Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Thema Wohnungslosigkeit in Deutschland und bezieht sich auf die Fragestellung, wie Sozialarbeiter*innen in stationären Einrichtungen für wohnungslose Menschen arbeiten müssen, damit sie einen Zugang zu ihren Adressatinnen finden können. Zunächst werden die Begriffe Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit mithilfe von den Autoren Sarah Spitzer und Rolf Keicher erklärt.
Fortfahrend wird auf wohnungslose Frauen in Deutschland näher eingegangen und die Arten weiblicher Wohnungslosigkeit näher erklärt. Im weiteren Verlauf wird das Ausmaß der Wohnungslosigkeit in Deutschland genauer betrachtet. Anschließend wird auf die Ursachen von Wohnungslosigkeit eingegangen und im Besonderen der Zusammenhang von Alkoholsucht und Wohnungslosigkeit betrachtet. Im weiteren Verlauf wird mithilfe von Autoren wie Ronald Lutz, Wolfgang Sartorius sowie Titus Simon auf die Interventionsmöglichkeiten eingegangen. Zuletzt folgt noch ein Fazit.
Das Thema Wohnungslosigkeit hängt oft mit den Problematiken auftretender Suchterkrankungen beziehungsweise psychischen Erkrankungen zusammen. Häufig ist es der Fall, dass die Wohnungslosigkeit aufgrund von Alkoholproblemen eintritt und die Rückkehr in das Leben in einer eigenen Wohnung durch den Alkoholkonsum erschwert wird.
Aufgrund der verschiedenen Problemlagen wohnungsloser Menschen kann nicht nur ein Hilfesystem für diese Menschen zuständig sein. Folglich habe ich mich in dieser Hausarbeit auf zwei Problematiken wohnungsloser Menschen beschränkt und werde auf diese genauer eingehen. Mit dieser Hausarbeit möchte ich die Entstehungszusammenhänge von Alkoholabhängigkeit sowie psychischer Erkrankungen und der einhergehenden Wohnungslosigkeit aufzeigen sowie eventuelle Zusammenhänge erkennen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
3. Wohnungslose Frauen in Deutschland
4. Arten weiblicher Wohnungslosigkeit
5. Ausmaß der Wohnungslosigkeit in Deutschland
6. Ursachen der Wohnungslosigkeit
6.1 Wohnungslosigkeit im Zusammenhang mit Alkoholabhängigkeit
7. Interventionsmöglichkeiten
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen von Sozialarbeiter*innen in stationären Einrichtungen bei der Arbeit mit wohnungslosen Menschen und analysiert, wie ein vertrauensvoller Zugang zu den Adressatinnen hergestellt werden kann, insbesondere unter Berücksichtigung von Suchtproblematiken.
- Grundlagen und Begriffsbestimmungen von Obdach- und Wohnungslosigkeit
- Weibliche Wohnungslosigkeit und ihre spezifischen Erscheinungsformen
- Zusammenhänge zwischen Alkoholabhängigkeit und Wohnungslosigkeit
- Theoretische und praktische Interventionsansätze in der stationären Hilfe
- Ressourcenorientierte Arbeitsweise als Methode der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
4. Arten weiblicher Wohnungslosigkeit
Wenn man die weibliche Wohnungslosigkeit genauer betrachtet, muss zwischen 3 Arten von Wohnungslosigkeit unterschieden werden. Dennoch ist es wichtig, den Menschen an sich subjektiv zu betrachten und nicht in eine Richtung zu ordnen. Diese 3 Gruppierungen weiblicher Wohnungslosigkeit sollen lediglich dazu dienen, „die bisher diskutierten Besonderheiten weiblicher Lebenslagen in der Wohnungslosigkeit zu skizzieren, zu verdichten und zu bündeln.“ (vgl. Lutz, et al. 2017, 172; zit. n. Enders, Dragässer 2000, Lutz 2002) Demnach wird zwischen der „sichtbaren Wohnungslosigkeit“, der „verdeckten Wohnungslosigkeit“, sowie der „latenten Wohnungslosigkeit“ unterschieden. (Lutz, et al., 2017: S.172, f.)
Frauen die zu der sichtbaren Wohnungslosigkeit zugeordnet werden können, sind auf der Straße lebend. Diese Frauen bekommen die Aufmerksamkeit der Gesellschaft, wodurch sie auch viel Antipathie erfahren müssen. Diese Antipathie wird meist hervorgerufen, da diese Frauen ihre Familien häufig aus eigenem Willen verlassen haben (vgl. Lutz, et al., 2017: S. 172 ff.).
Frauen, welche zu der verdeckten Wohnungslosigkeit gezählt werden können, gehören dem größten prozentualen Anteil an weiblicher Wohnungslosigkeit an. Diese Frauen „leben eher nicht auf der Straße, sondern im Verborgenen. (Lutz, et al., 2017: S.173) Ihr Ziel sei es, „in ihrer Wohnungslosigkeit auf keinen Fall sichtbar [zu] werden, um sich eben nicht den Gewalthandlungen und den männlichen Verhaltensmustern auf der Straße zu unterwerfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung zur Zugangsgestaltung zu wohnungslosen Adressatinnen vor und skizziert den Aufbau sowie die Relevanz der Untersuchung.
2. Begriffsbestimmung: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen den Begriffen Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit basierend auf aktuellen Definitionen.
3. Wohnungslose Frauen in Deutschland: Dieses Kapitel thematisiert die statistische Erfassung und die besonderen Lebenslagen von Frauen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind.
4. Arten weiblicher Wohnungslosigkeit: Es werden die drei Kategorien sichtbare, verdeckte und latente Wohnungslosigkeit bei Frauen erläutert.
5. Ausmaß der Wohnungslosigkeit in Deutschland: Dieser Abschnitt beschreibt die Schwierigkeiten bei der Erhebung empirischer Daten und liefert aktuelle Schätzwerte.
6. Ursachen der Wohnungslosigkeit: Das Kapitel beleuchtet strukturelle und beziehungsorientierte Gründe, die zum Verlust des Wohnraums führen können.
6.1 Wohnungslosigkeit im Zusammenhang mit Alkoholabhängigkeit: Hier wird die Wechselwirkung zwischen Suchterkrankungen und dem Verlust der Wohnung sowie der Teufelskreis der Alkoholabhängigkeit analysiert.
7. Interventionsmöglichkeiten: Der Autor erörtert stationäre Hilfsansätze und die Bedeutung einer ressourcenorientierten Arbeitsweise für den Aufbau eines vertrauensvollen Kontakts.
8. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Wichtigkeit der Nähe zwischen Sozialarbeiter*innen und Klientinnen für eine erfolgreiche Begleitung.
Schlüsselwörter
Wohnungslosigkeit, Obdachlosigkeit, Soziale Arbeit, Frauen, Alkoholabhängigkeit, Sucht, Hilfesysteme, Stationäre Einrichtung, Ressourcenorientierung, Sozialarbeiter, Lebenslagen, Wohnungslosenhilfe, Intervention, Teufelskreis, Vertrauensaufbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Sozialarbeiter*innen in stationären Einrichtungen einen Zugang zu wohnungslosen Adressatinnen finden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Formen der weiblichen Wohnungslosigkeit, den Ursachen des Wohnungsverlustes und dem spezifischen Problembereich der Alkoholabhängigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Handlungsansätze für die stationäre Wohnungslosenhilfe aufzuzeigen, die einen professionellen und vertrauensvollen Zugang zu den Klientinnen ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse relevanter Fachquellen und Statistiken zur Wohnungslosenhilfe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert verschiedene Arten weiblicher Wohnungslosigkeit, beleuchtet die Ursachen und den Zusammenhang zur Alkoholabhängigkeit und diskutiert stationäre Interventionsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wohnungslosigkeit, Sucht, Ressourcenorientierung, Sozialarbeit und stationäre Hilfe bestimmt.
Warum wird zwischen sichtbarer, verdeckter und latenter Wohnungslosigkeit unterschieden?
Die Differenzierung hilft, die unterschiedlichen Lebenslagen und Bewältigungsstrategien von betroffenen Frauen besser zu verstehen und gezielter zu intervenieren.
Welche Bedeutung hat die Nähe zwischen Sozialarbeiter und Klientin?
Die Nähe in stationären Einrichtungen schafft Sicherheit, Struktur und ermöglicht eine schnellere Wahrnehmung von physischen oder psychischen Veränderungen, was die Interventionsfähigkeit verbessert.
- Quote paper
- Cynthia Beckmann (Author), 2021, Sozialarbeit in stationären Einrichtung für wohnungslose Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1177008