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Interkulturelle Kompetenz

Eine Herausforderung in der sozialen Arbeit? - Am Beispiel türkischer Jugendlicher

Title: Interkulturelle Kompetenz

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 29 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Emel Zeybek (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

In der Bundesrepublik Deutschland wurden in den `60 Jahren von Unternehmen und
Behörden Millionen ausländische Arbeitskräfte sogenannte „Gastarbeiter“ aus
verschiedenen Mittelmeerländern angeworben. Zu Beginn der Einwanderung ging man von
der Vorstellung aus, dass die „Gastarbeiter“ nach Deutschland kommen, arbeiten und nach
einigen Jahren in die Heimat zurückkehren würden. Die Entwicklung zu einem
Einwanderungsland wurde nicht bedacht. In den 70er Jahren entstand die
Ausländerpädagogik mit dem Ziel, die „Defizite“ der Migrantenkinder zu beheben. Die
Ausländerpädagogik (dieses werde ich im nächsten Abschnitt erklären) wandte die
ausgleichende Erziehungsmethode an, wollte damit die Anpassung der Migranten in die
Mehrheitsgesellschaft erleichtern. Mitte 80´er Jahre entstand die interkulturelle Pädagogik.
Im Gegenteil zu Ausländerpädagogik stellte sie nicht die Defizite der Migrantenkinder in den
Mittelpunkt, ihr Ziel war es, die Kinder zu einem multikulturellen Zusammenleben in der
deutschen Gesellschaft und somit zu einer gegenseitigen Akzeptanz zu befähigen. Die
Klienten der interkulturellen Erziehung waren sowohl Migranten- als auch einheimische
Kinder. Besonders in den letzten Jahren wurde der interkulturellen Kompetenz eine immer
größere Bedeutung als „Schlüsselkompetenz“ in einer globalisierten Welt zugeschrieben.
Angesichts einer immer offener werdenden Welt, treffen auch immer mehr Menschen
unterschiedlicher Kulturen aufeinander. Die Vermittlung zwischen verschiedenen
Lebenswelten und unterschiedlichen Systemen kann interkulturelle Spannungen und
Konflikten helfen, um die vorhandenen Ressourcen aller Beteiligten stärker zu nutzen. Die
Interkulturelle Kompetenz ermöglicht es eine tragfähige Beziehung zwischen Fachkräften
und Hilfesuchenden. Unterschiedliche Wertvorstellungen, Normen und Konzeptionen von
Gesellschaft können leichter verständlich gemacht und reflektiert werden. Sie erleichtert es,
persönliche Gefühle, Kränkungen und Moralvorstellungen zu äußern. Interkulturelle
Kompetenz erfordert Fachkenntnisse und Perspektivenwechsel zu folgenden Themen wie
z.B.: • Gründe für Migration
• Lebensbedingungen der Migranten im Aufnahmeland
• Kultureller Hintergrund der Migranten ( z.B. Lebensbedingungen in den
Herkunftsländern, Religion, kulturspezifische Normen und Rollenerwartungen).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Begriffsdefinitionen

3) Die erste Migrationsgeneration

4) Die türkische Familie

4.1) Die Beziehung zwischen den Ehepartnern:

4.2)Erziehung und Eltern- Kind- Beziehung:

4.3) Schule

4.4) Wohnsituation:

5) Ursachen von Gewalt unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund

5.1) Lernen am Modell

5.2) Mögliche Erklärungsversuche zur Gewaltbereitschaft und kriminellem Verhalten bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund

6) Definition der Kinder- und Jugendhilfe

7) Was ist Jugendsozialarbeit?

8) Zur Entstehung der Interkulturelle Pädagogik

8.1) Vorraussetzung für die Entwicklung interkultureller Konzepte

8.2) Interkulturelle Kompetenz in der Sozialen Arbeit

8.3) Die Qualifikation der Pädagogischen Fachkräfte

9.) Sozialpädagogischen Methoden

10) Die Klientenzentrierte Gesprächsführung nach C.R. Rogers

11) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der interkulturellen Kompetenz in der sozialen Arbeit, insbesondere am Beispiel von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund. Dabei wird analysiert, wie soziokulturelle Hintergründe, Gewaltursachen und das Jugendhilfesystem interagieren, um daraus Anforderungen an eine erfolgreiche pädagogische Praxis unter Einbeziehung klientenzentrierter Methoden abzuleiten.

  • Lebenswelten türkischer Migrantenfamilien und deren Einfluss auf die Sozialisation
  • Ursachen von Gewaltbereitschaft und Kriminalität bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund
  • Die Rolle der interkulturellen Pädagogik und Kompetenz in der sozialen Arbeit
  • Grundlagen und Anwendung der Klientenzentrierten Gesprächsführung nach C.R. Rogers
  • Anforderungen an pädagogische Fachkräfte im interkulturellen Kontext

Auszug aus dem Buch

5.1) Lernen am Modell

Modelllernen ist die von Albert Bandura eingeführte Bezeichnung für einen kognitiven Lernprozess, der vorliegt, wenn ein Individuum als Folge der Beobachtung des Verhaltens anderer Individuen sowie der darauffolgenden Konsequenzen sich neue Verhaltensweisen aneignet oder schon bestehende Verhaltensmuster weitgehend verändert. Der Lernende wird dabei Beobachter (observer) genannt, der Beobachtete Modell (model) oder Leitbild. Wichtig für diesen Lernprozess, der nur unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. weitgehende Identifikation des Beobachters mit dem Modell) stattfindet, ist die stellvertretende Verstärkung. Nach Albert BANDURA ist das Modelllernen ein Lernprinzip, das gleichbedeutend mit der klassischen (Pawlow) und der operanten (Skinner) Konditionierung ist. Er bezeichnet den Vorgang des Lernens am Modell als "das Auftreten einer Ähnlichkeit zwischen dem Verhalten eines Modells und dem einer anderen Person unter Bedingungen, bei denen das Verhalten des Modells als der entscheidende Hinweisreiz für die Nachahmungsreaktionen gewirkt hat." Für BANDURA stand fest, dass menschliches Verhalten nicht allein durch Reiz-Reaktions-Zusammenhänge zu erklären sei. Auch er nimmt an, dass zwischen Reiz und Reaktion höhere Prozesse ablaufen. Im Gegensatz zu anderen Lernpsychologen beschäftigt sich BANDURA gezielt mit der Frage, wie Verhaltensweisen speziell im sozialen und sprachlichen Bereich erworben werden. Für ihn erklärt sein Ansatz des Modelllernens die schnelle und effiziente Übernahme solcher Verhaltensweisen. Durch das Lernen am Modell ist der Mensch in der Lage, sich auch komplexe soziale Handlungen anzueignen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Wandel von der Ausländerpädagogik hin zur interkulturellen Pädagogik und betont die wachsende Bedeutung interkultureller Kompetenz.

2) Begriffsdefinitionen: Hier werden die Begriffe Migration, Emigration und Immigration sowie das allgemeine Verständnis von Migration in den Sozialwissenschaften geklärt.

3) Die erste Migrationsgeneration: Dieses Kapitel beschreibt die Geschichte der Arbeitsmigration seit 1960 und die schwierigen Lebensbedingungen der sogenannten Gastarbeiter.

4) Die türkische Familie: Es werden die familiären Strukturen, Rollenverteilungen, Erziehungsmethoden sowie die schulischen Herausforderungen und Wohnsituationen türkischer Familien beleuchtet.

5) Ursachen von Gewalt unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Das Kapitel behandelt die Entstehung von Gewalt durch Sozialisation, insbesondere das Modelllernen, sowie die Gründe für kriminelles Verhalten.

6) Definition der Kinder- und Jugendhilfe: Hier erfolgt eine rechtliche Einordnung der Aufgaben und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe gemäß SGB VIII.

7) Was ist Jugendsozialarbeit?: Das Kapitel erläutert die Ziele, Zielgruppen und Handlungsfelder der Jugendsozialarbeit als Unterstützung für benachteiligte junge Menschen.

8) Zur Entstehung der Interkulturelle Pädagogik: Dieser Abschnitt beschreibt die Ablösung der Ausländerpädagogik und diskutiert Voraussetzungen für interkulturelle Konzepte sowie die Qualifikation pädagogischer Fachkräfte.

9.) Sozialpädagogischen Methoden: Es wird erörtert, was unter dem Begriff Methode in der Sozialen Arbeit zu verstehen ist und wie diese in Konzepte eingebettet werden.

10) Die Klientenzentrierte Gesprächsführung nach C.R. Rogers: Das Kapitel stellt das Menschenbild, die Theorie, Haltungen und Techniken des personenzentrierten Ansatzes sowie dessen Kritik dar.

11) Schlussbetrachtung: Die Autorin fasst die Problemlagen zusammen und plädiert für eine bildungsorientierte Integrationspolitik, die interkulturelle Kompetenz der Fachkräfte einbezieht.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kompetenz, Soziale Arbeit, Türkische Jugendliche, Migration, Gewaltprävention, Modelllernen, Jugendsozialarbeit, Klientenzentrierte Gesprächsführung, Carl R. Rogers, Integration, Identität, Erziehung, Bildungsbenachteiligung, Sozialpädagogik, Lebenswelt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die sich für die Soziale Arbeit im Umgang mit Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund ergeben, und untersucht, wie interkulturelle Kompetenz dabei unterstützen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der türkischen Lebenswelt, den Ursachen von Jugendgewalt, der Rolle der Jugendsozialhilfe sowie der praktischen Anwendung klientenzentrierter Beratungsmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte durch den Erwerb interkultureller Kompetenz und die Anwendung geeigneter Methoden (insb. nach C.R. Rogers) erfolgreicher mit Jugendlichen aus anderen Kulturkreisen arbeiten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse basiert, um soziologische und pädagogische Konzepte (wie das Modelllernen oder die klientenzentrierte Gesprächsführung) mit der spezifischen Situation junger Migranten zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Lebensumstände (Familie, Schule, Wohnumfeld), die Erörterung von Gewaltursachen, die Definition des Jugendhilfesystems und die detaillierte Darstellung des klientenzentrierten Beratungsansatzes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Interkulturelle Kompetenz, Soziale Arbeit, Migration, Identität, Gewaltprävention, klientenzentrierte Beratung und Integration sind zentrale Begriffe der Arbeit.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Vaters in türkischen Migrantenfamilien?

Die Autorin weist darauf hin, dass in vielen türkischen Familien, im Gegensatz zu deutschen, der Vater häufiger als die Mutter die Züchtigungen übernimmt, was mit traditionellen patriarchalischen Strukturen verknüpft wird.

Warum wird der klientenzentrierte Ansatz nach Rogers als geeignet erachtet?

Der Ansatz wird als geeignet angesehen, da er durch Wertschätzung, Echtheit und Empathie eine Vertrauensbasis schafft, die es dem Jugendlichen ermöglicht, sich trotz gesellschaftlicher oder familiärer Belastungen zu entfalten.

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Details

Title
Interkulturelle Kompetenz
Subtitle
Eine Herausforderung in der sozialen Arbeit? - Am Beispiel türkischer Jugendlicher
College
Leuphana Universität Lüneburg
Grade
2,7
Author
Emel Zeybek (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V118140
ISBN (eBook)
9783640212880
Language
German
Tags
Interkulturelle Kompetenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Emel Zeybek (Author), 2008, Interkulturelle Kompetenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118140
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