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Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern

Darstellung und kritische Betrachtung früherer und heutiger Präventionsmaßnahmen

Title: Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern

Intermediate Diploma Thesis , 2006 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lydia Oesterwinter (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Sexueller Missbrauch ist heutzutage für viele Kinder eine alltägliche Erfahrung,
unabhängig von ihrer Schichtzugehörigkeit, ihres Alters oder ihres Geschlechts und damit keinesfalls ein Einzelschicksal.
Nachdem das Thema lange in der Öffentlichkeit tabuisiert wurde und nicht bekannt
war, wie hoch das Ausmaß und die Folgen sexuellen Missbrauchs tatsächlich sind,
gelang es Anfang der 1980er Jahre der Frauenbewegung, die Bevölkerung auf das
Problem aufmerksam zu machen.
Laut den Statistiken des Bundeskriminalamts wurden im Jahr 2005 13.962 Fälle von
sexuellem Missbrauch von Kindern (§§ 176, 176a, 176b StGB) erfasst, d.h. zur
Anzeige gebracht. Die Frage nach der tatsächlichen Anzahl sexuell missbrauchter
Kinder ist allerdings stark umstritten, zumal die Dunkelziffer in den veröffentlichten Zahlen unberücksichtigt bleibt und diese allein sehr hoch sein dürfte.
Zwar ist die Zahl sexueller Straftaten gegenüber den letzten Jahren wieder erheblich gesunken, doch ist sie immer noch eindeutig zu hoch. Darüber, dass die Anzahl solcher Straftaten reduziert werden muss, herrscht daher zweifelsohne Einigkeit.
Weitaus interessanter, jedoch auch stark umstritten, erscheint allerdings die Frage nach dem „wie“.
Die andauernden öffentlichen Diskussionen bezüglich dieser Frage durch Fachleute, Politiker und Medien weisen darauf hin, dass es auf diese keine eindeutige Antwort gibt und spiegelt somit die Verunsicherung der Bevölkerung in Bezug auf dieses Thema wider. Im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussionen für langfristige Reduktion sexuellen Missbrauchs stehen präventive Maßnahmen. Diese existieren zwar schon ebenso lange wie das Problem des sexuellen Missbrauchs selbst, jedoch haben sie im Laufe ihrer Entwicklung eine grundsätzliche Veränderung erfahren. Trotz dieser Veränderungen in die richtige Richtung, herrscht unter den Fachleuten weiterhin Uneinigkeit, wie optimale Prävention aussehen soll. Strittig dabei ist, wie und mit wem präventiv gearbeitet werden sollte.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Präventionsmaßnahmen mit Kindern
vorzustellen und die jeweilige Kritik daran genauer zu erläutern.
Als Einstieg in die Thematik werde ich mich zunächst den Begriffen „Sexueller
Missbrauch“ und „Prävention“ nähern und auf Probleme bei möglichen Definitionen dieser Begriffe eingehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sexueller Missbrauch

2.1 Definition

2.2 Formen des sexuellen Missbrauchs

2.3 Überblick zum Forschungsgegenstand „Sexueller Missbrauch“

3 Prävention

3.1 Definition

3.2 Formen der Prävention

4 Traditionelle Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch

4.1 Darstellung

4.2 Kritik

5 Weiterentwicklung der Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch - ein geschichtlicher Einblick

6 Heutige Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch an Kindern

6.1 Wesentliche Unterschiede zu früheren Präventionsmaßnahmen

6.2 Das Child Assault Prevention Project (CAPP) als Beispiel für ein

6.2.1 Entstehung

6.2.2 Ziel

6.2.3 Themen

6.2.4 Präventive Arbeit

6.2.5 Kritik

6.3 Heutige Präventionsarbeit mit Kindern

6.3.1 Inhalte

6.3.2 Ziele

6.3.3 Rahmenbedingungen

6.3.4 Wirksamkeit der Präventionsprogramme

6.3.5 Kritik an heutigen Präventionsmaßnahmen

6.3.6 Folgerungen für eine Weiterentwicklung

7 Schlusswort und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der Arbeit ist es, die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch an Kindern kritisch zu beleuchten und den Übergang von veralteten Abschreckungsstrategien hin zu heutigen Empowerment-Ansätzen zu analysieren. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie effektiv aktuelle Programme sind und welche Herausforderungen in der Umsetzung bestehen.

  • Historische Betrachtung der Präventionsarbeit
  • Kritische Analyse traditioneller „Abschreckungsprävention“
  • Empowerment-Konzept am Beispiel des „Child Assault Prevention Project“ (CAPP)
  • Bedeutung der Rahmenbedingungen und der Sexualaufklärung
  • Wirksamkeit und Evaluationsmethodik aktueller Programme

Auszug aus dem Buch

4.2 Kritik

Übergreifend lässt sich sagen, dass die Kinder durch die früheren, traditionellen Präventionsmaßnahmen weder Schutz noch Hilfe erfahren haben.

Alle die im Vorausgegangenen beschriebenen Bemühungen führten zu dem Gegenteil von dem, was sie bewirken sollten: Anstatt die Kinder zu selbstbewussten, autonomen, handlungsfähigen Personen zu erziehen, wurde ihr Selbstbewusstsein geschwächt, ihre Wehr- und Rechtlosigkeit wurde dafür umso mehr gestärkt, die Kinder wurden verängstigt, verunsichert, handlungsunfähig gemacht und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt (Gies 1995, S. 57).

Im Einzelnen werden folgende Aspekte kritisiert: Den Kindern wurden Informationen über sexuellen Missbrauch gegeben, die nicht der Wahrheit entsprachen, sondern falsch, unvollständig sowie angsterzeugend waren (Koch & Kruck 2000, S.35).

Dadurch, dass die Kinder lediglich vor dem „bösen Fremden“ gewarnt wurden, konnte schnell der Eindruck entstehen, dass sie in ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis sicher sind und es dort keinen sexuellen Missbrauch gibt (Braun & Enders 1995, zit. n. Koch & Kruck 2000, S. 35). Fey (1989) betont die Fatalität solcher Fehlinformationen: Nur 10% aller sexueller Straftaten erfolgen, wie bereits erwähnt, durch fremde Personen (S.198). Zusätzlich geraten die Kinder in Gefahr, bei Übergriffen von Personen aus ihrem sozialen Nahfeld die Schuld bei sich selbst zu suchen und in den Glauben zu verfallen, diese Erwachsenen hätten das Recht dazu, über ihren Körper bestimmen zu dürfen (Koch & Kruck 2000, S.35).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Relevanz des sexuellen Missbrauchs von Kindern und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie den Aufbau der Argumentation vor.

2 Sexueller Missbrauch: Dieses Kapitel definiert den Begriff des sexuellen Missbrauchs, erläutert verschiedene Formen und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Ausmaß, Täterschaft und Folgen.

3 Prävention: Hier werden der Begriff der Prävention sowie die drei Grundformen (primär, sekundär, tertiär) theoretisch verortet.

4 Traditionelle Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch: Dieser Abschnitt stellt historische, primär auf Abschreckung basierende Maßnahmen vor und übt daran fundamentale Kritik hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung.

5 Weiterentwicklung der Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch - ein geschichtlicher Einblick: Das Kapitel beschreibt die historischen Anfänge der modernen Präventionsarbeit Ende der 70er Jahre in den USA.

6 Heutige Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch an Kindern: Der Hauptteil analysiert aktuelle Ansätze, insbesondere das CAPP-Projekt, zentrale Inhalte der modernen Arbeit, Rahmenbedingungen und eine kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeitsforschung.

7 Schlusswort und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Wandels zusammen und betont, dass Prävention trotz erkennbarer Fortschritte ein fortlaufender, anspruchsvoller Prozess bleibt.

Schlüsselwörter

Sexueller Missbrauch, Prävention, Kinder, Empowerment, CAPP, Sexualaufklärung, Opferprävention, Abschreckungsprävention, Kinderschutz, Täterstrategien, Selbstbestimmung, Evaluationsstudien, Intervention, Beratung, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung von Präventionskonzepten gegen sexuellen Missbrauch bei Kindern, von den historischen Ansätzen bis zur heutigen Praxis in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Kritik an traditioneller Abschreckungsprävention, das Empowerment-Konzept, die Rolle der Sexualaufklärung, die Wirksamkeit von Präventionsprogrammen und notwendige gesellschaftliche Rahmenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Konzepte vorzustellen, kritisch zu hinterfragen und aufzuzeigen, wie Präventionsarbeit die Persönlichkeit von Kindern stärken kann, anstatt sie durch irreführende Ängste zu belasten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen, Evaluationsstudien und fachwissenschaftliche Diskurse zur Prävention synthetisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich intensiv dem „Child Assault Prevention Project“ (CAPP) als Vorbild, analysiert aktuelle Inhalte der Präventionsarbeit mit Kindern und reflektiert die Wirksamkeit sowie methodische Probleme der aktuellen Forschung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind: Sexueller Missbrauch, Prävention, Empowerment, Kinderschutz, Sexualaufklärung und Täterstrategien.

Warum wird das traditionelle Konzept der Abschreckungsprävention so scharf kritisiert?

Die Kritik basiert darauf, dass alte Ansätze Kinder primär vor „fremden Tätern“ warnten, was das tatsächliche Risiko durch das soziale Nahumfeld verschleierte und bei Kindern Schuldgefühle sowie Angstzustände förderte.

Welches Kernproblem adressiert das Empowerment-Konzept?

Das Konzept versucht, statt Angst zu schüren, die Autonomie und das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken, damit sie ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung aktiv einfordern können.

Was ist die zentrale Schlussfolgerung hinsichtlich der Wirksamkeit heutiger Programme?

Die Programme sind zwar erfolgreich in der Wissensvermittlung und der Aufdeckung von Missbrauch (sekundäre Prävention), können jedoch keinen 100-prozentigen Schutz vor Missbrauch garantieren, da sie von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der elterlichen Haltung abhängen.

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Details

Title
Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern
Subtitle
Darstellung und kritische Betrachtung früherer und heutiger Präventionsmaßnahmen
College
Bielefeld University  (Fakultät für Pädagogik)
Grade
1,0
Author
Lydia Oesterwinter (Author)
Publication Year
2006
Pages
34
Catalog Number
V117671
ISBN (eBook)
9783640200535
ISBN (Book)
9783640207206
Language
German
Tags
Prävention Missbrauch Kindern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lydia Oesterwinter (Author), 2006, Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117671
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