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Geschichtswissenschaft in der DDR

3 Essays

Título: Geschichtswissenschaft in der DDR

Trabajo , 2008 , 19 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Bob Göhler (Autor)

Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría
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Die von Karl Marx in seinen ökonomischen Schriften dargelegte Theorie der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, die diese als einen auf sich wandelnden Produktions- und Besitzverhältnissen basierenden Prozess beschreibt, hat seit ihrer Entstehung viele Anhänger gefunden. In der DDR, die sich offiziell erst seit 1968 als sozialistischer Staat verstand, und sich ihrem Selbstverständnis als Kulmination der von Marx entworfenen historischen Entwicklung sah, wurde die Marxsche Geschichtskonzeption zentraler Bezugspunkt historischer Reflexionen auch und v. a. in den neu auf- und umgebauten historischen Forschungs- und Lehreinrichtungen. Der neu gegründete Staat DDR benötigte dringend eine wissenschaftlich-historische Legitimation für die Aufrichtung und „Vervollkommnung“ des Sozialismus in der DDR. Die Essays zeichnen diese und spätere Prozesse aus heutiger Perspektive sowohl am Einzelbeispiel E. C. Welskopfs, als späterer Historiker in der DDR nach.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Formationentheorie in der Geschichtswissenschaft der DDR

2. Hellenische Poleis -Zu Anspruch und Resultat E. C. Welskopfs Großprojekt

3. Propaganda oder Geschichtswissenschaft ? - Methodische Probleme bei der Analyse der Geschichtswissenschaft der DDR

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Rolle und methodische Ausrichtung der Geschichtswissenschaft in der DDR, insbesondere unter dem Fokus der Formationentheorie und der althistorischen Forschung. Ziel ist es, die ideologische Verflechtung zwischen staatlicher Legitimationsbedürftigkeit und historischer Theoriebildung aufzudecken sowie die Probleme einer rückblickenden Analyse dieses Wissenschaftsbetriebs zu erörtern.

  • Die Anwendung der Marxschen Formationentheorie in der DDR-Geschichtsforschung.
  • Kritische Analyse des Großprojekts „Hellenische Poleis“ von Elisabeth Charlotte Welskopf.
  • Die Funktion der Geschichtswissenschaft als Systemstütze versus wissenschaftlicher Anspruch.
  • Methodische Schwierigkeiten bei der Erforschung des DDR-Wissenschaftsbetriebs unter Berücksichtigung von Zeitzeugen und Subtexten.

Auszug aus dem Buch

2. Hellenische Poleis - Zu Anspruch und Resultat E. C. Welskopfs Großprojekt

Im Jahr 1974 erschien beim Akademie-Verlag in Berlin das vierbändige, knapp 2300 Druckseiten umfassende Sammelwerk „Hellenische Poleis“, herausgegeben von der damals knapp 73-jährigen Elisabeth Charlotte Welskopf. Geplant war dieses Werk wohl als synchrone Studie im historischen Kontext der griechischen Stadtstaaten am Ende des 4. Jhd. v. u. Z.

Ausgehend von der Annahme einer Krise der Poleis, die gleichzeitig als historischer Horizont und Periodisierung für die Beiträge des Bandes dient, wird eine umfassende Studie „nahezu alle(...)[r] Gebiete(…) menschlicher Tätigkeit“ im Zielgebiet für den entsprechenden Betrachtungszeitraum angestrebt. Interessant ist, dass diese im Vorwort dargelegte Weite des Themas sich nur schwerlich in der strukturellen Anlage des Werks spiegelt. Die Aufsätze seien, so Welskopf, „Gruppen“ subordiniert, „in denen sich wirksame Tendenzen [der Krise] manifestieren“. Den Auftakt der Reihung der Gruppen bildet ein mit „Klassen, Verfassungen, Bündnissysteme“ überschriebener Abschnitt, der wohl am trefflichsten als Summe von Überlegungen zu ökonomischen Grundlagen der Poleis und ihren politisch-historischen Auswirkungen zusammenzufassen ist. Dabei verwundert der hypothetische Nexus zwischen der in Titel und Vorwort angekündigten Problemlage der Krise und an so exponierter Stelle gelieferten Überlegungen zu Sklaverei und Wirtschaft. Dieses Problem ergibt sich m.E. aus dem methodisch dünnen Eis auf dem Welskopfs Bände stehen. Denn der Ausgangspunkt der Krise ist als solcher wie Kurt Raaflaub trefflich festgesellt hat „nirgends problematisiert, analysiert und als Konzept argumentativ gerechtfertigt“, und wird „als Faktum von vornherein akzeptiert und vorausgesetzt.“ Aber nicht nur in dieser Hinsicht ist der Argumentations- und Forschungsrahmen defizitär.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Formationentheorie in der Geschichtswissenschaft der DDR: Dieses Kapitel analysiert, wie die Marxsche Formationentheorie in der DDR als wissenschaftlich-historische Legitimation für den sozialistischen Staat instrumentalisiert wurde und welche Defizite diese dogmatische Anwendung in der althistorischen Forschung hinterließ.

2. Hellenische Poleis -Zu Anspruch und Resultat E. C. Welskopfs Großprojekt: Das Kapitel befasst sich mit dem vierbändigen Sammelwerk von Elisabeth Charlotte Welskopf und kritisiert die Diskrepanz zwischen dem hohen wissenschaftlichen Anspruch und der methodischen sowie inhaltlichen Umsetzung im Kontext der damaligen DDR-Forschung.

3. Propaganda oder Geschichtswissenschaft ? - Methodische Probleme bei der Analyse der Geschichtswissenschaft der DDR: Hier werden die methodischen Schwierigkeiten einer zeitgenössischen Aufarbeitung der DDR-Historiographie erörtert, wobei insbesondere die Ambivalenz zwischen offizieller Systemstütze und einer schwer belegbaren, subversiven wissenschaftlichen Praxis untersucht wird.

Schlüsselwörter

Geschichtswissenschaft, DDR, Formationentheorie, Marxismus-Leninismus, Hellenische Poleis, Elisabeth Charlotte Welskopf, Althistorische Forschung, Historischer Materialismus, Systemstütze, Ideologie, Methodenproblematik, Sklavenhaltergesellschaft, Geschichtsschreibung, DDR-Forschung, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Aufarbeitung der Geschichtswissenschaft in der DDR, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Interpretation der Antike unter marxistischen Prämissen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themenfelder sind die praktische Anwendung der Formationentheorie, die kritische Würdigung des Projekts „Hellenische Poleis“ und die methodische Reflexion über die Forschung unter den Bedingungen einer Diktatur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der staatlichen Anforderung an die Geschichtswissenschaft als „ideologische Waffe“ und der tatsächlichen wissenschaftlichen Praxis in der DDR zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine wissenschaftshistorische Perspektive und kombiniert Quellenkritik mit der Auswertung von Forschungsliteratur, um die ideologischen Einflüsse auf die historische Theoriebildung aufzudecken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Formationentheorie, eine Fallstudie zu Welskopfs „Hellenischen Poleis“ sowie eine methodische Diskussion über die Analyse der DDR-Historiographie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geschichtswissenschaft, Formationentheorie, Ideologiekritik, DDR-Forschung und Althistorische Forschung charakterisiert.

Inwiefern beeinflusste die Formationentheorie die althistorische Forschung in der DDR?

Die Theorie diente als starres Raster, das historische Ereignisse in eine teleologische Abfolge zwang und oft dazu führte, dass die Quellenforschung hinter den ideologischen Legitimationszwang zurücktrat.

Wie bewertet der Autor das Großprojekt „Hellenische Poleis“ von E. C. Welskopf?

Der Autor würdigt zwar den Versuch der Internationalisierung, kritisiert jedoch die fehlende Gesamtkonzeption, die selektive Quellenexegese und die methodischen Schwächen innerhalb der Bände.

Warum ist eine objektive Analyse der DDR-Geschichtswissenschaft so schwierig?

Die Schwierigkeit liegt in der „unglücklichen Verquickung“ von historischer Analyse der Antike und der Analyse der damaligen Forschung aus einer Nach-DDR-Perspektive sowie im Mangel an verifizierbaren Quellen für vermeintlich subversive, systemkritische Freiräume.

Welche Rolle spielten die sogenannten „Klassiker“ für das Selbstverständnis der Historiker?

Die Werke von Marx, Engels und Lenin dienten als verbindlicher Rahmen, an dem sich jeder althistorische Text orientieren musste, um seine ideologische „Tugendhaftigkeit“ zu beweisen.

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Detalles

Título
Geschichtswissenschaft in der DDR
Subtítulo
3 Essays
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaft)
Curso
Die Alte Geschichte in der DDR
Calificación
1,7
Autor
Bob Göhler (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
19
No. de catálogo
V117800
ISBN (Ebook)
9783640201266
ISBN (Libro)
9783640206476
Idioma
Alemán
Etiqueta
Geschichtswissenschaft Alte Geschichte
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bob Göhler (Autor), 2008, Geschichtswissenschaft in der DDR, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117800
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