Die vorliegende Arbeit beschreibt die Anwendbarkeit und die Relevanz des Dividendendiskontierungsmodells als Mittel der Unternehmensbewertung im Kontext des Unternehmens-Lebenszyklus-Konzepts.
Zu Beginn der Seminararbeit stehen die Dividenden mit ihren jeweiligen Eigenschaften als betrachtete Zahlungsströme sowie die mathematische, theoretische Beschreibung des Dividendendiskontierungsmodells im Vordergrund. Ebenso wird eine Erläuterung des allgemeinen Unternehmenslebenszyklus-Konzeptes vorgenommen. Der Schwerpunkt wird vor allem auf die kritische Würdigung des Modells und potentiellen Anwendungsfällen gelegt. Dies soll durch eine kritische Auseinandersetzung mit der verfügbaren Literatur erfolgen. Der darauffolgende praxisorientierte Teil der Seminararbeit befasst sich mit der Prüfung der potentiellen Eignung und Vereinbarkeit des Dividendendiskontierungsmodells im Fokus der Reifephase und der Sättigungs- bzw. Regenerationsphase des Unternehmenslebenszyklus-Konzeptes anhand von renommierten Praxisbeispielen. Dabei wird jeweils eine Berechnung des Unternehmenswertes nach Gordon dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen des Dividendendiskontierungsmodells zur Bewertung von kapitalmarktorientierten Unternehmen im Lichte des Lebenszyklus-Konzeptes auf Unternehmensebene
2.1 Darstellung des Dividendendiskontierungsmodells nach Gordon (1959)
2.1.1 Allgemeine Charakteristika von Dividenden innerhalb der Rechnungslegung
2.1.2 Inputvariablen und theoretische Annahmen des Dividendendiskontierungsmodells
2.2 Darstellung des Lebenszyklus-Konzeptes auf Unternehmensebene
3 Diskussion zur Eignung des Dividendendiskontierungsmodells im Lichte des Unternehmenslebenszyklus
3.1 Diskussion der Eignung des Dividendenmodells aus bewertungstheoretischer Sicht
3.2 Diskussion der Eignung des Unternehmenslebenszyklus-Konzeptes aus bewertungstheoretischer Sicht
4 Prüfung und Würdigung der Vereinbarkeit des Dividendendiskontierungsmodells mit dem Unternehmenslebenszyklus-Konzept anhand von Praxisbeispielen
4.1 Prüfung der Vereinbarkeit in der Reifephase des Unternehmenslebenszyklus anhand der Volkswagen AG
4.2 Prüfung der Vereinbarkeit in der Niedergangsphase/ Degenerationsphase des Unternehmenslebenszyklus anhand der Deutschen Bank AG
5 Thesenartige Zusammenfassung der Erkenntnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung des Dividendendiskontierungsmodells (DDM) nach Gordon zur Bewertung von Unternehmen in verschiedenen Stadien des Unternehmenslebenszyklus. Dabei wird insbesondere geprüft, ob die Annahmen des Modells mit den Gegebenheiten kapitalmarktorientierter Unternehmen in der Reife- sowie der Sättigungs- bzw. Regenerationsphase vereinbar sind.
- Theoretische Grundlagen und Funktionsweise des Dividendendiskontierungsmodells
- Systematik und Phasen des Unternehmenslebenszyklus-Konzeptes
- Kritische Diskussion der Eignung des Gordon-Modells zur Unternehmensbewertung
- Praktische Anwendung und Prüfung an den Fallbeispielen Volkswagen AG und Deutsche Bank AG
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Allgemeine Charakteristika von Dividenden innerhalb der Rechnungslegung
Die Überlegung bei einem Kauf potentieller Aktien ist für Anleger von zwei entscheidenden Gesichtspunkten geprägt. Einerseits natürlich vom Kursgewinn je Aktie und andererseits von den Dividenden als erwartete Zahlungsströme. Dabei gilt der Grundsatz, dass für eine Aktie nie mehr als deren zugehörigen Wert bezahlt werden sollte: “Price is what you pay. Value is what you get.” Dividenden entsprechen dabei dem Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, der typischerweise jährlich an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Höhe der Dividendenzahlungen wird im Rahmen der Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstandes festgelegt.
Grundsätzlich hängt die Dividendenhöhe von vielen Faktoren, wie der Ertragskraft, der Finanzlage, Wachstumserwartungen von Unternehmens und natürlich von vergangenheitsorientierten Dividendenausschüttungs-Trends ab, sofern diese gegeben sind. Dividenden werden von Unternehmen größtenteils ausgeschüttet, um die Attraktivität der Aktie zu erhöhen und um alle Aktionäre angemessen am Geschäftserfolg zu beteiligen. Dividendenausschüttungen gelten hierbei als Zeichen für die wirtschaftliche Stärke und positive Zukunftserwartungen eines Unternehmens. Als wichtigstes Maß für die Beurteilung der Dividendenpolitik eines Unternehmens wird die Dividendenausschüttungsquote herangezogen, welche das Verhältnis der Dividendenausschüttungen am Jahresüberschuss von Kapitalmarktunternehmen beschreibt. Es kann verallgemeinert werden, dass bei einer konstanten Ausschüttungsquote höhere Gewinne zu höheren Dividenden führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Relevanz der Unternehmensbewertung im aktuellen Marktumfeld und skizziert die Zielsetzung der Arbeit, das Dividendendiskontierungsmodell nach Gordon theoretisch und anhand von Praxisbeispielen zu prüfen.
2 Theoretische Grundlagen des Dividendendiskontierungsmodells zur Bewertung von kapitalmarktorientierten Unternehmen im Lichte des Lebenszyklus-Konzeptes auf Unternehmensebene: In diesem Kapitel werden das Gordon-Modell mit seinen Inputvariablen sowie das Unternehmenslebenszyklus-Konzept als theoretische Basis für die weitere Analyse erläutert.
3 Diskussion zur Eignung des Dividendendiskontierungsmodells im Lichte des Unternehmenslebenszyklus: Dieses Kapitel kritisiert die Anwendbarkeit des Gordon-Modells aufgrund der unendlichen Prognoseannahme und beleuchtet die Herausforderungen bei der Einordnung von Unternehmen in Lebenszyklusphasen.
4 Prüfung und Würdigung der Vereinbarkeit des Dividendendiskontierungsmodells mit dem Unternehmenslebenszyklus-Konzept anhand von Praxisbeispielen: Hier wird das Modell praktisch auf die Volkswagen AG (Reifephase) und die Deutsche Bank AG (Sättigungs-/Regenerationsphase) angewendet, um die theoretischen Erkenntnisse zu validieren.
5 Thesenartige Zusammenfassung der Erkenntnisse: Das abschließende Kapitel resümiert, dass das Gordon-Modell nur unter sehr spezifischen Voraussetzungen nützlich ist und das Lebenszyklus-Konzept eine wichtige Ergänzung zur fundierten Bewertung darstellt.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Dividendendiskontierungsmodell, Gordon-Growth-Modell, Unternehmenslebenszyklus, Reifephase, Sättigungsphase, Dividendenpolitik, Aktienbewertung, Eigenkapitalrendite, Kapitalmarkt, Wertgenerierung, Prognose, Volkswagen AG, Deutsche Bank AG, Dividenden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Eignung des Dividendendiskontierungsmodells nach Gordon zur Bewertung von kapitalmarktorientierten Unternehmen im Kontext des Unternehmenslebenszyklus-Konzepts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung der Unternehmensbewertung durch Dividendenmodelle, die Charakterisierung von Unternehmenslebenszyklen und die praktische Überprüfung dieser Theorien anhand realer Unternehmensdaten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob und inwieweit das Gordon-Modell geeignet ist, den Wert eines Unternehmens in verschiedenen Lebenszyklusphasen unter Berücksichtigung der Dividendenpolitik korrekt abzubilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Abgleich der Modellannahmen mit dem Lebenszyklus-Konzept sowie eine empirische Fallstudienmethodik, bei der Unternehmenswerte für die Volkswagen AG und die Deutsche Bank AG berechnet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das Gordon-Modell und das Lebenszyklus-Konzept theoretisch hergeleitet, kritisch auf ihre Eignung hin diskutiert und anschließend anhand von Finanzdaten der beiden genannten Unternehmen auf ihre praktische Anwendbarkeit geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Unternehmensbewertung, Gordon-Growth-Modell, Lebenszyklusphasen, Dividendenrendite und Kapitalmarktorientierung.
Warum wird die Volkswagen AG als Fallbeispiel für die Reifephase gewählt?
Die Volkswagen AG dient als Beispiel, da sie ein stabiles Umsatz- und Gewinnniveau aufweist, was typisch für die Reifephase ist, und ihre Dividendenpolitik eine empirische Prüfung des Gordon-Modells ermöglicht.
Was ergibt die Analyse zur Deutschen Bank AG?
Die Analyse zeigt, dass das Gordon-Modell in der Sättigungs- bzw. Regenerationsphase aufgrund volatiler Dividenden und operativer Verluste nur sehr eingeschränkt aussagekräftig ist, was die Kritik an der universellen Anwendbarkeit des Modells untermauert.
- Arbeit zitieren
- Niklas Müller (Autor:in), 2019, Dividendendiskontierungsmodell zur Bewertung von kapitalmarktorientierten Unternehmen in der Reife- und Degenerationsphase des Unternehmens-Lebenszyklus-Konzeptes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1180892