„Die Frauen sind sehr schön hier. Das ist kein Schwindel. Hingegen ist das Museum von Arles schauderhaft und ein Schwindel. Es gibt auch ein Museum mit Altertümern. Die sind echt. […] Dreckig ist diese Stadt mit ihren alten Strassen. […] Das ändert nichts daran, dass es schön ist, sehr schön.“ So schreibt 1888 Vincent van Gogh aus Arles in einem Brief an seinen Bruder Theo.
Arles ist eine Arrondissement-Hauptstadt im französischen Departement Bouches-du-Rhône links der Rhône, 24 km vom Meer entfernt. Zu Arles gehört das Gebiet der gesamten Camargue. Arles ist deshalb mit ca. 760 km² flächenmäßig die größte Gemeinde Frankreichs. (FEESS 2003: 42 f.) Die Stadt liegt auf einem Hügel (Colline de Moleyrès) inmitten einer ehemals sumpfigen Gegend, was der Name schon sagt. Er stammt nämlich von dem keltischen Wort „arlaih“, das soviel heißt, wie auf feuchtem Boden gebaut (ar = darauf, oben und laih = feucht) (STÜBINGER 1909: 6).
Die momentane Einwohnerzahl beläuft sich nur auf etwa 52.000. Dennoch hat Arles eine bedeutende über 2000 Jahre alte Stadtgeschichte zu verzeichnen, die sich noch heute in zahlreichen Bauten der Antike und des Mittelalters widerspiegelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das vorrömische Arles
3. Eroberung und Ausbau des römischen Arles
4. Blütezeit
5. Niedergang der römischen Herrschaft
6. Bedeutende Römische Bauwerke in Arles
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Stadt Arles von ihren antiken Ursprüngen als Veteranensiedlung bis hin zu ihrer Bedeutung als administrativem Zentrum des römischen Westreiches.
- Die vorrömische Besiedlungsgeschichte und keltisch-ligurische Einflüsse.
- Der strategische Aufstieg von Arles als römische Handels- und Verwaltungsmetropole.
- Die Rolle von Arles als Residenzstadt unter Kaiser Konstantin dem Großen.
- Die architektonische Hinterlassenschaft der Römerzeit und deren heutige Bedeutung.
Auszug aus dem Buch
3. Eroberung und Ausbau des römischen Arles
Im Auftrage Cäsars nahm Tiberius Nero die (Neu)Gründung der Kolonie Arelate vor, indem er zunächst gegenüber der gallogriechischen Stadt auf dem rechten Rhôneufer, das heutige Trinquetaille, Veteranen der VI. Legion ansiedelte, die zuvor mit Cäsar in Gallien gekämpft hatten (VON GLADISS 1972: 19). Das nun genannte Colonia Iulia Paterna Arelate Sextanorum wurde systematisch auf Kosten von Massilia vergrößert. Arelate blühte auf und Massilia verlor an Bedeutung. Cäsar verfolgte zu dieser Zeit eine planmäßige Kolonisationspolitik, um die Einwohner Roms von 320.000 auf 150.000 zu reduzieren und schuf daher 30 neue Kolonien, in denen er Siedlungsmöglichkeiten und Existenzen für über 80.000 Veteranen und Bürger ermöglichte (CHRIST 2000: 361, 400).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die geografische Lage von Arles ein und gibt einen historischen Überblick anhand von Zitaten sowie geografischen Eckdaten.
2. Das vorrömische Arles: Hier werden die frühen Siedlungsphasen von den Ligurern über Phönizier bis hin zu den griechischen Kolonisationsbestrebungen analysiert.
3. Eroberung und Ausbau des römischen Arles: Dieses Kapitel beschreibt die gezielte Gründung der Veteranenkolonie durch Cäsar und deren Aufstieg auf Kosten von Massilia.
4. Blütezeit: Der Abschnitt erläutert die verkehrsgünstige Lage als Straßenknotenpunkt und die politische Aufwertung zur zweiten Hauptstadt unter Konstantin dem Großen.
5. Niedergang der römischen Herrschaft: Hier wird der Prozess des Verfalls durch äußere Bedrohungen und den Übergang der Herrschaft auf germanische Stämme dargelegt.
6. Bedeutende Römische Bauwerke in Arles: Diese Übersicht stellt architektonische Monumente wie das Amphitheater, Thermen und Aquädukte vor, die den antiken Status der Stadt unterstreichen.
Schlüsselwörter
Arles, Arelate, Römisches Reich, Antike, Veteranensiedlung, Kolonisationspolitik, Massilia, Konstantin der Große, Stadtgeschichte, Amphitheater, römische Architektur, Provence, Rhône, Siedlungsentwicklung, Westrom.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung von Arles, von den vorsprachlichen Siedlungsanfängen über die Blütezeit als römische Metropole bis zum Niedergang der römischen Herrschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kolonisationsgeschichte, der verkehrsgeografischen Bedeutung für das Römische Reich und der architektonischen Hinterlassenschaft der Antike.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Aufstieg von Arles von einer Veteranensiedlung zur bedeutenden Verwaltungsbehörde des römischen Westreiches nachzuzeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse auf Basis existierender Fachliteratur, Quellen und historischer Kartenmaterialien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte von der Vorgeschichte bis zur späten Antike sowie eine detaillierte Beschreibung römischer Bauwerke.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentral sind Begriffe wie Arelate, römisches Erbe, Stadtentwicklung, Antike, Kolonialpolitik und Infrastruktur in der Provence.
Welche Rolle spielte Konstantin der Große für Arles?
Konstantin erhob Arles im 4. Jahrhundert zu seiner Residenzstadt und damit zur zweiten Hauptstadt des Römischen Reiches, was die Bedeutung der Stadt massiv steigerte.
Warum war die Lage von Arles strategisch so wichtig?
Arles diente als Knotenpunkt römischer Fernstraßen und als Seehandelsstadt, die durch die Fossa Mariana zudem den Zugang zur Schifffahrt zwischen der Rhône und dem Mittelmeer kontrollierte.
Was ist das Schicksal der römischen Bauwerke in Arles?
Viele der römischen Bauwerke, wie das Amphitheater oder die Alyscamps, sind heute als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt und zeugen von der antiken Bedeutung der Stadt.
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- Nils Christians (Autor), 2008, Arles - Von einer römischen Veteranensiedlung zur obersten Behörde des Römischen Westreiches , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117752