Vergleich der theoretischen Grundlagen und der dichterischen Ausgestaltung romantischer Ideen bei Schelling und Novalis


Seminararbeit, 2001

12 Seiten, Note: 2,75


Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung: Aktualität romantischen Denkens

2. Problematik und Methodik. Definition des Gegenstandes

3. Vergleich zwischen den theoretischen Grundlagen und der dichterischen Ausgestaltung romantischer Ideen bei Schelling und Novalis
3.1.1 Die triadische Grundfigur der Geschichte bei Novalis und Schelling
3.1.2 Metaphysisches Unbewusstes als Schnittpunkt der Weltsichten von Schelling und Novalis

4. Schlussbetrachtungen

5. Literaturliste

1. Einleitung: Aktualität romantischen Denkens.

Es lässt sich nicht leugnen, dass sich mit den Namen von Novalis, bürgerlich Friedrich von Hardenberg, und Schelling untrennbar das Phänomen der Romantik verbindet. Beinahe prototypisch, könnte man sagen, stehen diese beiden stellvertretend für Theorie und Praxis jener Epoche. Ebenso wenig von der Hand zu weisen ist die Tatsache, dass die Ideen und Gedanken dieser auch heute noch von Bedeutung sind, sofern damals die Grundlagen unseres heutigen Denkens etabliert und verfestigt wurden und zum anderen konkrete Vorstellungen Einzug in unser Kulturgut hielten: es seien hier die Entstehung des Bürgertums genannt, wie auch das rasante Wachsen der industriellen Produktion und der damit korrelierenden Zunahme rationalistischer Erklärung der Welt.

Während auf der einen Seite die jüngst als Mitte des Denkens etablierte Vernunft mit allen Vor- und Nachteilen immer weiter zu einem positivistisch geprägten Bild der Dinge führte, bemühten sich die Anhänger der romantischen Schule um eine erweiterte Sicht, welche sich um eine Integration des Irrationalen und Ganzheitlichen bemühte. Besonders dieser Punkt ist für unsere heutige Zeit von besonderer Aktualität, hat doch das ausgegangene 20. Jahrhundert gezeigt, dass gerade die streng logische und vernünftige Deutung der Welt nicht ausreichend ist und ihre sehr problematische Kehrseite haben kann. Die Beschäftigung mit dem Gedankengut jener Zeit ist also nicht nur nicht überflüssig, sondern – vor allem für die Disziplinen der Geisteswissenschaften – von großer Wichtigkeit.

Als Beitrag hierzu soll diese Arbeit dienen, welche sich bemühen wird, einen Vergleich zwischen den Gedanken und dem Werk Novalis´ und Schellings zu liefern.

2. Problematik und Methodik. Definition des Gegenstandes.

Natürlich werfen sich gewisse Fragen auf, will man eine mögliche Erklärung einer bestimmten Aufgabenstellung liefern. An dieser Stelle wäre demnach vorrausschickend zu rechtfertigen, wieso gerade die Gedanken jener beiden oben genannten Personen verglichen werden sollen, denn an Hand folgendem Zitat aus einem Brief von Hardenbergs an Schlegel (26. Dezember 1797) zeigt sich, dass deutliche Diskrepanzen zwischen dem Dichter und dem Philosophen bestanden: “Schelling hab ich kennen gelernt. Freimütig hab ich ihm unser Mißfallen an seinen <Ideen> erklärt [...]“[1]. Auf der einen Seite stehen also von Hardenberg und Schlegel, auf der anderen Schelling. Demnach läge die Vermutung nahe, ein Vergleich der beiden gleichdenkenden wäre fruchtbarer, doch denke ich, dass sich gerade aus Widersprüchen interessante Schlüsse ziehen lassen. Dazu kommt, dass ich Schelling im Vergleich zu Schlegel als Theoretiker seiner Zeit für bedeutender, weil umfangreicher und universeller halte, während Novalis´ Werk über die Reflexion hinaus treffend die Kerngedanken seiner Zeit dichterische verwirklicht. Es soll daher auf die wesentlichen Grundzüge romantischen Denkens eingegangen werden, wobei sich der Hauptteil dieser Arbeit in zwei Teile gliedert, deren ersterer auf den Umstand eingehen wird, dass sowohl Schelling als auch Novalis in Bezug auf die theoretischen Grundlagen des damaligen Denkens tätig waren, während dessen konkrete Verwirklichung nur bei Novalis stattgefunden hat, was darauffolgend untersucht werden soll. Zwar hat auch der Philosoph das ein oder andere Gedicht hinterlassen, doch kann man nicht sagen, dass es in Relation zu seinem gesamten Werk von genügend großer Relevanz ist, um dem Folge zu leisten.

[...]


[1] Zit. nach: Kirchhoff, Jochen: Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling in Selbstzeugnissen und

Bilddokumenten. Aus der Reihe: Rowohlts Monographien. Hrsg. v. Kurt und Beate Kusenberg. Reinbek bei

Hamburg, 1982. S.28.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Vergleich der theoretischen Grundlagen und der dichterischen Ausgestaltung romantischer Ideen bei Schelling und Novalis
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Literatur und Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar Der Traum in der Literatur
Note
2,75
Autor
Jahr
2001
Seiten
12
Katalognummer
V1178
ISBN (eBook)
9783638107396
ISBN (Buch)
9783656451259
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schelling, Novalis, Traum, Literaturgeschichte, Philosophie, Psychologie
Arbeit zitieren
Christian Herzig (Autor), 2001, Vergleich der theoretischen Grundlagen und der dichterischen Ausgestaltung romantischer Ideen bei Schelling und Novalis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1178

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