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Burgunderkriege und Marignano. Das Ende der Expansionspolitik und der Beginn der Neutralität der Alten Eidgenossenschaft?

Von den historischen Gegebenheiten bis zur aktuellen Interpretation in Medien und Politik

Título: Burgunderkriege und Marignano. Das Ende der Expansionspolitik und der Beginn der Neutralität der Alten Eidgenossenschaft?

Tesis de Máster , 2016 , 97 Páginas , Calificación: 5

Autor:in: Jonas Maienfisch (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Die Masterarbeit untersucht zum einen die Großmachtpolitik der alten Eidgenossenschaft, zum anderen die Ursprünge der Neutralität. Der Fokus wird dabei auf zwei Ereignisse gelegt. Einerseits handelt es sich um die Burgunderkriege, wo die Eidgenossen mit den Siegen über das Herzogtum Burgund ihre militärische Stärke unter Beweis stellen konnten und begannen, als Militärmacht ein gewisses Ansehen in Europa zu erlangen, das sie schlussendlich bis nach Italien führte. Andererseits fokussiert sich die Arbeit auf die Schlacht von Marignano, als die Machtvorstellungen der alten Eidgenossenschaft in Mailand ein jähes Ende nahmen. Marignano gilt im Bewusstsein des Schweizer Bürgers auch als Beginn der Neutralität und diese als Grundlage für einen florierenden und funktionierenden Schweizer Bundesstaat. Da diese Themen in der Öffentlichkeit der Schweizer Gesellschaft so präsent sind und jeder Bewohner eine Meinung zu dem Thema hat, untersucht die Arbeit auch die politische Nutzung dieser Schweizer Geschichte und ihren Einfluss auf die Bevölkerung.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 QUELLENKRITIK

3 HISTORISCHER ÜBERBLICK

3.1 Konsolidierung des eidgenössischen Bündnisses

3.1.1 Friedensschluss von Einsiedeln

3.1.2 Ewige Richtung

3.1.3 Burgunderkriege

3.1.4 Stanser Verkommnis

3.2 Eidgenossenschaft als Teil des Heiligen Römischen Reiches

3.2.1 Reichsreform

3.2.2 Schwabenkrieg

3.3 Eidgenössische Grossmachtpolitik

3.3.1 Ennetbirgische Feldzüge

3.3.2 Schirmherrschaft über Mailand

3.3.3 Schlacht von Marignano

3.3.4 Ewiger Frieden und Soldbündnis

3.4 Reformation

3.4.1 Kappeler Kriege

3.4.2 Eroberung der Waadt

3.4.3 Augsburger Reichsreligionsfrieden

4 NEUTRALITÄT IN DER SCHWEIZ

4.1 Weg zur Neutralität

4.2 Öffentlichkeit

4.3 Resonanz in Schweizer Medien und Politik

4.3.1 Grossmachtpolitik und Neutralität

4.3.2 Mythos oder Wahrheit

4.3.3 Historisch-politischer Konflikt

5 SCHLUSSTEIL

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Grossmachtpolitik der alten Eidgenossenschaft sowie die historischen Ursprünge der Schweizer Neutralität, wobei insbesondere der Einfluss der Burgunderkriege und der Schlacht von Marignano im Fokus stehen. Dabei wird analysiert, inwiefern diese Ereignisse geschichtlich korrekt als Wendepunkte wahrgenommen werden und wie sie heute medial und politisch als Mythen für aktuelle Zwecke instrumentalisiert werden.

  • Grossmachtpolitik der alten Eidgenossenschaft und deren Ende.
  • Entwicklung und politische Nutzung des Begriffs der Neutralität.
  • Die Bedeutung der Schlacht von Marignano im kollektiven Gedächtnis.
  • Theorie der Öffentlichkeit und deren Einfluss auf den historischen Diskurs.
  • Analyse der Rolle von Medien und Politik bei der Mythologisierung der Schweizer Geschichte.

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Burgunderkriege

Lange ging man davon aus, dass der französische König Ludwig XI. einen grossen Anteil an der Ewigen Richtung hatte und die Politik zur Verbrüderung der Eidgenossenschaft und Habsburg vehement verfolgte, da dies für ihn eine ideale Lösung für sein Problem mit dem Herzogtum Burgund darstellte. Jedoch ist davon auszugehen, dass die Eidgenossenschaft, und hier vor allem Bern, die treibenden Kräfte hinter der antiburgundischen Politik waren. Bern, das mehrheitlich eine gegen Westen gerichtete Expansion verfolgte, also gegen die savoyischen Gebiete der Waadt, welche auch von den Burgundern ins Auge gefasst wurden, übernahm hier eine Rolle als Aggressor, da Karl der Kühne plötzlich in ihrer Einflusssphäre auftauchte. So ist es nicht verwunderlich, dass die Berner 1474 im Namen der Eidgenossenschaft dem Burgunderherzog den Krieg erklärten. Natürlich war das soeben geschlossene Bündnis mit der habsburgischen Linie Österreich-Tirol von grosser Bedeutung. Obwohl die Eidgenossen überzeugt waren, dass sie für das Heilige Römische Reich und als Teil dessen gegen das Herzogtum Burgund kämpften, blieb Kaiser Friedrich III. der Eidgenossenschaft gegenüber skeptisch. Die Eidgenossen, allen voran die Berner, versäumten nicht zu betonen, dass sie einen Krieg für die deutsche Nation gegen seine welschen, also romanischsprachigen, Feinde führten. Sogar wurden die Burgunder mit den Türken verglichen und die Eidgenossen somit zu Heilsbringer und Beschützer des Reichs vor einem feindlichen, äusseren Eindringling erkoren. Dennoch war die Eidgenossenschaft bemüht, der Welt ein Bild aufzuzeigen, das sie nicht ins Zentrum des Krieges rückte und sie nur als Mitstreiter und nicht Verursacher des Konfliktes zeigte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der eidgenössischen Grossmachtpolitik und der Entstehung der Neutralität im Kontext historischer Ereignisse sowie deren moderner politischer Mythenbildung.

2 QUELLENKRITIK: Dieser Abschnitt erläutert die verwendete Literatur, von Sekundärliteratur über historische Standardwerke bis hin zu zeitgenössischen Zeitungsbeiträgen und deren Subjektivität.

3 HISTORISCHER ÜBERBLICK: Das Kapitel bietet einen chronologischen Abriss der eidgenössischen Geschichte, von der Festigung des Bundes über die Burgunderkriege bis hin zur Reformation.

4 NEUTRALITÄT IN DER SCHWEIZ: Hier wird der Prozess der Neutralitätswerdung beleuchtet, inklusive der Rolle der Öffentlichkeit und wie Mythen in Medien und Politik für aktuelle Diskurse genutzt werden.

5 SCHLUSSTEIL: Das Schlusskapitel reflektiert die Ergebnisse und stellt fest, dass die Neutralität nicht direkt aus der Niederlage von Marignano hervorging, sondern ein Resultat langfristiger innenpolitischer Umstände war.

Schlüsselwörter

Eidgenossenschaft, Neutralität, Grossmachtpolitik, Marignano, Burgunderkriege, Mythenbildung, Schweizer Geschichte, Öffentlichkeit, Reislaufen, Soldwesen, Politik, Historiographie, Nationalkonservatismus, Reformation, Bündnispolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Expansionspolitik der alten Eidgenossenschaft und analysiert, wie diese mit dem Entstehen der Neutralität verknüpft wird und wie dieser historische Prozess heute politisch gedeutet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Eidgenossenschaft vom 15. bis 16. Jahrhundert, die Theorie der Öffentlichkeit, sowie die Analyse der medialen Aufarbeitung historischer Ereignisse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, hinter den Mythos zu gelangen, der Marignano als definitiven Beginn der Schweizer Neutralität und als Ende der Grossmachtpolitik darstellt, und die Rolle dieses Mythos als politisches Instrument zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Sekundärliteratur und zeitgenössischen Quellen sowie auf eine Untersuchung der Medienberichterstattung zur historischen Debatte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick über zentrale Bündnisse und Kriege sowie einen analytischen Teil zur Entwicklung der Neutralität und der Rolle der Medien in der Geschichtsdebatte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird massgeblich durch Begriffe wie Eidgenossenschaft, Neutralität, Grossmachtpolitik, Mythos und politische Instrumentalisierung von Geschichte geprägt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Marignano?

Die Arbeit betrachtet Marignano nicht als den unmittelbaren Beginn der Neutralität, sondern als schwere militärische Niederlage, deren Deutung als neutraler Anfang erst wesentlich später konstruiert wurde.

Welchen Einfluss haben Medien auf das Geschichtsbild?

Medien und politische Akteure nutzen historische Themen, um Identität zu stiften und politische Ansichten zu untermauern, wodurch Fakten zugunsten einer spannenderen oder nützlicheren Mythenbildung in den Hintergrund treten können.

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Detalles

Título
Burgunderkriege und Marignano. Das Ende der Expansionspolitik und der Beginn der Neutralität der Alten Eidgenossenschaft?
Subtítulo
Von den historischen Gegebenheiten bis zur aktuellen Interpretation in Medien und Politik
Universidad
University of Basel
Calificación
5
Autor
Jonas Maienfisch (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
97
No. de catálogo
V1182264
ISBN (PDF)
9783346667977
ISBN (Libro)
9783346667984
Idioma
Alemán
Etiqueta
burgunderkriege marignano ende expansionspolitik beginn neutralität alten eidgenossenschaft gegebenheiten interpretation medien politik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jonas Maienfisch (Autor), 2016, Burgunderkriege und Marignano. Das Ende der Expansionspolitik und der Beginn der Neutralität der Alten Eidgenossenschaft?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1182264
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