Das Thema der Koedukation im Sportunterricht wird in der Bundesrepublik seit den 1960er Jahren immer wieder kontrovers diskutiert. Seitdem hat sich einiges getan, die angestrebten Ziele wurden aber in unterschiedlichem Maße eher unbefriedigend erreicht. Aus diesem Grund gibt es auch in der neueren Zeit Debatten und Studien, welche sich mit dem Thema der Koedukation im Schulsport und derer Durchsetzbarkeit befassen. Die vorliegende Arbeit beschreibt zunächst die Ursachen einer Geschlechterkonstruktion, die vermeintlichen Unterschiede im Verhalten und den Interessen der Geschlechter, bevor sie auf einen kurzen historischen Abriss der Koedukation in Deutschland eingeht. Auf diese beiden Punkte aufbauend, werden die Pro- und Contra-Argumente der Koedukation herausgestellt, um im Abschluss der Arbeit der Frage auf den Grund zu gehen, ob die Koedukation im Schulsport ein angebrachtes Mittel zur Chancengleichheit der Geschlechter darstellt, oder ob die Gefahr zu groß ist, dass genau das Gegenteil erreicht wird, oder aber ob man an der gegenwärtigen Umsetzung der Koedukation einzelne Punkte didaktisch überdenken sollte, um die gesetzten Ziele effektiver und sicherer erreichen zu können.
Grundlegend erscheinen für die Auseinandersetzung mit dem Thema Koedukation die Fragen, ob es wirklich eine typisch weibliche oder männliche Sportkultur gibt und ob Frauen im Sport anders handeln als ihre männlichen Mitstreiter. Letztendlich beschäftigt sich die Arbeit mit der These, ob die in der Koedukation auftretenden Probleme mit derselben gelöst werden können.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Wissenschaftliche Erklärungsversuche zur Konstruktion des Merkmals Geschlecht
- Historische Entwicklung der Koedukation in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert
- Contra Koedukation im Schulsport in der heutigen Debatte
- Pro Koedukation im Sportunterricht
- Koedukativer Sportunterricht in der schulischen Praxis heute
- Koedukation ja - aber wie?
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Debatte der Koedukation im Schulsport in Deutschland seit den 1960er Jahren. Sie analysiert die Ursachen der Konstruktion des Merkmals „Geschlecht“ und beleuchtet die historischen Entwicklungen der Koedukation. Darüber hinaus werden die Argumente für und gegen die Koedukation im Sportunterricht diskutiert und die Frage gestellt, ob die Koedukation ein geeignetes Mittel zur Chancengleichheit der Geschlechter darstellt.
- Die Konstruktion des Merkmals „Geschlecht“
- Die historische Entwicklung der Koedukation in Deutschland
- Die Argumente für und gegen die Koedukation im Schulsport
- Die Frage nach der Chancengleichheit der Geschlechter im koedukativen Sportunterricht
- Die didaktische Überarbeitung der Koedukation im Schulsport
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema der Koedukation im Sportunterricht vor und skizziert die Relevanz des Themas im Kontext der aktuellen Debatte. Kapitel 2 beleuchtet die wissenschaftlichen Erklärungsversuche zur Konstruktion des Merkmals „Geschlecht“ und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Geschlechterrollen im Sport. Kapitel 3 bietet einen historischen Abriss der Koedukation in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert.
Kapitel 4 und 5 präsentieren die Argumente gegen und für die Koedukation im Schulsport, wobei die jeweiligen Vor- und Nachteile der Koedukation im Vordergrund stehen. Kapitel 6 beleuchtet die praktische Umsetzung der Koedukation im heutigen Sportunterricht und analysiert die Herausforderungen und Chancen der Koedukation in der schulischen Praxis. Kapitel 7 diskutiert die Frage, wie die Koedukation im Schulsport so gestaltet werden kann, dass die Chancengleichheit der Geschlechter erreicht wird.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Schlüsselbegriffen wie Koedukation, Geschlecht, Chancengleichheit, Sportkultur, Geschlechterrollen, Sportunterricht, und feministische Sportpraxis. Sie untersucht die Konstruktion des Merkmals Geschlecht im Kontext der historischen Entwicklung der Koedukation in Deutschland und analysiert die Pro- und Contra-Argumente der Koedukation im Sportunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Koedukation im Schulsport umstritten?
Die Debatte dreht sich darum, ob gemeinsamer Unterricht die Chancengleichheit fördert oder ob er aufgrund unterschiedlicher körperlicher Voraussetzungen und Interessen eher zu Benachteiligungen führt.
Gibt es eine typisch weibliche oder männliche Sportkultur?
Die Arbeit untersucht wissenschaftliche Erklärungsversuche zur Geschlechterkonstruktion und hinterfragt, ob Verhaltensunterschiede biologisch oder sozial bedingt sind.
Was sind die Argumente gegen Koedukation im Sport?
Gegner befürchten, dass Mädchen in gemischten Gruppen weniger Raum zur Entfaltung haben oder dass Jungen durch die Rücksichtnahme unterfordert werden könnten.
Welche Ziele verfolgt der koedukative Sportunterricht?
Hauptziele sind der Abbau von Geschlechterstereotypen, die Förderung gegenseitiger Akzeptanz und die Gewährleistung gleicher Bildungschancen für alle Geschlechter.
Wie kann koedukativer Unterricht didaktisch optimiert werden?
Die Arbeit diskutiert Ansätze, wie durch eine bewusste Gestaltung der Inhalte und Methoden die gesetzten Ziele effektiver erreicht werden können („Koedukation ja – aber wie?“).
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- Mathias Herbst (Autor), 2008, Entwicklung und Debatte der Koedukation im Schulsport, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118182