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Politik und Medien - Politiker und ihre mediale Präsenz

Selbst-Darstellungen von Politikern in den Medien - Politiker als Medienstars

Titel: Politik und Medien - Politiker und ihre mediale Präsenz

Seminararbeit , 2006 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Sven Weidner (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Dass in einer zusehends mediengesteuerten und medienorientierten Gesellschaft die Selbstdarstellung von Politikern eine immer tragendere Rolle spielt, wird dem Zuschauer spätestens dann gewahr, wenn er sich durch die verschiedenen Polit-Talk-Shows zappt. Vielfach geht es nicht mehr darum politische Statements, Botschaften oder auch Einstellungen zu vermitteln, sondern den Erwartungen, die die Medienöffentlichkeit an den Politiker heranträgt, wie auch immer, gerecht zu werden. Ein sicheres, wendiges und ästhetisches Image soll transportiert werden, auch auf die Gefahr hin, dass wesentliche Themen, nämlich die sachliche Auseinandersetzung mit aktuell anstehenden Fragestellungen, hinten an gestellt werden. Persönliche Ränkespiele werden ganz im Sinne eines Mix aus Politik und Unterhaltung ausgetragen, und auch der ein oder andere Schuss unter die Gürtellinie wird, so er denn gelungen, vom Publikum als besondere Schlagfertigkeit goutiert. Nimmt die Selbstdarstellung überhand, heben die Talkmasterinnen Sabine Christiansen oder Maybrit Illner schon einmal drohend den Zeigefinger, um den jeweiligen Politiker wieder auf die richtige Fährte zu locken. Politik und Medien sind heillos miteinander verschränkt, und es wird in dieser Arbeit zunächst um das Problem der Öffentlichkeit in Zusammenhang mit Politik in einer modernen Gesellschaft gehen, einer Gesellschaft die oftmals als „Mediengesellschaft“ definiert wird, und sich auch als solche versteht. Welche Anforderungen diese Mediengesellschaft an den einzelnen Politiker stellt, wird ebenso Gegenstand der Arbeit sein, wie die Analyse von Wahlkämpfen. Diese sind mehr denn mehr denn je Arenen der absoluten Personalisierung und Inszenierung der einzelnen Agierenden. Auch hier werden kaum mehr politische Inhalte vermittelt, vielmehr setzen die am Prozess Beteiligten auf die Kraft des Bildes, und des visuellen Eindrucks. Gezeigt wird dies am Beispiel der Leipziger „Krönungsmesse“, dem Parteitag der SPD 17. April 1998. Während in den Anfängen der bundesrepublikanischen Demokratie die Medien, allen voran die Printmedien, das politische Geschehen kommentierten, und Medien und Politik noch relativ unabhängig voneinander waren, wirft sich heute die Frage auf, ob nicht in manchen Fällen die Macht der Medien Entscheidungen aber auch Vorgänge in der Politik maßgeblich und nachhaltig beeinflusst. Die Medien können ohne die Politiker sowenig, wie die Politiker ohne Medien. Und jeder Politiker gewinnt erst dann an Bekanntheit, und kann erst dann sein Profil schärfen, wenn er in den Medien angekommen, wenn er in diesen dauerhaft präsent ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen

2. Politik und Medien. Die Öffentlichkeit, die Medien und die Politiker in einem komplexen Spannungsfeld

3. Die Anforderungen an die Politiker in der Mediengesellschaft

4. Wahlkämpfe als Arenen der absoluten Personalisierung und Inszenierung. Die Leipziger „Krönungsmesse“, der Parteitag der SPD am 17. April 1998

5. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Wechselverhältnis zwischen moderner Politik und Massenmedien, wobei der Fokus auf dem Zwang zur medialen Selbstinszenierung von Politikern in einer sogenannten Mediengesellschaft liegt.

  • Interdependenz zwischen politischen Akteuren und Medien
  • Entwicklung zur medialen Erlebnisgesellschaft
  • Methodik der Selbstinszenierung und Personalisierung
  • Analyse politischer Inszenierung am Beispiel des SPD-Parteitags 1998

Auszug aus dem Buch

4. Wahlkämpfe als Arenen der absoluten Personalisierung und Inszenierung. Die Leipziger „Krönungsmesse“, der Parteitag der SPD am 17. April 1998

Es ist bereits schon konstatiert worden, dass die Verflechtung zwischen Politik und Unterhaltung in den Vereinigten Staaten von Amerika eine viel längere Traditionslinie besitzt als hier. Ergo ist auch der Einfluss der Medien und die Wahlbeeinflussung durch diese dort von anderen Dimensionen, als in Deutschland. In Folge ist auch das Inszenierungspotential der einzelnen Kandidaten von größerem Belang. Wahlkämpfe in den USA werden dergestalt organisiert, dass die Präsidentschaftskandidaten, sowohl auf republikanischer, als auch auf demokratischer Seite von diversen Unternehmen mit horrenden Summen unterstützt werden, und sich diese Unternehmen somit auch politisch positionieren.

Bei diesen Veranstaltungen ist zumeist die politische Botschaft von eher untergeordneter Bedeutung, vielmehr ist es ein Spektakel, das die typischen amerikanischen Werte, Ideale in ein pathetisch, feierliches Korsett schnüren und mit viel Prunk und Aplomb auf den Putz gehauen wird. Gelungene, monströse, auch ästhetisierende Bilder sollen den Zuschauer erreichen, der Kanditat muss eben den Politiker und Showman in einem verkörpern Die Veranstalter schaffen hier einen öffentlichen Raum und versuchen das Spektakel zu ästhetisieren, wohl wissend um die Wirkung inszenierter Bilder. Wesentliche politische Aussagen werden hierdurch oft verwischt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkungen: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Mediengesteuertheit der Gesellschaft und die damit einhergehende Notwendigkeit für Politiker, sich imageorientiert in Medienformaten zu präsentieren.

2. Politik und Medien. Die Öffentlichkeit, die Medien und die Politiker in einem komplexen Spannungsfeld: Dieses Kapitel analysiert die Interdependenz zwischen Politik und Medien sowie den Wandel der Öffentlichkeit hin zu einer Erlebnisgesellschaft, in der Unterhaltungswert wichtiger wird als Sachpolitik.

3. Die Anforderungen an die Politiker in der Mediengesellschaft: Hier werden die psychologischen und strategischen Erwartungen an Politiker thematisiert, wobei insbesondere die Macht der Bilder, Personalisierung und affektive Wirkung im Vordergrund stehen.

4. Wahlkämpfe als Arenen der absoluten Personalisierung und Inszenierung. Die Leipziger „Krönungsmesse“, der Parteitag der SPD am 17. April 1998: Anhand einer Fallstudie wird aufgezeigt, wie politische Ereignisse als reine Inszenierungen nach US-Vorbild gestaltet werden, um Heldenmythen zu konstruieren.

5. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Boulevardisierung und der Zwang zur Selbstdarstellung die politische Landschaft nachhaltig verändert haben und eine "Seelenverkauf" an das Medium Fernsehen oft unumgänglich machen.

Schlüsselwörter

Politik, Medien, Inszenierung, Mediengesellschaft, Personalisierung, Wahlkampf, Öffentlichkeit, Unterhaltung, Bildmacht, Politainment, Erlebnisgesellschaft, Authentizität, Wahlbeeinflussung, SPD, Krönungsmesse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der gegenseitigen Abhängigkeit von Politik und Medien in der modernen Gesellschaft und der daraus resultierenden Notwendigkeit für Politiker, sich als "Medienstars" zu inszenieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Entstehung der Mediengesellschaft, der Wandel von politischen Wahlkämpfen zu medialen Spektakeln sowie die Auswirkungen der Unterhaltungsindustrie auf den politischen Prozess.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sehr politische Inhalte in der heutigen Medienlandschaft hinter die visuelle und emotionale Selbstdarstellung der Akteure zurücktreten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse medienwissenschaftlicher Konzepte und verknüpft diese mit einer Fallstudie, dem SPD-Parteitag von 1998.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Anforderungen an Politiker, wie etwa Personalisierung und Emotionalisierung, und illustriert dies anhand der "Krönungsmesse" in Leipzig.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Politainment, Inszenierung, Erlebnisgesellschaft und Interdependenz zwischen Medien und Politik definieren.

Warum wird der SPD-Parteitag von 1998 als besonderes Beispiel hervorgehoben?

Der Parteitag gilt als Höhepunkt einer damals neuartigen Inszenierungsstrategie in Deutschland, die den Kanzlerkandidaten als fiktionalen Superhelden stilisierte.

Wie unterscheidet sich das politische Auftreten früherer Generationen von heutigen Politikern?

Frühere Generationen, wie etwa Helmut Schmidt, versuchten eher, Sachpolitik von Unterhaltung zu trennen, während moderne Politiker stärker den Unterhaltungszwängen der Medien folgen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Politik und Medien - Politiker und ihre mediale Präsenz
Untertitel
Selbst-Darstellungen von Politikern in den Medien - Politiker als Medienstars
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Kulturwissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Politische Ikonen - Inszenierung des Politischen
Note
2,3
Autor
Sven Weidner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V118214
ISBN (eBook)
9783640214037
ISBN (Buch)
9783656006503
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politik Medien Politiker Präsenz Politische Ikonen Inszenierung Politischen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sven Weidner (Autor:in), 2006, Politik und Medien - Politiker und ihre mediale Präsenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118214
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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