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Jena-Plan-Schule Jena - Geschichte und Aktualität

Title: Jena-Plan-Schule Jena - Geschichte und Aktualität

Examination Thesis , 2008 , 117 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Kathrin Pflipsen (Author)

Pedagogy - Reform Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Die Jena-Plan-Schule Jena gehörte im Jahr 2006 zu einer der fünf Schulen, die ausgewählt und mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurden. Sie ist eine Neugründung nach der deutschen Vereinigung 1989, ihre ursprünglichen Wurzeln finden sich aber schon in der Weimarer Republik. Die Schule orientiert sich am Konzept des deutschen Reformpädagogen Peter Petersen, der als Inhaber des Lehrstuhls für Erziehungswissenschaft an der Universität Jena die Leitung der damaligen Universitätsübungsschule von seinem herbartischen Vorgänger Wilhelm Rein übernommen und diese im Laufe der Jahre zu einer Schule nach seinen Vorstellungen, basierend auf seinem reformpädagogisch geprägten Konzept des Kleinen Jena-Plans, modifizierte.

Die Jena-Plan-Schule Jena unterscheidet sich ganz besonders von anderen, konventionellen Schulen. Sie besteht aus ´fliegenden Klassenzimmern`, überall darf gearbeitet werden – auf dem Flur, im Treppenhaus, in der Bibliothek, im Schülercafé, auf dem Schulhof und sogar im Lehrerzimmer. Solche Freiheiten verlangen ein hohes Maß an Selbständigkeit und Disziplin, das an der Schule von klein auf gefördert und geübt wird.
Der Jena-Plan verlangt eine menschliche Schule, in der alle Kinder gemeinsam und selbständig lernen statt ´Papageienwissen` zu reproduzieren. Doch in der DDR stand die Lehre Petersens, der 1952 starb, als gefährliches Überbleibsel der Weimarer Republik auf dem Index. Wie modern die Prinzipien des Jena-Plans sind, entdeckten die Schulleiterin Gisela John und ihre Kollegen in der Zeit nach der Wiedervereinigung, als eine Bürgerinitiative aus Lehrern und Eltern eine ganz andere, neue Schule schaffen wollte, die viele eherne Prinzipien stürzte, wie das Lernen in 45-Minuten-Einheiten, den Frontalunterricht und Pausenglocken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Peter Petersen – Eine Biographie

2.1 Hamburger Jahre

2.2 Berufung nach Jena

3. Jena-Plan: Entwicklung einer pädagogischen Schule

3.1 Die Reformpädagogik - Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft und am konventionellen Lernbegriff

3.2 Reform der Schule unter dem Primat der Erziehung

3.2.1 Die Universitätsübungsschule in Jena 1924

3.2.2 Die neueuropäische Erziehungsbewegung 1925

3.2.3 Die Verbreitung des Jena-Plans

3.2.4 Die Jena-Plan-Schule im Nationalsozialismus

3.2.5 Die Universitätsübungsschule Jena in der SZB und der DDR zwischen 1945 und 1950

3.2.6 Schulversuche nach dem Jena-Plan in der Bundesrepublik Deutschland

3.2.7 Aktuelle Konzepte

3.3 Jena-Plan-Pädagogik in den Niederlanden

3.4 Zusammenfassung

4. Das Konzept des Jena-Plans

4.1 Die Erziehungsidee

4.2 Wochenplanarbeit statt Stundenplan

4.3 Die Bildungsgrundformen

4.3.1 Das Gespräch

4.3.2 Das Spiel

4.3.3 Die Arbeit

4.3.3.1 Die Arbeitsmittel

4.3.3.2 Leistungskultur statt Leistungskult

4.3.4 Die Feier

4.4 Schulwohnstube statt Klassenzimmer

4.5 Stammgruppenprinzip statt Jahrgangsklassen

4.5.1 Die pädagogisch-didaktischen Vorteile

4.6 Die Schulgemeinde

4.7 Die Lehrerrolle

4.8 Probleme beim Unterricht nach dem Jena-Plan

4.9 Zusammenfassung

5. Der Jena-Plan in der aktuellen Schulpraxis – Die Jena-Plan-Schule Jena

5.1 Die Jena-Plan-Schule Jena und der Kleine Jena-Plan

5.2 Eigene Wege der Jena-Plan-Schule Jena

5.3 Neuerungen am ´neuen` Jena-Plan

5.3.1 grundlegende schulorganisatorische Entwicklungen

5.3.2 Modifikation der Fächerstruktur

5.3.3 Methodisch-didaktische Neuentwicklungen

5.4 Lernen an der Jena-Plan-Schule

5.4.1. Das Schulcurriculum

5.4.2 Verständnisintensives Lernen

5.5 Beratung und Beurteilung

5.6 Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung

5.6.1 Wissenschaftliche Begleitung

5.6.2 Arbeit am Schulkonzept

5.6.3 Schulbesuche

5.7 Zusammenfassung

6. Resümee

7. Literatur

7.1 Primärliteratur

7.2 Sekundärliteratur

7.3 Internet

7.4 Adressen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zeichnet die historische Entwicklung der Jena-Plan-Pädagogik von ihren Ursprüngen in der Weimarer Republik bis zur heutigen Anwendung an der Jena-Plan-Schule in Jena nach und analysiert deren Konzeption im Vergleich zur konventionellen Schulpraxis.

  • Historischer Kontext und Biographie von Peter Petersen
  • Strukturelle Analyse des Jena-Plans (Gespräch, Spiel, Arbeit, Feier)
  • Vergleich zwischen dem historischen „Kleinen Jena-Plan“ und dem modernen „neuen“ Jena-Plan
  • Bedeutung der Jena-Plan-Schule in der aktuellen Schullandschaft
  • Evaluation von Schulentwicklung und Qualitätsmanagement

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Reformpädagogik – Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft und am konventionellen Lernbegriff

Der Begriff „Reformpädagogik“ wird zusammenfassend als Kennzeichnung pädagogischer Ideen und schulpädagogischer Praxisansätze in der ungefähren Zeit von 1890 bis 1933 verwendet. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind „Pädagogische Bewegung“, „Pädagogische Reformbewegung“, „Schulreformbewegung“, „Reformpädagogische Bewegung“ oder auch „Reformbewegung“.

Gemeinsam haben diese Bezeichnungen die Intention, diverse pädagogisch-ideologische und pädagogisch-praktische Gedankengänge, Forderungen, Praktiken und Erfahrungen unter einem Begriff zu subsumieren. Unter diesen Begriffen erfasste Strömungen, suchten in der genannten Zeitspanne nach einem Ausweg aus der Krise der „Moderne“, in der sich das Schulwesen der imperialistischen Länder zu dieser Zeit befand. Lange Zeit galt die Reformpädagogik als epochemachende Bewegung, mit vorbildhafter Funktion für heutige Schulreformbestrebungen.

Die historische Forschung belegt allerdings, dass es eine in sich geschlossene, historisch differenzierbare Epoche der Reformpädagogik nicht gegeben hat und schon ihre maßgeblichen Repräsentanten wie J.A. Comenius, J.-J. Rousseau und J.H. Pestalozzi in der Tradition pädagogischen Denkens standen und in Einzelfällen auch, über die Unterbrechungen durch den Nationalsozialismus hinaus, bis in das erste Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg weiter gewirkt haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung der heutigen Jena-Plan-Schule in Jena als Neugründung nach der Wiedervereinigung und stellt die Forschungsfragen bezüglich ihrer historischen Kontinuität und Zukunftsfähigkeit.

2. Peter Petersen – Eine Biographie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Petersens nach, der maßgeblich von seiner nordfriesischen Herkunft, seinen Studien bei Wundt und Lamprecht sowie seinen Erfahrungen in der Hamburger Schulreformbewegung geprägt war.

3. Jena-Plan: Entwicklung einer pädagogischen Schule: Der Abschnitt bettet den Entstehungsprozess des Jena-Plans in die Epoche der Reformpädagogik ein und analysiert dessen Entwicklung in verschiedenen politischen Systemen, inklusive der NS-Zeit und der DDR.

4. Das Konzept des Jena-Plans: Hier werden die zentralen Säulen des Jena-Plans, wie die vier Bildungsgrundformen, die Gestaltung der Schulwohnstube und das Stammgruppenprinzip als Alternative zum klassischen Stundenplan, detailliert beschrieben.

5. Der Jena-Plan in der aktuellen Schulpraxis – Die Jena-Plan-Schule Jena: Dieses Kapitel vergleicht das moderne Konzept der Jena-Plan-Schule Jena mit den ursprünglichen Ideen Petersens und beleuchtet die aktuellen Neuerungen, wie die gymnasiale Oberstufe und die Integration behinderter Kinder.

6. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Rolle von Peter Petersen kritisch vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus und bewertet die Zukunftsfähigkeit des Jena-Plan-Konzepts.

7. Literatur: Das Verzeichnis enthält die verwendete Primärliteratur zu Peter Petersen sowie die Sekundärliteratur, Internetquellen und Adressen für weiterführende Informationen.

Schlüsselwörter

Jena-Plan, Peter Petersen, Reformpädagogik, Schulreform, Stammgruppenprinzip, Bildungsgrundformen, Schulentwicklung, Verständnisintensives Lernen, Schulwohnstube, Jena-Plan-Schule Jena, Geschichte, Pädagogik, Unterrichtsstruktur, Integration, Demokratische Bildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die historische Entstehung und die pädagogischen Prinzipien des Jena-Plans von Peter Petersen sowie dessen Umsetzung und Weiterentwicklung an der heutigen Jena-Plan-Schule in Jena.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Biographie Petersens, der Einordnung in die Reformpädagogik, der Analyse der vier Bildungsgrundformen (Gespräch, Spiel, Arbeit, Feier) sowie der heutigen Schulpraxis der Jena-Plan-Schule.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entstehungsgeschichte des Jena-Plans nachzuzeichnen, Kontinuitätslinien und Brüche zur heutigen Praxis aufzuzeigen und zu prüfen, ob das Konzept als zukunftsweisend für moderne Anforderungen an Schulen angesehen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit der historischen und pädagogischen Fachliteratur zu Peter Petersen sowie aktuellen Dokumenten der Jena-Plan-Schule Jena.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert ausgeführt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Genese, die theoretische Fundierung des Konzepts (mit besonderem Augenmerk auf die Schulwohnstube und das Stammgruppenprinzip) und eine ausführliche Analyse der heutigen Schulpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation am besten?

Wichtige Begriffe sind Jena-Plan, Reformpädagogik, Stammgruppenprinzip, Bildungsgrundformen, Schulentwicklung und Verständnisintensives Lernen.

Wie distanziert sich die moderne Jena-Plan-Schule Jena von Peter Petersens ursprünglichen Begriffen?

Die Schule interpretiert Begriffe wie „Gemeinschaft“, „Gesellschaft“ und „Führertum“, die Petersen in einem anderen historischen Kontext nutzte, heute neu und distanziert sich von einem autoritären Führungsverständnis zugunsten basisdemokratischer Entscheidungsprozesse.

Welche Rolle spielen Ziffernnoten im Konzept des Jena-Plans?

Das Konzept lehnt Ziffernnoten als schädlich für den Lernprozess ab. Anstelle dessen treten individuelle Entwicklungsberichte, wobei die heutige staatliche Jena-Plan-Schule jedoch ab der 7. Klasse aufgrund verbindlicher Vorgaben des Kultusministeriums Ziffernnoten erteilen muss.

Excerpt out of 117 pages  - scroll top

Details

Title
Jena-Plan-Schule Jena - Geschichte und Aktualität
College
Ruhr-University of Bochum  (Institut für Pädagogik)
Grade
1,7
Author
Kathrin Pflipsen (Author)
Publication Year
2008
Pages
117
Catalog Number
V117978
ISBN (eBook)
9783640218684
Language
German
Tags
Jena-Plan-Schule Jena Geschichte Aktualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Pflipsen (Author), 2008, Jena-Plan-Schule Jena - Geschichte und Aktualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117978
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