Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law

Rechtfertigung und Grenzen der sog. Bilanziellen Betrachtungsweise im Rahmen des § 30 GmbHG de lege lata und nach dem Regierungsentwurf des MoMiG

Title: Rechtfertigung und Grenzen der sog. Bilanziellen Betrachtungsweise im Rahmen des § 30 GmbHG de lege lata und nach dem Regierungsentwurf des MoMiG

Seminar Paper , 2007 , 32 Pages , Grade: 14,0 Punkte

Autor:in: Pascal Baumann (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Seminararbeit befasst sich mit der Rechtfertigung und den
Grenzen der so genannten bilanziellen Betrachtungsweise im Rahmen
des § 30 GmbHG de lege lata und nach dem Regierungsentwurf des
Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung
von Missbräuchen (MoMiG).
Unter dieser Vorgabe wird zunächst der Schutz, den der § 30 I
GmbHG durch seine Ausschüttungssperre bietet, kurz umrissen.
Anschliessend folgt die Darstellung des Diskussionsstands um die
bilanzielle Betrachtungsweise, sowie der Rechtfertigungen und
Grenzen, die für die bilanzielle Betrachtungsweise nach dem
geltenden Recht bestehen. Die Argumentation wird hierbei aufgeteilt
und erfolgt zunächst anhand der Ermittlung des Anwendungsbereiches
des § 30 I GmbHG und sodann in Bezug auf das Vorliegen einer
Auszahlung. Bei der Untersuchung, ob eine Auszahlung vorliegt,
werden die Schwächen der bilanziellen Betrachtungsweise und die
sich daraus ergebenden Auswirkungen auf den Schutzbereich des § 30
I GmbHG aufgezeigt. Hieran anschliessend sollen die Folgen einer
Abkehr von der bilanziellen Betrachtungsweise für den Umfang des
Schutzes des § 30 I GmbHG kurz erörtert werden. Im Anschluss folgt
die Untersuchung der bilanziellen Betrachtungsweise des durch das
MoMiG neu gestalteten § 30 I GmbHG und welche Rolle sie dort
einnehmen wird. Hierbei wird zunächst analysiert, in wie fern der
Gesetzgeber tatsächlich zu dem bilanziellen Denken zurückkehrt und
wie er das Auszahlungsverbot des § 30 I GmbHG neu ausgestaltet.
Schliesslich erfolgt die Darstellung der Rechtfertigungen und Grenzen
der bilanziellen Betrachtungsweise, wie sie sich nach dem MoMiG
ergeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einführung

I. Ziele

II. Der Schutz des § 30 GmbHG

1. Sinn und Zweck der Norm

2. Prüfungsschritte

a. Veranlassungsprinzip

b. causa societatis

B. Die bilanzielle Betrachtungsweise des § 30 GmbHG de lege lata

I. Entwicklung und Stand der bilanziellen Betrachtungsweise

II. Allgemeinen Bilanzierungsregeln

III. Rechtfertigung und Grenzen der bilanziellen Betrachtungsweise

1. Im Rahmen der Bestimmung des Anwendungsbereichs

2. Im Rahmen des Auszahlungsbegriffs

a. Rechtfertigung der bilanziellen Betrachtungsweise

b. Grenzen der bilanziellen Betrachtungsweise

aa. Die Nichterfassung von Gesellschaftsvermögen

bb. Die Nichterfassung von Vermögensvorteilen

cc. Die Nichterfassung des Insolvenzrisikos und Aushöhlung des § 30 I GmbHG

dd. Vergleich mit §§ 43a und 33 II GmbHG

c. Zwischenergebnis

IV. Folgen der Abkehr von der bilanziellen Betrachtungsweise

1. Ausweitung des Auszahlungsverbotes auf Erwerbschancen

2. Vorverlagerung des Auszahlungszeitpunktes bei Gewährung einer Sicherheit

3. Ermöglichung eines Kreditvergabeverbotes

4. Auswirkung auf das Cash Pooling beim faktischen Konzern

V. Zwischenergebnis

C. Die bilanzielle Betrachtungsweise des § 30 GmbHG nach dem MoMiG

I. Rückkehr zur bilanziellen Betrachtungsweise

1. Vollwertigkeitsgebot

2. Deckungsgebot

3. Zwischenergebnis

II. Rechtfertigung und Grenzen der bilanziellen Betrachtungsweise

III. Ergebnis

D. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Rechtfertigung und die Grenzen der bilanziellen Betrachtungsweise im Kontext des § 30 GmbHG, sowohl nach geltendem Recht (de lege lata) als auch unter Berücksichtigung des Regierungsentwurfs zum Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG). Das primäre Ziel ist es, den Schutzbereich der Kapitalerhaltung bei der GmbH zu analysieren und zu erörtern, ob eine rein bilanzielle Betrachtung den Anforderungen an einen effektiven Gläubigerschutz gerecht wird.

  • Rechtfertigung und Reichweite des Auszahlungsverbots nach § 30 GmbHG
  • Die Schwächen der bilanziellen Betrachtungsweise bei der Identifikation von Vermögensabflüssen
  • Folgen einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise für den Gläubigerschutz
  • Auswirkungen auf Cash-Pooling und Kreditvergaben in faktischen Konzernen
  • Analyse der gesetzgeberischen Rückkehr zum bilanziellen Denken durch das MoMiG

Auszug aus dem Buch

aa. Die Nichterfassung von Gesellschaftsvermögen

Eine Auszahlung iSd § 30 I GmbHG liegt vor, wenn ein Vermögensgegenstand an einen Gesellschafter übertragen wird und dieser für den Gegenstand keine zumindest gleichwertige Gegenleistung erbringt. Nach der bilanziellen Betrachtungsweise sind die Leistung und die Gegenleistung gleichwertig, wenn die Gegenleistung des Gesellschafters dem Buchwert des Vermögensgegenstandes entspricht. In einem solchen Fall handelt es sich um einen bilanzneutralen Aktiventausch, der das Reinvermögen der Bilanz nicht verringert. Die aktiven Vermögensgegenstände der Gesellschaft sind in der Regel jedoch wegen des die §§ 238 ff. HGB prägenden Vorsichtsprinzips in der Bilanz unterbewertet, damit stille Reserven der Gesellschaft gebildet werden. Die Bestimmung der Gegenleistung würde daher anhand einer reinen bilanziellen Betrachtungsweise in vielen Fällen zu dem Verlust realer Vermögenswerte in Form stiller Reserven führen. Noch deutlicher zu sehen ist der Vermögensverlust, wenn die Gesellschaft einen immateriellen Vermögensgegenstand überträgt, der mit einem Aktivierungsverbot nach § 248 II HGB belegt ist. Da ein derartiger Vermögensgegenstand nicht in die Handelsbilanz aufgenommen wird, könnte er dem Gesellschafter sogar ohne jegliche Gegenleistung überlassen werden.

Nach allgemeiner Meinung ist der Verlust stiller Reserven im Stadium der Unterbilanz aber nicht mit dem Sinn und Zweck des § 30 I GmbHG vereinbar. Ebenso wenig kann es dem Sinn und Zweck entsprechen, wenn Vermögensgegenstände, die durch ein Aktivierungsverbot belegt sind, ohne eine marktwerte Gegenleistung veräussert werden. Der § 30 I GmbHG schützt nämlich nicht nur das in der Bilanz abgebildete Aktivvermögen in Höhe der Stammkapitalziffer. Das Auszahlungsverbot schützt vielmehr auch das reale und unbilanzierte Vermögen in Form stiller Reserven, um den Kapitalerhaltungsgrundsatz zu wahren und damit mögliche Fehleinschätzungen bei Ansatz und Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände nicht zu Lasten des Stammkapitals und der Gläubiger gehen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einführung: Umreißt die Zielsetzung der Arbeit, den Schutz des § 30 I GmbHG zu analysieren und den Diskussionsstand um die bilanzielle versus die wirtschaftliche Betrachtungsweise im Rahmen der Kapitalerhaltung darzustellen.

B. Die bilanzielle Betrachtungsweise des § 30 GmbHG de lege lata: Untersucht kritisch die Anwendung der bilanziellen Betrachtungsweise unter geltendem Recht, zeigt deren Schwächen auf und erörtert die Konsequenzen eines Wechsels hin zu einer wirtschaftlichen Betrachtung.

C. Die bilanzielle Betrachtungsweise des § 30 GmbHG nach dem MoMiG: Analysiert den Regierungsentwurf des MoMiG, der eine Rückkehr zum bilanziellen Denken vorsieht, und bewertet die Auswirkungen der neuen Kriterien der Vollwertigkeit und Deckung.

D. Fazit: Kommt zu dem Schluss, dass eine rein bilanzielle Betrachtung für den Vermögensschutz ungeeignet ist und eine wirtschaftliche Betrachtungsweise für eine effektive Kapitalerhaltung vorzugswürdig wäre.

Schlüsselwörter

§ 30 GmbHG, Kapitalerhaltung, bilanzielle Betrachtungsweise, wirtschaftliche Betrachtungsweise, Gläubigerschutz, MoMiG, Stammkapital, Auszahlungsverbot, Cash-Pooling, Unterbilanz, stille Reserven, Vermögensvorteile, Kreditvergabeverbot, Insolvenzrisiko, Gesellschaftsvermögen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Einordnung und der Wirksamkeit der bilanziellen Betrachtungsweise beim Schutz des Stammkapitals der GmbH nach § 30 GmbHG.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Abgrenzung von Auszahlungen an Gesellschafter, die Kapitalerhaltung im GmbH-Recht, der Gläubigerschutz und die Auswirkungen des Regierungsentwurfs des MoMiG.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die bilanzielle Betrachtungsweise eine ausreichende Kapitalerhaltung gewährleistet oder ob eine Umstellung auf eine wirtschaftliche Betrachtungsweise notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse, die Rechtsprechung (insbesondere BGH-Urteile), gesetzliche Vorschriften des GmbHG und des HGB sowie die dazu ergangene Fachliteratur systematisch auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Grenzen der bilanziellen Betrachtungsweise, etwa bei der Nichterfassung stiller Reserven oder Insolvenzrisiken, und untersucht die Folgen einer Abkehr zu einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Kapitalerhaltung, Gläubigerschutz, § 30 GmbHG, bilanzielle bzw. wirtschaftliche Betrachtungsweise und MoMiG geprägt.

Warum wird das Cash-Pooling im Zusammenhang mit § 30 GmbHG als problematisch angesehen?

Da Cash-Pooling-Systeme bei einem faktischen Konzern nach der strengen bilanziellen Auslegung zur Verletzung der Kapitalerhaltung führen können, sofern keine expliziten Beherrschungsverträge existieren.

Wie bewertet der Autor den Regierungsentwurf des MoMiG in Bezug auf die bilanzielle Betrachtungsweise?

Der Autor kritisiert die Rückkehr zum bilanziellen Denken als unvernünftig, da sie die Fortschritte beim Gläubigerschutz schwächt, obwohl der Entwurf durch die Einführung des Deckungsgebots selbst teilweise wirtschaftliche Elemente übernimmt.

Excerpt out of 32 pages  - scroll top

Details

Title
Rechtfertigung und Grenzen der sog. Bilanziellen Betrachtungsweise im Rahmen des § 30 GmbHG de lege lata und nach dem Regierungsentwurf des MoMiG
College
LMU Munich
Course
Seminar im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht
Grade
14,0 Punkte
Author
Pascal Baumann (Author)
Publication Year
2007
Pages
32
Catalog Number
V117710
ISBN (eBook)
9783640200771
Language
German
Tags
Rechtfertigung Grenzen Bilanziellen Betrachtungsweise Rahmen GmbHG Regierungsentwurf MoMiG Seminar Gesellschafts- Kapitalmarktrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pascal Baumann (Author), 2007, Rechtfertigung und Grenzen der sog. Bilanziellen Betrachtungsweise im Rahmen des § 30 GmbHG de lege lata und nach dem Regierungsentwurf des MoMiG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117710
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  32  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint