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Im Schatten der Elite - Idee, Verlauf sowie Kritik an der Exzellenzinitiative

Titre: Im Schatten der Elite - Idee, Verlauf sowie Kritik an der Exzellenzinitiative

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 21 Pages , Note: Befriedigend

Autor:in: Alexander Schneider (Auteur)

Pédagogie - Système scolaire, Politique d'enseignement et de l'école
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Funktion von gesellschaftlichen Führungsgruppen wurde schon immer
kontrovers diskutiert. Mit der längst begonnenen Umsetzung der
Exzellenzinitiative ist hierbei aber erneut Öl ins Feuer gegossen worden.
Zurecht stellt man sich die Frage, ob und wofür Deutschland eigentlich
eine wissenschaftliche Elite benötigt. Haben Eliten nicht einen erhöhten
Einfluss auf die Gesellschaft und passen somit nicht in unser
demokratisches Politikverständnis (vgl. www.uebergebuehr.de/uploads/me
dia/AKBp_Elitebegriff.pdf)?
Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass dieser Begriff
lange Zeit tabuisiert und stattdessen eher eine mildernde Wortwahl wie
beispielsweise „Spitzenuniversität“ oder „Leuchttürme der Wissenschaft“
bevorzugt worden ist. Den unangenehmen Beigeschmack hat der
Ausdruck sicherlich im höchsten Maße seiner Vergangenheit zu
verdanken. Darüber hinaus kann eine schleichende Umbenennung keine
Änderung der zugrunde liegenden Idee zur Folge haben, ganz gleich wie
es formuliert wird. Bevor in dieser Hausarbeit der eigentliche Gegenstand
der Exzellenzinitiative präziser dargestellt wird, lohnt es sich den Elite-
Ausdruck von einem geschichtlichen Standpunkt zu betrachten. Obwohl
dieser bereits seit Anbeginn des politischen Denkens existiert, ist der
eigentliche Begriff erst ca. 200 Jahre alt und bedeutet etymologisch
gesehen soviel wie „Auswahl“ (lat.: eligere). Heute ist unser
Eliteverständnis hauptsächlich von der Vorstellung des eigenständigen (!)
Aufstiegs weniger Menschen in eine gesellschaftlich führende Gruppe
geprägt. Diese werden als sog. Leistungselite definiert, wohingegen
Menschen, die diese Position auf Grund von politischen, ökonomischen
und/oder gesellschaftlichen Privilegien für sich beanspruchen, zu den sog.
Herkunfts- bzw. Besitzeliten zählen. Relativ spontan bringt man letztere
mit dem klassischen Adel in Verbindung, der so in seiner alten Tradition
jedoch nicht mehr existiert. Ferner wurde der Elitebegriff aber auch von
einem ideologischen Standpunkt heraus interpretiert. So berief sich das
nationalsozialistische Regime auf die Herrschaft bzw. Überlegenheit der
arischen Rasse über den Rest der Welt (vgl. www.uebergebuehr.de/uploa
ds/media/AKBp_Elitekritik.pdf).

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung / Definitionsversuch

2. Entstehungsgeschichte

2. Notwendige sowie kritische Fragestellungen

3. Die Gegenstände der Förderung

3.1 Graduiertenschule

3.2 Exzellenzcluster

3.2 Zukunftskonzepte

4. Zeitlicher Verlauf

4.1 Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde

4.2 Ergebnis der zweiten Ausschreibungsrunde

5. Begutachtungs- und Entscheidungsverfahren

6. Das Märchen von der Chancengleichheit

7. Steigerung der sozialen Selektivität

8. Die Elite und sein Fußvolk

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Idee, den Verlauf und die gesellschaftlichen Auswirkungen der Exzellenzinitiative in Deutschland. Dabei wird insbesondere die Forschungsfrage verfolgt, ob die Förderung wissenschaftlicher Spitzenleistungen zwangsläufig zu einer sozialen Selektivität und einer akademischen Zwei-Klassen-Gesellschaft führt, anstatt den versprochenen fairen Leistungswettbewerb zu befördern.

  • Historische Entstehung und Zielsetzung der Exzellenzinitiative
  • Struktur der Förderlinien (Graduiertenschulen, Exzellenzcluster, Zukunftskonzepte)
  • Kritische Analyse des Elitebegriffs und der Chancengleichheit
  • Soziale Folgen der Konzentration von Finanzmitteln
  • Auswirkungen auf die deutsche Hochschullandschaft und Lehre

Auszug aus dem Buch

6. Das Märchen von der Chancengleichheit

Es stellt sich die Frage wie die Behauptung nach Chancengleichheit bei der Ernennung zur Exzellenz gerechtfertigt werden soll? Die DFG und der Wissenschaftsrat beteuern nach wie vor vehement, dass allein wissenschaftlichen Kriterien bzw. Leistungen bei der Auswahl der Anträge ausschlaggebend gewesen seien.

Viele Kritiker behaupten hingegen, dass deutsche Universitäten von vornherein nur auf dem Papier gleichwertig gewesen wären. Schon immer hätte eine Kluft zwischen ihnen geklafft. Von einer neutralen Perspektive aus betrachtet, spielt die Qualität sicherlich eine nicht zu unterschätzende Rolle, jedoch richtete sich der Wettbewerb prinzipiell nicht nach vorhandener Leistung, sondern danach in welcher Universität das meiste zukünftige (!) Leistungspotenzial verborgen liegt bzw. vermutet wird. Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied, der besagt, dass die Gewinner der Förderlinie Zukunftskonzepte im Grunde genommen noch keine Eliten sind, sondern es künftig noch werden sollen. Insofern wird das Geld in Strukturen und Standorte gesteckt und nicht direkt in wissenschaftliches Personal investiert.

Da der Geldsegen durch die Exzellenzinitiative im Jahr 2011/12 ein abruptes Ende finden wird, spielt ferner die Größe und Finanzkraft der entsprechenden Bundesländer eine tragende Rolle, da sie in der Lage sein müssen, ihre (sofern vorhandenen) Eliteuniversitäten nach Auslaufen der Förderung weiter ausreichend zu finanzieren. Das bis dahin höchstwahrscheinlich gestiegene wissenschaftliche Niveau soll schließlich - so gut es geht - beibehalten werden. Um jedoch den zusätzlichen Geldbedarf aufbringen zu können, müssen die Länder woanders sparen, und zwar wird dies voraussichtlich auf Kosten der Wettbewerbsverlierer der entsprechenden Bundesländer passieren. Dies wiederum lässt vermuten, weshalb die westlichen Bundesländer tendenziell mehr Chancen hatten als die Östlichen. Das endgültige Ergebnis bekräftigt diese Behauptung, da keine der neun Eliteuniversitäten in den neuen Bundesländern zu finden ist. „Wer hat, dem wird gegeben“, also der sog. Matthäuseffekt scheint die Logik des gesamten Wettbewerbs auszumachen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung / Definitionsversuch: Das Kapitel führt in die Debatte um gesellschaftliche Führungsgruppen ein und beleuchtet die historische sowie etymologische Entwicklung des Elitebegriffs.

2. Entstehungsgeschichte: Es wird der Ursprung der Initiative im Kontext des Wunsches nach internationalen Spitzenuniversitäten und dem Prinzip des Leistungswettbewerbs beschrieben.

2. Notwendige sowie kritische Fragestellungen: Hier werden die zentralen Bedenken hinsichtlich der Chancengleichheit und der sozialen Zugänglichkeit des deutschen Universitätssystems formuliert.

3. Die Gegenstände der Förderung: Das Kapitel erläutert die drei Säulen der Initiative: Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte.

3.1 Graduiertenschulen: Dieser Abschnitt beschreibt die Rolle der Graduiertenschulen als Förderinstrument für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

3.2 Exzellenzcluster: Der Fokus liegt hier auf der Etablierung international sichtbarer Forschungsverbünde zu gesellschaftlich relevanten Themen.

3.2 Zukunftskonzepte: Hier wird der strategische Ausbau universitärer Spitzenforschung durch langfristige Entwicklungspläne thematisiert.

4. Zeitlicher Verlauf: Das Kapitel stellt die zwei Ausschreibungsrunden und die damit verbundenen Fristen sowie administrativen Prozesse dar.

4.1 Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde: Es werden die ersten Gewinner der Initiative und die Verteilung der Mittel in der ersten Phase analysiert.

4.2 Ergebnis der zweiten Ausschreibungsrunde: Dieser Abschnitt präsentiert die weiteren Gewinner und resümiert die Gesamtsituation nach der zweiten Runde.

5. Begutachtungs- und Entscheidungsverfahren: Die komplexe Struktur der Entscheidungsfindung unter Einbeziehung von DFG, Wissenschaftsrat und internationaler Experten wird grafisch und textlich erläutert.

6. Das Märchen von der Chancengleichheit: Es wird die These hinterfragt, ob tatsächlich nur Leistung über den Erfolg entscheidet oder strukturelle Vorteile (Matthäuseffekt) dominieren.

7. Steigerung der sozialen Selektivität: Das Kapitel diskutiert die Gefahr, dass die Eliteförderung den Zugang für sozial benachteiligte Gruppen erschwert.

8. Die Elite und sein Fußvolk: Die ungleiche Mittelverteilung und das Auseinanderdriften von exzellenter Forschung und der Lehre in der Masse werden kritisch beleuchtet.

9. Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz des Projekts zusammen und hinterfragt die langfristige Nachhaltigkeit sowie den Wunsch nach weiteren Wettbewerben im Bereich der Lehre.

Schlüsselwörter

Exzellenzinitiative, Elite, Hochschulpolitik, Leistungswettbewerb, Chancengleichheit, Graduiertenschulen, Exzellenzcluster, Zukunftskonzepte, soziale Selektivität, Matthäuseffekt, Wissenschaftsrat, DFG, Forschungsförderung, Bildungsgerechtigkeit, Hochschulstandort

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Exzellenzinitiative als hochschulpolitisches Instrument in Deutschland und untersucht kritisch deren Auswirkung auf die Gleichheit und Qualität im Bildungssystem.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernpunkten zählen die Entstehungsgeschichte, die Förderstrukturen, die Rolle des Elitebegriffs und die Auswirkungen auf die soziale Chancengerechtigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob die Exzellenzinitiative tatsächlich einen fairen Wettbewerb fördert oder lediglich eine soziale Selektivität befeuert und die Trennung zwischen Forschung und Lehre vertieft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse des offiziellen Verfahrens sowie eine kritische Auseinandersetzung mit soziologischen Expertenmeinungen, insbesondere denen von Prof. Dr. Michael Hartmann.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Förderlinien, des zeitlichen Ablaufs, des Entscheidungsverfahrens sowie eine kritische Untersuchung der Folgen für die Chancengleichheit und die soziale Struktur der Universität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Exzellenzinitiative, Elite, Leistungswettbewerb, Chancengleichheit, soziale Selektivität und akademische Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Warum wird im Dokument die Rolle der Geistes- und Sozialwissenschaften kritisch hinterfragt?

Der Autor weist darauf hin, dass diese Fächer trotz hoher Studierendenzahlen in der Vergabe von Exzellenzmitteln deutlich benachteiligt werden, was die Frage nach der Objektivität der Leistungskriterien aufwirft.

Welchen Einfluss spielt der sogenannte Matthäuseffekt?

Der Autor argumentiert, dass durch die Initiative diejenigen Standorte gefördert werden, die bereits über eine gute Ausstattung verfügen, was die Ungleichheit im Hochschulsystem weiter verstärkt.

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Résumé des informations

Titre
Im Schatten der Elite - Idee, Verlauf sowie Kritik an der Exzellenzinitiative
Université
Justus-Liebig-University Giessen
Cours
Hochschule 2.0 (Hauptseminar)
Note
Befriedigend
Auteur
Alexander Schneider (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
21
N° de catalogue
V118340
ISBN (ebook)
9783640214853
Langue
allemand
mots-clé
Schatten Elite Hochschule
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Schneider (Auteur), 2007, Im Schatten der Elite - Idee, Verlauf sowie Kritik an der Exzellenzinitiative, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118340
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Extrait de  21  pages
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