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Naturwissenschaft und Seelenunsterblichkeit in ausgewählten Werken Jean Pauls

Titre: Naturwissenschaft und Seelenunsterblichkeit in ausgewählten Werken Jean Pauls

Mémoire de Maîtrise , 2007 , 101 Pages , Note: 1,1

Autor:in: Stefan Siebigke (Auteur)

Philologie Allemande - Histoire littéraire, Epoques
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Im Vorbericht zu Jean Pauls ‚Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei’, sagt der Dichter: „Das Ziel dieser Dichtung ist die Entschuldigung ihrer Kühnheit.“ Kühn war das Werk seinerzeit in der Tat. Womöglich ist ‚kühn’ gar noch weit untertrieben. Jean Pauls Angst vor den Strömungen des Atheismus, der sich seiner Meinung nach zwingend aus dem übersteigerten Subjektivismus seiner Zeitgenossen entwickeln musste, stieß all zu oft auf Unverständnis – ja sogar Ablehnung. Die Menschen fanden lang gesuchte Erklärungen über sich und ihre Umwelt nicht mehr in der Bibel, sondern in den Schriften Isaac Newtons, Pierre Simon Laplaces, Friedrich Wilhelm Herschels und Antoine Laurent de Lavoisiers. Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Galileo Galilei hatten in den Jahrhunderten zuvor Gott bereits aus dem Zent-rum der Schöpfung in die zweite Reihe verbannt. Die Brüder Joseph und Étienne de Montgolfier entdeckten das Prinzip ‚leichter als Luft’ und ließen kurz darauf ihren ersten mit Heißluft gefüllten Ballon steigen. Die Welt war im Umbruch.
Durch das gesamte 18. Jahrhundert zog sich eine Wechselbeziehung zwischen Natur-wissenschaft, Naturphilosophie und Dichtung. Brockes und Hallers versuchten, das neue Weltbild der Naturwissenschaft in ihre Dichtung zu integrieren. Die Physikotheologie machte es sich zur Aufgabe, die neue Kosmologie und die Einsicht in bisher un-bekannte Welten, die von der Mikroskopie erschlossen worden waren, mit der alten Theologie und Metaphysik zu vereinbaren.
Jean Paul, den die Erkenntnisse der Naturwissenschaft schon als junger Mann faszinierten und die dieser eingehend studierte, erwarb ein umfangreiches Wissen auf diesen Gebieten, das für einen Dichter äußerst beachtlich war. Seine Werke strotzen von detailgenauen Beschreibungen astronomischer, medizinischer oder physikalischer Vorgänge. Der studierte Theologe erwarb sich einen Ruf auf dem Gebiet der Naturwissen-schaften, der so manchem Naturforscher recht gewesen wäre. Neben den reinen Naturwissenschaften studierte Jean Paul zudem die Erkenntnisse der Philosophen, die mittels der Philosophie die Natur zu ergründen versuchten. So flossen auch die Einsichten Leibniz’, Herders oder Kants in seine Schriften ein.
Ein weiterer großer Themenkreis, dem Jean Paul sich widmete, stellt die Unsterblichkeit der Seele dar. Mit den traditionellen theologischen Erklärungen über Tod und Auferstehung wollte und konnte er sich nicht zufrieden geben.

Extrait


Gliederung

1. Einleitung

2. Biographisches

3. Zur geistesgeschichtlichen Bedeutung der Naturwissenschaft im 18. Jahrhundert

3.1 Naturwissenschaft und Literatur in der Aufklärung

3.2 Das neue Verhältnis von Literatur und Naturwissenschaft

3.3 Die Popularisierung der Naturwissenschaft

3.4 Naturwissenschaft und Selbstbesinnung des Menschen

4. Jean Paul und die Naturwissenschaft

4.1 Die Naturphilosophie Jean Pauls

4.2 Jean Pauls Interesse an der Natur und der Naturwissenschaft

4.3 Die Rezeption der Naturwissenschaft

5. Das Naturwissen in den Werken Jean Pauls

5.1 Astronomie und Kosmologie

5.1.1 Antikes Wissen

5.1.2 Neueres Wissen

5.1.3 Die poetische Verwendung astro-kosmologischer Erkenntnisse

5.1.4 Dynamisierung und Bevölkerung des Alls

5.2 Physikalisches Wissen

5.3 Medizin, Anatomie und Physiologie

6. Die Unsterblichkeit der Seele

6.1 Das Leib-Seele-Problem

6.2 Das Todesproblem

6.3 Naturwissenschaft und Seelenunsterblichkeit: Der organische Magnetismus

6.4 Für und Wider der Seelenunsterblichkeit

7. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss naturwissenschaftlicher Erkenntnisse des 18. Jahrhunderts auf das Werk Jean Pauls sowie die literarische Auseinandersetzung mit der Frage nach der Unsterblichkeit der Seele. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Jean Paul empirische Wissenschaften, Philosophie und Theologie verknüpft, um das Verhältnis von Mensch, Welt und Jenseits in seinen Dichtungen neu zu interpretieren.

  • Wechselbeziehung zwischen Naturwissenschaft, Naturphilosophie und Literatur
  • Astronomische und kosmologische Weltbilder in Jean Pauls Erzählungen
  • Die Rolle der Medizin und des organischen Magnetismus im Diskurs
  • Das Leib-Seele-Problem als zentrales metaphysisches Motiv
  • Die literarische Gestaltung der Seelenunsterblichkeit als Antwort auf den Atheismus

Auszug aus dem Buch

3.1 Naturwissenschaft und Literatur in der Aufklärung

Richter bemerkt: „Die Frage nach Beziehungen zwischen der Literatur und den Naturwissenschaften ist der Literaturwissenschaft nicht geläufig. Das könnte zunächst einfach Ausdruck der Tatsache sein, dass Beziehungen dieser Art vielleicht in Ausnahmefällen begegnen, ein breiteres Interesse jedoch weder beanspruchen noch lohnen. Es könnte eine ganz natürliche Fremdheit und Beziehungslosigkeit zwischen der Literatur und den Naturwissenschaften zum Ausdruck bringen. In Wahrheit reflektiert es weit mehr das ungeprüfte Fortwirken einer starren Grenzziehung zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften, die der Thematisierung solcher Bezugsverhältnisse den Weg verstellt.“

Die durch die Naturwissenschaft begründete Weltanschauung hat bei den Zeitgenossen wie auch in der Forschung das meiste Interesse und die größten Kontroversen hervorgerufen. Im Zentrum stand ein neuer Begriff der Natur und der Gefährdung oder Verteidigung der christlichen Lehre. Maßgebend für die von Newton geprägte Naturwissenschaft war zunächst das von Descartes philosophisch begründete Modell der Welt als Maschine. Weltanschaulich wichtig war für das 18. Jahrhundert auch die ‚Kopernikanische Wende’, die sowohl Desillusion wegen des Verlustes der Mittelpunktstellung der Erde als auch den Gewinn eines neuen Selbstbewusstseins aufgrund der geistigen Fähigkeiten des Menschen bedeutete. Am folgenreichsten war für die Literatur aber ein neuer Naturbegriff, der sich in Anlehnung und Auseinandersetzung der Naturwissenschaft entwickelte, und für den einerseits die vom Schöpfer verliehene Ordnung, Zweckmäßigkeit und Vollkommenheit, andererseits aber auch die Fülle, Unmittelbarkeit und Konkretheit maßgeblich waren, die den Gegenständen der wissenschaftlichen Ordnung eigneten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Verbindung von Naturwissenschaft und Seelenunsterblichkeit in Jean Pauls Werk sowie Skizzierung der Forschungsabsichten.

2. Biographisches: Reflexion der Lebensumstände Jean Pauls und deren Einfluss auf seine literarische Arbeit und sein Interesse an metaphysischen Fragen.

3. Zur geistesgeschichtlichen Bedeutung der Naturwissenschaft im 18. Jahrhundert: Analyse der mechanistischen Weltbilder und deren Auswirkungen auf Literatur und Philosophie.

4. Jean Paul und die Naturwissenschaft: Untersuchung von Jean Pauls eigenem, autodidaktisch erworbenem naturwissenschaftlichen Wissen und dessen Einbettung in seine Philosophie.

5. Das Naturwissen in den Werken Jean Pauls: Detaillierte Darstellung der Verwendung astronomischer, physikalischer und medizinischer Kenntnisse in Jean Pauls Schriften.

6. Die Unsterblichkeit der Seele: Interpretation von Jean Pauls Konzepten zur Unsterblichkeit im Kontext von Naturwissenschaft, Medizin und magnetischen Heilmethoden.

7. Schlussbetrachtungen: Zusammenfassende Einschätzung der Symbiose aus Poesie und Wissenschaft bei Jean Paul.

Schlüsselwörter

Jean Paul, Naturwissenschaft, Seelenunsterblichkeit, Aufklärung, Astronomie, Leib-Seele-Problem, organischer Magnetismus, Kosmologie, Mechanismus, Literatur, Philosophie, Theologie, Physiologie, Psychologie, Anthropologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Einflüsse naturwissenschaftlicher Erkenntnisse des späten 18. Jahrhunderts auf die literarischen Texte Jean Pauls, insbesondere mit Blick auf seine Auseinandersetzung mit der Unsterblichkeit der Seele.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Astronomie, die Physik, die Medizin und die daraus resultierenden philosophisch-theologischen Implikationen für Jean Pauls Verständnis vom Menschen und dessen Existenz nach dem Tod.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Jean Paul naturwissenschaftliche Konzepte verwendet, um metaphysische Fragen zu beantworten und eine Brücke zwischen der rationalen Wissenschaft seiner Zeit und dem Glauben an das Transzendente zu schlagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geistesgeschichtliche und literaturwissenschaftliche Analyse, die einschlägige Schriften von Jean Paul sowie zeitgenössische wissenschaftliche Quellen interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Jean Pauls Naturverständnis, die Analyse seiner astronomischen und physikalischen Bezüge sowie die tiefgreifende Interpretation seines Konzepts der Seelenunsterblichkeit mittels medizinischer und magnetischer Theorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Naturwissenschaft, Seelenunsterblichkeit, Mechanismus, organischer Magnetismus, Weltseele und das Verhältnis von Geist und Körper charakterisiert.

Wie bewertet Jean Paul den mechanistischen Weltentwurf des 18. Jahrhunderts?

Jean Paul ist von der wissenschaftlichen Präzision fasziniert, steht aber dem daraus resultierenden "gottlosen" mechanistischen Weltbild skeptisch bis ablehnend gegenüber, da es den menschlichen Geist und die Seele zu leugnen scheint.

Welche Rolle spielt der organische Magnetismus in Jean Pauls Konzept der Unsterblichkeit?

Für Jean Paul dient der organische Magnetismus als empirischer Beleg für eine Beseelung der Natur. Er ermöglicht die Annahme eines Ätherleibs, der die Unabhängigkeit der Seele vom physischen, vergänglichen Körper stützt.

Warum spielt das Thema "Schlaf" eine so zentrale Rolle bei der Argumentation gegen den Tod?

Jean Paul interpretiert den Schlaf als Metamorphose, die die Vitalität des Geistes beweist, während der Körper ruht. Dies dient ihm als Analogie, um den Tod als Übergang in einen anderen Zustand anstelle einer totalen Vernichtung zu deuten.

Wie unterscheidet sich Jean Pauls Vorgehensweise in "Selina" von der im "Kampaner Tal"?

Während er im "Kampaner Tal" noch stärker in der direkten Auseinandersetzung mit Kants Moralismus steht, nutzt er in der "Selina" verstärkt romantische Naturphilosophie und Theorien des organischen Magnetismus, um seinen Glauben an die Unsterblichkeit rationaler abzusichern.

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Résumé des informations

Titre
Naturwissenschaft und Seelenunsterblichkeit in ausgewählten Werken Jean Pauls
Université
University of Hamburg
Note
1,1
Auteur
Stefan Siebigke (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
101
N° de catalogue
V117831
ISBN (ebook)
9783640211418
ISBN (Livre)
9783640862689
Langue
allemand
mots-clé
Naturwissenschaft Seelenunsterblichkeit Werken Jean Pauls
Sécurité des produits
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Citation du texte
Stefan Siebigke (Auteur), 2007, Naturwissenschaft und Seelenunsterblichkeit in ausgewählten Werken Jean Pauls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117831
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Extrait de  101  pages
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