Das Thema „Rückschlagspiele“ in dieser Unterrichtseinheit und somit in der vorliegenden Stunde vermittelt wie eingangs schon gesagt nicht die perfekte Technik (vgl. 4. Überlegungen zur Sache).
Eine Form der Differenzierung besteht in der Organisationsform der Gruppenarbeit. Jede Gruppe kann entsprechend ihres Könnens und ihres Bedarfes entscheiden, welche Ziele sie sich steckt und wie sie diese erreichen kann und will. Sofern das Ergebnis die Kriterien eines Rückschlagspiels (vgl. 4. Überlegungen zur Sache) berücksichtigt sind sie frei in ihren Möglichkeiten. Um ein mit Spaß erfülltes Spiel mit länger andauerndem Ballwechsel herzustellen, sind die Schüler gezwungen sich untereinander auszutauschen und zu beraten, welches Schläger- und Ballmaterial sie gemein-sam auswählen wollen. Sie müssen sich während der Erarbeitung darüber austauschen, inwieweit die Auswahl geeignet war und sie diese eventuell korrigieren müssen (z.B. Kombination mit Badmintonschläger und Tennisball). Eine weitere Form der Differenzierung ist das bereitgestellte Ball- und Schlägermaterial. Je nach Ball und Schläger (vgl. Analyse der Rückschlagspielgeräte dieser Stunde) sind die koordinativen Anforderungen unterschiedlich hoch.
Inhaltsverzeichnis der Unterrichtsvorbereitung
1. Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit:
2. Einordnung in die fachliche Perspektive gemäß Kerncurriculum:
3. Anmerkungen zu den Lernvoraussetzungen und zum Lernstand
4. Überlegungen zur Sache
5. Didaktische Überlegungen und Didaktische Reduktion
6. Methodische Überlegungen
7. Geplanter Unterrichtsverlauf
8. Literatur
Zielsetzung & Themen der Unterrichtseinheit
Das Hauptziel dieser Sportstunde für die dritte Klasse ist die Förderung der allgemeinen Spielfähigkeit durch das selbstständige Verändern oder Entwickeln von Rückschlagspielen in Kleingruppen unter Verwendung verschiedener Materialien, um so die koordinativen Fähigkeiten und die kooperative Selbsttätigkeit zu stärken.
- Erweiterung der Spielfähigkeit in variablen Rückschlagspielformen
- Förderung der Selbstverantwortung und Selbstregulation im Lernprozess
- Sachgerechter Umgang mit unterschiedlichen Schläger- und Ballmaterialien
- Entwicklung eigener Spielideen in kooperativer Gruppenarbeit
- Anwendung koordinativer Fähigkeiten wie Differenzierung, Orientierung und Reaktion
Auszug aus dem Buch
4. Überlegungen zur Sache
Rückschlagspiele haben eine lange Tradition. Bereits im 12. Jahrhundert wurden in Europa federball- oder tennisähnliche Spiele gespielt (vgl. Kröner 1982, S.7). Die Schläger- und Ballmaterialien entsprachen keinesfalls den heutigen Vorstellungen und Standards (vgl. ebd., S.8). Erst in den 60er Jahren fanden die Rückschlagspiele Eingang in die Lehrpläne des Schulsports (vgl. ebd., S.10 f.).
Bei Rückschlagspielen handelt es sich um „Spiele, bei denen ein Spielobjekt/ Fluggerät mit der Hand oder einem Handgerät (Schläger) über ein Hindernis hin- und hergeschlagen oder (abwechselnd) gegen eine Wand gespielt wird“ (Wagner 2005, S.6). Klassische Rückschlagspiele im engeren Sinn sind beispielsweise Badminton, Squash, Tennis und Tischtennis. Mannschaftsrückschlagspiele, wie Faustball oder Volleyball gehören ebenfalls zu dieser Gruppe, wie viele weitere Misch und Unterformen (vgl. ebd., S.6).
Im Schulsport der Grundschule geht es bei der Vermittlung der Rückschlagspiele nicht um eine Technikschulung, sondern vielmehr um den grundlegenden Umgang mit verschiedenen Bällen und Schlägern verbunden mit koordinativen Aufgabenstellungen. Diese Elemente sollen in spielerischer Form und ballwechselorientiert vermittelt und geschult werden (vgl. ebd., S.6). Rückschlagspiele fördern und fordern sowohl Differenzierungs-, Orientierungs- und Reaktionsfähigkeit als auch Gleichgewicht und Rhythmusfähigkeit. Diese koordinativen Fähigkeiten sind leistungsbestimmende Faktoren für das Gelingen der Rückschlagspiele (vgl. ebd., S.6). Die Kriterien von Rückschlagspielen werden im Schulsport auf die folgenden reduziert: das hin- und herschlagen eines Spiel oder Flugobjektes, Nutzung der Hand oder eines Handgerätes (Schläger) und fakultativ das Spielen über ein Hindernis (z.B. Netz) oder gegen eine Wand.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit: Übersicht der fünfstündigen Unterrichtssequenz, die vom Kennenlernen der Geräte bis hin zur freien Spielentwicklung reicht.
2. Einordnung in die fachliche Perspektive gemäß Kerncurriculum: Darstellung der angestrebten prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen sowie der Schwerpunktziele im Rahmen des Sportunterrichts.
3. Anmerkungen zu den Lernvoraussetzungen und zum Lernstand: Analyse der Klassenzusammensetzung, des Arbeits- und Sozialverhaltens sowie der unterschiedlichen Vorerfahrungen der Kinder im Bereich Rückschlagspiele.
4. Überlegungen zur Sache: Historischer Abriss und sportwissenschaftliche Definition von Rückschlagspielen sowie deren Bedeutung für den Schulsport.
5. Didaktische Überlegungen und Didaktische Reduktion: Begründung der Unterrichtsinhalte unter Berücksichtigung der Kompetenzbereiche des Kerncurriculums und methodischer Vereinfachungen für Grundschulkinder.
6. Methodische Überlegungen: Erläuterung der gewählten Sozialformen und methodischen Ansätze wie Freispielphase, Gruppenarbeit und Präsentation.
7. Geplanter Unterrichtsverlauf: Detaillierte tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsphasen inklusive Zeitrahmen und Medieneinsatz.
8. Literatur: Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen und didaktischen Quellen.
Schlüsselwörter
Rückschlagspiele, Schulsport, Grundschule, Spielfähigkeit, Koordination, Gruppenarbeit, Unterrichtsentwurf, Lernprozess, Spielentwicklung, Sportpädagogik, Kompetenzorientierung, Sportunterricht, Differenzierung, Ballmaterial, Schlägermaterial
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf?
Der Entwurf beschreibt die Planung einer Sportstunde für eine dritte Klasse, in der Kinder Rückschlagspiele selbstständig variieren oder neu entwickeln sollen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen der Erwerb von Ballgefühl, die koordinative Schulung durch den Umgang mit unterschiedlichen Schlägern und Bällen sowie die Förderung kooperativen Verhaltens.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Schülerinnen und Schüler sollen in Eigenregie Spielideen entwickeln, die den Kriterien eines Rückschlagspiels entsprechen, wobei der Fokus auf der Spielfähigkeit und nicht auf perfekter Technik liegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Lehrkraft setzt auf die Sozialform der Gruppenarbeit und das Prinzip des entdeckenden Lernens, um den Kindern Raum für eigenständige Problemlösungen zu geben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Freispielphase zur Einstimmung, eine Arbeitsphase zur kreativen Entwicklung von Spielen und eine Präsentationsphase im Rundgang-Format.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Rückschlagspiele, Spielfähigkeit, Gruppenarbeit, Koordination und Handlungskompetenz.
Wie werden leistungsschwächere Kinder unterstützt?
Bei Bedarf erhalten Gruppen den "Felix-Hilfe-Koffer", der Kärtchen mit konkreten Anregungen für Rückschlagspielformen enthält, um die Ideenfindung zu unterstützen.
Warum wird kein Fokus auf die perfekte Technik gelegt?
Gemäß der didaktischen Reduktion steht die allgemeine Spielfähigkeit und die Freude am Bewegungsspiel im Vordergrund, da eine technisch perfekte Ausführung für Kinder dieses Alters nicht das primäre Ziel darstellt.
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- Sabrina Engelke (Author), 2008, Unterrichtsstunde: Rückschlagspiele verändern und entwickeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118077