Die Arbeit mit dem Thema: Rechtsprobleme bei der Arbeitnehmerüberlassung, setzt sich mit dem Thema der Arbeitnehmerüberlassung auseinander. Erörtert wird die derzeitige wirtschaftliche Situation in Deutschland und das Verlangen nach Flexibilität in den Unternehmen. Flexibilität kann mit der Hilfe der Leiharbeit, wie die Arbeitnehmerüberlassung auch bezeichnet wird, erzeugt werden. Aufgezeigt werden neben der Begrifflichkeit an sich, die Abgrenzung zu anderen Vertragstypen, die Abgrenzung zur Arbeitsvermittlung und schwerpunktmäßig die einzelnen Voraussetzungen der Arbeitnehmerüberlassung nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der rechtlichen Betrachtung der Arbeitnehmerüberlassung. Die einzelnen Rechtsbeziehungen, Grundsätze des BetrVG und auch die in der Branche angewendeten Tarifverträge werden besprochen. Im Ergebnis werden die Chancen und Perspektiven unter Berücksichtigung der ganzen erörterten Komponenten aufgezeigt, die für die Arbeitnehmerüberlassung in den kommenden Jahren in Deutschland zu erwarten sind.
Arbeitnehmerüberlassung stellt in vielen Betrieben den Großteil der Personalbeschaffung dar, somit die Suche und Bereitstellung von Personalressourcen. Mit diesem Instrument soll die Deckung des Personalbedarfs, sei es Ersatz oder Neubedarf, gesichert werden. Die verschiedenen Möglichkeiten der Personalbeschaffung werden in Abhängigkeit der Nutzung des betrieblichen oder überbetrieblichen Arbeitsmarktes unterschieden. Arbeitnehmerüberlassung ist ein Instrument der flexiblen Personalplanung mit dem in Zeiten von Produktionsspitzen aber auch in konjunkturell schwächeren Zeiten kurzfristig reagiert werden kann. Der Vorteil für Unternehmen liegt vor allem in der Möglichkeit des zeitlich begrenzten Personaleinsatzes, ohne das Stammpersonal erweitern zu müssen. Einschränkungen für bestimmte Unternehmensbereiche bestehen nicht, bei mittel- und langfristigem Einsatz ist jedoch der höhere Kostenfaktor zu beachten.
Inhaltsverzeichnis
1 Ist-Zustand des Arbeitsmarkts in Deutschland
1.1 Situation der Arbeitskosten
1.2 Zunehmender Zwang der Flexibilisierung in der Arbeitswelt
1.3 Anpassungsfähige Beschäftigungsmodelle
1.4 Anpassungsfähigkeit durch Arbeitnehmerüberlassung
1.5 Arbeitnehmerüberlassung ein Wettbewerbsfaktor
2 Arbeitnehmerüberlassung
2.1 Begriffserklärung
2.1.1 Arbeitnehmerüberlassung: Ein Dreiecksverhältnis
2.1.2 Die beteiligten Personen im einzelnen
2.1.2.1 Arbeitgeber als Verleiher
2.1.2.2 Arbeitnehmer als Leiharbeitnehmer
2.1.2.3 Entleiher als Auftraggeber
2.1.3 Gleichbehandlungsgrundsatz
2.1.3.1 Inhalt und Funktion
2.1.3.2 Ausnahmetatbestände
2.2 Abgrenzung der Arbeitnehmerüberlassung zu anderen Vertragstypen
2.2.1 zum Werkvertrag
2.2.2 zum Dienstvertrag
2.2.3 zum Geschäftsbesorgungsvertrag
2.2.4 zum Dienstverschaffungsvertrag
2.3 Vermittlung von Arbeitnehmern
2.3.1 Arbeitsvermittlung
2.3.2 Abgrenzung
2.3.3 Verdacht von Arbeitsvermittlung
3 Gesetzliche Regelungen der Arbeitnehmerüberlassung
3.1 Beginn der Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland
3.2 Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz – AÜG
3.2.1 Geltungsbereich des AÜG
3.2.2 Aufgaben des AÜG
3.2.3 Rechtsverhältnisse des AÜG
3.2.3.1 Zwischen Verleiher und Entleiher (Überlassungsverhältnis)
3.2.3.2 Zwischen Verleiher und Leiharbeitnehmer (Leiharbeitsverhältnis)
3.2.3.3 Zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer (Beschäftigungsverhältnis)
3.3 Das AÜG, das Betriebsverfassungsgesetz und Tarifverträge
3.3.1 Die betriebverfassungsrechtliche Stellung im Verleiherbetrieb
3.3.2 Die betriebverfassungsrechtliche Stellung im Entleiherbetrieb
3.3.3 Tarifverträge und deren Auswirkung
4 Erlaubnisfreie Arbeitnehmerüberlassung
5 Illegale Arbeitnehmerüberlassung
6 Resümee – Chancen der Arbeitnehmerüberlassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland. Ziel ist es, die Komplexität des Dreiecksverhältnisses zwischen Verleiher, Entleiher und Leiharbeitnehmer sowie die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen und Abgrenzungsfragen zu bestehenden Vertragstypen zu analysieren.
- Rechtliche Grundlagen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG)
- Abgrenzung der Arbeitnehmerüberlassung zu Werk- und Dienstverträgen
- Bedeutung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Equal Pay/Equal Treatment)
- Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats bei Leiharbeit
- Risiken und Folgen illegaler Arbeitnehmerüberlassung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Arbeitnehmerüberlassung: Ein Dreiecksverhältnis
Die Arbeitnehmerüberlassung bildet in ihrer Form ein Dreiecksverhältnis, dass zwischen Verleiher, Leiharbeitnehmer und Entleiher begründet wird.
Abbildung 2 verdeutlicht, dass zwischen Verleiher und Leiharbeitnehmer ein Vertrag geschlossen wird. Dieser Vertrag beinhaltet alle arbeitsvertraglichen Rechte und Pflichten. Besonders deutlich wird auch, dass Entleiher und Leiharbeitnehmer gerade in keinem vertraglichen Verhältnis zu einander stehen. Es kommt zwischen ihnen vielmehr zu einem Beschäftigungsverhältnis, einem sog. Vertrag zugunsten Dritter, bei dem der Entleiher bestimmte Weisungsbefugnisse gegenüber dem Leiharbeitnehmer erhält und der Leiharbeitnehmer dem Entleiher seine Arbeitskraft schuldet.31
Da zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer kein Vertragsverhältnis zustande kommt, besteht der Vergütungsanspruch des Leiharbeitnehmers gegenüber dem Verleiher. Dieser bekommt im Gegenzug vom Entleiher eine vereinbarte Gebühr, die sog. Leihgebühr.32 Der zwischen Leiharbeitnehmer und Verleiher geschlossene Arbeitsvertrag unterliegt gesetzlichen Rahmenbedingungen des Arbeits-, Steuer- und Sozialrechts. Der Verleiher, der das vereinbarte Arbeitsentgelt zahlt, führt daher auch die anfallenden Steuern und Sozialabgaben ab. Für den Entleiher gilt hierbei, dass er sich versichern sollte, dass der Verleiher seinen diesbezüglichen Pflichten nachkommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ist-Zustand des Arbeitsmarkts in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet den hohen Kostendruck und den Flexibilisierungszwang auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
2 Arbeitnehmerüberlassung: Hier werden die vertraglichen Grundlagen und das Dreiecksverhältnis sowie die Abgrenzung zu anderen Vertragstypen definiert.
3 Gesetzliche Regelungen der Arbeitnehmerüberlassung: Eine detaillierte Analyse der Bestimmungen des AÜG sowie der Einflüsse des Betriebsverfassungsgesetzes.
4 Erlaubnisfreie Arbeitnehmerüberlassung: Untersuchung von Sonderformen, die unter spezifischen Bedingungen keiner speziellen Erlaubnis bedürfen.
5 Illegale Arbeitnehmerüberlassung: Darstellung der rechtlichen Folgen bei Verstößen gegen die AÜG-Vorgaben.
6 Resümee – Chancen der Arbeitnehmerüberlassung: Zusammenfassung der Bedeutung der Arbeitnehmerüberlassung als Instrument der modernen Personalpolitik.
Schlüsselwörter
Arbeitnehmerüberlassung, Leiharbeit, AÜG, Dreiecksverhältnis, Verleiher, Entleiher, Arbeitsvertrag, Gleichbehandlungsgrundsatz, Equal Pay, Personalbeschaffung, Flexibilisierung, Werkvertrag, Dienstvertrag, Betriebsverfassung, Tarifverträge
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Diplomarbeit befasst sich mit den rechtlichen Problemstellungen bei der Arbeitnehmerüberlassung, insbesondere mit dem AÜG und den vertraglichen Beziehungen im Dreiecksverhältnis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der Definition der Arbeitnehmerüberlassung stehen die Abgrenzung zu Werk- und Dienstverträgen, die Rolle des Betriebsrats sowie der Umgang mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte rechtliche Analyse des Beschäftigungsmodells Leiharbeit im Kontext des deutschen Arbeitsmarktes.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse, die sich auf Gesetzestexte, Kommentierungen und aktuelle Rechtsprechung stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Dreiecksverhältnis, die Rechtsfolgen bei illegaler Arbeitnehmerüberlassung sowie die betriebsverfassungsrechtliche Stellung der Leiharbeitnehmer erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arbeitnehmerüberlassung, AÜG, Equal Pay und betriebliche Flexibilisierung charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Werkvertrag und Arbeitnehmerüberlassung wichtig?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da bei einer Arbeitnehmerüberlassung strenge gesetzliche Auflagen (AÜG) gelten, die bei einem echten Werkvertrag nicht zwingend anwendbar sind.
Welche Konsequenzen hat die illegale Arbeitnehmerüberlassung für den Entleiher?
Die illegale Arbeitnehmerüberlassung führt zur Fiktion eines Arbeitsverhältnisses zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer und kann zudem Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten nach sich ziehen.
Welche Rolle spielt der Gleichbehandlungsgrundsatz für den Leiharbeitnehmer?
Der Grundsatz stellt sicher, dass Leiharbeitnehmer im Betrieb des Entleihers bei den wesentlichen Arbeitsbedingungen nicht schlechter gestellt werden als vergleichbare Stammarbeitnehmer.
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- Diplom Wirtschaftsjurist FH Lutz Gundlach (Author), 2007, Rechtsprobleme bei der Arbeitnehmerüberlassung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117649