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Von einer sportbetonten Schule zur Kaderschmiede für den Leistungssport – Zur Geschichte der Kinder- und Jugendsportschule (KJS) Magdeburg von 1953 bis 1991

Title: Von einer sportbetonten Schule zur Kaderschmiede für den Leistungssport – Zur Geschichte der Kinder- und Jugendsportschule (KJS)  Magdeburg von 1953 bis 1991

Examination Thesis , 2007 , 138 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tobias Jantz (Author)

Sport - Sport History
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Summary Excerpt Details

Das Sportsystem der DDR mit seinen unzähligen Erfolgen bei Olympischen
Spielen, Welt- und Europameisterschaften hat über Jahre hinweg
Bewunderung, Anerkennung, Staunen, Neugier und Neid hervorgerufen – je
nach Standpunkt des Betrachters. Die Entwicklung dieses Sportsystems war
in dieser Form nur möglich, weil der totalitäre Herrschaftsanspruch der SED
auch den Sport nicht überging, sondern ihn im Gegenteil so stark förderte,
wie es noch nie ein Staat in der Geschichte getan hat. Der Sport wurde
politisch instrumentalisiert und entwickelte sich zum am stärksten
ausgeprägten Subsystem der DDR (vgl. Gallinat, 1997, S. 11). Er wurde als
Identitätsträger des Staates, ja sogar des gesamten politischen Systems
genutzt.
Die identitätstragenden Erfolge des DDR-Sports bedurften jedoch einer
äußerst aufwendigen und kostenintensiven Vorbereitung. Es entstand ein
dreistufiges Fördersystem, welches im letzten Jahr seines Bestehens fast
80.000 Sportler einbezog (vgl. Anlage 2). Das wichtige Bindeglied in diesem
System, das die Kinder und Jugendlichen in den 1.692 Trainingszentren und
-stützpunkten (1. Förderstufe) auf die Arbeit in einem der 27 Sportclubs (3.
Förderstufe) vorbereiten sollte, waren die am Ende 25 Kinder- und
Jugendsportschulen (KJS), welche die zweite Förderstufe darstellten.
Bis zur Auflösung der DDR und der anschließenden Öffnung der Archive für
die Forschung waren die KJS über Jahrzehnte hinweg eine zwar weltweit
bekannte, aber geheimnisumwobene Erscheinung. Dies resultierte aus der
von der DDR-Sportführung initiierten Geheimhaltung und führte zur kausalen
Verknüpfung der KJS mit dem Aufstieg der DDR zur Sportweltmacht.
Eine der ersten dieser auf den Sport ausgerichteten Spezialschulen war die
KJS Magdeburg, deren historische Entwicklung von der Gründung 1953 bis
zum Ende, dem Übergang zum Sportgymnasium 1991, im Folgenden
aufgezeigt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 GRUNDLEGUNG

1.1 EINLEITUNG

1.2 DIE FORSCHUNG ZUR GESCHICHTE DER KJS DER DDR

1.2.1 Vorbemerkungen

1.2.2 Die DDR-Forschung

1.2.3 Die BRD-Forschung bis 1990

1.2.4 Die gesamtdeutsche Forschung nach 1990

2 ZUR ENTWICKLUNG VON KÖRPERKULTUR UND SPORT IN DER SBZ / DDR BIS ZUR GRÜNDUNG DER KJS (1945-1953)

2.1 VORBEMERKUNGEN

2.2 ANMERKUNGEN ZUM ZUSTAND DES DEUTSCHEN SPORTS IN DER UNMITTELBAREN NACHKRIEGSZEIT

2.3 ZUR NEUORGANISATION DES SPORTS IN DER SBZ / DDR NACH 1945 UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER ENTWICKLUNG IN MAGDEBURG

2.4 ZUR GENESE DES SCHULSPORTS IN DER SBZ / DDR

3 ANREGUNGEN UND MAßNAHMEN ZUR ERRICHTUNG SPORTLICHER SPEZIALSCHULEN IN DER DDR IM VORFELD DER GRÜNDUNG DER KJS MAGDEBURG (1950-1953)

3.1 VORBEMERKUNGEN

3.2 ZUR KONFRONTATION MIT DEM KJS-MODELL DER SOWJETUNION

3.3 DAS PROJEKT „ZENTRALE JUGENDSPORTSCHULE NORDHAUSEN“

3.4 ZUR ENTSTEHUNG UND ERÖFFNUNG DER ERSTEN SPORTSCHULEN DER DDR

4 DIE ERÖFFNUNG DER KJS MAGDEBURG UND IHR BESTEHEN ALS SPORTBETONTE SCHULE (1953-1962)

4.1 VORBEMERKUNGEN

4.2 ZUR ERÖFFNUNG DER KJS MAGDEBURG

4.3 ZUR ENTWICKLUNG UND KONSOLIDIERUNG DER KJS MAGDEBURG IN DEN 1950ER JAHREN

4.3.1 Zur schulischen Entwicklung der KJS

4.3.2 Zur sportlichen Entwicklung der KJS

4.3.3 Zur Entwicklung der Internatsstruktur

4.4 ZUR UMGESTALTUNG DER KJS ZWISCHEN 1958 UND 1962

5 DIE KJS MAGDEBURG ALS „SPEZIALSCHULE DES SPORTLICHEN NACHWUCHSES“ (1962-1975)

5.1 VORBEMERKUNGEN

5.2 DIE PLANERISCHEN GRUNDLAGEN ZUR UMSETZUNG DER „MAßNAHMEN ZUR ENTWICKLUNG DER KJS DER DDR ZU SPEZIALSCHULEN DES SPORTLICHEN NACHWUCHSES“ AN DER KJS MAGDEBURG

5.3 ZUR PRAKTISCHEN UMSETZUNG DER „MAßNAHMEN ZUR ENTWICKLUNG DER KJS DER DDR ZU SPEZIALSCHULEN DES SPORTLICHEN NACHWUCHSES“ AN DER KJS MAGDEBURG VON 1962 BIS 1975

5.3.1 Zu den Veränderungen im schulischen Bereich

5.3.2 Zu den Auswirkungen der Maßnahmen auf den sportlichen Bereich

5.3.3 Zur Entwicklung der Internatsstruktur

5.3.4 Anmerkungen zur Situation der Trainingsstätten

6 ZUM SCHULNEUBAU DER KJS MAGDEBURG IN DER FRIEDRICH-EBERT-STRAßE (1976)

7 DIE WEITERE PROFILIERUNG DER KJS MAGDEBURG ALS EINRICHTUNG FÜR DEN HOCHLEISTUNGSSPORTS (1975-1990)

7.1 VORBEMERKUNGEN

7.2 ZUR ENTWICKLUNG DER KJS MAGDEBURG IM SCHULISCHEN BEREICH

7.3 ZUR ENTWICKLUNG DER KJS MAGDEBURG IM SPORTLICHEN BEREICH

8 ZUR UMGESTALTUNG DER KJS MAGDEBURG IN EIN SPORTGYMNASIUM (1990-1991)

9 ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Kinder- und Jugendsportschule (KJS) Magdeburg von ihrer Gründung im Jahr 1953 bis zur Umwandlung in ein Sportgymnasium im Jahr 1991. Ziel ist es, die Voraussetzungen, Motive und den strukturellen Wandel dieser speziellen Bildungseinrichtung im Kontext des DDR-Sportsystems aufzuzeigen und dabei die Verflechtung von schulischer Ausbildung und leistungssportlicher Förderung detailliert zu analysieren.

  • Entwicklung des Sports und der Sportorganisation in der SBZ/DDR
  • Genese und Konzepte sportlicher Spezialschulen in der DDR
  • Strukturwandel und Konsolidierung der KJS Magdeburg im Zeitverlauf
  • Bedeutung der Internatssituation und der Trainingsstätten für den Schulbetrieb
  • Kooperation zwischen Schule und Sportclubs (SC)

Auszug aus dem Buch

1.1 Einleitung

Das Sportsystem der DDR mit seinen unzähligen Erfolgen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften hat über Jahre hinweg Bewunderung, Anerkennung, Staunen, Neugier und Neid hervorgerufen – je nach Standpunkt des Betrachters. Die Entwicklung dieses Sportsystems war in dieser Form nur möglich, weil der totalitäre Herrschaftsanspruch der SED auch den Sport nicht überging, sondern ihn im Gegenteil so stark förderte, wie es noch nie ein Staat in der Geschichte getan hat. Der Sport wurde politisch instrumentalisiert und entwickelte sich zum am stärksten ausgeprägten Subsystem der DDR (vgl. Gallinat, 1997, S. 11). Er wurde als Identitätsträger des Staates, ja sogar des gesamten politischen Systems genutzt.

Die identitätstragenden Erfolge des DDR-Sports bedurften jedoch einer äußerst aufwendigen und kostenintensiven Vorbereitung. Es entstand ein dreistufiges Fördersystem, welches im letzten Jahr seines Bestehens fast 80.000 Sportler einbezog (vgl. Anlage 2). Das wichtige Bindeglied in diesem System, das die Kinder und Jugendlichen in den 1.692 Trainingszentren und -stützpunkten (1. Förderstufe) auf die Arbeit in einem der 27 Sportclubs (3. Förderstufe) vorbereiten sollte, waren die am Ende 25 Kinder- und Jugendsportschulen (KJS), welche die zweite Förderstufe darstellten.

Bis zur Auflösung der DDR und der anschließenden Öffnung der Archive für die Forschung waren die KJS über Jahrzehnte hinweg eine zwar weltweit bekannte, aber geheimnisumwobene Erscheinung. Dies resultierte aus der von der DDR-Sportführung initiierten Geheimhaltung und führte zur kausalen Verknüpfung der KJS mit dem Aufstieg der DDR zur Sportweltmacht. Eine der ersten dieser auf den Sport ausgerichteten Spezialschulen war die KJS Magdeburg, deren historische Entwicklung von der Gründung 1953 bis zum Ende, dem Übergang zum Sportgymnasium 1991, im Folgenden aufgezeigt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 GRUNDLEGUNG: Skizziert das DDR-Sportsystem und den Forschungsstand zu den KJS sowie die Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit.

2 ZUR ENTWICKLUNG VON KÖRPERKULTUR UND SPORT IN DER SBZ / DDR BIS ZUR GRÜNDUNG DER KJS (1945-1953): Beschreibt die Neuorganisation des Sports nach 1945 und die Anfänge des Schulsports als Grundlage für die späteren Sportschulen.

3 ANREGUNGEN UND MAßNAHMEN ZUR ERRICHTUNG SPORTLICHER SPEZIALSCHULEN IN DER DDR IM VORFELD DER GRÜNDUNG DER KJS MAGDEBURG (1950-1953): Erläutert die Vorbereitungen zur Gründung der KJS und die Konfrontation mit dem sowjetischen Vorbild.

4 DIE ERÖFFNUNG DER KJS MAGDEBURG UND IHR BESTEHEN ALS SPORTBETONTE SCHULE (1953-1962): Analysiert die Gründungsphase und die ersten Jahre der KJS Magdeburg als allgemeinbildende Schule mit erweitertem Sportunterricht.

5 DIE KJS MAGDEBURG ALS „SPEZIALSCHULE DES SPORTLICHEN NACHWUCHSES“ (1962-1975): Behandelt die Umgestaltung der KJS zu leistungssportorientierten Spezialschulen und die praktischen Folgen für Unterricht und Training.

6 ZUM SCHULNEUBAU DER KJS MAGDEBURG IN DER FRIEDRICH-EBERT-STRAßE (1976): Schildert die Hintergründe und den langen Prozess des Schulneubaus als notwendige Infrastrukturmaßnahme.

7 DIE WEITERE PROFILIERUNG DER KJS MAGDEBURG ALS EINRICHTUNG FÜR DEN HOCHLEISTUNGSSPORTS (1975-1990): Beschreibt die Phase der weiteren leistungssportlichen Spezialisierung und Individualisierung der Ausbildung.

8 ZUR UMGESTALTUNG DER KJS MAGDEBURG IN EIN SPORTGYMNASIUM (1990-1991): Analysiert den Transformationsprozess nach der politischen Wende hin zum Sportgymnasium.

9 ZUSAMMENFASSUNG: Fasst die Ergebnisse der historischen Untersuchung des KJS-Systems zusammen.

Schlüsselwörter

KJS, Kinder- und Jugendsportschule, DDR, Leistungssport, Sportgymnasium, Magdeburg, Sportförderung, Spezialschulwesen, Trainingszentren, Sportclubs, Schulsport, Körperkultur, DDR-Geschichte, SED, Internatswesen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte und dem strukturellen Wandel der Kinder- und Jugendsportschule (KJS) Magdeburg in der Zeit zwischen 1953 und 1991.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des DDR-Sportsystems, die theoretische und praktische Genese der KJS-Einrichtungen sowie die spezifische organisatorische, personelle und bauliche Entwicklung des Standorts Magdeburg.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist die wissenschaftliche Aufarbeitung der Entstehungs- und Entwicklungsprozesse der KJS Magdeburg unter besonderer Berücksichtigung der politischen Rahmenbedingungen und der Verknüpfung von schulischer und sportlicher Ausbildung.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Verfasser nutzt primär Archivquellen, darunter Akten aus dem Stadtarchiv Magdeburg und dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, sowie ergänzende Literatur und Zeitzeugenberichte für eine chronologische und strukturanalytische Untersuchung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Entwicklungsphasen: von der sportbetonten Schule der 1950er Jahre über die Spezialschule des sportlichen Nachwuchses bis hin zur Umgestaltung in ein Sportgymnasium nach 1990.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind KJS, Leistungssport, DDR-Sportsystem, Sportgymnasium Magdeburg, Begabtenförderung und DDR-Bildungspolitik.

Welche Rolle spielte die Kooperation mit Sportclubs für die KJS?

Die Zusammenarbeit mit dem Sportclub (SC) Magdeburg war für die leistungssportliche Ausbildung zentral; sie beinhaltete Patenschaftsverträge, die Nutzung von Sportstätten und die Einbindung von Klubtrainern in den Trainingsbetrieb.

Wie beeinflusste der Schulneubau 1976 die Arbeit der KJS?

Der Neubau in der Friedrich-Ebert-Straße schuf durch die räumliche Zusammenlegung von Schule, Internat und Mensa eine notwendige Einheit, die eine effektivere Gestaltung von Training und Unterricht ermöglichte.

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Details

Title
Von einer sportbetonten Schule zur Kaderschmiede für den Leistungssport – Zur Geschichte der Kinder- und Jugendsportschule (KJS) Magdeburg von 1953 bis 1991
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Grade
1,0
Author
Tobias Jantz (Author)
Publication Year
2007
Pages
138
Catalog Number
V117826
ISBN (eBook)
9783640212439
Language
German
Tags
Schule Kaderschmiede Leistungssport Geschichte Kinder- Jugendsportschule Magdeburg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Jantz (Author), 2007, Von einer sportbetonten Schule zur Kaderschmiede für den Leistungssport – Zur Geschichte der Kinder- und Jugendsportschule (KJS) Magdeburg von 1953 bis 1991 , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117826
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