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Gibt es eine Europäische Gesellschaft?

Zwei-Faktoren-Analyse anhand der Ansätze von Gerold Ambrosius und Klaus Eder

Title: Gibt es eine Europäische Gesellschaft?

Term Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Candidate Robin Koepke (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Der Vorliegende Aufsatz soll den Beitrag leisten, die Bedeutung dieses Mangels an Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und zu erklären. Dabei werde ich argumentieren, dass die Mechanismen der europäischen Einigung sich auf den Abbau von Unterschieden konzentriert - und dabei den Aufbau von Gemeinsamkeiten vernachlässigt. Diese auf den ersten Blick spitzfindige Unterscheidung steht im Zentrum der vorliegenden Untersuchung. Um diese Differenzierung erkenntnisbringend anwenden zu können, werde ich die Zwei-Faktoren-Analyse nach Frederick Herzberg verwenden. Anhand dieses heuristischen Modells werde ich Einflussfaktoren der europäischen Integration zwei Kategorien zuordnen. Zum einen sollen Faktoren identifiziert werden, die Unterschiede abbauen, zum anderen solche, die Gemeinsamkeiten aufbauen. Zentrales Anliegen dieser Arbeit ist es, zu zeigen, dass die Faktoren dieser beiden Kategorien eine vollkommen unterschiedliche Integrationswirkung haben. Aus methodischen Gründen halte ich es für wichtig, den Bezugsrahmen und das Analyseziel der vorliegenden Arbeit vorab klar abzustecken. Daher werde ich zunächst den Gesellschaftsbegriff definieren, der in der Folge Verwendung finden soll. Sodann werde ich das herzbergsche Zwei-Faktoren-Modell erläutern. Anhand zweier exemplarisch behandelter europasoziologischer Ansätze, dem Zentrum-Peripherie-Modell von Gerold Ambrosius und dem Modell Transnationaler Kommunikationsräume Klaus Eders, soll ein im Wandel begriffenes Europa auf seine „Gesellschaftsfähigkeit“ untersucht werden. Beide Ansätze werden zunächst erläutert und dann anhand des Zwei-Faktoren-Modells auf ihre integrationstechnische Wirkung untersucht. Abschließend werde ich zusammenfassen, welche Implikationen sich daraus bezüglich der Existenz oder Entstehung einer europäischen Gesellschaft ergeben.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zum Begriff der Gesellschaft

III. Heuristisches Modell der Zwei-Faktoren-Analyse nach Herzberg

IV. Zentrum-Peripherie-Ansatz nach Gerold Ambrosius

V. Zentrum-Peripherie als Dissatisfaktor

VI. Modell der Transnationalen Kommunikationsräume nach Klaus Eder

VII. Erinnerungskommunikation als Satisfaktor

VIII. Schlussfolgerungen und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage nach der Existenz einer europäischen Gesellschaft unter Anwendung des Zwei-Faktoren-Modells nach Frederick Herzberg. Ziel ist es zu analysieren, warum Integrationsmechanismen, die Unterschiede abbauen, nicht zwangsläufig zur Identitätsbildung beitragen, und welche Rolle der Aufbau echter Gemeinsamkeiten dabei spielt.

  • Analyse des Begriffs der europäischen Gesellschaft aus soziologischer Sicht.
  • Anwendung des Zwei-Faktoren-Modells (Satisfaktoren vs. Dissatisfaktoren) auf Integrationsprozesse.
  • Untersuchung des Zentrum-Peripherie-Ansatzes von Gerold Ambrosius als Dissatisfaktor.
  • Untersuchung von Klaus Eders Modell der transnationalen Kommunikationsräume als Satisfaktor.
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen der Reduktion von Ungleichheiten und dem Aufbau einer kollektiven Identität.

Auszug aus dem Buch

III. Das Zwei-Faktoren-Modell nach Frederick Herzberg

Dieses überraschende Phänomen lässt sich anhand Frederick Herzbergs Zwei-Faktoren Modells erklären. Der Psychologe Herzberg wies darauf hin, dass für die negative Wahrnehmung eines Phänomens oft andere Faktoren ausschlaggebend sind als für dessen positive Wahrnehmung (vgl. Herzberg 1966, S. 15-38). Die Faktoren, die dazu führen, dass man ein Phänomen negativ wahrnimmt, bezeichnet er dabei als Dissatisfaktoren. Jene Faktoren hingegen, die zur positiven Wahrnehmung beitragen, nennt er Satisfaktoren.

Bezogen auf den Euro zeigt sich, dass dieser sich als typischer Dissatisfaktor konzipieren lässt. Seine Einführung hat zwar zum Abbau von Unterschieden geführt. Als Gemeinsamkeit wurde er jedoch kaum wahrgenommen. Entsprechend seiner Wirkungsweise als Dissatisfaktor kam ihm daher keinerlei gesellschaftliche Integrationskraft zu.

Einen strukturell ähnlichen integrationstheoretischen Zugang verwendet Fritz Scharpf, wenn er von „negativer“ und „positiver“ Integration spricht (vgl. Scharpf 1999, S. 47-80). Unter negativer Integration versteht er die Beseitigung von abweichenden, nationalen Regulierungen. Positive Integration hingegen ziele auf die Schaffung neuer europaweiter Regulierungen ab. Mit Hilfe dieser Unterscheidung stellt Scharpf fest, dass die EU dazu tendiert, negative Integration weitaus stärker voranzutreiben als positive Integration. Der Grund dafür liege in der legislativen Struktur der Europäischen Union. Es sei deutlich leichter für Mitgliedsstaaten die Einführung neuer Regelungen zu verhindern als sich gegen die Aufhebung nationaler Regelungen zu wehren. Daher sei „die institutionelle Kapazität zur Realisierung der negativen Integration größer (...) als die Fähigkeit zur positiven Integration“ (Scharpf 1999, S. 52).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Problematik der „europäischen Gesellschaft“ und Darlegung der zentralen Forschungsfrage mittels Herzbergs Zwei-Faktoren-Modell.

II. Zum Begriff der Gesellschaft: Definition des Gesellschaftsbegriffs im europäischen Kontext, basierend auf Klaus Eders Verständnis eines Interessen-, Herrschafts- und Erinnerungszusammenhangs.

III. Heuristisches Modell der Zwei-Faktoren-Analyse nach Herzberg: Erläuterung der Theorie von Herzberg und deren Übertragung auf Integrationsprozesse durch Unterscheidung zwischen Satisfaktoren und Dissatisfaktoren.

IV. Zentrum-Peripherie-Ansatz nach Gerold Ambrosius: Beschreibung der ökonomischen Gravitationsräume in Europa und der bestehenden sozioökonomischen Disparitäten zwischen den Regionen.

V. Zentrum-Peripherie als Dissatisfaktor: Anwendung des Modells auf das Zentrum-Peripherie-Verhältnis, um zu zeigen, dass der Abbau ökonomischer Unterschiede lediglich Dissatisfaktoren neutralisiert, aber keine positive Integration erzeugt.

VI. Modell der Transnationalen Kommunikationsräume nach Klaus Eder: Analyse der gesellschaftskonstituierenden Sphären: Interessen-, politische und Erinnerungskommunikation.

VII. Erinnerungskommunikation als Satisfaktor: Untersuchung des Potenzials der Erinnerungskommunikation zur Bildung eines kollektiven europäischen Gedächtnisses und somit zur Stärkung der europäischen Identität.

VIII. Schlussfolgerungen und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung langfristiger evolutionärer Prozesse für die europäische Einigung.

Schlüsselwörter

Europäische Gesellschaft, Soziologie, Zwei-Faktoren-Modell, Frederick Herzberg, Zentrum-Peripherie-Modell, Transnationale Kommunikationsräume, Klaus Eder, Negative Integration, Positive Integration, Erinnerungskommunikation, Europäische Integration, Identitätsbildung, Sozioökonomische Disparitäten, Kohäsionspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische Frage, ob man von einer „europäischen Gesellschaft“ sprechen kann, indem sie die Mechanismen der europäischen Einigung kritisch hinterfragt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die europäische Integration, sozioökonomische Ungleichheiten, die Bedeutung von Kommunikation für gesellschaftliche Kohäsion und die Frage nach europäischer Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu belegen, dass der derzeitige Fokus auf den Abbau von Unterschieden (negative Integration) nicht zur Entstehung einer europäischen Gesellschaft führt, da dafür der Aufbau positiver Gemeinsamkeiten notwendig wäre.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt das heuristische Zwei-Faktoren-Modell von Frederick Herzberg, um verschiedene europasoziologische Ansätze (Ambrosius und Eder) zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das ökonomische Zentrum-Peripherie-Modell und Eders Konzept der transnationalen Kommunikationsräume analysiert und anhand des Zwei-Faktoren-Modells auf ihre Integrationswirkung untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie europäische Gesellschaft, Integrationsprozess, Herzbergs Zwei-Faktoren-Modell, Satisfaktoren, Dissatisfaktoren und transnationale Identität.

Warum wird der Euro in der Arbeit als Dissatisfaktor bezeichnet?

Der Euro hat zwar regulatorische Unterschiede abgebaut, wurde jedoch von den Bürgern eher als Selbstverständlichkeit und nicht als stärkendes gemeinsames Identitätsmerkmal wahrgenommen.

Welche Rolle spielt die Erinnerungskommunikation für die europäische Identität?

Eder sieht in der Erinnerungskommunikation einen potenziellen Satisfaktor, da durch die Schaffung eines gemeinsamen kollektiven Gedächtnisses eine „Verantwortungsgemeinschaft“ entstehen könnte.

Inwiefern beeinflusst das Prinzip der Freiwilligkeit die europäische Integration?

Das Prinzip der Freiwilligkeit begünstigt den Abbau von Unterschieden, hemmt jedoch die künstliche Forcierung von neuen, echten Gemeinsamkeiten, die für eine Identitätsbildung notwendig wären.

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Details

Title
Gibt es eine Europäische Gesellschaft?
Subtitle
Zwei-Faktoren-Analyse anhand der Ansätze von Gerold Ambrosius und Klaus Eder
College
University of Passau  (Lehrstuhl fuer Soziologie)
Course
Gibt es eine europaeische Gesellschaft?
Grade
1,0
Author
M.A. Candidate Robin Koepke (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V117525
ISBN (eBook)
9783640199921
ISBN (Book)
9783640205721
Language
German
Tags
Gibt Europaeische Gesellschaft Gibt Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Candidate Robin Koepke (Author), 2008, Gibt es eine Europäische Gesellschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117525
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