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Ist die Arbeitsgesellschaft am Ende?

Oder: Erwerbs-Arbeitslosigkeit als Erfolg (!). Plädoyer für die Idee des "Bedingungslosen Grundeinkommens"

Titre: Ist die Arbeitsgesellschaft am Ende?

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 18 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Andreas Lips (Auteur)

Sociologie - Travail, Education, Organisation
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(...)
Rechnet man all diese Menschen, die definitiv arbeitslos sind, in die Statistik mit ein, ergibt sich eine Arbeitslosenzahl von über 5.000.000. Was außerdem aus der Statistik ausgeblendet wird, ist die seit den siebziger Jahren stetig anwachsende Zahl der „Junk-Jobs“. Teilzeit-Jobs, die versicherungsfrei, zeitlich begrenzt sind und teilweise die Form der Scheinselbständigkeit annehmen. Das sind prekär Beschäftigte, die von Job zu Job wandern, oft zwei Jobs gleichzeitig haben, um sich über Wasser halten zu können und keinerlei Sicherheit oder Absicherung gewährleistet bekommen. Menschen, die Arbeit haben und gleichzeitig arm sind – „working poor“ - das „viel beschworene Job-Wachstum beruht zum (un)guten Teil auf einem Wachstum von Junk-Jobs, die weder Versorgung ermöglichen, noch inhaltlichen Sinnansprüchen genügen.“ argumentiert Ulrich Beck.

Die Tatsache nun, daß die Regierung offensichtlich „Schönfärberei“ mit den statistischen Zahlen betreibt, zeigt auch, wie wichtig das Thema „Arbeitslosigkeit“ ist. Es ist ein politisches Instrument des Machterhalts. Eine Regierung, die es schaffen würde, eine Arbeitslosenquote von 4 % zu erreichen, wie Michael Glos ankündigte, müßte sich um die nächsten Wahlen keine Sorgen machen. Arbeitsmarkt – Politik ist mit zum wichtigsten - vielleicht das wichtigste - Macht–Erhaltungsinstrument geworden. So kommt auch Wolfgang Engler zu dem Schluß, „dass sich die Politik durch alle Parteien hindurch als resistent gegenüber den Fakten und der historischen Entwicklung zeige. „Vollbeschäftigung“ werde weiterhin als das große Ziel propagiert.“
Die Aussagen der Politiker erwecken den Eindruck, als sei Massen-Erwerbs-Arbeitslosigkeit etwas Temporäres, Konjunkturelles. Als sei die „Vollbeschäftigung“ der erwartungsgemäße Erfolg ihrer Maßnahmen. Als sei „Vollbeschäftigung“ der Normalzustand.

Betrachtet man die Entwicklung der Erwerbsarbeitslosigkeit historisch, wird aber deutlich, daß nicht die Massen-Erwerbs-Arbeitslosigkeit ein temporäres Phänomen ist, sondern die „Vollbeschäftigung“ es war. Ein Blick auf die historische Entwicklung nach Kriegsende macht dies deutlich

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Es geht wieder Bergauf in Deutschland?

2. Historische Entwicklung der Erwerbslosigkeit

3. Der Arbeitsgesellschaft geht die Arbeit aus oder: Massen-Erwerbs-Arbeitslosigkeit als Erfolg (!) denken.

4. Dem Wandel gerecht werden: Die Idee des „Bedingungslosen Grundeinkommens“

5. Exkurs: Die sozialpsychologischen Folgen der Langzeit-Massen-Erwerbs-Arbeitslosigkeit - Marie Jahodas Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“

6. Kulturelle Revolution

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht kritisch den Mythos der "Vollbeschäftigung" in der modernen Arbeitsgesellschaft und analysiert die historische Entwicklung der Erwerbslosigkeit als ein strukturelles Merkmal des Kapitalismus. Ziel ist es, ein Plädoyer für das "Bedingungslose Grundeinkommen" zu entfalten, um den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer "Tätigkeitsgesellschaft" zu ermöglichen, in der Arbeit nicht mehr das einzige identitätsstiftende Zentrum bildet.

  • Kritik an der offiziellen Arbeitsmarktstatistik und dem Begriff der Vollbeschäftigung
  • Historische Analyse der Erwerbslosigkeit seit 1960
  • Sozialpsychologische Auswirkungen von Langzeitarbeitslosigkeit (Marienthal-Studie)
  • Konzept und Finanzierungsmöglichkeiten eines Bedingungslosen Grundeinkommens
  • Transformation von der Arbeits- zur Tätigkeitsgesellschaft

Auszug aus dem Buch

3. Der Arbeitsgesellschaft geht die Arbeit aus oder: Massen-Erwerbs-Arbeitslosigkeit als Erfolg (!) denken.

Folgt man Ralf Dahrendorf, liegen die Gründe der Arbeitslosigkeit in der Entwicklung der Arbeit selbst.

Zum einen seien die Gewerkschaften in beträchtlichem Maße mitverantwortlich für die steigende und andauernde Arbeitslosigkeit, indem sie ständig für höhere Löhne kämpften. Das führe zu Arbeitsplatzabbau, Rationalisierung und einer starken Weiterentwicklung der Technik. Die Technik ist nach Dahrendorf nur teilweise Ursache von Arbeitslosigkeit, viel eher ist sie aber inzwischen „Folge…sozialer Entwicklungen.“ Technische Entwicklungen würden vor allem deshalb vorangetrieben und eingesetzt werden, weil die menschliche Arbeit zu teuer sei. Steigende Arbeitslosigkeit durch Technik sei „genau genommen Arbeitslosigkeit auf Grund des Preisvorteils der Technik gegenüber der Arbeit.“

Weitere Folgen des immer währenden Kampfes um höhere Löhne sind vielfältige Sparmaßnahmen anderer Art. Das zeigt z. B. die aktuelle Tariferhöhung im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Kommunen kündigen als Folgen dieser Lohnerhöhung massive Einsparungen, Kürzungen öffentlicher Gelder, Subventionsabbau – was ebenfalls den Verlust von Arbeitsplätzen bedeutet - und Entlassungen an. Anders seien die erwarteten steigenden Lohnkosten von geschätzt einer Milliarde Euro nicht zu finanzieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Es geht wieder Bergauf in Deutschland?: Kritische Auseinandersetzung mit der offiziellen Arbeitslosenstatistik und der politischen Rhetorik der "Vollbeschäftigung".

2. Historische Entwicklung der Erwerbslosigkeit: Darstellung des Anstiegs der Erwerbslosigkeit seit der ersten Ölkrise 1973 als dauerhaftes Phänomen.

3. Der Arbeitsgesellschaft geht die Arbeit aus oder: Massen-Erwerbs-Arbeitslosigkeit als Erfolg (!) denken.: Analyse der inneren Dynamik des Kapitalismus, der durch Automatisierung die Arbeit selbst überflüssig macht.

4. Dem Wandel gerecht werden: Die Idee des „Bedingungslosen Grundeinkommens“: Vorstellung des BGE als finanziell tragfähiges und gesellschaftlich emanzipatorisches Konzept.

5. Exkurs: Die sozialpsychologischen Folgen der Langzeit-Massen-Erwerbs-Arbeitslosigkeit - Marie Jahodas Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“: Anwendung der klassischen Deprivationsforschung auf die heutige Situation der Arbeitslosen.

6. Kulturelle Revolution: Forderung nach einer neuen Kultur der Tätigkeit jenseits der Erwerbsarbeit, um gesellschaftliche Sinnstiftung zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Arbeitsgesellschaft, Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Massenarbeitslosigkeit, Vollbeschäftigung, Kapitalismus, Automatisierung, Tätigkeitsgesellschaft, Marie Jahoda, Marienthal-Studie, Sozialpsychologie, Deprivation, Strukturwandel, Erwerbsarbeit, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit hinterfragt den Status quo der Arbeitsgesellschaft und argumentiert, dass die bestehende Erwerbslosigkeit kein temporäres konjunkturelles Problem, sondern ein Erfolg des kapitalistischen Fortschritts ist.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die Bereiche Arbeitsmarktpolitik, historische Wirtschaftssoziologie, sozialpsychologische Folgen von Arbeitslosigkeit und alternative Gesellschaftsmodelle ab.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist ein Plädoyer für die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens, um die Gesellschaft auf die unvermeidbare Abnahme von Erwerbsarbeitsplätzen vorzubereiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse soziologischer Klassiker (z. B. Marie Jahoda, Ralf Dahrendorf) und eine kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Diskursen und Statistiken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen der Massenarbeitslosigkeit, die Grenzen der traditionellen Arbeitsgesellschaft sowie die notwendige Transformation zu einer "Tätigkeitsgesellschaft".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören "Tätigkeitsgesellschaft", "Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)", "Strukturelle Arbeitslosigkeit" und "Deprivation".

Warum betrachtet der Autor Massenarbeitslosigkeit als Erfolg?

Er argumentiert, dass die Fähigkeit des Kapitalismus, durch Automatisierung mit immer weniger menschlichem Aufwand immer höhere Ergebnisse zu erzielen, das eigentliche Ziel der Wertschöpfung ist.

Welche Rolle spielt die Marienthal-Studie in diesem Essay?

Sie dient als sozialpsychologisches Fundament, um zu zeigen, welche existentiellen Nöte und Identitätsverluste mit dem Wegfall von geregelter Arbeit verbunden sind, was die Notwendigkeit einer kulturellen Neuorientierung unterstreicht.

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Titre
Ist die Arbeitsgesellschaft am Ende?
Sous-titre
Oder: Erwerbs-Arbeitslosigkeit als Erfolg (!). Plädoyer für die Idee des "Bedingungslosen Grundeinkommens"
Université
University of Freiburg  (Institut für Soziologie)
Cours
Hauptseminar: Geht uns die Arbeit aus? Teil II
Note
2,0
Auteur
Andreas Lips (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
18
N° de catalogue
V118033
ISBN (ebook)
9783640202010
ISBN (Livre)
9783640206865
Langue
allemand
mots-clé
Arbeitsgesellschaft Ende Hauptseminar Geht Arbeit Teil
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Citation du texte
Andreas Lips (Auteur), 2008, Ist die Arbeitsgesellschaft am Ende?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118033
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Extrait de  18  pages
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