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Vertikale und horizontale Verhaltensanalysen. Zur Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Störungen

Titel: Vertikale und horizontale Verhaltensanalysen. Zur Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Störungen

Hausarbeit , 2022 , 47 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Daline Ostermaier (Autor:in)

Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Arbeit soll auf Basis eines Fallbeispiels die Vorgehensweise bei den vertikalen und horizontalen Verhaltensanalysen veranschaulicht werden. Das zentrale Ziel ist dabei die Erarbeitung eines individuellen Erklärungsmodells für die depressive Störung des Patienten Herrn O. Zu Beginn der Arbeit erfolgt eine Einführung in die theoretischen und empirischen Grundlagen zum Thema Depressionen. Es wird zunächst erläutert, wie depressive Störungen in Erscheinung treten und wie die Verteilung in der Bevölkerung aussieht. Ergänzend werden die Aspekte Geschlechtsunterschiede, Risikofaktoren sowie Komorbidität angeschnitten. Schließlich werden beispielhaft relevante ätiologische Modelle vorgestellt, bevor der Theorieteil mit einer kurzen Zusammenfassung abgerundet wird.

Im Anwendungsteil dieser Arbeit erfolgt, unter Berücksichtigung der biografischen Anamnese des Herrn O., eine vertikale Verhaltensanalyse. Die Ergebnisse der Untersuchungen auf Makroebene fließen in ein individuelles, integratives Erklärungsmodell ein, welches in Form einer Grafik veranschaulicht wird. Im nächsten Schritt werden u. a. diese Informationen genutzt, um eine ausführliche SORC-Analyse für ein bestimmtes Problemverhalten des Herrn O. durchzuführen (Mikroanalyse). Im letzten Kapitel des Anwendungsteils findet eine Zusammenführung der bisherigen Ergebnisse im Rahmen einer Fallkonzeptualisierung statt. Dabei werden außerdem Ansatzpunkte bezüglich der Behandlungsplanung aufgezeigt. In der darauffolgenden Diskussion wird schließlich das Vorgehen im Rahmen dieser Arbeit kritisch hinterfragt sowie Möglichkeiten zur Prävention von Depressionen diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Depressive Störungen

2.1 Klassifikation und Symptomatik

2.2 Epidemiologie

2.2.1 Prävalenz

2.2.2 Sozioökonomische Risikofaktoren und Komorbidität

2.3 Ätiologie

2.4 Zusammenfassung des Theorieteils

3. Verhaltensanalyse am Fallbeispiel

3.1 Einführung in das Fallbeispiel

3.2 Makroanalyse (vertikale Verhaltensanalyse)

3.2.1 Prädisponierende Faktoren in der Biografie

3.2.2 Auslösende und aufrechterhaltende Faktoren im Störungsverlauf

3.3 Mikroanalyse nach dem SORC-Modell

3.4 Fallkonzeptualisierung und Therapieplanung

4. Diskussion

4.1 Kritische Reflexion

4.2 Empfehlungen zur Prävention

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der detaillierten Verhaltensanalyse eines fiktiven Patienten, um die Mechanismen der Entstehung und Aufrechterhaltung einer depressiven Störung zu durchleuchten. Das zentrale Ziel besteht darin, auf Basis theoretischer Grundlagen ein individuelles biopsychosoziales Erklärungsmodell zu entwickeln und konkrete Ansatzpunkte für eine effektive Therapieplanung abzuleiten.

  • Grundlagen und Klassifikation depressiver Störungen
  • Biopsychosoziale Ätiologiemodelle bei Depressionen
  • Vertikale Verhaltensanalyse (Makroanalyse) von Prädispositionen und Störungsverlauf
  • Horizontale Verhaltensanalyse (Mikroanalyse) mittels SORC-Modell
  • Fallkonzeptualisierung, Behandlungsplanung und Präventionsstrategien

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Prädisponierende Faktoren in der Biografie

Aus den biografischen Schilderungen des Herrn O. geht hervor, dass insbesondere das familiäre Umfeld eine zentrale Rolle bei der Entstehung der individuellen Vulnerabilität spielt. Die Eigenschaften beider Elternteile sowie deren Erziehungs- und Bindungsverhalten haben eine prägende Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung, die Wertebildung sowie die Entstehung von sog. kognitiven Schemata. Konkret zu beleuchten sind hierzu in der Familie vorgelebte Normen und Werte (z. B. stetige Pflichterfüllung), prägende Erziehungsmethoden (z. B. „Psychoterror“) sowie die Erfüllung bzw. Verletzung der wichtigsten psychischen Grundbedürfnisse des Patienten (z. B. Bindung). Bei der folgenden lernpsychologischen Betrachtung der genannten Themenkomplexe sind psychische und soziale Faktoren eng miteinander verflochten. Auf biologischer Ebene, sind u. a. eine gestörte Stresshormonregulation zu vermuten, jedoch soll aufgrund der gegebenen Informationsbasis der Fokus klar auf dem psychosozialen Wirkungsgeflecht liegen.

Bestimmte Persönlichkeitstendenzen und Grundüberzeugungen des Patienten, die als prädisponierende Faktoren gesehen werden können, spiegeln sich auch in den Eigenschaften der Eltern wider. Das geringe Selbstbewusstsein beider Elternteile, die Ordnungsliebe der Mutter sowie die pessimistische und penible Art des Vaters könnten sich im Zuge des Beobachtungslernens auf Herrn O. übertragen haben. Beispiele hierfür sind perfektionistische Tendenzen, eine pessimistische Einstellung bzw. die Neigung zum Katastrophisieren und ein geringer Selbstwert. Weitere relevante Komponenten des Beobachtungslernens sind die Werte und Normen, welche als Grundsätze zur Orientierung in der Familie dienten. Hohen Stellenwert hätten z. B. Sicherheitsdenken, Sparsamkeit, Durchhaltevermögen („Indianer kennen keinen Schmerz“), Pflichterfüllung und Anpassung („Wir sind die kleinen Leute“) gehabt. Diese Leitlinien zeichnen sich in Herrn O.‘s Verhalten auch im Erwachsenenalter ab: Er beschreibt sich selbst als extrem zielstrebig und hat übertriebene Leistungsansprüche an sich selbst. Laut dem kognitiven Modell der Depression von Beck spielen diese dysfunktionalen Grundeinstellungen außerdem eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Denkfehlern bzw. automatischen Gedanken („Ich bin ein Looser“). (Berking & Radkovsky, 2012, S. 37)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesundheitspolitische Relevanz von Depressionen und definiert das Ziel der Arbeit, ein individuelles Erklärungsmodell anhand eines Fallbeispiels zu erarbeiten.

2. Depressive Störungen: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen zu Klassifikation, Epidemiologie und Ätiologie sowie eine Zusammenfassung aktueller Forschungsstände.

3. Verhaltensanalyse am Fallbeispiel: Der Hauptteil umfasst die detaillierte vertikale und horizontale Verhaltensanalyse des Patienten Herrn O. sowie eine daraus abgeleitete Fallkonzeptualisierung inklusive Therapieplan.

4. Diskussion: Hier wird das methodische Vorgehen der Arbeit kritisch reflektiert und Möglichkeiten zur Prävention von Depressionen in unterschiedlichen Lebenskontexten werden erörtert.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen in der Diagnostik und Behandlung.

Schlüsselwörter

Depression, Verhaltensanalyse, Fallbeispiel, biopsychosoziales Modell, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Makroanalyse, Mikroanalyse, SORC-Modell, Therapieplanung, Prävention, psychische Störungen, Fallkonzeptualisierung, kognitives Modell, Lernpsychologie, psychische Grundbedürfnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen psychologischen Analyse einer depressiven Störung anhand eines konkreten Fallbeispiels eines Patienten namens Herrn O.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen depressiver Störungen, die Entstehung und Aufrechterhaltung durch ein biopsychosoziales Erklärungsmodell sowie die praktische Anwendung von Verhaltensanalysen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erarbeitung eines individuellen Erklärungsmodells für die Störung des Patienten, um daraus fundierte Ansätze für eine Therapieplanung abzuleiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es kommen die vertikale Verhaltensanalyse (Makroanalyse) zur Betrachtung biografischer Faktoren und die horizontale Verhaltensanalyse (Mikroanalyse) nach dem SORC-Modell zur Anwendung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt die Analyse des Fallbeispiels, unterteilt in die Einführung in das Fallbeispiel, die vertikale Makroanalyse, die Mikroanalyse mittels SORC-Modell sowie eine strukturierte Fallkonzeptualisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Depression, Verhaltensanalyse, Fallkonzeptualisierung, SORC-Modell, Ätiologie und therapeutische Behandlungsplanung.

Welche Rolle spielt die Biografie von Herrn O. für seine Störung?

Die Biografie zeigt, wie durch frühkindliche Prägungen (familiäre Werte wie Leistung und Anpassung) und erlernte Überlebensstrategien (Vermeidungsverhalten) eine psychische Vulnerabilität entstanden ist.

Wie erklärt die Arbeit das Vermeidungsverhalten von Herrn O.?

Vermeidung fungiert kurzfristig als Entlastung von Angst, führt aber langfristig zur Stabilisierung des Teufelskreises, da keine korrigierenden Erfahrungen gemacht werden und wichtige Bedürfnisse unerfüllt bleiben.

Warum wird im Rahmen der Therapie eine stationäre Aufnahme empfohlen?

Die stationäre Aufnahme soll den Patienten aus dem aktuell stressbelasteten Arbeitsumfeld herauslösen, um in einem neutralen Milieu erste Bewältigungsstrategien einzuüben.

Was betont das Fazit bezüglich der zukünftigen Behandlung?

Das Fazit hebt hervor, dass bei der Behandlung eine hohe Individualität und Flexibilität erforderlich ist, insbesondere um auch auf behandlungsresistente Patienten und komorbide Störungen angemessen einzugehen.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vertikale und horizontale Verhaltensanalysen. Zur Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Störungen
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,3
Autor
Daline Ostermaier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
47
Katalognummer
V1176111
ISBN (eBook)
9783346596956
ISBN (Buch)
9783346596963
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Depression depressive Störungen Makroanalyse Mikroanalyse Fallkonzeptualisierung Biopsychosoziales Modell Entstehungsgeschichte biografische Anamnese SORC-Analyse SORC-Modell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daline Ostermaier (Autor:in), 2022, Vertikale und horizontale Verhaltensanalysen. Zur Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Störungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1176111
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Leseprobe aus  47  Seiten
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