Externe Prüfung von Einrichtungen des Gesundheitswesens


Projektarbeit, 2008

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft
2.1 Health Care
2.2 Aufgaben und Prüfungsansatz

3 Grundlagen
3.1 Allgemeine Grundlagen
3.2 Rechtliche Grundlagen

4 Eigene Aufgaben im Rahmen des Praktikums
4.1 Kassenbestand / Bankguthaben bei Kreditinstituten / Schecks
4.2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
4.3 Verbindlichkeiten

5 Fazit

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Der Jahresabschluss eines Krankenhausunternehmens hat traditionell viele Besonderheiten und unterliegt in der heutigen Zeit – wie die Gesundheitswirtschaft selbst – einem raschen Wandel. Daher hat sich auf Grund der veränderten politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und den Reaktionen des Gesetzgebers das Umfeld von Krankenhausunternehmen in der jüngsten Vergangenheit rasant entwickelt[1].

In einer Studie der TU Dresden wird deutlich, welchen Einfluss rechnungslegungsrelevante Faktoren wie Finanzierung, gesetzliche Regelungen, Wettbewerb, neue Organisationsformen, Internationalisierung und medizinischer Fortschritt auf die zukünftige Entwicklung von Krankenhausunternehmen haben werden. Die größte Bedeutung wird dabei der Finanzierung der Krankenhausunternehmen und den gesetzlichen Regelungen beigemessen. Die Studie macht somit vor allem klar, dass einige Häuser schon heute unter großem Druck stehen und sie bei Unwirtschaftlichkeit um ihre Existenz fürchten müssen1.

Das sich verändernde Umfeld beeinflusst das Rechnungswesen der Krankenhaus-unternehmen in verschiedenen Bereichen, da bereits heute durch die Ausgliederung von Servicebereichen (z.B. Reinigung) oder anderen krankenhausnahen Dienstleistungen, der Gründung von neuen Gesellschaften (z.B. für medizinische Versorgungszentren), des Zusammenschlusses einzelner Krankenhäuser zu Versorgungszwecken und der Überführung von Krankenhäusern in private Rechtsformen, komplexe Unternehmensstrukturen entstehen, „die den Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nur durch die Aufstellung eines Konzernabschlusses gewährleisten“[2].

Internationale Rechnungslegungsvorschriften, wie IFRS (International Financial Reporting Standards) und sogar US-GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) betreffen heute schon vor allem private Krankenhausträger[AE1] , die am Kapitalmarkt aktiv sind. Obwohl diese Vorschriften zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist die KHBV, die sich am traditionellen HGB orientiert, noch immer am weitesten verbreitet.

Hinzu kommt, dass HHhHHHIcdfHHHseitens des Gesetzgebers eine Vielzahl von Bescheinigungen[AE2] , wie z.B. Erlösbescheinigungen nach KHEntgG, Bescheinigungen zur Ausbildungsfinanzierung oder Verbesserung der Arbeitsbedingungen, verlangt werden.

Im Folgenden werden KPMG und der Bereich Health Care vorgestellt, sowie der Prüfungsansatz aufgezeigt, bevor die allgemeinen und rechtlichen Grundlagen, denen eine Prüfung unterliegt, erläutert werden. Die Prüfungsfelder, die während der Praxisphase kennengelernt wurden, sollen daran anschließend vorgestellt werden und in einer abschließenden Betrachtung reflektiert werden.

2 KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft

Die Geschichte der KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft geht zurück auf die "Deutsch-Amerikanische Treuhand-Gesellschaft" (März 1890) in Berlin. Diese wurde zum Schutz deutscher Kapitalanlagen in Nordamerika gegründet. Im Jahre 1931 wurde die umfirmierte Deutsche-Treuhand-Gesellschaft als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zugelassen[3]. Dies geschah bereits zwei Jahre bevor die Pflichtprüfung des Jahresabschlusses von Aktiengesellschaften (am 30.9.1933) eingeführt wurde[4]. Knapp fünfundzwanzig Jahre später, im Juli 1979, wurde die Auslandsorganisation "Klynveld Main Goerdeler" (KMG) gegründet. Durch die Zusammenführung von KMG und "Peat Marwick International" am 28. August 1986 wurde der Grundstein zur heute weltweit agierenden KPMG-Organisation gelegt. Die weitere Zusammenführung der Treuverkehr AG und der DTG wurde in einem Vertrag zum 1. Januar 1990 beschlossen3. Am 18. Dezember 1992 wurde schließlich ein Verschmelzungsvertrag der DTG mit der KPMG Peat Marwick Treuhand GmbH beschlossen (Fusion 1993). Die im Oktober 2007 stattgefundene Fusion, die der KPMG ihre heutige Form gibt, war die von KPMG in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz zu KPMG Europe LLP3. Dies hat KPMG zu einer der größten Beratungsfirmen Europas [AE3] gemacht[5].

Das Arbeitsfeld der KPMG teilt sich in drei große Bereiche: Audit (Wirtschaftsprüfung), Tax (Steuerberatung) und Advisory (Unternehmensberatung). Für wesentliche Sektoren der Wirtschaft hat KPMG eine geschäftsbereichsübergreifende Branchenspezialisierung vorgenommen. So gibt es im Bereich Wirtschaftsprüfung [AE4] vierzehn verschiedene, branchenspezialisierte Bereiche, die bei KPMG als Poole bezeichnet werden. Zu diesen gehört unter anderem der Pub[AE5] lic Sector mit dem Unterbereich Health Care, auf den im späteren Teil der Arbeit vertieft eingegangen wird.

Heute ist KPMG in Deutschland an über 20 Standorten in sechs Regionen vertreten. Dies ermöglicht einen direkten Kontakt zum Mandanten. International ist KPMG in 145 Ländern mit insgesamt 123 000 Mitarbeitern vertreten6. Betrachtet man die Bereiche, in denen die Beschäftigten in Deutschland arbeiten, so stellt man fest, dass dem Bereich Wirtschaftsprüfung, dicht gefolgt vom Bereich Steuerberatung, die meisten Mitarbeiter angehören6.

2.1 Health Care

Der Gesundheitsmarkt stellt heute eine[AE6] der größten Branchen in Deutschland dar und ist durch einen hohen Wachstumsfaktor gekennzeichnet. Wirtschaftlich zeigt dieser Markt eine hohe Dynamik und steht politisch im Zentrum schwieriger Reformprozesse. Die Leistungserbringer im Gesundheitswesen stellt das vor große Herausforderungen[6].

In dieser Umbruchsituation gewinnen Verdrängungswettbewerb und Privatisierung im stationären Bereich immer mehr an Bedeutung. Die Unsicherheiten hinsichtlich gesetzlicher Rahmenbedingungen nehmen zu. Der enorme Kostendruck, der auf Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen lastet, wächst und gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Qualität. Vor diesem Hintergrund kommt es verstärkt zum Aufbau sektorübergreifender Kooperationen, zu Veränderungen des Leistungsspektrums und schließlich zur Neugestaltung der Organisation und der internen Prozesse6.

Zunehmender Wettbewerbsdruck stellt Kliniken und Pflegeeinrichtungen vor die Herausforderung, ihre Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern. An diesem Punkt setzen die Prüfungs- und Beratungsteams des KPMG-Netzwerks Health Care mit ihren Kenntnissen über branchenspezifische Gesetze, Merkmale und Herausforderungen [AE7] an6.

2.2 Aufgaben und Prüfungsa[AE8] nsatz

Abgeleitet aus dem Gesetz und sonstigen Regularien, ist es Aufgabe der KPMG [AE9] (im Bereich Audit) Prüfungen von (Konzern-) Jahresabschlüssen nach HGB, IFRS oder auch US-GAAP durchzuführen. Dies betrifft nationale und internationale Unternehmen aller Rechtsformen und Branchen, Banken und Versicherungen sowie Organisationen des öffentlichen Sektors. [AE10] Die Prüfungspflicht für Krankenhäuser ergibt sich aus den Landeskrankenhausgesetzen.

Der bei KPMG angewandte Prüfungsansatz ist [AE11] risikoorientiert und entspricht im Wesentlichen den International Standards on Accounting (ISA). Eine Vielzahl von KPMG-Vorschriften gehen jedoch über die von dem Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) vorgeschriebenen Standards hinaus[AE12][7]. Dabei ist die Qualitätssicherung das höchste Gebot. Dieser Prüfungsansatz setzt branchenspezifische Kenntnisse und eine individuelle Einstellung auf den Mandanten voraus[8].

Grundsätzlich ist die Aufgabe des Wirtschaftsprüfers mit kritischer Grundhaltung zu beurteilen, ob die Abschlüsse des Mandanten frei von wesentlichen Fehlaussagen und falsche Angaben [AE13] sind[9]. Ferner hat er zu prüfen, ob die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Jahresabschluss den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen. Dies setzt vor allem die Unabhängigkeit des Prüfers voraus, der sich bei jedem Mandat erneut informieren muss, ob diese gegeben ist.

Der Aufbau einer Prüfung sieht meist ähnlich aus und beinhaltet, dass man sich zunächst Grundkenntnisse über das Geschäft des Mandanten aneignet. Dies bedeutet, dass eine intensive Auseinandersetzung mit dem Mandanten, seinem Umfeld, sowie der Branche unerlässlich ist. Des Weiteren wird sich in einem folgenden Schritt mit der Qualität des internen Kontrollsystems auseinandergesetzt. Auf dieser Basis können wesentliche Fehlaussagen[AE14] im Vorhinein eingeschätzt werden8.

[...]


[1] Vgl. Penter, Volker und Kohler, Wolfgang (2007), S.9f.

[2] Penter, Volker und Kohler, Wolfgang (2007), S.12

[3] Vgl. www.kpmg.de/WerWirSind/1232.htm (2008)

[4] Vgl. Conrad, Hans-Joachim (2004), S.40

[5] Vgl. www.kpmg.de/955.htm (2008)

[6] Vgl. www.kpmg.de/955.htm (2008)

[7] Vgl. www.kpmg.de/WasWirTun/5187.htm (2008)

[8] Vgl. Geib, Gerd und Schindler, Joachim (2005), S.7ff.

[9] Vgl. www.kpmg.de/7861.htm (2008)

[AE1] Dies trifft aber im Wesentlichen Private Träger, insbesondere solche, die am Kapitalmarkt aktiv sind (HELIOS, MARSEILLE; RHÖN etc.) Zwar zunehmende Bedeutung (auch unter BILMOG) aber ingsesamt noch nicht beherrschend. Die KHBV orientiert sich noch am traditionellen HGB.

[AE2] Erlösbescheinigung nach KHEntgG nicht zu vergessen.

[AE3] Größe ist immer relativ, ist der Begriff Beratungsfirma korrekt, oder eher WP-Gesellschaft? Bin ich mir selber nicht sicher. Vielleicht ist das auch in Ordnung so

[AE4] Sprachen sie nicht von geschäftsbereichübergreifende Branchenorientierung?

[AE5] b

[AE6] stimmt m.E. so nicht, sie meinen den Gesundheitsmarkt im Allgemeinen, oder? Aus KPMG-Sicht sind wir mitnichten der größte Bereich (eher Banken bzw. Versicherungen)

Ansonsten reden Sie doch von Health Care Branche, dann passt es wieder.

[AE7] OK, aber schon sehr werbewirksame Aussage oder?

[AE8] besser Prüfungsansatz und eigenen Punkt in Gliederung

[AE9] unsere Aufgabe leitet sich aus dem Gesetz und sonstigen Regularien ab.

[AE10] Hier wäre zu erwähnen, dass sich die Prüfungspflicht bezogen auf KH aus den Landeskrankenhausgesetzen ergibt. Dies gilt auch für viele andere öffentliche Unternehmen, die nicht KH sind. Z.B. Prüfungspflicht nach Landeshaushaltsordnung etc.

[AE11] Da wurde Wasser schnitt fest gemacht. Ist das wirklich so eine Eigenentwicklung?

[AE12] Der KPMG-Prüfungsansatz ist risikoorientiert und entspricht im Wesentlichen den internationalen Standards (ISA International Standards on Accounting). Mit dem nationalen Recht ist einwenig zu weit. Es gibt auch eine Vielzahl von KPMG-Vorschriften die national (IDW) nicht vorgeschrieben sind.

[AE13] frei von wesentlichen Fehlaussagen und falschen Angaben sind. Was ist mit der Bestätigung des durch den JA dargestellten Bildes der V,F,E-Lage (true and fair view; Generalnorm des § 264 Abs. 2HGB)

[AE14] einer wesentlichen Fehlaussage

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Externe Prüfung von Einrichtungen des Gesundheitswesens
Hochschule
Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V117444
ISBN (eBook)
9783640199754
ISBN (Buch)
9783640336838
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Externe, Prüfung, Einrichtungen, Gesundheitswesens
Arbeit zitieren
Christian Bach (Autor), 2008, Externe Prüfung von Einrichtungen des Gesundheitswesens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117444

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