Dieses Sachbuch gibt einen umfassenden Überblick über die Grundlagen für Präsenz- und Betreuungskräfte. Der vorliegende Band behandelt physische und psychische Notfallmaßnahmen.
Helfen ist nicht schwer, oftmals reichen schon wenige gezielte Handgriffe, um das Leben eines Menschen zu retten. Diese Handgriffe sind für alle Arten von Notfällen geeignet. Im Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ wird praktisch unterwiesen, wie im Notfall umfassend richtig vorgegangen werden sollte, um zu helfen, ohne weitere physische und eventuelle psychische Schäden zu verursachen. Unter anderem auch aus diesem Grund sollten regelmäßig die Kenntnisse in Erster Hilfe auffrischt werden, damit diese Kenntnisse auch der aktuellen wissenschaftlichen Meinung entsprechen. Zudem sollen eventuelle (und durchaus verständliche) Berührungsängste im Umgang mit Verletzten verringert werden. Denn abgesehen davon, dass jeder selbst unverschuldet in eine lebensbedrohliche Situation geraten kann, besteht eine Notwenigkeit und Pflicht zur Hilfeleistung.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einführung
- 1.1 Notwendigkeit und Verpflichtung zur Hilfeleistung
- 1.2 Vitalfunktionen Kreislauf, Atmung und Bewusstsein
- 1.3 Allgemeines Verhalten bei lebensbedrohlichen Zuständen
- 1.4 Konkrete Maßnahmen = Basic-Life-Support einer Laienreanimation
- 1.5 Ablaufschema beim Auffinden von Verunfallten
- 1.6 Wünschenswerte Verhaltensweisen von Ersthelfern und professionell Helfenden
- 1.7 Rettungsgriffe
- 1.7.1 Der Rautek-Rettungsgriff
- 1.7.2 Der Heimlich-Handgriff
- 1.7.3 Stabile Seitenlage
- 1.8 Notlagerungen
- 1.8.1 Maßnahmen zur Prüfung, Erhaltung und Wiederherstellung der Vitalfunktionen
- 2. Notfälle
- 2.1 Schock
- 2.2 Verbrennungen
- 2.3 Erfrierung
- 2.4 Unterkühlungen
- 2.5 Verätzungen
- 2.6 Vergiftungen
- 2.7 Beinaheertrinken
- 2.8 Salz- und Süßwasseraspiration
- 2.9 Verrenkungen (Auskugelungen/Luxationen)
- 2.10 Frakturen
- 2.11 Amputation/Amputationsverletzungen
- 2.12 Bissverletzungen
- 2.13 Nadelstichverletzungen
- 2.14 Sonnenstich und Hitzeschlag
- 3. Psychiatrische Notfälle
- 3.1 Bewusstseinsstörungen
- 3.2 Krisen auslösende Ursachen
- 3.3 Umgang mit diesen nicht alltäglichen psychischen Belastungssituationen
- 4. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Dieses Sachbuch "Berufliche Grundlagen für Präsenz- und Betreuungskräfte gemäß §§ 43b, 53b SGB XI - Physische und psychische Notfallmaßnahmen Band 2" soll Präsenz- und Betreuungskräften die notwendigen Grundlagen und praktischen Handgriffe für den Umgang mit akuten physischen und psychischen Notfällen vermitteln. Das primäre Ziel ist es, Ersthelfende zu befähigen, in Notfallsituationen schnell und korrekt zu handeln, um Leben zu retten, weitere Schäden zu verhindern und etwaige Berührungsängste abzubauen. Zudem wird die moralische und rechtliche Verpflichtung zur Hilfeleistung betont.
- Lebensrettende Sofortmaßnahmen und die Pflicht zur Hilfeleistung.
- Umgang mit akuten physischen Notfällen und Verletzungen.
- Spezifische Rettungsgriffe und Notlagerungen.
- Erkennung und Behandlung von psychiatrischen Notfällen und Bewusstseinsstörungen.
- Krisenintervention und Deeskalationsstrategien bei psychischen Belastungssituationen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Schock
Unter Schock wird ein Syndrom eingeschränkter lebenswichtiger Organfunktionen verstanden. Ursächlich dafür ist ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf. Ein Schockzustand ist immer lebensbedrohlich und nur im Anfangsstadium ohne gravierende Folgeschäden reversibel, deshalb besteht immer effizienter und schneller Handlungsbedarf.
Kreislaufzentralisation und mögliche Ursachen
- tatsächliche Verringerung des zirkulierenden Blutvolumens durch z.B. Blutverlust bei Verletzungen oder relativer Verringerung der zirkulierenden Blutmenge bei Anaphylaxie (das Herzminutenvolumen sinkt und es wird weniger Blut ausgeworfen als zur Versorgung der Peripherie tatsächlich notwendig wäre)
(Kompensations-) Mechanismus:
- bei der Verengung der Venolen leeren sich die Speichergefäße des Körpers und bei der Verengung der Arteriolen kommt es zu einer Minderdurchblutung, einem Sauerstoffdefizit in den peripheren Gefäßen (Ischämie = Verminderung oder Unterbrechung der Durchblutung eines Organs, Organteils oder Gewebes in Folge mangelnder arterieller Zufuhr z.B.durch Thrombose, Embolie oder Gefäßspasmus)
- das wiederum bewirkt eine Umverteilung der zirkulierenden Blutmenge zugunsten der lebenswichtigsten (unmittelbaren) Organe: Herz, Lunge und Gehirn
Phasen des Schocks
1. Phase kompensierter Schock
- verminderter Blutrückstrom zum Herzen
- Herzminutenvolumen sinkt
- Freisetzung Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin zur Aufrechterhaltung der Blutzirkulation für die Versorgung wichtiger Organe
- Mikrozirkulationsstörungen vor allem der Niere (keine bis wenig Ausscheidung) und Blut aus Leber und Milz gelangen in das venöse Gefäßsystem
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit der Ersten Hilfe, die Verpflichtung zur Hilfeleistung und grundlegende Maßnahmen zur Sicherung der Vitalfunktionen und Rettungstechniken, inklusive Ablaufschemata und wünschenswerter Verhaltensweisen von Ersthelfern.
2. Notfälle: Dieser Hauptteil beschreibt detailliert spezifische medizinische Notfälle wie Schock, Verbrennungen, Erfrierungen, Vergiftungen, Frakturen und weitere Verletzungsarten, inklusive deren Symptome und der erforderlichen Erstmaßnahmen.
3. Psychiatrische Notfälle: Das Kapitel behandelt verschiedene Bewusstseinsstörungen, die Ursachen von Krisen und den angemessenen Umgang mit psychischen Belastungssituationen, einschließlich Krisenintervention und Deeskalationsstrategien.
Schlüsselwörter
Erste Hilfe, Notfallmaßnahmen, Präsenzkräfte, Betreuungskräfte, Reanimation, Schock, Verbrennungen, Unterkühlung, Vergiftungen, Frakturen, Bewusstseinsstörungen, Krisenintervention, Deeskalation, Psychische Notfälle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit bietet professionelle Grundlagen für Präsenz- und Betreuungskräfte zu physischen und psychischen Notfallmaßnahmen gemäß §§ 43b, 53b SGB XI, um sie für lebensrettende Sofortmaßnahmen und den Umgang mit psychischen Krisen zu schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Einführung in Erste Hilfe, die Behandlung verschiedener medizinischer Notfälle wie Schock, Verbrennungen und Vergiftungen, sowie den Umgang mit psychiatrischen Notfällen und Kriseninterventionsstrategien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Ersthelfern das notwendige Wissen und die praktischen Fähigkeiten zu vermitteln, um in Notfällen korrekt zu handeln, Leben zu retten, weitere Schäden zu vermeiden und Berührungsängste im Umgang mit verletzten Personen abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Das Sachbuch ist als praktischer Leitfaden konzipiert, der auf aktuellen wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnissen basiert, um konkrete Handlungsanweisungen und Ablaufschemata für Notfallsituationen zu liefern. Es handelt sich um eine Zusammenstellung bewährter Verfahren und medizinischer Fakten, keine empirische Forschungsarbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt eine Vielzahl von Notfällen, darunter Schockzustände, Verbrennungen, Erfrierungen, Verätzungen, Vergiftungen, verschiedene Verletzungen wie Frakturen und Amputationen, sowie spezifische Maßnahmen bei Sonnenstich und Hitzschlag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Erste Hilfe, Notfallmaßnahmen, Reanimation, Schock, Verbrennungen, Vergiftungen, Frakturen, Bewusstseinsstörungen, Krisenintervention und Deeskalation.
Was versteht man unter einem Schock und welche Phasen gibt es?
Ein Schock ist ein Syndrom eingeschränkter lebenswichtiger Organfunktionen, verursacht durch ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und -bedarf. Es gibt drei Phasen: den kompensierten Schock, den dekompensierten Schock/Dezentralisation und den irreversiblen Schock.
Welche Rettungsgriffe werden in Notfallsituationen beschrieben?
Das Buch beschreibt unter anderem den Rautek-Rettungsgriff zur Rettung von Personen aus Gefahrenbereichen, den Heimlich-Handgriff bei Atemwegsverlegung durch Fremdkörper und die stabile Seitenlage zur Sicherung der Atmung bei Bewusstlosen.
Wie geht man mit psychiatrischen Notfällen um?
Bei psychiatrischen Notfällen werden Bewusstseinsstörungen, ihre Ursachen und der Umgang mit psychischen Belastungssituationen behandelt. Dabei sind Krisenintervention, die Wahrung von Nähe und Distanz, Deeskalationsstrategien und die Abwendung von Selbst- und Fremdgefährdung zentrale Aspekte.
Was sind die Grundregeln der Deeskalation in psychischen Belastungssituationen?
Grundregeln der Deeskalation umfassen deeskalierendes Agieren im Gespräch, das Vermeiden weiterer Konflikte, die Auflösung akuter Krisen durch validierende Gesprächsführung ("ich verstehe, dass..."), Empathie, Respekt, Ernsthaftigkeit und Fairness, sowie das Einhalten von Sicherheitsabständen und das Vermeiden von Droh- oder Aggressionssignalen.
- Arbeit zitieren
- Sabine Schmidt (Autor:in), 2022, Berufliche Grundlagen für Präsenz- und Betreuungskräfte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1181473