stille gibt keine Möglichkeit, den Raum universell zu nutzen, da mehrere Religionen in dem Raum verankert sind, womit der Raum zeigen möchte, dass die verschiedenen Religionen nebeneinander existieren können. Multifunktionale Räume der Stille hingegen sind für Menschen unterschiedlicher Religionen offen, weshalb sie für Orte, an denen die verschiedensten Religionen aufeinander treffen, besonders geeignet sind. Aufgrund der Schlichtheit und der aufgeräumten Umgebung wirken diese Räume neutral auf die Besucher, weshalb dieser Raum nur während der Dauer der Nutzung als religiös gilt. Der universale Raum der Stille ist offen für Menschen aller Glaubensrichtungen und versucht so, eine Toleranz zwischen den Religionen zu schaffen. Dieser Raum ist nicht für religiöse Nutzung vorgesehen, sondern soll als neutraler Meditationsraum angesehen werden. Der holistische Raum hingegen dient der Meditation und der Findung der inneren Ruhe, um so Stress zu vermeiden und Entspannung zu generieren. Er ist sehr einfach gehalten und vorhandene Sitzmöbel sind auf die Mitte des Raumes gerichtet. Daraufhin werde ich noch den Raum der Stille meiner eigenen

Universität analysieren. Danach komme ich zu dem Schluss, dass jeder für sich selber entscheiden muss, ob es sinnvoll ist einen Raum der Stille zu besuchen. Es kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein, beispielsweise um vor einer Klausur noch einmal etwas zur Ruhe zu finden oder nachdem man einen nahen Angehörigen, der gerade im Krankenhaus liegt, besucht hat und für ihn zu beten. Der Raum der Stille kann vielseitig genutzt werden. Ob man ihn nutzt, liegt im eigenen Ermessen. Sinnvoll ist dieser aber definitiv, da ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass sich ein gut gestalteter Raum der Stille, in dem man sich wohlfühlen, einem helfen kann. Egal, ob man Ideen für eine Hausarbeit benötigt, man Ruhe vor einer Klausur braucht und sich selber motivieren möchte, ob man nochmal in sich gehen will oder ob man beten will. Der Funktion sind keine Grenzen gesetzt, was einem ermöglicht, den Raum individuell zu nutzen.

2. Räume der Stille

2.1 Begriffsdefinition „Raum der Stille“

Es gibt unterschiedliche Raumtypen von Räume der Stille, die auch jeweils unterschiedliche Funktionsweisen ausweisen. Die Raumtypen sind unteranderem Kapellen und andere religiöse Räume, multireligiöse Räume, multifunktionale Räume, universale Räume und holistische Räume der Stille. Auf diese gehe ich im kommenden Verlauf weiter drauf ein.

Die Raumtypen lassen sich dabei nochmal in drei Grundtypen unterteilen. Zum Einen gibt es die traditionell-spezifischen Räume der Stille, „die aus bestimmten Traditionen hervorgegangen sind“ (Kraft 2007, S.28). Das könnten Andachtsräume sein, die religiös eingeordnet sind. Darunter fallen unteranderem auch Kapellen. Dann gibt es noch die unviersell, nicht spezifischen Räume der Stille, die zunächst leer gehalten sind und erst vom Benutzer ausgefüllt werden. Dazu zählt auch der multifunktionale Raum, da dieser nur während der Benutzung zum religiösen Raum wird und ansonsten nicht spezifiziert ist. Dabei kann der Raum auch Symbole besitzen, die für den Menschen an sich stehen. Zum Schluss gibt es noch den universell ausgefüllten Raum. Dieser Raum „nimmt eine Art Mittelstellung zwischen den beiden anderen ein“ (ebd.). In diesem Grundtypus wird versucht, die Religionen nebeneinander darzustellen, um so einen Universalismus aufzuzeigen. Darunter fällt ebenfalls der multireligiöse Raum, da dort mehrere Abteilungen, die eine Religion wiederspiegeln zu einem gemeinsamen Raum zusammen gefügt wurden sind. So finden mehrere Religionen in einem Raum gleichzeitig Platz.

Der Raum soll im Allgemeinen zum Einkehren und zum Ruhe finden genutzt werden. Unteranderem darf der Raum auch zum stillen Gebet genutzt werden. Damit soll der Raum allen Menschen, abseits von Religion, Kultur, Herkunft oder Glauben, offen stehen. Der Raum ist nicht nur in Schulen zu finden, sondern auch an Flughäfen, an Raststätten auf der Autobahn, öffentlichen Gebäuden, etc.

Ganz oft wird der Raum der Stille auch als Andernorts bezeichnet. Dieses liegt daran, dass der Raum ein Andersort sein soll. Ein Raum, der sich durch seine Gestaltung von seiner Umgebung abhebt und man nicht unbedingt am Raum der Stille erkennen kann, wo sich dieser befindet. Er wird auch als überkonfessioneller Ort beschrieben, welches so viel bedeutet, dass der Raum über den Religionen steht und nicht von ihnen abhängt. Betrachten wir nun den Raum der Stille des Frankfurter Flughafens (vgl. Anhang Bild 1 und 2). An diesem Beispiel erkennt man gut, dass ein gut gestalteter Raum der Stille ein Andersort ist, denn man würde nicht sofort erkennen, dass sich dieser Raum der Stille an einem Flughafen befindet. Er hebt sich also in seiner Gestaltung von seiner Umgebung ab.

2.2 verschiedene Raumtypen

2.2.1 Kapelle und andere religiöse Räume

Die Kapelle ist ähnlich wie eine Kirche gestaltet. Sehr christlich gehalten, weshalb oft Kreuze oder ein Altar zu finden sind. Des Weiteren gibt es Sitzmöbel, die meistens, aber nicht immer Richtung Altar ausgerichtet sind. Sie sind dann meist wie in der Kirche mit Sitzreihen bestückt. Dennoch gibt es eine „unaufdringliche, fast karge Gestaltung“ des Raumes (Kraft 2007, S.29). Hier steht nicht die Gruppe an sich im Fokus, sondern das individuelle Individuum, weshalb das individuelle Stillwerden und individuelle Gebete im Vordergrund des Raumes stehen. Dabei versucht der Raum allen Religionen offen zustehen, weshalb sich oft Zeichen der fünf Weltreligionen im Raum wiederfinden lassen. Die Fenster des Raumes sind manchmal beklebt, um so das Licht, welches durch die Fenster gelangt, in einer bestimmten Form zu lenken und so dem Raum eine andere Wirkung zu geben (vgl. Kraft 2007, S.29-30).

Als Beispiel für eine Kapelle nennt Sabine Kraft den Raum der Stille im Frankfurter Flughafen (vgl. Anhang, Bild 1 und 2). Leider kann man nicht erkennen, ob vor dem Raum Zeichen der fünf Weltreligionen zu erkennen sind, da wir nur den Raum direkt sehen. Aber es lässt sich gut erkennen, dass der Raum zwar leer an Mobiliar ist, aber dennoch keineswegs leer wirkt. Durch die Beklebung der Fenster lässt sich ebenfalls gut erkennen, dass das Licht so direkt auf die Sitzmöbel gelenkt wird. Für mich persönlich ist Gold auch eine sehr göttliche Farbe, die nochmal das christliche in diesem Raum betonen könnte, auch wenn sich an sich keine christlichen Symbole wiederfinden lassen.

Im direkten Vergleich dazu gibt es einen Raum der Stille in Schwäbisch Gmünd - Rehnenhof, der ganz klassisch an eine Kapelle erinnert (vgl. Anhang Bild 3 und 4). Es gibt einen Altar in der Mitte des Raumes, auf den ein Lichtkegel geworfen wird. Auf diesen sind zwei Kerzen und ein Buch zuerkennen. Beides gilt als religiöse Symbole, die ebenfalls auf eine klassische Kapelle hindeuten. Um den Altar herum gibt es mehrere Bänke, die auf den Altar ausgerichtet sind. Am Eingang befindet sich ein kleines Regal, in dem sich mehrere Bücher befinden. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um Gesangbücher und die Bibel. Hinter dem Alter befindet sich ein Gemälde, welches den Blick der Besucher direkt auf den Altar lenkt. Des Weiteren befinden sich Stufen in dem Raum und auf jeder dieser Ebene befindet sich eine Stuhlreihe.

An den beiden Beispielen lässt sich gut erkennen, dass die Kapelle sehr eindeutig gestaltet sein kann, aber eben nicht sein muss und das bei der Gestaltung der Räume auf die kleinste Symbolik geachtet wird.

2.2.2 multireligiöse Räume

Unter multireligiösen Räumen der Stille versteht man einen Raum „in dem separate Kulträume zu einer Gesamtheit verschaltet sind“ (Kraft 2007, S.30). Es ist aber nicht eben so, dass es mehrere Räume sind, die zusammen ein Gebäude ergeben, sondern ein Raum, der aus verschiedenen Religionen besteht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Welche Relevanz haben Räume der Stille?
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
2,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
22
Katalognummer
V1174125
ISBN (Buch)
9783346598325
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welche, relevanz, räume, stille
Arbeit zitieren
Lisa Bulczak (Autor:in), 2021, Welche Relevanz haben Räume der Stille?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1174125

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