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Arbeitsmigration und Politik von 1871-1933

Title: Arbeitsmigration und Politik von 1871-1933

Seminar Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tobias Deppler (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Der Historiker und Migrationsexperte Klaus J. Bade spricht im Zusammenhang mit der gegenwärtigen deutschen Migrationspolitik von einem „verstärkt in den deutschen Köpfen verbreiteten negativen Migrationsbegriff, der Zuwanderung als Bedrohung von außen und als Ursache sozialer Probleme im Innern begreift“ . Diese negative Konnotierung rühre unter anderem von spektakulärer Berichterstattung, stimmungsgeladener Politikgestaltung und unausgewogener Wissenschaftlichkeit her. Im Hinblick auf fortwährende Brennpunkte am Arbeitsmarkt und in der Sozialpolitik können historische Perspektiven und Standpunkte aktuelle Debatten über Migration und Politik ungemein bereichern; ja sie sind sogar notwendig, um uns Vergangenheitsdeutung und Gegenwartsverständnis in ihrer Wechselseitigkeit bewusst zu machen, damit wir Erwartungen an die Zukunft stellen dürfen. Doch können historische Entwicklungslinien von Überfremdungsängsten und Migrationspolitik innerhalb der aktuellen Debatte überhaupt angedeutet werden? Auf den folgenden Seiten soll für die Zeit zwischen 1871 und 1933 transnationale Arbeitsmigration und Politik untersucht und als Brückenkopf zum Verständnis gegenwärtiger Migrationspolitik kommentiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Vom Auswanderungs- zum „Arbeitseinfuhrland“

III. Wanderungsbewegungen nach dem Ersten Weltkrieg

IV. Arbeitsmarktpolitik und Migration in der Weimarer republik

V. Abschließende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der transnationalen Arbeitsmigration und der staatlichen Migrationspolitik in Deutschland im Zeitraum von 1871 bis 1933. Ziel ist es, diese Epoche als Brückenkopf zum Verständnis gegenwärtiger Migrationsdebatten zu nutzen und historische Kontinuitäten und Diskontinuitäten aufzuzeigen.

  • Entwicklung Deutschlands vom Auswanderungsland zum Arbeitseinfuhrland.
  • Einfluss von Industrialisierung und nationalistischer Staatsbildung auf die Mobilität.
  • Rolle der staatlichen Arbeitsmarktsteuerung und Migrationspolitik im Kaiserreich.
  • Herausforderungen durch Zwangsmigration und Kriegsfolgen in der Weimarer Republik.
  • Instrumentalisierung der Migrationspolitik zur Arbeitsmarktregulierung und Sicherheitspolitik.

Auszug aus dem Buch

II. Vom Auswanderungs- zum „Arbeitseinfuhrland“

Einwanderung nach Deutschland kann weder räumlich noch zeitlich allumfassend definiert werden, doch sobald Immigrationsmotive fassbarer werden, lassen sich einzelnen politischen Rahmenbedingungen einzelne Wanderungszyklen zuordnen. Das scheint für die Völkerwanderungszeit genauso zu gelten, wie für die Exulanten der Frühen Neuzeit bis hin zur nachkriegszeitlichen und gegenwärtigen Asyl- und Arbeitsmigration in ganz Europa. Erforscht man Migrationsphänomene, die in der Weimarer Republik an die Oberfläche traten, dient einer ersten Orientierung eine erweiterte zeitliche Perspektive. So lassen sich im kaiserzeitlichen Deutschland soziale, politische und kulturelle Elemente rekonstruieren, die der Weimarer Zeit zum einen als tragendes Gerüst dienten und zum anderen durch neue Stützen ersetzt wurden. Durch die Zäsur des Ersten Weltkrieges lassen sich des Weiteren Konturen von Kontinuitäten und Diskontinuitäten, die die Arbeitsmigration zwischen 1871 und 1933 prägten, deutlicher erkennen.

Die langfristige Prägung von Migration und Politik vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik bestimmte zweifelsohne das von der Französischen Revolution bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges reichende „lange 19. Jahrhundert“. In dieser Epoche wurden durch Industrialisierung und nationalistische Staatsbildung Wege in die Moderne geebnet, deren Ränder unter anderem durch eine überaus gesteigerte Mobilität in Folge eines demographischen Wandels markiert wurden. Kurzfristig legten das Ende der deutschen Massenemigration nach Amerika in den 1890er Jahren, die daraufhin einsetzende Transitwanderung ost- und südosteuropäischer Massen, die kaiserzeitliche Arbeitsmigration und die Folgen des Ersten Weltkrieges Grundsteine für die Migrationspolitik nach dem Ersten Weltkrieg.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz der Migrationsdebatte und setzt sich zum Ziel, durch eine historische Analyse der Jahre 1871 bis 1933 ein besseres Verständnis für moderne Migrationsphänomene zu schaffen.

II. Vom Auswanderungs- zum „Arbeitseinfuhrland“: Dieses Kapitel untersucht die Transformation Deutschlands durch Industrialisierung und den Bedarf an ausländischen Arbeitskräften während des Kaiserreiches sowie die restriktiven staatlichen Kontrollmechanismen.

III. Wanderungsbewegungen nach dem Ersten Weltkrieg: Hier wird der Wandel der Migrationsbedingungen durch die politischen Folgen des Krieges, insbesondere Flucht, Vertreibung und die neue staatliche Einwanderungspolitik in der Zwischenkriegszeit, analysiert.

IV. Arbeitsmarktpolitik und Migration in der Weimarer republik: Das Kapitel beschreibt die staatliche Arbeitsmarktsteuerung, das Kontingentierungssystem und den „Inländerprimat“ als Reaktion auf die wirtschaftlichen Krisen und die demobilisierte Gesellschaft.

V. Abschließende Gedanken: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass historische Erfahrungen als Orientierung für die aktuelle Politik dienen können und hebt die ungebrochene Bedeutung der Arbeitsmigration hervor.

Schlüsselwörter

Migration, Arbeitsmarktpolitik, Weimarer Republik, Kaiserreich, Arbeitsmigration, Ausländerbeschäftigung, Transitwanderung, Nationalismus, Zuwanderung, Integrationspolitik, Kontingentierung, Saisonarbeiter, Arbeitskräftemangel, transnationale Migration, Demobilmachung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der transnationalen Arbeitsmigration und der staatlichen Migrationspolitik in Deutschland zwischen 1871 und 1933.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Arbeitsmarktregulierung, dem Umgang mit ausländischen Arbeitskräften im Kaiserreich und der Weimarer Republik sowie dem staatlichen Steuerungswillen durch Kontingentierung und administrative Kontrolle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die historischen Kontinuitäten und Diskontinuitäten der deutschen Migrationspolitik aufzuzeigen, um die historischen Erfahrungsmuster für das Verständnis gegenwärtiger Migrationsdebatten nutzbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter politik- und migrationsgeschichtlicher Fachliteratur sowie zeitgenössischer Statistiken basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der kaiserzeitlichen Anwerbe- und Kontrollsysteme sowie die Analyse der staatlich organisierten Arbeitsmarktpolitik und Migrationssteuerung in der instabilen Weimarer Republik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Migration, Arbeitsmarktpolitik, Weimarer Republik, Nationalismus, Arbeitsmigration und Ausländerbeschäftigung sind die zentralen Begriffe.

Welche Rolle spielten die polnischen Arbeitskräfte?

Sie stellten die größte Gruppe der Arbeitsmigranten dar, waren jedoch einer strengen staatlichen Überwachung, Diskriminierung und antipolnischen Abwehrpolitik ausgesetzt, während sie gleichzeitig ökonomisch für die Landwirtschaft unverzichtbar waren.

Was veränderte sich mit dem Kontingentierungssystem ab 1924?

Die staatlichen Stellen gewannen die Fähigkeit, die Beschäftigungszahlen ausländischer Arbeitskräfte gezielt zu steuern, um sowohl die strukturelle Arbeitslosigkeit zu bekämpfen als auch ethno-nationale Interessen durchzusetzen.

Warum war das „lange 19. Jahrhundert“ entscheidend für die Migrationsgeschichte?

In dieser Epoche wurde durch Industrialisierung und nationalistische Staatsbildung der Grundstein für die moderne Mobilität und die daraus resultierende Migrationspolitik des 20. Jahrhunderts gelegt.

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Details

Title
Arbeitsmigration und Politik von 1871-1933
College
University of Heidelberg  (Historisches Seminar Heidelberg)
Course
Seminar "Einwanderung im Nichteinwanderungsland" (EPG 2)
Grade
1,0
Author
Tobias Deppler (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V118022
ISBN (eBook)
9783640201976
ISBN (Book)
9783640206834
Language
German
Tags
Arbeitsmigration Politik Seminar Einwanderung Nichteinwanderungsland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Deppler (Author), 2008, Arbeitsmigration und Politik von 1871-1933, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118022
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