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Welche Möglichkeiten und Grenzen hat Soziale Arbeit im Rahmen der existierenden Sozialpolitik der Europäischen Union?

Titel: Welche Möglichkeiten und Grenzen hat Soziale Arbeit im Rahmen der existierenden Sozialpolitik der  Europäischen Union?

Hausarbeit , 2020 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Sozialleistungen in Europa sind in hohem Maße heterogen. Anspruchs- und Leistungsunterscheidungen und Gerechtigkeitskonzeptionen folgen sehr unterschiedlichen Logiken. Dies ist der historischen Entwicklung der Mitgliedstaaten und der Europäischen Union (EU) geschuldet. Laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales beziehen die Sozialsysteme der Mitgliedstaaten sich auf das jeweilige staatliche Territorium. Ansprüche auf Sozialleistungen beruhen auf nationalen Gesetzen und sind zugeschnitten auf die Lebensverhältnisse in einem bestimmten Gebiet. Sie berücksichtigen in der Regel keine Tatbestände, die auf anderen Staatsgebieten eingetreten sind.

In diesem Beitrag werden wesentliche Aspekte der Herausforderungen an Soziale Arbeit unter den Rahmenbedingungen nationalstaatlicher und europäischer Sozialpolitik aufgezeigt. Im ersten Teil wird nach einer kurzen Abhandlung zur Sozialpolitik in Deutschland und der EU im Allgemeinen detaillierter auf die europäische Dimension von Sozialpolitik, die soziale Dimension des europäischen Binnenmarktes und die Grundrechtecharta der EU eingegangen werden. Nach der Analyse der sozialpolitisch gestalteten Rahmenbedingungen der EU wendet sich Teil II der Sozialen Arbeit zu. Eine kurze Hinführung zur grundlegenden Thematik der Sozialen Arbeit folgt eine Darlegung der Positionierung und Entwicklung von Wissenschaft und Profession Sozialer Arbeit aus nationalstaatlichem und europäischem Blickwinkel. Ausgestattet mit den Perspektiven auf europäische Sozialpolitik und europäische Soziale Arbeit können weitere spezifische Herausforderungen für die Soziale Arbeit in den Blick genommen werden.

Als wichtig erachtet werden in diesem Beitrag die Auseinandersetzung mit normensetzenden Menschrechten, Normierungen von Migration, Inklusion und Sprache und die Erweiterung des professionellen Blickwinkels auf eine transnationale Perspektive. Abschließend soll hier auf das Risiko der Prekarisierung der Sozialen Arbeit und die Dominanz ökonomischer Logiken unter den Rahmenbedingungen der Projektfinanzierungen durch den Europäischen Sozialfond (ESF) eingegangen werden. Im dritten Teil werden alle darlegten Wissensbestände zusammengetragen, analytisch beurteilt und mit Handlungsaspekten für die Soziale Arbeit ergänzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Teil 1 Sozialpolitik in Deutschland und der Europäischen Union

1.1. Was ist Sozialpolitik?

1.2. Die europäische Dimension von Sozialpolitik

1.3. Die soziale Dimension des EU-Binnenmarktes

1.4. Grundrechtecharta der Europäischen Union (2000)

Teil II Soziale Arbeit in Deutschland und der Europäischen Union

2.1. Was ist Soziale Arbeit?

2.2. (Deutsche) Soziale Arbeit in der Europäischen Union oder Europäische Soziale Arbeit?

2.3. Möglichkeiten und Grenzen Sozialer Arbeit in Deutschland im Rahmen Europäischer Sozialpolitik

2.3.1. Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession

2.3.2. Migration und nationale Inklusion

2.3.3. Transnationalität und Soziale Arbeit

2.3.4. Sprachkompetenzen und Sprachbarrieren

2.3.5. Soziale Arbeit und der ESF

Teil III Zusammenfassung, Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und die spezifischen Herausforderungen der Sozialen Arbeit im Kontext der bestehenden nationalstaatlichen sowie europäischen Sozialpolitik. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Möglichkeiten und Grenzen für die Disziplin und Profession bestehen, wenn soziale Risiken zunehmend unter den Bedingungen eines europäischen Mehrebenensystems bearbeitet werden.

  • Grundlagen und europäische Dimension der Sozialpolitik
  • Stellung der Sozialen Arbeit im Spannungsfeld zwischen nationalen Traditionen und europäischen Anforderungen
  • Bedeutung der Menschenrechte für eine transnationale Soziale Arbeit
  • Herausforderungen durch Migration, Inklusion und sprachliche Barrieren
  • Risiken der Prekarisierung durch ökonomische Logiken und Projektfinanzierungen

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Migration und nationale Inklusion

Die Auseinandersetzung mit der Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland oder ein ethnisch homogener Nationalstaat ist und Kontroversen um die Gestaltung und Beurteilung von Migration bilden einen gesellschaftspolitischen Grundkonflikt. In der Definition meint Migration allgemein den Umstand, dass Personen für einen längeren bis unbegrenzten Zeitraum in der Gegenwart in einem anderen Land leben als ihrem Herkunftsland. Der Begriff schließt somit die demografische und geografische Mobilität und die soziale Veränderung ein. Die Realität der Migrationsursachen bewegt sich zwischen den Polen des gewaltsamen Zwangs und der freiwilligen Mobilität. Die Motive stehen in enger Verbindung mit den Ursachen und bedingen wesentlich die Potenziale zur Inklusion (vgl. Hamburger 2011: 947-948). Die Nationalstaaten im postmodernen Europa verlieren durch restriktive Arbeitsmarktpolitik und Ausländerrecht zunehmend an Inklusionskraft. Aber auf kommunaler Ebene bleiben gesellschaftliche und gemeinschaftliche Fragen relevant, hier geht es um einen Ausgleich dieser exkludierenden Effekte u. a. durch eine Förderung von sozialer Integration. Für die Soziale Arbeit als transdisziplinäre Profession sind hier zwei Perspektiven – Struktur und Kultur – von Bedeutung. Die Strukturkategorie zur Einschätzung von Inklusionsmöglichkeiten und Exklusionsrisiken und die Kulturperspektive eher zur Unterstützung professioneller ressourcenorientierter Beziehungsgestaltung.

Die Reflexion eigener Symbolsysteme und internalisierter Wertsysteme gehört zu den grundlegenden Instrumenten beruflichen Handelns Sozialer Arbeit in diesem Kontext (vgl. ebd.: 956). Weiterhin gilt es die dominante Defizitorientierung zu reflektieren und Ressourcen anzuerkennen: „Die Orientierung an der Vermeidung von Armut, wie die Fixierung auf die Begründungen zu Hilfe und Beratung für die Migranten generell, lässt nun ein sehr einseitiges Bild des Migranten entstehen. Er erscheint in diesem Diskurs sehr schnell als ‚armes Opfer der Verhältnisse‘. Dies mag im Einzelfall einmal zutreffen, ist aber systematisch falsch. Der Migrant ist auch aktiver Akteur und verfolgt wie alle Individuen seine Interessen. Durch Migration gibt es nicht nur Verluste, sondern auch Gewinne. Systemisch betrachtet macht Migration auch arm, aber in der Migrationsbiographie gibt es bei Integration in Normalarbeitsverhältnisse und ihre sozialen Sicherungssysteme relative materielle Besserstellung, soziale Integration und kulturelle Selbstbestimmung.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung umreißt die Heterogenität der europäischen Sozialsysteme und stellt die Relevanz der Untersuchung von Herausforderungen für die Soziale Arbeit im Kontext nationaler und europäischer Sozialpolitik dar.

Teil 1 Sozialpolitik in Deutschland und der Europäischen Union: Dieses Kapitel analysiert die Grundlagen der Sozialpolitik, die europäische Dimension sowie die soziale Dimension des EU-Binnenmarktes und die Bedeutung der Grundrechtecharta.

Teil II Soziale Arbeit in Deutschland und der Europäischen Union: Hier werden das Berufsverständnis Sozialer Arbeit, die europäische Perspektive der Profession sowie spezifische Herausforderungen wie Migration, Transnationalität und die Auswirkungen der ESF-Finanzierung kritisch beleuchtet.

Teil III Zusammenfassung, Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, bewertet die Rolle der Sozialen Arbeit im europäischen Kontext analytisch und ergänzt Handlungsaspekte für die zukünftige Praxis.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Sozialpolitik, Europäische Union, Sozialstaat, Migration, Transnationalität, Menschenrechte, Inklusion, Europäischer Sozialfonds, Profession, Soziale Gerechtigkeit, Wohlfahrtssysteme, Projektfinanzierung, Ressourcenorientierung, Lebensweltorientierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen, mit denen die Soziale Arbeit im Rahmen der bestehenden europäischen und nationalen Sozialpolitik konfrontiert ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die europäische Sozialpolitik, die Entwicklung der Profession Soziale Arbeit unter supranationalen Bedingungen, Migration, Transnationalität und die Auswirkungen ökonomischer Steuerungsmechanismen auf die soziale Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Soziale Arbeit in einem europäischen Mehrebenensystem positionieren kann, um trotz begrenzter Rahmenbedingungen wirksam zu handeln und soziale Gerechtigkeit zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, um den aktuellen Forschungsstand und die sozialpolitischen Rahmenbedingungen kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition Sozialer Arbeit, dem Vergleich nationaler und europäischer Ansätze sowie der detaillierten Untersuchung von Handlungsfeldern wie Menschenrechtsarbeit, Migrationsfragen und der Finanzierung durch den ESF.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Europäische Union, Sozialpolitik, Transnationalität, Migration und Menschenrechte.

Welche Rolle spielt die Grundrechtecharta der EU für die Soziale Arbeit?

Die Charta bietet einen rechtlichen Rahmen, der auch soziale Rechte für EU-Bürger festschreibt, jedoch in der Praxis durch das Subsidiaritätsprinzip und fehlende individuelle Klagewege begrenzt bleibt.

Wie beeinflusst der ESF die tägliche Arbeit in sozialen Projekten?

Die Projektfinanzierung durch den ESF führt laut Autor zu einer Verschiebung hin zu administrativen Aufgaben, befristeten Anstellungsverhältnissen und einer Anpassung fachlicher Bedarfe an ökonomische Förderlogiken.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Welche Möglichkeiten und Grenzen hat Soziale Arbeit im Rahmen der existierenden Sozialpolitik der Europäischen Union?
Hochschule
Fachhochschule Münster
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
26
Katalognummer
V1184135
ISBN (PDF)
9783346611062
ISBN (Buch)
9783346611079
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welche möglichkeiten grenzen soziale arbeit rahmen sozialpolitik europäischen union
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Welche Möglichkeiten und Grenzen hat Soziale Arbeit im Rahmen der existierenden Sozialpolitik der Europäischen Union?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184135
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Leseprobe aus  26  Seiten
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