Ziel der Masterarbeit ist es, die Notwendigkeit einer digitalen Zentralbankwährung zu erläutern und mögliche Ausgestaltungsformen zu beschreiben. Zusätzlich sollen aktuelle Projekte vorgestellt und hinsichtlich ihrer Eigenschaften und möglichen Implikationen miteinander verglichen werden. Für die Analyse und den Vergleich werden im speziellen die Ansätze des digitalen Euro, der e-Krona sowie des digitalen Yuan herangezogen.
Zunächst wird das aktuelle Geldsystem zusammen mit den Funktionen von Zahlungsmitteln und aktuellen Herausforderungen vorgestellt. Des Weiteren werden die Grundlagen der Distributed Ledger Technologie erläutert. Anschließend beschäftigt sich die Arbeit mit den Ausgestaltungsformen einer digitalen Zentralbankwährung. Hierzu werden die verschiedenen Möglichkeiten vorgestellt. Darauf aufbauend werden die wichtigsten Implikationen einer Einführung erläutert, welche in der Literatur zu finden sind. Außerdem werden die Projekte der EZB, der Riksbank und der PBoC beschrieben sowie verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Notwendigkeit und Grundlagen einer digitalen Zentralbankwährung
2.1 Aktuelles Geldsystem
2.2 Funktionen von Zahlungsmitteln und aktuelle Herausforderungen
2.3 Distributed Ledger Technologie
2.3.1 Eigenschaften der Distributed Ledger Technologie
2.3.1.1 Dezentralität
2.3.1.2 Kryptografische Hashfunktionen und digitale Signaturen
2.3.1.3 Konsensmechanismus
2.3.2 Smart Contracts
3 Ausgestaltungsformen
3.1 Mögliche Ausgestaltungsformen und Eigenschaften
3.2 Implikationen der Einführung
3.2.1 Finanzsystem
3.2.2 Banken
3.2.3 Zentralbank und Geldpolitik
3.3 Ausgewählte Projekte
3.3.1 Digitaler Euro
3.3.2 E-Krona
3.3.3 Digitaler Yuan/DCEP
4 Vergleichende Analyse
5 Zusammenfassung
6. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit sowie die potenziellen Ausgestaltungsformen digitaler Zentralbankwährungen (CBDCs). Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie CBDCs das bestehende Geldsystem ergänzen können, welche technischen Architekturen (insbesondere DLT) sinnvoll sind und welche Auswirkungen ihre Einführung auf das Finanzsystem, Banken sowie die Geldpolitik der Zentralbanken hat.
- Analyse der aktuellen Herausforderungen im Geldsystem durch sinkende Bargeldnutzung.
- Technische Grundlagen und Funktionsweisen von DLT und Smart Contracts im CBDC-Kontext.
- Vergleichende Untersuchung der Ansätze zum digitalen Euro, der schwedischen e-Krona und dem chinesischen digitalen Yuan.
- Bewertung der Implikationen für die Finanzmarktstabilität und die Rolle der Zentralbanken.
Auszug aus dem Buch
2.3 Distributed Ledger Technologie
Es ist denkbar, dass eine digitale Zentralbankwährung auf der DLT basiert, welche erstmals bei der Entwicklung des Bitcoins an Bekanntheit erlangte. Daher werden im Folgenden die Grundlagen dieser Technologie erklärt.23
Allgemein versteht man unter dem Begriff der DLT eine Technologie mithilfe derer man Transaktionen abwickeln und Daten an mehreren Orten speichern kann. Daher sind die Transaktionsdaten nicht nur in einem zentralen Netzwerk gespeichert, sondern werden auf den Speichermedien aller Beteiligten gesichert. Es ist notwendig, dass zwischen den Speichergeräten aller Nutzer eine Synchronisation des gesamten Datensatzes stattfindet.24 Dies ist wichtig, um zu garantieren, dass jeder Teilnehmer zu jedem Zeitpunkt die Gesamtmenge an gespeicherten Daten besitzt. Bis jetzt gibt es noch keine einheitliche Definition der Begriffes DLT. Daher ist er als Sammelbegriff verschiedener Ausprägungsformen zu zählen worunter auch das Prinzip der Blockchain fällt. Allerdings werden in der Literatur die Begriffe DLT und Blockchain Technologie oftmals als Synonyme miteinander verstanden.25 Im weiteren Verlauf der Arbeit allerdings steht die Blockchain Technologie im Vordergrund, weswegen andere technologische Entwicklungen auf Basis der DLT nicht näher beschrieben werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den globalen Trend einer sinkenden Bargeldnutzung und die damit verbundenen Herausforderungen für staatliche Zahlungssysteme, was Zentralbanken zur Erforschung digitaler Währungen bewegt.
2 Notwendigkeit und Grundlagen einer digitalen Zentralbankwährung: Dieses Kapitel erläutert das aktuelle Geldsystem, die Funktionen von Zahlungsmitteln sowie die technologischen Grundlagen der Distributed Ledger Technologie (DLT) und Smart Contracts.
3 Ausgestaltungsformen: Hier werden verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten für CBDCs (kontenbasiert vs. tokenbasiert) sowie deren spezifische Implikationen auf das Finanzsystem, Geschäftsbanken und die Zentralbankpolitik untersucht.
4 Vergleichende Analyse: In diesem Kapitel werden der digitale Euro, die e-Krona und der digitale Yuan hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Auswirkungen direkt miteinander verglichen.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse und bewertet das Potenzial von CBDCs zur Erhöhung der Sicherheit im Zahlungsverkehr ohne Gefährdung der Finanzmarktstabilität.
6. Anhang: Der Anhang enthält tabellarische Darstellungen der Anforderungen und Szenarien für die verschiedenen CBDC-Projekte.
Schlüsselwörter
Digitale Zentralbankwährung, CBDC, Distributed Ledger Technologie, DLT, Blockchain, digitaler Euro, e-Krona, digitaler Yuan, Geldsystem, Finanzmarktstabilität, Bargeldersatz, Smart Contracts, Seigniorage, Zahlungsverkehr, finanzielle Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Relevanz, technischen Grundlagen und Auswirkungen der Einführung digitaler Zentralbankwährungen als moderne Antwort auf die schwindende Bedeutung von physischem Bargeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die technologische Architektur von CBDCs, die Auswirkungen auf das Bankengeschäft (insbesondere Disintermediation) sowie die geldpolitischen Steuerungsmechanismen für Zentralbanken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Notwendigkeit von CBDCs zu erläutern, verschiedene Ausgestaltungsformen zu systematisieren und aktuelle Pilotprojekte wie den digitalen Euro, die e-Krona und den digitalen Yuan kritisch zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich von offiziellen Berichten und Pilotstudien der jeweiligen Zentralbanken (EZB, Riksbank, PBoC).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Geldsystem, DLT) erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der potenziellen Implikationen und einer vergleichenden Darstellung der drei untersuchten CBDC-Beispielprojekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie CBDC, Distributed Ledger Technologie, digitale Zentralbankwährung, Finanzmarktstabilität und Zahlungsverkehr beschreiben.
Wie unterscheidet sich die e-Krona von anderen Ansätzen?
Die e-Krona ist ein dezentrales, geschlossenes System auf Basis der Corda-Blockchain, das insbesondere durch die Rolle von Intermediären bei der Token-Verifizierung und ein zweistufiges System gekennzeichnet ist.
Welche Rolle spielt der digitale Yuan in Bezug auf Überwachung?
Der digitale Yuan ermöglicht der chinesischen Zentralbank (PBoC) durch ein Big Data Analyse Zentrum eine umfassende Einsicht in Transaktionsdaten, was zur Bekämpfung krimineller Aktivitäten, aber auch zur intensiven Überwachung der Bevölkerung genutzt werden kann.
Wie wird das Risiko eines Bank Runs durch CBDCs adressiert?
Die Arbeit diskutiert Lösungsansätze wie die Implementierung von Halte- oder Transaktionslimiten sowie eine gezielte Gestaltung des Zinssatzes, um CBDCs als Zahlungsmittel und nicht als reines Anlageobjekt zu positionieren.
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- Felix Robert Rebhan (Author), 2021, Digitale Zentralbankenwährungen. Notwendigkeit, Grundlagen und Ausgestaltungsformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1180655