Die vorliegende Arbeit untersucht spezifische Fragestellungen zur Akkommodationsmethode des Pater Matteo Ricci. Hierbei wird anfangs die grundlegende Sichtweise Ricci's in Bezug auf die in China vorherrschenden Religionen Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus geschildert. Den Schwerpunkt bilden Betrachtungen zur konkreten Anwendung der Akkommodationsmethode auf die Begriffe wie Gott, Schöpfung, Seele, Hölle und Paradies. Weiterhin werden sowohl die einzigartigen Chancen als auch die Grenzen dieses neuartigen Missionskonzeptes dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Forschungsgegenstand und Materiallage
- Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeit
- Riccis und die chinesischen Religionen
- Möglichkeiten der positiven Bewertung fremder religiöser Traditionen
- Riccis Beurteilung von Buddhismus und Taoismus
- Hinwendung zum Konfuzianismus – allgemeine Aspekte
- Akkommodation der Begriffe
- Gottesbegriff
- Geschichte und Gebrauch
- Riccis Erklärungsbemühungen
- Das Kruzifix und die Leidensgeschichte Christi
- Die Schöpfung
- Die Seele
- Hölle und Paradies
- Schluß
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit analysiert die religiöse Akkommodation christlicher Grundbegriffe durch den Jesuitenpater Matteo Ricci während seiner Chinamission. Der Fokus liegt auf dem Verständnis ausgewählter christlicher Grundbegriffe in chinesischer und europäischer Perspektive, insbesondere im Kontext des Frühkonfuzianismus. Die Arbeit beleuchtet die Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung dieses neuen Missionskonzeptes.
- Akkommodation christlicher Grundbegriffe in China
- Vergleich chinesischer und europäischer Deutungen
- Die Rolle des Konfuzianismus in Riccis Missionsarbeit
- Möglichkeiten und Herausforderungen der Missionsstrategie
- Die Bedeutung der Theologia naturalis für die Akkommodation
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung skizziert den Forschungsgegenstand und die Materiallage, sowie die wichtigsten Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeit. Kapitel 2 behandelt die chinesischen Religionen aus Riccis Sicht, wobei er Buddhismus und Taoismus kritisch betrachtet und den Konfuzianismus als potenziellen Anknüpfungspunkt identifiziert. Kapitel 3 beleuchtet die Akkommodation von christlichen Begriffen, insbesondere des Gottesbegriffes, der Schöpfung, der Seele sowie von Hölle und Paradies. Die Arbeit endet mit einem Schlußkapitel, das jedoch im Rahmen dieser Vorschau nicht berücksichtigt wird.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Akkommodation, Chinamission, Matteo Ricci, christliche Ethik, Konfuzianismus, Theologia naturalis, Gottesbegriff, Schöpfung, Seele, Hölle und Paradies. Sie analysiert die Methoden und Herausforderungen der Missionsstrategie Riccis im Kontext der chinesischen Kultur und Religionen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Akkommodationsmethode von Matteo Ricci?
Es ist eine Missionsstrategie, bei der christliche Begriffe und Lehren an die bestehenden kulturellen und religiösen Traditionen Chinas angepasst wurden, um das Christentum verständlicher zu machen.
Wie beurteilte Matteo Ricci den Konfuzianismus?
Ricci sah im Konfuzianismus, besonders im Frühkonfuzianismus, eine ethisch-philosophische Basis, die mit christlichen Werten kompatibel war, und nutzte ihn als Anknüpfungspunkt.
Wie übersetzte Ricci den Gottesbegriff ins Chinesische?
Er griff auf traditionelle chinesische Begriffe wie „Shangdi“ (Oberster Herrscher) oder „Tianzhu“ (Herr des Himmels) zurück, um das christliche Gottesverständnis zu vermitteln.
Was dachte Ricci über Buddhismus und Taoismus?
Im Gegensatz zum Konfuzianismus betrachtete Ricci den Buddhismus und Taoismus eher kritisch und sah in ihnen weniger geeignete Anknüpfungspunkte für die christliche Mission.
Welche Herausforderungen gab es bei der Darstellung der Kreuzigung?
Die Leidensgeschichte Christi und das Kruzifix waren in der chinesischen Kultur schwer zu vermitteln, da ein am Kreuz sterbender Gott den chinesischen Vorstellungen von göttlicher Würde widersprach.
Was bedeutet „Theologia naturalis“ im Kontext dieser Arbeit?
Die natürliche Theologie diente als theoretischer Unterbau, um zu zeigen, dass Menschen auch ohne Offenbarung durch Vernunft zu gewissen göttlichen Wahrheiten gelangen können, was Riccis Dialog mit den Gelehrten stützte.
- Quote paper
- Andreas Hönicke (Author), 2001, Die religiöse Akkommodation des Pater Matteo Ricci, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11771