Schneller, früher und genauer sollen Krankheiten dank den Nanowissenschaften diagnostiziert werden können. Dies die Meinung internationaler Fachleute. Klar verbesserte Therapien sind – ausser zum Beispiel bei Krebs – kaum vor 2020 zu erwarten. Neben Chancen birgt die Nanotechnologie aber auch nicht vernachlässigbare Risiken wie zum Beispiel die Nanotoxizität. Die Nanotechnologie gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und steht hinsichtlich der möglichen Anwendungen noch am Anfang. In dieser Arbeit werden die Bereiche Nanotechnologie in der Medizin, Nanotoxizität und Nanopartikel, Risikoforschung und Notwendigkeit der gesellschaftlichen Diskussion thematisiert.
Medizin:
Bis 2010 erwarten Experten vor allem im Bereich der Diagnose von Krankheiten markante Fortschritte: Diagnosen werden schneller, können schon im Frühstadium einer Krankheit gestellt werden und liefern spezifischere und genauere Resultate als die bisherigen Methoden. Dank den Ergebnissen der Nanowissenschaften sollten nach Einschätzung von Experten auch Therapien zu einzelnen Krankheiten bis 2020 markant verbessert werden können. In erster Linie erhoffen sich Experten Fortschritte in der Früherkennung und Behandlung von Krebs, Herzkreislauf Erkrankungen und viralen Infektionen. Auch wenn die Möglichkeiten heute tendenziell eher über- und die Schwierigkeiten ...
Nanotoxizität und Nanopartikel:
Mit der Beurteilung der Chancen als auch der möglichen Risiken der Nanotechnologie sind noch bedeutende Unsicherheiten verbunden. So ist
beispielsweise heute noch offen, wie stark der gesellschaftliche Druck auf den Einzelnen ausfallen wird, wenn nanotechnologisch verbesserte Gendiagnostik eine flächendeckende, vorausschauende Gesundheits-vorsorge ermöglichen wird. Jeder Einzelne wird sich unter Umständen viel stärker als heute mit seinem Körper befassen und die nicht immer einfache Entscheidung treffen müssen, was er über sich wissen möchte. Die Frage des Datenschutzes und der Privatsphäre wird damit zentral. Auch dürfte die Grenze zwischen Krankheit und ...
Risikoforschung und gesellschaftlich Diskussion notwendig:
In der Studie Nanotechnologie in der Medizin [7] der TA –SWISS, des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung beim Wissenschafts- und Technologierat wird die Einrichtung eines interdisziplinären, unabhängigen Fachgremiums zur laufenden Beurteilung und zur frühzeitigen Abschätzung ...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Übersicht
1.2 Einleitung
2 Stärken und Schwächen
2.1 Anwendungsbereiche in der Medizin
2.2 Stärken und Schwächen
3 Empfehlung hinsichtlich der Chancen und Risiken
3.1 Risikoforschung fördern
3.2 Begleitforschung einrichten
3.3 Gesamtwirtsch. Verständigungsprozess einleiten
3.4 Quellenverzeichnis
3.4.1 Internet
3.4.2 Interviews
3.4.3 Endnotenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Anwendungsgebiete der Nanotechnologie in der Medizin zu geben und das Spannungsfeld zwischen technologischen Möglichkeiten und den damit verbundenen Risiken für Mensch und Umwelt aufzuzeigen.
- Grundlagen und Definitionen der Nanotechnologie.
- Analyse technischer Stärken und Schwächen nanotechnologischer Anwendungen in der Medizin.
- Notwendigkeit einer spezialisierten Risikoforschung und Begleitforschung.
- Bedeutung eines gesamtgesellschaftlichen Verständigungsprozesses.
- Diskussion ethischer und sicherheitsrelevanter Herausforderungen.
Auszug aus dem Buch
Stärken und Schwächen
Nachfolgend sind fünf Typen von „Werkzeugen“, die die Gesamtheit der Möglichkeiten, den Werkzeugkasten der Nanotechnologie in der Medizin, abdecken sollten definiert. "Werkzeug" darf hier nicht allzu wörtlich verstanden werden. Nanotechnologie bedeutet eine Vielzahl von Produkten, Methoden und Verfahrensweisen. Der Werkzeugcharakter der Nanotechnologie kommt in diesem Verständnis nun dadurch zum Ausdruck, dass sie für bestimmte Zwecke "angewendet" wird, so in der Medizin etwa für diagnostische oder therapeutische Zwecke. Die fünf Werkzeug Typen sind:
Partikel: sind eher einfach strukturierte "Teilchen", die über das Konzept eines Moleküls hinausgehen, aber von den Lineardimensionen her zur Nanowelt gehören.
Strukturen: sind eher komplex strukturierte Teilchen oder Systeme von verbundenen Teilchen.
Oberflächen: sind ausgedehnte flächige Strukturen.
Devices: sind hochkomplexe Strukturen mit mechanisch, chemisch oder elektrisch aktiven funktionellen Einheiten.
Methoden: sind in der Nanotechnologie übliche Untersuchungs- und Verarbeitungsmethoden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Nanotechnologie ein und erläutert die technologischen Ansätze sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Stärken und Schwächen: Hier werden die Anwendungsbereiche in der Medizin sowie die spezifischen Potenziale und Limitierungen der nanotechnologischen Werkzeugtypen detailliert analysiert.
3 Empfehlung hinsichtlich der Chancen und Risiken: Dieses Kapitel widmet sich der Notwendigkeit einer interdisziplinären Risikoforschung, der Einrichtung einer permanenten Begleitforschung und der Etablierung eines gesellschaftlichen Dialogs.
Schlüsselwörter
Nanotechnologie, Medizin, Nanopartikel, Nanotoxizität, Risikoforschung, Begleitforschung, Diagnose, Therapie, Nanoshells, Nanoröhren, Nanobiotechnologie, Ethik, Gesellschaft, Verständigungsprozess, Technologiefolgen-Abschätzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Erwartungen der Nanotechnologie im Bereich der Medizin unter besonderer Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken für Mensch und Umwelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die medizinischen Anwendungsmöglichkeiten der Nanotechnologie, die technologische Klassifizierung dieser Werkzeuge sowie die regulatorischen und ethischen Empfehlungen für den Umgang mit dieser Technologie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, ein Bewusstsein für das Spannungsfeld zwischen Chancen und Risiken zu schaffen und Denkanstöße für einen verantwortungsvollen Umgang mit medizinischen Nanotechnologien zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung der Studie "Nanotechnologie in der Medizin" des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-SWISS).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der verschiedenen Werkzeugtypen (Partikel, Strukturen, Oberflächen, Devices, Methoden) und erarbeitet darauf basierend Empfehlungen für eine notwendige Risikoforschung und Begleitforschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nanotoxizität, interdisziplinäre Forschung, gesellschaftlicher Dialog und Technologiefolgen-Abschätzung geprägt.
Was genau versteht die Arbeit unter "Werkzeugen" der Nanotechnologie?
Der Begriff "Werkzeug" umfasst hierbei eine Vielzahl von Produkten und Verfahren, unterteilt in Partikel, Strukturen, Oberflächen, Devices und Methoden, die spezifisch für diagnostische oder therapeutische Zwecke angewendet werden.
Warum ist ein permanenter gesellschaftlicher Verständigungsprozess so wichtig?
Ein solcher Prozess ist essenziell, um frühzeitig Polarisierungen zu vermeiden, ethische Aspekte zu reflektieren und die Gesellschaft aktiv in den Diskurs über die Richtung zukünftiger Forschungsförderung einzubinden.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2007, Nanotechnologie in der Medizin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118184