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Fernhandelsstraßen im Mittelalter im Gebiet der Lausitz

Title: Fernhandelsstraßen im Mittelalter im Gebiet der Lausitz

Seminar Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Paul Rosen (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Thema der vorliegenden Arbeit ist es, die Bedeutung der Fernhandelsstraßen im Mittelalter für die einzelnen Interessenparteien darzustellen. Dabei soll versucht werden, als zentrale Fragestellung herauszuarbeiten, inwieweit es dem Regierenden möglich war, durch Straßensicherungsmaßnahmen in das Leben auf und rund um die Straßen einzugreifen. Schließlich wird es noch notwendig werden, die Situation, die auf den Straßen vorherrschte, zu kennzeichnen. Dabei wird sich ein Bild herausstellen, was für viele Handelsstraßen im gesamten Heiligen Römischen Reich deutscher Nation seine Gültigkeit besessen hat. Um den Bogen passend zum Seminarthema spannen zu können, liegt die Konzentration bei der Wahl der Beispiele sowie der Quellentexte auf dem Gebiet der Lausitz.Um in das Thema einzuleiten, möchte ich mich zuerst mit dem Begriff Straße auseinandersetzen.Da wäre zu klären, was überhaupt unter einer Straße zu verstehen war? Weiterhin wäre zu fragen, wer für die bestehenden Straßen verantwortlich war, bzw. wem sie gehörten? Auch wäre es interessant herauszufinden, wie neue Straßenzüge entstanden sind, bzw. welche Voraussetzungen dazu nötig waren, dass es dazu kam? Eng damit hängt die Frage zusammen, wer überhaupt ein Interesse an einer Straße gehabt haben könnte und weshalb, bzw. welche Vorteile eine Straße für wen mit sich brachte? Schließlich will ich versuchen, in diesem Zusammenhang noch die Pflichten, die mit einer Straße verbunden waren, aufzuzeigen. Auch ist es unumgänglich, sich mit dem Thema Sicherheit auf den Straßen zu beschäftigen und den in diesem Zusammenhang auftretenen Begriff des Straßenschutzes aufzuwerfen. Dabei wird es einerseits im ersten Teil zum Thema „Zustand der Straßen“ eine Beschäftigung mit dem Straßenschutz geben. Zusätzlich wird in einem gesonderten Abschnitt die Frage der Wegelagerei behandelt. Letztendlich drängt sich dann noch die Frage auf, die die fiskalischen Zwänge der Straßenbenutzer miteinschließt. Die entscheidenen Fragen lauten, wie sinnvoll diese waren, d.h. wie viel die Steuern dazu beigetragen haben, dass die Reise auf den Straßen sicherer und angenehmer wurde. Zum Abschluß der Arbeit werden dann in einer Schlußbetrachtung die gesammelten Erkenntnisse zusammengetragen und die anfangs gestellten Fragen noch einmal kurz beantwortet, indem die Ergebnisse präsentiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Straße

2.1 Definition des Begriffes Straße

3. Die wirtschaftliche und politische Bedeutung der Straße

3.1. Die Rolle der Straße

3.2 Straßensicherungspolitik

3.2.1 Straßenzwang

3.2.2 Straßenschutz

3.3 Fiskalische Abgaben

4. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Fernhandelsstraßen im mittelalterlichen Raum der Niederlausitz. Dabei liegt der Fokus auf der zentralen Fragestellung, inwieweit politische Akteure durch gezielte Straßensicherungsmaßnahmen und rechtliche Rahmenbedingungen Einfluss auf den Handel und das Leben rund um die Handelswege nehmen konnten.

  • Strukturen des mittelalterlichen Straßenwesens und deren historische Einordnung
  • Die Rolle zentraler politischer Akteure wie Karl IV. und der Städte
  • Rechtliche Instrumente zur Straßensicherung, insbesondere Straßenzwang und Straßenschutz
  • Die fiskalische Bedeutung von Handelswegen und deren Einfluss auf die Machtpolitik der Landesherren

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Straßenzwang

Als erstes gilt es den Begriff Straßenzwang zu definieren.

Straßenzwang bedeutete, dass eine bestimmte Straßenführung vom Landesherren zur Benutzung vorgeschrieben wurde21. Dabei spielte es keine Rolle, ob es für die zu bewältigende Strecke noch eine weitere Straßenführung gab, die z.B. kürzer war, oder besser zu befahren, oder für die die Zollabgaben geringer waren. Es durfte dann nur noch die vorbestimmte Straße benutzt werden.

Der Sinn in dieser Maßnahme lag in der gezielten Förderung von einzelnen Routen gegenüber anderen, sowie in einer Kontrolle der fiskalischen Abgaben.

Erwähnung fand der Straßenzwang bereits 1232 in den statutum in favorem principum, in der es heißt: „ Item strate antique non declinentur nisi de transeuncium voluntate.“(“§ 4“)22. Dieses Statut untersagte das ausüben eines Straßenzwang, was zweifelsohne darauf hinweist, dass es diesen schon gegeben haben muß. Auch wird ein Verbot der Ausübung des Straßenzwanges im Mainzer Reichslandfriede von 1235 festgehalten, im „§ 10“:“ Precipimus autem omnes stratas publicas observari et coactas stratas omnino cessare.“23. Bereits 1236 wird der Straßenzwang erneut Thema der Politik mit dem Reichsspruch:“quod non licet alicui prohibere hominibus nec revocare eos a strata publica, quin vadant ad forum, ubi possint sua comoda exercere.“24. Das häufige auftreten der neuerlassenen Gesetze zum Thema des Straßenzwanges lassen den Schluß zu, das dieser immer häufiger von den Landesherren unterwandert wurde. Nach dem Übergang des Regals der Straßennutzung vom König an die Landesherren25, begann sich nun der Straßenzwang immer stärker durchzusetzen, und wurde schließlich im gesamten Reich praktiziert. Um den Straßenzwang nun zu verdeutlichen werden nun einige Beispiele aus den Handlungen Karl IV. im Raum der Niederlausitz angeführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des Einflusses politischer Akteure auf die Fernhandelsstraßen des Mittelalters unter besonderer Berücksichtigung der Niederlausitz.

2. Die Straße: Definition des Straßenbegriffs und historischer Abriss der Entwicklung des Straßennetzes von der Antike bis zum Wiederaufleben des Handels im Mittelalter.

3. Die wirtschaftliche und politische Bedeutung der Straße: Analyse der Interessen von Herrschern und Städten an Handelswegen sowie der Rechtsnormen Straßenzwang, Straßenschutz und Zollerhebung.

4. Schlußbetrachtung: Zusammenfassung der Erkenntnisse über die Interessenkonstellationen zwischen Karl IV., den Städten und den Straßenbesitzern sowie ein Vergleich mit modernen Infrastruktursystemen.

Schlüsselwörter

Fernhandelsstraßen, Mittelalter, Niederlausitz, Karl IV., Straßenzwang, Straßenschutz, Handelswege, Zollabgaben, Landesherren, Sechsstädtebund, Wegelagerei, Rechtsgeschichte, Infrastruktur, Verkehrsführung, Privilegien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Rolle und Bedeutung von Fernhandelsstraßen in der mittelalterlichen Niederlausitz sowie die Versuche der Landesherren, diese durch rechtliche Maßnahmen zu kontrollieren.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit bearbeitet?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Infrastruktur, den Interessen von Städten und Adligen an Handelswegen sowie den staatlichen Eingriffen durch Zölle und Sicherungsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Regierende durch Straßensicherungsmaßnahmen in das Leben auf den Fernhandelswegen eingreifen konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenorientierten historischen Untersuchung, wobei zahlreiche Urkunden und zeitgenössische Dokumente analysiert werden, um die rechtliche und wirtschaftliche Praxis zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Begriffe Straßenzwang, Straßenschutz und fiskalische Abgaben und setzt diese in Bezug zu konkreten politischen Handlungen des 14. Jahrhunderts, insbesondere unter Kaiser Karl IV.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Fernhandelsstraßen, Niederlausitz, Karl IV., Straßenzwang, Straßenschutz und die Interaktion zwischen politischer Macht und ökonomischer Infrastruktur.

Welche Rolle spielte die Burg Karlsfried in diesem Kontext?

Die Burg diente als ein exemplarisches Instrument der Machtausübung, von dem aus der Straßenzwang überwacht, der Schutz der Reisenden gewährleistet und Zölle eingestrichen wurden.

Warum war der "Straßenzwang" für Landesherren von so großer Bedeutung?

Er diente der gezielten Förderung spezifischer Handelsrouten und ermöglichte eine effektivere Kontrolle der fiskalischen Einnahmen durch Zölle.

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Details

Title
Fernhandelsstraßen im Mittelalter im Gebiet der Lausitz
College
Humboldt-University of Berlin
Course
Wettiner – Wittelsbacher – Luxemburger Niederschlag politischer Konflikte des 14. Jahrhunderts im historischen Raum der Niederlausitz.
Grade
1,5
Author
Paul Rosen (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V117607
ISBN (eBook)
9783640210237
ISBN (Book)
9783640210336
Language
German
Tags
Fernhandelsstraßen Mittelalter Gebiet Lausitz Wettiner Wittelsbacher Luxemburger Niederschlag Konflikte Jahrhunderts Raum Niederlausitz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Paul Rosen (Author), 2003, Fernhandelsstraßen im Mittelalter im Gebiet der Lausitz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117607
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