Im Rahmen dieser Arbeit sollen zunächst vier gebräuchliche Lagerhaltungsstrategien erläutert
werden. Anschließend wird der Begriff des Inventory Pooling durch unterschiedliche
Umschreibungen in Wirtschaft und Wissenschaft definiert. Anknüpfend daran werden die
verschiedenen Ausprägungen, welche kooperative Lagerhaltung bedingen, näher betrachtet.
Darauf folgend werden die Vor- und Nachteile zentraler und dezentraler Lagersysteme aus
einer Leistungs- und Kostensicht herausgearbeitet.
Um das Rationalisierungspotential kooperativer Lagerhaltung offen zu legen werden durch
einen rechnerischen Nachweis die Auswirkungen auf zwei wichtige Größen
(Sicherheitsbestand und Servicelevel) in der Lagerhaltung ersichtlich gemacht.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Lagerhaltungsstrategien
3 Inventory Pooling
3.1 Definitionen aus der Literatur
3.2 Ausprägungen von Inventory Pooling
3.3 Vor- und Nachteile dezentraler und zentraler Lagersysteme
3.3.1 Die Leistungssicht
3.3.2 Die Kostensicht
3.3.3 Verbundsysteme: Kombination der Vorteile
3.4 Einsparpotentiale bei kooperativer Lagerhaltung
3.4.1 Einsparpotential durch Zentralisierung: Eine Herleitung
3.4.2 Auswirkungen auf den Sicherheitsbestand
3.4.3 Auswirkungen auf den Servicelevel
3.4.4 Die korrelierende Nachfrage
4 Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Rationalisierungspotential durch die Zusammenlegung dezentraler Lagerstandorte im Kontext des Inventory Poolings, um bei steigendem Kostendruck Wettbewerbsvorteile entlang der Wertschöpfungskette zu generieren.
- Analyse verschiedener Lagerhaltungsstrategien in Supply Chains.
- Gegenüberstellung von Leistungs- und Kostenvorteilen zentraler gegenüber dezentralen Lagersystemen.
- Rechnerischer Nachweis der Einsparpotentiale bei Sicherheitsbeständen und Servicelevel.
- Untersuchung des Einflusses korrelierender Nachfrageverteilungen auf die Lagerhaltungseffizienz.
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Einsparpotential durch Zentralisierung: Eine Herleitung
Die Nachfrage nach einem Produkt in einem dezentralen System mit l = 1,…,L Standorten wird mit der Normalverteilung N1(d_l, σ_l) beschrieben. In einem zentralen System mit einem Standort lautet die Normalverteilung der Nachfrage N^zen(d^zen, σ^zen).
Geht man jetzt davon aus, dass die Standorte in einem dezentralen System zusammengefasst werden, muss die Nachfrage der Kunden von einem zentralen Standort aus befriedigt werden. Aufgrund der Annahme der Unabhängigkeit der Nachfrageverteilungen lässt sich durch eine Faltung der dezentralen Nachfrage die Nachfrageverteilung des zentralen Standorts ermitteln als:
N^zen(d^zen, σ^zen) = N^zen(sum(d_l), sqrt(sum(σ_l^2))) (1)
Weiterhin sei angenommen, dass alle Standorte den gleichen Sicherheitsfaktor z= z^zen = z ∀ 1 verwenden und dass die Vorhaltezeit lt_l= lt^zen = lt ∀ 1 ebenfalls gleich ist. Diese Annahme kann fallen gelassen werden, wenn eine (s,s)-Lagerhaltungsstrategie angewendet wird. Es gilt dann:
s_l = (d_l * lt) + z * σ_l * sqrt(lt) (2)
s^zen = (d^zen * lt) + z * σ^zen * sqrt(lt) (3)
Es ist davon auszugehen, dass die Kundennachfrage nach der Zusammenlegung der Standorte sich nicht verändert hat. Für den mittleren Bedarf innerhalb der Reaktionszeit gilt somit sum(d_l * lt) = d^zen * lt. Da der mittlere Bedarf gleich bleibt, ergeben sich somit Einsparpotentiale aufgrund einer Reduktion des Sicherheitsbestandes.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den wachsenden Kostendruck auf Unternehmen und stellt das Inventory Pooling als Lösungsansatz zur Steigerung der Effizienz entlang der Wertschöpfungskette vor.
2 Lagerhaltungsstrategien: In diesem Kapitel werden vier gängige Strategien wie "Reserved Inventory" und "Shared Inventory" zur Lagerhaltung in Supply Chains definiert und abgegrenzt.
3 Inventory Pooling: Das Hauptkapitel behandelt die Definitionen, Ausprägungen sowie die spezifischen Vor- und Nachteile zentraler und dezentraler Systeme, inklusive einer mathematischen Herleitung der Einsparpotentiale.
4 Ausblick: Der Ausblick fasst zusammen, dass die mathematischen Modelle als Basis dienen und die Wahl der Lagerstruktur stets eine individuelle Abwägung erfordert, bei der die Flexibilität des Systems entscheidend bleibt.
Schlüsselwörter
Inventory Pooling, Supply Chain Management, Lagerhaltung, Sicherheitsbestand, Servicelevel, Zentralisierung, Distributionssystem, Kostendruck, Nachfrageverteilung, Wertschöpfungskette, Logistik, Rationalisierungspotential, Lieferfähigkeit, Lagerstruktur, Bestandsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch kooperative Lagerhaltungsmodelle, insbesondere das sogenannte Inventory Pooling, ihre Lagerbestände optimieren können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen Lagerhaltungsstrategien, der Vergleich zwischen zentralen und dezentralen Systemen sowie die rechnerische Analyse von Einsparpotentialen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Zusammenlegung von Lagerstandorten Sicherheitsbestände reduziert und der Servicelevel erhöht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit verwendet eine Kombination aus Literaturanalyse und mathematisch-statistischen Herleitungen auf Basis der Normalverteilung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen des Inventory Poolings, die Evaluierung von Vor- und Nachteilen verschiedener Lagersysteme sowie mathematische Beweise für Kosteneinsparungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Inventory Pooling, Supply Chain Management, Sicherheitsbestand und Servicelevel.
Warum spielt die Korrelation der Nachfrage eine wichtige Rolle bei der Zentralisierung?
Die Korrelation bestimmt, ob Einsparungen realisierbar sind: Vollständig positiv korrelierte Verteilungen bieten keine Einsparmöglichkeiten, während negativ korrelierte Verteilungen den Nutzen maximieren.
Was bedeutet der "Trade-off" im Kontext dieser Arbeit?
Es beschreibt den Zielkonflikt bei der Entscheidung für eine Lagerstrategie, bei der eine Verbesserung eines Aspekts (z. B. geringere Lagerkosten) oft zu Verschlechterungen an anderer Stelle (z. B. höhere Transportkosten) führt.
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- Michael Pflugfelder (Author), 2007, Fünfte Analyse des Rationalisierungspotentials einer kooperativen Lagerhaltung (Inventory Pooling), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117935