Der Sinn dieser Studienarbeit ist es, den international ausgelegten Rechnungslegungsgrundsatz IFRS mit dem deutschen HGB-Jahresabschluss zu vergleichen. Aufgrund der Aufgabenstellung beruht dieser Vergleich auf den Adressaten, Zielen, Bestandteilen und Bedeutungen für die Kleinaktionäre der jeweiligen Rechnungslegung.
Die Globalisierung wirkt sich nicht nur auf die wirtschaftlichen Aktivitäten, sondern auch auf die Kapitalmärkte aus. Aufgrund dessen sehen sich immer mehr deutsche Unternehmen dazu veranlasst, auf internationalen Kapitalmärkten aktiv zu werden und sich ihren potentiellen Kunden und Führungskräften global zu präsentieren. Demzufolge ist eine internationale Ausrichtung der Finanzberichterstattung nahezu unausweichlich.
Von einer Harmonisierung der Systeme aufgrund der Internationalisierung der Rechnungslegung darf gesprochen werden. Zusätzlich bestehen Anzeichen dafür, dass in Deutschland wichtige Bestandteile der international ausgerichteten Standards übernommen werden. Festzustellen ist, dass das Zeitalter der IFRS-Rechnungslegung angebrochen ist. Demzufolge ist fraglich, ob die Rechnungslegung nach dem HGB noch Zukunftsperspektiven hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorbemerkung
2 Adressaten des IFRS- und HGB-Jahresabschlusses
2.1 IFRS-Jahresabschluss
2.2 HGB-Jahresabschluss
2.3 Zusammenfassung
3 Ziele des IFRS- und HGB-Jahresabschlusses
3.1 IFRS-Jahresabschluss
3.2 HGB-Jahresabschluss
3.3 Zusammenfassung
4 Bestandteile des IFRS- und HGB-Jahresabschlusses
4.1 IFRS-Jahresabschluss
4.2 HGB-Jahresabschluss
4.3 Zusammenfassung
5 Bedeutungen für Kleinaktionäre des IFRS- und HGB-Jahresabschlusses
5.1 IFRS-Jahresabschluss
5.2 HGB-Jahresabschluss
5.3 Zusammenfassung
6 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, einen fundierten Vergleich zwischen der internationalen Rechnungslegung nach IFRS und dem deutschen HGB-Jahresabschluss zu ziehen, um deren Unterschiede für Kleinaktionäre herauszuarbeiten.
- Adressatenorientierung im Vergleich (Investoren vs. Gläubiger/Koalitionsansatz)
- Differenzierung der Rechnungslegungsziele
- Gegenüberstellung der wesentlichen Abschlussbestandteile
- Bedeutung der Informationsqualität für Kleinaktionäre
- Zukunftsperspektiven der HGB-Rechnungslegung
Auszug aus dem Buch
2.1 IFRS-Jahresabschluss
Bei einem Abschluss nach IFRS sind es die Personengruppen der Investoren, Arbeitnehmer, Kreditgeber, Lieferanten, andere Kreditoren, Kunden, Regierungen samt ihren Behörden und die Öffentlichkeit. Dies ist explizit in Framework.9 der IFRS aufgeführt (vgl. Ballwieser 2003, S. 340; Wagenhofer 2003, S. 120).
Nach Buchholz (2005, S. 21) sind die Investoren die primäre Personengruppe. Die IFRS sind eindeutig anlegerorientiert ausgerichtet. Budde (1996, S. 92) kommt zu der Auffassung, dass die IAS auf den Kapitalmarkt ausgerichtet sind und hier der Schwerpunkt auf der Kapitalmarktaufsicht liegt. Da die IAS im Jahr 2001 in die IFRS umbenannt worden sind (vgl. Busse von Colbe 2002, S. 160), darf davon ausgegangen werden, dass dieser Sachverhalt auch auf die IFRS zutrifft.
Die Stellvertretung sämtlicher Adressaten durch die Kapitalgeber ist nicht verwunderlich, weil in Framework.10 der IFRS argumentiert wird, dass die Investoren die Risikokapitalgeber sind und deshalb deren Informationsbedarf bei weitem den der übrigen Adressaten abdeckt (vgl. Ballwieser 2003, S. 340). In diesem Zusammenhang spricht Wagenhofer (2003, S. 120) davon, dass die Eigenkapitalgeber gegenüber den Unternehmen die Residualansprüche haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorbemerkung: Einführung in die internationale Ausrichtung der Finanzberichterstattung und Motivation für den Vergleich zwischen IFRS und HGB.
2 Adressaten des IFRS- und HGB-Jahresabschlusses: Analyse der Zielgruppen, wobei IFRS primär investorenorientiert sind und das HGB einen gläubigerzentrierten Interessenausgleich verfolgt.
3 Ziele des IFRS- und HGB-Jahresabschlusses: Untersuchung der Informationsfunktion bei IFRS gegenüber der Mehrzielorientierung inklusive Steuer- und Ausschüttungsbemessung beim HGB.
4 Bestandteile des IFRS- und HGB-Jahresabschlusses: Vergleich der obligatorischen Bestandteile wie Bilanz und GuV sowie Besonderheiten wie Segmentberichterstattung und Lagebericht.
5 Bedeutungen für Kleinaktionäre des IFRS- und HGB-Jahresabschlusses: Bewertung der Vor- und Nachteile beider Systeme im Hinblick auf Transparenz, Informationsflut und Entscheidungsrelevanz für Kleinanleger.
6 Resümee: Abschließendes Fazit, das die Unterschiede zusammenfasst und die Zukunftsfähigkeit der HGB-Rechnungslegung bejaht.
Schlüsselwörter
IFRS, HGB, Jahresabschluss, Kleinaktionäre, Rechnungslegung, Informationsvermittlung, Investorenorientierung, Gläubigerschutz, Kapitalmarkt, Lagebericht, Segmentberichterstattung, Koalitionsansatz, Bilanzierung, Finanzberichterstattung, Abschlussadressaten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die internationalen Rechnungslegungsgrundsätze IFRS mit den deutschen HGB-Vorschriften hinsichtlich ihrer Ausrichtung, Ziele und Bestandteile.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Adressaten der Abschlüsse, die verfolgten Ziele der Rechnungslegung sowie die inhaltliche Struktur der Berichterstattung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Es soll geklärt werden, worin die wesentlichen Unterschiede bestehen und welche Bedeutung diese Unterschiede für Kleinaktionäre haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse der relevanten wirtschaftswissenschaftlichen Standardwerke und Gesetzestexte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Adressaten, Zielen, Bestandteilen und den spezifischen Auswirkungen auf Kleinaktionäre.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie IFRS, HGB, Investorenorientierung, Gläubigerschutz und Jahresabschlussanalyse charakterisiert.
Warum spielt der Lagebericht eine so große Rolle im HGB?
Der Lagebericht ist ein eigenständiges Instrument im HGB, das eine wirtschaftliche Gesamtbeurteilung bietet, die in dieser Form bei IFRS nicht als Pflichtbestandteil existiert.
Wie unterscheidet sich die Zielsetzung bei den Adressaten?
IFRS sind explizit anlegerorientiert, während das HGB-Handelsrecht einen Koalitionsansatz verfolgt, der verschiedene Interessengruppen wie Gläubiger und Gesellschafter auszugleichen versucht.
- Quote paper
- Bachelor of Arts Philipp Litzkow (Author), 2007, Internationale Rechnungslegung nach dem IFRS-Jahresabschluss, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118362