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Kulturdimensionen nach Geert Hofstede und deren Bedeutung für Lehren und Lernen

Title: Kulturdimensionen nach Geert Hofstede und deren Bedeutung für Lehren und Lernen

Bachelor Thesis , 2008 , 46 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Markus Westerhoff (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Lehrkräfte an Berufsbildenden Schulen unterrichten heute meist Klassen, in denen eine Vielfalt von unterschiedlichen Nationalitäten, Kulturen und Religionen vertreten ist. Der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, d.h. ausländischer Herkunft, beträgt an Berufsbildenden Schulen vielerorts schon über 40% (vgl. Over & Mienert 2006, S. 47). Neben dem allseits bekannten Problem der Sprachbarriere führen vor allem auch unterschiedliche kulturelle Ansichten und Prägungen zu Missverständnissen, Meinungsverschiedenheiten oder gar handfesten Konflikten. Ein jeder Mensch trägt in seinem Innern diverse kulturelle Muster des Denkens, Fühlens und potentiellen Handelns, die er ein Leben lang erlernt hat. Ein Großteil davon wurde in der frühen Kindheit erworben (vgl. Hofstede 2006, S. 2). Treffen an einem Ort wie der Berufsschule zahlreiche kulturbedingt unterschiedliche Prägungen aufeinander, sowohl unter den Schülern als auch in der Schüler-Lehrer-Beziehung, bringt dies oftmals Probleme mit sich. Daher werden Wege und Lösungen gebraucht, diese Unstimmigkeiten und Disharmonien zu bewältigen. Sowohl die Lehrkräfte als auch die heranwachsenden Schüler, die kurz vor dem Eintritt ins Arbeitsleben stehen, müssen sich, um im Arbeits- und im Schulalltag langfristig bestehen zu können, mit den zahlreichen verschiedenen Kulturen auseinandersetzen. Auch die Globalisierung, das Internet und die damit zunehmende internationale Verflechtung von Wirtschaft, Politik, Umwelt und Kommunikation sind hierfür ausschlaggebend.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Arbeit

2 Kultur

2.1 Begriffliche Herleitung und Erläuterungen

2.2 Kulturtheorien

3 Das Kulturmodell nach Geert Hofstede

3.1 Machtdistanz

3.2 Unsicherheitsvermeidung

3.3 Individualismus versus Kollektivismus

3.4 Femininität versus Maskulinität

3.5 Lang- oder kurzfristige Ausrichtung

4 Bedeutung von Interkulturalität für Lehren und Lernen

4.1 Interkulturelle Kompetenz

4.2 Bedeutung von Hofstedes Modell für Lehren und Lernen

5 Kritik und Würdigung der Arbeit von Hofstede

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie das Kulturmodell von Geert Hofstede dazu beitragen kann, interkulturelle Herausforderungen im Unterricht an Berufsbildenden Schulen zu bewältigen und die berufliche Handlungskompetenz der Lernenden zu fördern.

  • Grundlagen des Kulturbegriffs und existierender Kulturtheorien.
  • Detaillierte Analyse der fünf Kulturdimensionen nach Geert Hofstede.
  • Übertragung der Dimensionen auf Lehr- und Lernkontexte.
  • Kritische Reflexion des Modells für den pädagogischen Alltag.
  • Strategien zur Förderung interkultureller Kompetenz in der Berufsbildung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Machtdistanz

Ungleichheit im Zusammenleben wird sichtbar durch das Bestehen von verschiedenen sozialen Schichten, Klassen und Milieus, in denen die Menschen mit ähnlichen sozioökonomischen Lagen und Herkünften zusammengefasst werden. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von Karl Marx das Klassenkonzept zu einer soziologischen Grundkategorie (vgl. Geißler 2006, S. 93 ff.). Daher arbeiten Soziologen und Sozialstrukturforscher mit dem Begriff der Machtdistanz, um die Beziehung zwischen Beherrschten und Herrschenden zu charakterisieren. Hofstede hat den Begriff für eine seiner fünf Kulturdimensionen übernommen, um einen internationalen Vergleich anzustreben (vgl. Hofstede 2006, S. 62). Machtdistanz kann definiert werden als das Ausmaß, bis zu welchem die weniger mächtigen Mitglieder von Institutionen bzw. Organisationen eines Landes erwarten und akzeptieren, dass Macht ungleich verteilt ist (vgl. Hofstede 2006, S. 59).

Der Beschreibung von Machtdistanz liegt also das Wertesystem der weniger mächtigen Mitglieder einer Gesellschaft zugrunde. Die Art und Weise, wie Macht verteilt ist, wird normalerweise aus dem Verhalten der mächtigen Mitglieder heraus erklärt, also aus der Sicht derer, die führen, bestimmen und entscheiden und nicht aus Sicht derer, die geführt werden und die Entscheidungen anderer akzeptieren und tragen müssen (vgl. Hofstede 2006, S. 59 ff.). Hierarchieebenen, die in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben allgegenwärtig sind, haben also einen großen Einfluss auf die menschlichen Umgangsformen. Das ganze Verhalten im Sinne von Auftreten, Benehmen, Lebensstil und Sprache des Menschen, in der Soziologie auch als Habitus bezeichnet, ist ein Spiegel von Machtbalancen (vgl. Nettelmann 2001). Vor allem bei der Betrachtung von Machtdistanz spielt die Erziehung eine übergeordnete Rolle. Alle Menschen empfangen ihre kulturellen Eigenschaften umgehend nach ihrer Geburt von ihrer Respektsperson, in dessen Gegenwart sie aufwachsen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende kulturelle Vielfalt an Berufsbildenden Schulen und die daraus resultierende Notwendigkeit, Hofstedes Kulturmodell zur Verbesserung der Lehre heranzuziehen.

2 Kultur: Erläutert den Begriff der Kultur als mentales Programmierungssystem und stellt ergänzende Kulturtheorien vor.

3 Das Kulturmodell nach Geert Hofstede: Analysiert detailliert die fünf Dimensionen (Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Individualismus/Kollektivismus, Maskulinität/Femininität, Lang-/Kurzzeitorientierung) und deren Bedeutung für das Lernen.

4 Bedeutung von Interkulturalität für Lehren und Lernen: Diskutiert die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz als Ziel der beruflichen Sozialisation und die Anwendbarkeit von Hofstedes Modell.

5 Kritik und Würdigung der Arbeit von Hofstede: Reflektiert die wissenschaftliche Relevanz und die Grenzen des Modells kritisch.

6 Fazit: Plädiert für die Integration des Modells in die Curricula der Berufsbildung zur Verbesserung interkultureller Lernprozesse.

Schlüsselwörter

Geert Hofstede, Kulturdimensionen, Berufsbildung, Interkulturelle Kompetenz, Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Individualismus, Kollektivismus, Maskulinität, Femininität, Langzeitorientierung, Kurzzeitorientierung, Berufliche Sozialisation, Unternehmenskultur, Kulturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Kulturmodell von Geert Hofstede und analysiert dessen Relevanz und Anwendungsmöglichkeiten für den Bereich Lehren und Lernen an Berufsbildenden Schulen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen den Kulturbegriff, die fünf Kulturdimensionen nach Hofstede, interkulturelle Kommunikation und die Förderung von Handlungskompetenz in einer globalisierten Arbeitswelt.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Verständnis kultureller Unterschiede Lehrende dabei unterstützen kann, Bildungsprozesse für Lernende mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen erfolgreicher zu gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur zu den Themen Kulturwissenschaft, Soziologie und Berufs- bzw. Wirtschaftspädagogik unter Einbeziehung des empirischen Modells von Hofstede.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Erläuterung der fünf Kulturdimensionen und deren jeweiligen Auswirkungen auf schulische Lernsituationen, Erziehungsverhalten und Leistungsbewertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind Kulturdimensionen, Interkulturelle Kompetenz, Berufsbildung, Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung sowie das Spannungsfeld zwischen Individualismus und Kollektivismus.

Inwiefern beeinflusst das Modell von Hofstede das Verständnis von Lehrer-Schüler-Beziehungen?

Das Modell erklärt, dass je nach Ausprägung der Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung in einer Kultur unterschiedliche Erwartungen an Lehrkräfte als Experten oder Moderatoren gestellt werden.

Warum wird der "Kulturwandel" in der Arbeit als bedeutend hervorgehoben?

Der Kulturwandel, etwa durch technologische Entwicklung oder Bildungsexpansion, zeigt, dass kulturelle Prägungen nicht statisch sind und sich auch in Deutschland durch veränderte Geschlechterrollen oder Bildungsansprüche dynamisch weiterentwickeln.

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Details

Title
Kulturdimensionen nach Geert Hofstede und deren Bedeutung für Lehren und Lernen
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,7
Author
Markus Westerhoff (Author)
Publication Year
2008
Pages
46
Catalog Number
V118232
ISBN (eBook)
9783640217472
ISBN (Book)
9783640217533
Language
German
Tags
Kulturdimensionen Geert Hofstede Bedeutung Lehren Lernen Berufsschule Berufliches Lernen Interkulturell Interkulturelle Pädagogik BWP
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Westerhoff (Author), 2008, Kulturdimensionen nach Geert Hofstede und deren Bedeutung für Lehren und Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118232
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