Diese Arbeit soll die Frage beantworten, was besser gemacht werden kann, damit ein Test wissenschaftlich fundiert und interpretiert werden kann.
Zuerst beschäftigt sich diese Arbeit mit der Theorie in Kapitel 2-4 (Teststandards, Reliabilität und Testwertinterpretation) und anschließend werden die Inhalte an einem Praxisbeispiel in Kapitel 5 verdeutlicht. Kapitel 6 und 7 runden diese Arbeit mit einer Diskussion zu den Teststandards und der Testwertinterpretation sowie mit einem Fazit und Ausblick ab.
Fragebögen und Tests sind wichtige Konstrukte, um die Meinungen und Leistungen eines Menschen zu erfassen. Kritisch wird es allerdings, wenn diese Tests nicht wissenschaftlich sind. Beispielweise möchte ein Testanwender oder eine Testanwenderin einen Rechentest verwenden, um die Rechenfähigkeit von einem Schüler oder einer Schülerin zu erfassen. Dieser Test ist nun allerdings sehr schlecht erstellt worden, die Items machen eher Aussagen über die Konzentrationsfähigkeit als über die Rechenfähigkeit (Validität), bei mehrfacher Messung des Tests kommen deutlich unterschiedliche Ergebnisse raus, sodass angenommen werden muss, dass der Test einen deutlichen Messfehler hat (Reliabilität) und aufgrund dessen, dass ein Testmanual fehlt, weiß der Testanwender oder die Testanwenderin nicht wie er oder sie den Test bewerten soll (Objektivität). Das sind gerade einmal die Probleme der Hauptgütekriterien, aber es können auch noch mehr Probleme auftreten. So können die Fragen schlecht erstellt sein, indem entweder die Schwierigkeit zu leicht ist und deshalb alle gut abschneiden oder zu schwer sein, indem alle schlecht abschneiden. Auch durch Multiple-Choice-Fragen können die Schüler und Schülerinnen raten, anstatt zu rechnen. Aber selbst, wenn ein Test wissenschaftlich gut ist, muss der Testanwender oder die Testanwenderin wissen, wie er oder sie den Test interpretieren soll. Dazu ist es wichtig die Norm oder die Kriterien richtig zu definieren und die passende Methode zu verwenden, damit die Ergebnisse überhaupt brauchbar sein können. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Teststandards
- Standards für die Testentwicklung im Allgemeinem
- Teststandards beim pädagogischen Test
- Qualitätsbeurteilung von Tests
- Reliabilität
- Retest-Reliabilität
- Paralleltest-Reliabilität
- Split-Half-Reliabilität
- Testwertinterpretation
- Kriteriumsorientierte Testwertinterpretation
- Normorientierte Testwertinterpretation
- Prozentrangwerte
- Praxisbeispiel: Rechentest
- Teststandards
- Reliabilität
- Testwertinterpretation und Prozentränge
- Zusammenfassung
- Diskussion
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Fundierung und Interpretation von Tests, insbesondere im Kontext von Rechentests. Sie beleuchtet die wichtigsten Teststandards, die für die Entwicklung und Anwendung von Tests relevant sind, sowie verschiedene Methoden zur Interpretation von Testergebnissen.
- Die Bedeutung von Teststandards für die Qualität und Aussagekraft von Tests
- Die verschiedenen Aspekte der Reliabilität, einschließlich Retest-, Paralleltest- und Split-Half-Reliabilität
- Methoden der Testwertinterpretation, insbesondere kriteriumsorientierte und normorientierte Interpretation
- Die Anwendung von Teststandards und Interpretationsmethoden im Praxisbeispiel eines Rechentests
- Die Bedeutung einer wissenschaftlich fundierten Interpretation von Testergebnissen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Thematik von Teststandards und Testwertinterpretation, wobei die Bedeutung wissenschaftlicher Fundierung von Tests betont wird. Im zweiten Kapitel werden die Teststandards im Allgemeinen und speziell für pädagogische Tests erläutert, sowie die Qualitätsbeurteilung von Tests behandelt. Kapitel 3 befasst sich mit der Reliabilität von Tests und stellt die drei wichtigsten Methoden zur Messung der Reliabilität vor. Kapitel 4 beleuchtet die Interpretation von Testergebnissen, wobei sowohl normorientierte als auch kriteriumsorientierte Interpretationsmethoden sowie die Verwendung von Prozenträngen vorgestellt werden. In Kapitel 5 werden die theoretischen Inhalte anhand eines Praxisbeispiels, dem Rechentest, dargestellt. Hier werden konkrete Empfehlungen für die Entwicklung und Interpretation eines Rechentests gegeben.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Teststandards, Testwertinterpretation, Reliabilität, Kriteriumsorientierte Testwertinterpretation, Normorientierte Testwertinterpretation, Prozentränge und Rechentests.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hauptgütekriterien eines wissenschaftlichen Tests?
Die drei Hauptgütekriterien sind Objektivität (Unabhängigkeit vom Prüfer), Reliabilität (Zuverlässigkeit der Messung) und Validität (Gültigkeit: misst der Test, was er messen soll?).
Was ist der Unterschied zwischen norm- und kriteriumsorientierter Interpretation?
Normorientiert vergleicht das Ergebnis mit einer Bezugsgruppe (z.B. Durchschnitt der Klasse), während kriteriumsorientiert das Erreichen eines festen Lernziels bewertet.
Was sagt ein Prozentrangwert aus?
Ein Prozentrang gibt an, wie viel Prozent der Bezugsgruppe ein gleiches oder schlechteres Ergebnis erzielt haben (z.B. Prozentrang 80 bedeutet, man ist besser als 80% der Teilnehmer).
Warum ist die Reliabilität bei Rechentests so wichtig?
Eine niedrige Reliabilität bedeutet einen hohen Messfehler. Das Ergebnis wäre dann Zufall und keine verlässliche Aussage über die Rechenfähigkeit des Schülers.
Wie können Multiple-Choice-Fragen einen Test verfälschen?
Durch Ratewahrscheinlichkeit können Schüler richtige Antworten geben, ohne die eigentliche Rechenoperation zu beherrschen, was die Validität des Tests senkt.
- Quote paper
- Denis Pyttel (Author), 2022, Teststandards und Testwertinterpretation für einen Rechentest, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1175864