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Die religiöse Akkommodation des Pater Matteo Ricci

Title: Die religiöse Akkommodation des Pater Matteo Ricci

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Hönicke (Author)

Ethics
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit untersucht spezifische Fragestellungen zur Akkommodationsmethode des Pater Matteo Ricci. Hierbei wird anfangs die grundlegende Sichtweise Ricci's in Bezug auf die in China vorherrschenden Religionen Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus geschildert. Den Schwerpunkt bilden Betrachtungen zur konkreten Anwendung der Akkommodationsmethode auf die Begriffe wie Gott, Schöpfung, Seele, Hölle und Paradies. Weiterhin werden sowohl die einzigartigen Chancen als auch die Grenzen dieses neuartigen Missionskonzeptes dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Forschungsgegenstand und Materiallage

1.2. Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeit

2. Riccis und die chinesischen Religionen

2.1. Möglichkeiten der positiven Bewertung fremder religiöser Traditionen

2.2. Riccis Beurteilung von Buddhismus und Taoismus

2.3. Hinwendung zum Konfuzianismus – allgemeine Aspekte

3. Akkommodation der Begriffe

3.1. Gottesbegriff

3.1.1. Geschichte und Gebrauch

3.1.2. Riccis Erklärungsbemühungen

3.1.3. Das Kruzifix und die Leidensgeschichte Christi

3.2. Die Schöpfung

3.3. Die Seele

3.4. Hölle und Paradies

4. Schluß

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Akkommodationsstrategien des Jesuitenpaters Matteo Ricci während seiner Chinamission, wobei der Fokus auf der kontextualisierten Vermittlung christlicher Grundbegriffe im chinesischen Kulturraum liegt. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Ricci durch die Anknüpfung an frühkonfuzianische Traditionen versuchte, den christlichen Glauben verständlich zu machen, und an welche theologischen sowie kulturellen Grenzen er dabei stieß.

  • Die religiöse Bewertung von Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus durch Ricci.
  • Die Analyse der Begriffsakkommodation, insbesondere des Gottesbegriffs.
  • Die Herausforderungen bei der Vermittlung des Kreuzestodes und der Menschwerdung Christi.
  • Der Vergleich christlicher und chinesischer Konzepte von Schöpfung und Seele.
  • Die interkulturelle Kommunikation und deren Spannungsfelder im Dialog mit lokalen Gelehrten.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Riccis Erklärungsbemühungen

Alle vom ursprünglichen Verständnis abweichenden Vorstellungen kritisierte Ricci und ermahnte die Chinesen sich auf ihre Wurzeln zurückzubesinnen. Er verwies darauf, daß der Begriff „der Allerhöchste Herrscher“ unumstößlich als ein unabhängiger Herrscher im Himmel definiert sei. Dahingegen wäre das universale Prinzip Li von Abhängigkeit gekennzeichnet, weil es dem jeweiligen Ding innewohne. Fraglich blieb für die Chinesen der Aspekt eines personalisierten Gottes. Sie hatten die Auffassung, daß der Himmel an sich Gott sei und den höchsten Herrscher verkörpert. Ricci versuchte dem mit metaphorischen Beispielen entgegen zu wirken. Er schilderte den Himmel als eine Palast, an dem man vorbei geht und lediglich anhand des Äußeren des Gebäudes erkennt, daß sich darin ein mächtiger Herrscher befindet. Ähnlich verhielte es sich mit dem Kaiserpalast in Peking, vor dem sich die Chinesen mit der Bekundung ihrer Verehrung vor dem Kaiser verneigen würden, obwohl auch er nicht direkt zu sehen sei. Trotz dieser anschaulichen Beispiele fiel es Ricci sehr schwer, das christliche Gottesverständnis zu vermitteln. Oftmals warf man ihm die unerlaubte Vereinfachung dieser komplexen Thematik vor und kritisierte die aus dem Zusammenhang herausgerissenen Texte als Grundlage seiner Interpretation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des Forschungsgegenstands und der methodischen Herangehensweise an die Akkommodationspraxis Matteo Riccis.

2. Riccis und die chinesischen Religionen: Analyse der Missionseinstellungen gegenüber den verschiedenen chinesischen Strömungen und der Hinwendung zum Konfuzianismus.

3. Akkommodation der Begriffe: Untersuchung der spezifischen begrifflichen Anpassungen für zentrale Glaubensinhalte wie Gott, Schöpfung, Seele und die Jenseitsvorstellungen.

4. Schluß: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit und der Schwierigkeiten des Akkommodationskonzepts für den Erfolg der Mission.

Schlüsselwörter

Matteo Ricci, Chinamission, Jesuiten, Akkommodation, Konfuzianismus, Gottesbegriff, T’ien Chu, Interkulturalität, Missionsgeschichte, Religionsdialog, Neokonfuzianismus, Kruzifix, Schöpfungstheologie, Seelenbegriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strategie der Akkommodation, mit der der Jesuit Matteo Ricci versuchte, christliche Glaubensinhalte in das kulturelle und philosophische System Chinas des 17. Jahrhunderts zu integrieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit chinesischen Religionen, die philosophische Interpretation von Grundbegriffen wie "Gott" und "Seele" sowie der Umgang mit christlichen Symbolen wie dem Kruzifix.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die Untersuchung, wie Ricci durch Anknüpfung an den Frühkonfuzianismus christliche Lehren vermittelte und welche Widerstände er dabei seitens der neokonfuzianischen Gelehrten erfuhr.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf historischen Monographien und Aufsätzen basiert, um die religiöse Anpassungsmethode Riccis nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Beurteilung der chinesischen Religionen durch Ricci und eine detaillierte Analyse der Begriffsakkommodation, inklusive der Darstellung der christlichen Heilsgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Matteo Ricci, Chinamission, Akkommodation, Konfuzianismus, T’ien Chu und der christlich-chinesische Religionsdialog.

Warum lehnte Ricci den Buddhismus und Taoismus weitgehend ab?

Ricci sah in diesen Religionen Elemente der Vielgötterei und Materialismus, die nicht mit der christlichen Vorstellung eines monotheistischen Schöpfergottes vereinbar waren.

Wie versuchte Ricci, das Kruzifix in China zu etablieren?

Aufgrund der kulturellen Fremdheit des leidenden Christus bevorzugte Ricci eine allmähliche Einführung, um die Chinesen nicht durch die Darstellung eines nackten Sterbenden abzuschrecken.

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Details

Title
Die religiöse Akkommodation des Pater Matteo Ricci
College
University of the Federal Armed Forces München  (Institut für Theologie und Gesellschaft)
Course
Grundlagen christlicher Ethik
Grade
1,0
Author
Andreas Hönicke (Author)
Publication Year
2001
Pages
20
Catalog Number
V11771
ISBN (eBook)
9783638178372
ISBN (Book)
9783638777469
Language
German
Tags
Matteo Ricci Ricci China Chinamission Akkommodationsmethode Akkommodation Konfuzianismus Taoismus Buddhismus Gottesbegriff Seele Schöpfung Hölle Paradies
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Hönicke (Author), 2001, Die religiöse Akkommodation des Pater Matteo Ricci, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11771
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