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Die Bedeutung des literarischen Raumes in "La Princesse de Clèves" von Madame de La Fayette

Title: Die Bedeutung des literarischen Raumes in "La Princesse de Clèves" von Madame de La Fayette

Term Paper , 2021 , 17 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Stefanie Sartena (Author)

French Studies - Literature
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung und Bedeutung des literarischen Raumes in "La Princesse de Cléves" von Madame de La Fayette.

Räume dienen in der Literatur seit jeher als eingrenzender Rahmen der jeweiligen geschilderten Geschehnisse. Hierbei lassen sich verschiedene, interessante Konstruktionen feststellen. Die Raumdarstellung bildet eine der grundlegenden Komponenten der (fiktionalen) Wirklichkeitserschließung. Raum ist in literarischen Texten nicht nur Ort der Handlung, sondern stets auch kultureller Bedeutungsträger.

Folglich ist der Raum, in dem sich eine literarische Handlung abspielt, nie bedeutungslos. Sei es eine Gefängniszelle wie in "Schachnovelle" von Stefan Zweig oder das Zimmer Gregor Samsas in Kafkas "Verwandlung". In beiden Fällen wird durch die Beschreibung des Raumes die bedrückende Enge der Erzählung vermittelt. Aber auch das Gegenteil kann durch eine positive Beschreibung des Raumes, beziehungsweise des räumlichen Umfelds einer Erzählung durch den Autor initiiert werden.

Im Falle der Betrachtung des literarischen Raumes in La Fayettes „La Princesse de Clèves“ wird ein geradezu ambivalentes Verhältnis der Protagonistin zwischen der märchenhaft schönen räumlichen Umgebung eines absolutistischen Märchenschlosses und der von ihr empfunden Enge des Lebens in einem Hofstaate literarisch herausgearbeitet. Sicherlich handelt es sich dabei um ein bewusstes Stilmittel, wenn man bedenkt, dass dieser Roman, welcher 1678 erstmals veröffentlicht wurde, eine Kritik am System des Absolutismus ist. Diese Kritik äußert sich in der Darstellung der tiefen Diskrepanz zwischen dem Schein und dem Sein einer höfischen Gesellschaft in dieser Zeit, wie sie entsprechend in dem Roman geschildert wird.

Doch genau auf der Grundlage der eben genannten sozialen Gegebenheiten lässt sich eine literaturwissenschaftlich interessante Frage stellen: Wie sind die Räume der Princesse de Clève im Verhältnis privat zu öffentlich literarisch gestaltet und wie wird dadurch der Konflikt der Princesse zwischen privatem und öffentlichen Leben am Hofe durch die Autorin veranschaulicht?

In dieser Arbeit soll geklärt werden, ob es der Protagonistin gelingt, in dieser von Pseudomoral durchsetzten Gesellschaft am Hofe, einen privaten Rückzugsraum zu sichern, in diesem sie ihre moralisch verwerflichen Gefühle und Emotionen ausleben kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Einführung: Die Bedeutung des Raumes in der Literatur

3. Analyse der elementaren inhaltlichen Elemente

3.1 Prägung der Princesse durch die Erziehung der Mutter

3.2 Der Tod der Mutter

3.3 Öffentlicher und privater Raum in der Gegenüberstellung

3.4 Geständnis und Problematik dessen Raumes

3.5 Konflikt zwischen Vernunft/Tugend und Leidenschaft im räumlichen Bezug

4. Ergebnisanalyse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die literarische Gestaltung öffentlicher und privater Räume in Madame de La Fayettes Roman „La Princesse de Clèves“ und analysiert, wie diese Räume den inneren Konflikt der Protagonistin zwischen persönlicher Leidenschaft und höfischer Tugend veranschaulichen.

  • Die Funktion von Raum als literarisches Gestaltungsmittel
  • Gegenüberstellung von privater Sphäre und öffentlicher Hofgesellschaft
  • Analyse der Raum-Semantik in Bezug auf moralische Konflikte
  • Kritik am absolutistischen System durch räumliche Diskrepanzen
  • Die Rolle der räumlichen Trennung für das Schicksal der Protagonistin

Auszug aus dem Buch

3.3 Öffentlicher und privater Raum in der Gegenüberstellung

Madame de Chartres, die stets bemüht um die Tugend ihrer Tochter war, scheint am Hofe umso mehr Aufmerksamkeit gegenüber ihrer Tochter nötig, um sie vor den Gefahren zu schützen, denn „Ehrgeiz und Liebeshändel beherrschen den Hof und hielten Männer und Frauen in Atem. Es gab so viele verschiedene Interessen und Parteien und die Damen nahmen daran so lebhaften Anteil, daß Staatsgeschäfte stets mit Liebe, Liebe mit Staatsgeschäften verknüpft waren. Es gab keinen, der dem Treiben gelassen oder gleichgültig gegenüberstand; man sann darauf, Macht zu gewinnen, zu gefallen, zu nützen oder zu schaden; Langeweile und Müßiggang waren unbekannt; allezeit war man mit seinem Vergnügen oder Intrigen beschäftigt.“ (Lafayette 1983, S.18) Madame de Chartres war sich dieser Gefahr am Hofe stets bewusst und dementsprechend bemüht, ihre Tochter davor zu schützen. Deshalb schafft sie einen Raum der Privatsphäre und der offenen Kommunikation zwischen ihr und ihrer Tochter durch folgende Bitte: „[sie] nicht als Mutter, sondern als Freundin alle Liebenwürdigkeiten anzuvertrauen, welche die Männer ihr sagten“ (Lafayette 1983, S.19).

In einem Gespräch zwischen Madame de Chartres und ihre Tochter gab sie das Wesentliche am Hofe zu erkennen: „Wenn Sie hier einmal am Hofe nach dem Äußeren urteilen […] werden Sie sich oft täuschen: der Schein entspricht kaum einmal der Wahrheit“ (Lafayette 1983, S.35).

Innerhalb der geschlossenen Räume am Hofe, dem Königspalast, den Häusern der Prinzessin sind mehrere Räume definiert, denen bestimme Funktion zukommen. Den salle, der sich riesig und schön präsentiert, ist der Schauplatz von Festen und Feierlichkeiten des Hofes, also des öffentlichen Lebens. Dort findet auch der Ball, auf dem die Prinzessin Nemours trifft statt. Das chambre ist der Zufluchtsort der Kranken und Sterbenden, darunter dann auch der der Madame de Chartres, der Dauphin, dem Monsieur de Clèves. Folglich handelt es sich hierbei um einen der privatesten Räume am Hofe. Dagegen bleiben im antichambre die Besucher, die sich den Kranken nicht nähern können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die literaturwissenschaftliche Bedeutung des Raumes ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der räumlichen Gestaltung in „La Princesse de Clèves“.

2. Theoretische Einführung: Die Bedeutung des Raumes in der Literatur: Dieses Kapitel erläutert theoretische Ansätze zur Raumtheorie, insbesondere unter Einbezug von Forschern wie Cassirer, Bachtin und Lotman.

3. Analyse der elementaren inhaltlichen Elemente: Der Hauptteil untersucht detailliert die verschiedenen Räume im Roman und deren Einfluss auf die Protagonistin sowie ihre familiären und gesellschaftlichen Beziehungen.

4. Ergebnisanalyse: Die Ergebnisanalyse reflektiert die Untersuchungsergebnisse und beantwortet die Forschungsfrage hinsichtlich des Scheiterns der Protagonistin an der räumlichen Trennung.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die räumliche Darstellung als Ausdrucksmittel für die Doppelmoral der höfischen Gesellschaft zusammen.

Schlüsselwörter

La Princesse de Clèves, Madame de La Fayette, Raumtheorie, Literaturwissenschaft, absolutistischer Hof, Privatsphäre, Öffentlichkeit, Tugend, Vernunft, Leidenschaft, Raumsemantik, literarische Analyse, Sozialstruktur, Raumdarstellung, Semantik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung von Räumen in Madame de La Fayettes Roman „La Princesse de Clèves“ und untersucht deren Funktion als Bedeutungsträger.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte des öffentlichen und privaten Raumes sowie deren wechselseitige Beeinflussung und Abgrenzung innerhalb der höfischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin mit ihrer Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob die Protagonistin in der Lage ist, sich einen privaten Rückzugsraum zu schaffen, um ihre verbotenen Gefühle zu leben, ohne dabei den Anforderungen der höfischen Gesellschaft zu unterliegen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive Literaturanalyse unter Heranziehung raumtheoretischer Konzepte, insbesondere der semiotischen Raumtheorie nach Jurij Lotman.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Prägung durch die Mutter, die Funktion unterschiedlicher Räume wie chambre und Pavillon sowie den zentralen Konflikt zwischen Tugend und Leidenschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Raumsemantik, Tugend, Leidenschaft, Hofgesellschaft, privater Rückzugsraum und literarische Raumgestaltung.

Warum scheitert die Protagonistin in ihrem Versuch der räumlichen Abgrenzung?

Die Protagonistin scheitert, da sie die Grenze zwischen öffentlichem Schein und privatem Sein nicht konsequent aufrechterhalten kann, was durch die Vermischung der Räume in einer fatalen Enthüllungssituation gipfelt.

Welche Bedeutung kommt dem „Pavillon in Coulommiers“ zu?

Der Pavillon dient als Schauplatz des Geständnisses und illustriert durch seine fehlende bauliche Abgeschlossenheit das Scheitern der Protagonistin, einen sicheren privaten Raum gegenüber der Öffentlichkeit zu etablieren.

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Details

Title
Die Bedeutung des literarischen Raumes in "La Princesse de Clèves" von Madame de La Fayette
College
University of Constance
Grade
2,7
Author
Stefanie Sartena (Author)
Publication Year
2021
Pages
17
Catalog Number
V1182054
ISBN (PDF)
9783346608475
ISBN (Book)
9783346608482
Language
German
Tags
bedeutung raumes princesse clèves madame fayette
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Sartena (Author), 2021, Die Bedeutung des literarischen Raumes in "La Princesse de Clèves" von Madame de La Fayette, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1182054
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