Kritische Analyse der internationalen Finanzmarktkrise 2007/2008


Bachelorarbeit, 2008
98 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1 Grundlegende Faktoren und Märkte
1.1 Ein Kurzüberblick über das internationale Finanzsystem
1.1.1 Investmentbanking in Deutschland und den USA
1.1.2 Finanzmärkte
1.2 Die Aufsicht über Kreditinstitute
1.2.1 Ziele der Bankenaufsicht
1.2.2 Rechtfertigung für eine staatliche Überwachung des Finanzsektors
1.2.3 Die Internationalisierung der Bankenaufsicht
1.2.4 Die Finanzaufsicht in den USA
1.2.5 Die Finanzaufsicht in Deutschland
1.3 Die Eigenkapitalunterlegung von Banken
1.3.1 Die Residualgröße Eigenkapital
1.3.2 Basel I (Basler Akkord von 1988)
1.3.3 Basel II (Der neue Basler Akkord)
1.4 Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA
1.4.1 Der amerikanische Außenhandel
1.4.2 Der private Binnenkonsum
1.5 Der US-Immobilienund Hypothekenmarkt
1.5.1 Dimension des Immobilienmarktes
1.5.2 Struktur des Hypothekenmarktes
1.5.2.1 Funktionsweise
1.5.2.2 Staatliche Mitwirkung
1.5.3 Der Subprime-Markt

Kapitel 2 Moderne Finanzinstrumente
2.1 Special Purpose Vehicle (SPV)
2.1.1 Ausgangslage
2.1.2 Käufer der Kredite
2.1.3 Weitere Gründe für die Kreditverkäufe
2.1.4 Konsolidierung der Zweckgesellschaft
2.2 Asset-Backed Security (ABS)
2.2.1 Die Verbriefung (Securitization)
2.2.1.1 Der idealtypische Ablauf einer Verbriefung
2.2.1.2 Der Markt für Verbriefungen
2.2.2 Anforderungen an ABS-Transaktionen
2.2.3 Tranchenbildung
2.2.3.1 Poolbildung
2.2.3.2 Sicherheitenverstärkung
2.2.4 Spezielle Arten von ABS
2.2.5 Collateralized Debt Obligation (CDO)
2.3 Kreditderivate
2.3.1 Begriffsbestimmungen
2.3.2 Entwicklung des Marktes für Kreditderivate
2.3.3 Gestaltungsvarianten

Kapitel 3 Die Krise
3.1 Ursachen
3.1.1 Die Rolle der Finanzmärkte in der Neuzeit
3.1.2 Internationalität und Informationsasymmetrien
3.1.3 US-amerikanische Banken im Wandel
3.1.4 Steigender Kapitalzufluss und Entstehen einer Immobilienblase
3.1.4.1 Inländische Kaufneigung
3.1.4.2 Ausländisches Kaufinteresse
3.1.4.3 Daraus derivierende Folgen
3.1.5 Risikoneigung
3.1.6 Liquiditätsproblem und Interbankenhandel
3.2 Status Quo
3.2.1 Einbruch des Subprime-Marktes
3.2.2 Folgen für die US-Banken
3.2.3 Verluste im europäischen Markt
3.2.3.1 Gefährdung des deutschen Finanzsektors
3.2.3.2 Auswirkungen auf weitere Länder Europas
3.2.4 Realwirtschaftliche Schäden

Kapitel 4 Einfluss der Akteure auf die Fehlentwicklung
4.1 Die Notenbanken FED und EZB
4.1.1 Beitrag zum Ausbruch der Subprime-Krise
4.1.2 Verhalten nach dem 09. August 2007
4.2 The Large Complex Financial Institutions
4.2.1 Abnehmende Risikoaversion
4.2.2 Predatory Lending
4.2.3 Moral Hazard
4.3 Hedge-Fonds
4.3.1 Ziele und Instrumente von Hedge-Fonds
4.3.2 Der Markt für Hedge-Fonds
4.4 Private Equity und Staatsfonds
4.4.1 Private Equity
4.4.2 Staatsfonds
4.5 Die Rating-Agenturen
4.5.1 Verantwortung und Kritik an den Agencies
4.5.2 Verantwortlichkeit des Marktes

Kapitel 5 Ausblick
5.1 Mögliche Konsequenzen für die Weltwirtschaft
5.1.1 Gefahren für die globale Wirtschaftsdynamik
5.1.2 Rezession weitere Immobilienmärkte
5.2 Anpassungsbedarf für das Finanzsystem
5.2.1 Anforderungen an die Aufsichtspraxis
5.2.2 Erwartungen an die Rating-Agencies
5.2.3 Verbesserungsvorschläge für Banken
5.2.3.1 Kreditvermittlung und –gewährung
5.2.3.2 Risikomanagement
5.2.3.3 Liquiditätsmanagement

Resümee

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das globale Emissionsgeschäft – Volumen und Marktanteile von Anleihen, Aktien und aktienbezogenen Wertpapieren der großen Investmentbanken

Abbildung 2: Das Drei-Säulen-Konzept von Basel II

Abbildung 3 : US-Handelsdefizit gegenüber den wichtigsten Handelspartnern im Jahr 2006

Abbildung 4: Hauseigentümer-Rate: 1982-2006

Abbildung 5: Darstellung der Funktionsweise des Primärund Sekundärmarktes

Abbildung 6: Aufteilung des US-Hypothekenmarktes für Eigenheime

Abbildung 7: Fremdfinanzierung durch Subprime-Hypotheken (1994 – 2006)

Abbildung 8: Vermögensstruktur der US-amerikanischen Bevölkerung

Abbildung 9: Überblick über die Instrumente des Kreditrisikotransfers

Abbildung 10: Grundmodell der Forderungsverbriefung

Abbildung 11: Aufbau eines tranchierten ABS-Portfolios

Abbildung 12: ABS-Kategorien

Abbildung 13: Die effektive Entwicklung des Federal Fund Rate seit 1990

Abbildung 14: Anteil der riskanten ARMs im einkommensschwachen Subprime-Segment

Einleitung

Montag, der 02.04.2007. Der US-amerikanische Hypothekenanbieter New Century Financial, der zweitgrößte Subprime-Kreditgeber, beantragt Gläubigerschutz bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC). Belastet durch Verbindlichkeiten in Höhe von acht Milliarden Dollar stellt der auf das Subprime-Segment ausgerichtete Finanzintermediär einen Insolvenzantrag. Spätestens zu diesem Zeitpunkt tritt das Resultat einer langjährig generierten Fehlentwicklung erstmals in die Außenwahrnehmung – die sog. Subprime-Krise -, eine nationale Schieflage am US-Hypothekenmarkt, die in einer internationalen Finanzmarktkrise münden sollte.

Dabei liegt der Ursprung der Finanzkrise, die mit einem Nachfrage-Boom nach US- Immobilien im Jahr 2000 begann, bereits einige Jahre zurück. Um die US-Wirtschaft 2001 aus der Rezension zu führen, senkte die US-Notenbank Federal Reserve (FED) unter Alan Greenspan die Zinsen deutlich bis auf 1% und bereitete durch die somit geschaffene Liquidität die Grundlage für einen regelrechten Ansturm auf Kredite. Bedingt durch die Technologiekrise am Aktienmarkt fokussierten Anleger ihren Blick nun immer stärker auf den Immobilienmarkt. Die Kombination eines boomenden Immobilienmarktes und niedrigen Zinsen veranlasste in der Folge auch Kunden mit schwacher Bonität – sog. Subprime-Kunden – zu

Immobilienkäufen, da sie diese anfangs problemlos finanzieren konnten.1 Der dadurch induzierte Kreditzyklus führte zu stetig steigenden Verbindlichkeitsstrukturen bei der Bevölkerung und ließ schließlich die Preise für Eigenheime in den USA immens steigen, was die Banken durch gelockerte Kreditvergabestandards ohnehin förderten.

Der Wandel, der sich die letzten Jahre im Kreditgeschäft der USA vollzog, resultiert aus der Tatsache, dass früher eine Hypothek jahrzehntelang in den Büchern des Kreditinstitutes verblieb und somit ein Eigeninteresse daran bestand, Hypotheken nur an Kunden auszureichen, die auch in der Lage waren, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Es bestanden mithin lang-jährige Kundenbeziehungen. Dies war nun nicht mehr Regelfall. Die Hypotheken wurden gebündelt, in Anleihen verbrieft und durch sog. Conduits2 am Finanzmarkt ausgegeben. Zwei Drittel aller Subprime-Hypotheken wurden von Brokern vergeben, welche die Kredite unmittelbar nach Abschluss transferierten und somit zugleich das Kreditausfallrisiko für die Bank auslagerten. So wuchs der Markt für Subprime-Hypothekarkredite bis Ende 2006 auf ein Volumen von 665 Mrd. US-Dollar an.

Die ausgegebenen Subprime-Kredite ermöglichten es der amerikanischen Bevölkerung die alten Hypotheken durch Umschuldung zu refinanzieren. Des Weiteren trugen diese dazu bei, den Eigenheimbesitzern zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen, die vornehmlich zur Ankurbelung der gesamtwirtschaftlichen Konsumnachfrage genutzt wurden.3 Dass die private Sparquote allerdings gleichzeitig sank, teilweise gar negativ ausfiel, ist Ausdruck der – selbst für amerikanische Verhältnisse außerordentlich - überhand nehmenden Verschuldung privater

Haushalte.

Dass Subprime-Kunden sich nicht nur durch eine unzureichende Einkommensund Liquiditäts-Situation kennzeichnen, sondern auch oftmals mit der inhaltlichen Ausgestaltung dieser speziellen Immobilienfinanzierung überfordert sind, lässt sich anhand der kreativen Produktgestaltung der Hypothekenanbieter bezüglich der Rückzahlungsmodalitäten veranschaulichen.

Gewöhnlich wird dem Kreditnehmer für zwei Jahre eine niedrige, fixe Verzinsung eingeräumt, die als „Teaser“4 charakterisiert wird und zuweilen überhaupt keine Zahlungen des Kreditnehmers erfordert. Daraufhin folgt eine achtundzwanzig bis achtundvierzigjährige Laufzeit mit variabler Verzinsung und zumeist sofort drastisch höheren Zahlungsverpflichtungen, die den Subprime-Kunden erst zu diesem Zeitpunkt erkennen lassen, welch riskante Verbindlichkeit er eingegangen ist.

Hier stellt sich die Frage, welche Faktoren die Subprime-Krise auslösten. Im Zeitalter von Financial Engineering5 und wissenschaftlich ausgereiften Finanzprodukten scheint es nahezu ausgeschlossen, dass unerwartete Szenarien eintreten. Beinahe jedes denkbare Risiko wird in die Produktgestaltung durch die Finanzmanager und Analysten einbezogen. Jedoch finden individuelle Verhaltensmuster, wie etwa das Streben nach Macht und Gewinn und dem daraus resultierenden, opportunistischen Handeln nur unzureichend Berücksichtigung. Die Verifizie-rung dieser These ist Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit.

Die Volkswirtschaft assoziiert diese auf dem US-Immobilienmarkt fortgeschrittene Entwicklung als eine spekulative Preisblase6, die ihr abruptes Ende im zweiten Halbjahr 2006 nahm. Angesichts der symbiotischen Verknüpfung von jahrelang steigenden Immobilienpreisen und einem dauerhaft niedrigem Zinsniveau wurde es den Kreditnehmern, die ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, ermöglicht, weitere Hypotheken aufzunehmen, um in Erwartung regelmäßig steigender Häuserpreise die alten Hypothekenverbindlichkeiten abzulösen und die originären Zahlungsverpflichtungen in die Zukunft hinauszuschieben. So wurde für den Erwerb einer Immobilie im Jahr 2005 eine höhere Kreditlinie eingeräumt als dies fünf Jahre zuvor der Fall war, obgleich der reale Mehrwert der Immobilie nicht gestiegen ist.7

Jedoch erreichte der US- Immobilien-Boom seinen Höhepunkt im Jahr 2006. Nun bekam jeder Kunde, der sich zunehmend durch neue Hypothekenaufnahmen etwas Zeit erkauft hatte, sukzessive das Problem, welches seit Beginn dieses Marktsegmentes bestanden hat. Ein erheblicher Teil der Subprime-Kunden hätte nie eine Eigenheimfinanzierung erhalten dürfen, da die meisten dieser besonderen Konsumentenschicht der Geringverdiener wirtschaftlich nie in der Lage waren, ihre Hypotheken zurückzuzahlen. Eine engagementbezogene Risikobeurteilung der Kreditgeber erfolgte aus betriebswirtschaftlich irrationalen Gründen nicht mehr.

Dass die Zahlungsausfälle8 der Subprime-Kunden auch einen tiefen Schatten auf den mondialen Finanzsektor werfen, liegt in der beschleunigten Globalisierung der Finanzmärkte begründet. Jene Globalisierung bringt einerseits Chancen mit sich, da sich neue Investitionsmöglichkeiten mit höheren Renditen als im Heimatmarkt bieten und lokale Bankensysteme effizienter gestaltet werden müssen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.9 Andererseits entstehen aufgrund mangelnder Detailkenntnisse in unübersichtlichen Märkten sowie durch den „Herdentrieb-Effekt“, der nicht mehr gerechtfertigte Preissteigerungen zur Folge hat, Risiken, die sich weder erfassen noch messen lassen. Da die Subprime-Kredite über lang laufende Asset-Backed-Security10 -Strukturen auf dem Kapitalmarkt ausgegeben wurden, waren davon nicht nur die Hypothekenbanken, sondern auch Investoren in aller Welt tangiert, die entsprechenden Papiere entweder direkt in ihren Büchern führten oder über ihre Zweckgesellschaften das ökonomische Risiko trugen.11

Der hier beschriebenen Wagnisse war sich hingegen kaum jemand wirklich bewusst. Selbst die BANK FOR INTERNATIONAL SETTLEMENTS12 (BIZ) mit Sitz in Basel erwähnte erst am 24.07.2007 in ihrem 77. Jahresbericht, dass Grund zur Besorgnis am US- Hypothekenmarkt besteht. Ob und in welcher Form die Probleme am US-Subprime-Bereich auch auf andere Märkte übergreifen könnten, vermochte sie jedoch auch nicht zu klären.

Diese Lücke soll mit der vorliegenden Expertise geschlossen werden. Ziel ist es, die Entstehung und Entwicklung der Bankenkrise zu beschreiben und daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. In Kapital 1 wird der thematische Rahmen geschaffen, um ein Verständnis für die grundlegenden Faktoren der Finanzkrise zu erhalten. Insbesondere werden die Märkte dargestellt, die zur Banken-Malaise beigetragen haben.

Kapitel 2 stellt die innovativen Finanzierungsinstrumente dar, die sich in der modernen Finanzökonomie als vermeintlich bewährt erwiesen haben und schafft somit eine Grundlage, um in den darauf folgenden Kapiteln deren Beitrag zur gegenwärtigen Finanzmisere untersuchen zu können. Im Besonderen soll darauf eingegangen werden, ob sich zum Einen ein Quantum an der Verantwortung für die Subprime-Krise bemessen lässt, zum Anderen inwieweit diese Marktinstrumentarien aufgrund der hier gewonnen Erkenntnisse noch zukunftstauglich erscheinen.

Die aktuelle Situation auf den internationalen Finanzmärkten macht es notwendig, in Kapitel 3 die Hintergründe der Hypothekenkrise und dabei den Kreditzyklus zu problematisieren. Dabei wird die Entwicklung des Marktes für Subprime-Hypotheken nachgezeichnet. Darüber hinaus erfolgt eine Thematisierung der veränderten Kreditvergabepraktiken, um überdies festzustellen, dass die Ursachen für die zunehmende endogene Marktinstabilität in der Herausbildung eines sekundären Hypothekenmarktes sowie der immer größer werdenden Akzeptanz von Fremdfinanzierungsrisiken und den hier wirkenden Risikodiversifikationsmechanismen zu sehen sind. Vervollständigt werden diese Ausführungen anhand einer Beschreibung des Status quo der Krise.

Kapitel 4 widmet sich den Verhaltensweisen der Marktteilnehmer während des Aufkommens und Fortschreitens der Finanzmarktkrise. Wichtige Aspekte der Untersuchung werden dabei sein, ob einzelne Akteure zur Beschleunigung der Misere beigetragen oder sie sogar ausgelöst haben bzw. ob durch ein rechtzeitiges Eingreifen eine vernünftige Regulierung möglich gewesen wäre. Als nicht unerheblich könnte sich hierbei herausstellen, welchen Anteil das Renditestreben der professionellen Anleger (Großbanken, Hedge-Fonds, Private Equity- Gesellschaften) hatte.

Kapitel 5 gibt einen Ausblick über mögliche finanzwirtschaftliche Reaktionen auf die Fehlentwicklungen sowohl am US-Immobilienmarkt als auch am Verbriefungsmarkt13. Zum Einen wird auf volkswirtschaftliche Konsequenzen hingewiesen, insbesondere, inwieweit die USA den Gefahren von Inflation und Rezession ausgesetzt sind und ob sich möglicherweise auch Nachteile für das wirtschaftliche Vorankommen in anderen Ländern ergeben könnten. Zum Anderen wird erörtert, an welchen Punkten die Finanzsystematik aus Autorensicht einer

Änderung bedarf. Denkbare Ansätze in diesem Exkurs sind neben der Bankenregulierung, vor allem hinsichtlich des Einflusses von Basel II, auch Markttransparenz-Diskussionen, um den Investoren eigene detaillierte Risikobewertungen zu ermöglichen, sowie Lösungsvarianten, die den Kreditmarkt positiv beeinflussen um sich im Ergebnis den eingefahrenen Marktmechanismen widersetzen zu können.

Speziell erwähnenswert erscheint am Schluss dieses Segmentes, dass die in dieser Untersuchung angegebenen Zahlenwerte auf Grund eines partiell intransparenten Finanzmarktes auf Statistiken sowie auf Schätzungen der jeweiligen Autoren basieren, die zwischen einzelnen Quellen erheblich divergieren, so dass sie vordergründig mit dem Ziel angeführt werden, ein Gefühl für die Dimension des Ausmaßes zu bekommen.

Kapitel 1 Grundlegende Faktoren und Märkte

1.1 Ein Kurzüberblick über das internationale Finanzsystem

1.1.1 Investmentbanking in Deutschland und den USA

Das deutsche Kreditwesen beruhte auf dem sogenannten „Dreisäulensystem“14. Dadurch erfolgte eine unterschiedliche Geschäftsausrichtung. Während sich die Privatbanken ganz eindeutig der vermögenden Privatkundschaft widmeten und die öffentlichen Sparkassen der breiten Bevölkerungsschicht eine risikoarme Sparanlage anboten, organisierte sich der Genossenschaftssektor eher als eine Anlaufstelle zur Selbsthilfe für Gewerbetreibende.15 Diese klare Strukturierung der betriebenen Bankgeschäfte gehört der Vergangenheit an. Heute bestimmen vielmehr Universalbanken, deren Angebot die gesamte Bandbreite von Finanzdienstleistungen (FDL) umfasst, die Bankenlandschaft. Ein wichtiger Spezialbereich ist dabei das Investmentbanking16, welchem in der progressiven Finanzwelt eine besondere Bedeutung zukommt und bedingt durch die wirtschaftliche Entwicklung der 90-er Jahre, der Hausse an den Aktienmärkten, der rapiden Zunahme von Börsengängen sowie dem explosionsartigen Wachstum an M&A-Aktivitäten17 heute zu einer der profitabelsten Sparten überhaupt zählt.

Investmentbanken lassen sich in drei Typen einteilen: Bulge Bracket, Major Bracket und Submajor Bracket. Bulge Bracket-Banken sind sehr große, weltweit operierende Häuser, die nahezu in allen Geschäftsfeldern aktiv sind. Zu dieser Gruppe zählen Goldman Sachs, Merrill Lynch, Morgan Stanley und die Deutsche Bank. Die Major Brackets sind etwas kleiner und decken nicht das volle Spektrum der Geschäftstätigkeiten ab. Zu ihnen gehören JP Morgan, Lehmann Brothers, Credit Suisse und UBS. Submajor Bracket-Firmen sind auf ausgewählten

Geschäftsfeldern aktiv, treten oft nur lokal auf und sind zumeist nur für bestimmte Kundengruppen zuständig.18

Insbesondere durch den Boom von Finanzderivaten wurden die äußerst zyklisch veranlagten Investmentbanken in ihrer Entwicklung vorangetrieben und sollten noch einen entscheidenden Anteil an der Subprime-Krise haben.

Investmentbanken als Finanzintermediäre

Die Grundfunktionen Transformation, Transaktion und Information werden in einem Finanzsystem von Finanzintermediären19 wahrgenommen. Dabei meint Transformation das Schaffen eines Ausgleiches zwischen Angebot und Nachfrage, Transaktion die technische Zusammenführung von Anbietern und Nachfragern und Information die detaillierte Analyse von Märkten und Branchen.20 Alternativ dazu definiert Siemer Finanzintermediäre wie folgt: „Financial institutions (e. g. commercial and saving banks, credit unions, insurance companies, mutual funds) perform the essential function of channeling funds from those with surplus funds (suppliers of funds) to those with shortages of funds.”21 Ausgehend davon ist eine Investmentbank als Intermediär im weiteren Sinne zu charakterisieren, da sie eine Vermittlerfunktion zwischen dem Kapitalmarkt und den Handelspartnern übernimmt, jedoch kein Kontrahent der Transaktion wird. Inwieweit Investmentbanken vermittelnd zwischen US-amerikanischen Hypothekarschuldnern und internationalen Investoren in den Finanzmarkt agierten, gilt es im Verlauf dieser Arbeit herauszufinden.

1.1.2 Finanzmärkte

In den drei Teilsegmenten (Geld-/ Kapital-/ Devisenmarkt) des Finanzmarktes werden Geld, Kredite, Wertpapiere, Finanzderivate und Devisen gehandelt. Eine elementare Aufgabe besteht in der Bereitstellung und Mobilisierung von Finanzprodukten, welche vornehmlich den Banken zu Teil werden. An allen Märkten nehmen die Banken eine dominierende Position ein. Die wirtschaftliche Bedeutung der Finanzmärkte liegt in ihrer Funktion der Investitionsfinanzierung und Liquiditätssicherung. Bei der Strukturierung von Finanzmärkten nach zeitlichen Kriterien wird oft eine Unterscheidung zwischen kurzfristigen Transaktionen auf dem Geldmarkt und den längerfristigen Transaktionen auf dem Kapitalmarkt vorgenommen. Während sich der Kapitalmarkt auf die Finanzierung der privaten Haushalte und öffentlichen Institutionen bezieht, an welchem die Bank als Kreditgeber in Erscheinung tritt, liegt die wesentliche Aufgabe des Geldmarktes in der kurzfristigen Liquiditätssicherung und spielt vor allem für Banken und andere Finanzinstitutionen eine wichtige Rolle.22 Am Devisenmarkt obliegt es wiederum den Banken, die erforderliche Fremdwährung in entsprechender Höhe zur richtigen Zeit und zu möglichst günstigen Kursen zu beschaffen und bereitzustellen, um die Finanzierung des internationalen Handels und grenzüberschreitende Investitionen realisieren zu können.23 Welchen Einfluss Banken damit auf die Makroökonomie ausüben, erklärt das BMF24:

„Die Finanzmärkte haben für die Volkswirtschaft eine dienende Funktion und sind kein Selbstzweck. (…) ohne effiziente und stabile Finanzmärkte kann eine Wirtschaft Wachstum und Strukturwandel nicht bewältigen.“25

Abbildung 1 stellt dar, in welchen Dimensionen die Großbanken auf dem internationalen Finanzmarkt agieren.

Abb. 1: Das globale Emissionsgeschäft – Volumen und Marktanteile von Anleihen, Aktien und aktienbezogenen Wertpapieren der großen Investmentbanken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise, 2008

1.2 Die Aufsicht über Kreditinstitute

1.2.1 Ziele der Bankenaufsicht

Im letzten Abschnitt ist deutlich geworden, in welcher Größenordnung Banken ihr Handelstä- tigkeit wahrnehmen. Um die damit verbundenen Risiken möglichst gut kontrollieren zu können, ist es unabdingbar, diese Institutionen einer staatlichen Aufsicht zu unterstellen. Eine gut funktionierende Bankenaufsicht gehört zu den Eckpfeilern der Infrastruktur jedes Finanzsystems. Nur ein stabiles Finanzsystem kann seine gesamtwirtschaftliche Funktion der effizienten sowie kostengünstigen Transformation und Bereitstellung finanzieller Mittel optimal erfüllen. Das Hauptziel der staatlichen Regulierung und Aufsicht besteht demnach darin, diese Stabilität zu gewährleisten.26

Zur Durchführung einer effektiven, auf Preisstabilität ausgerichteten Geldpolitik ist ein stabiles Finanzsystem erforderlich. Umgekehrt ist die Geldwertstabilität eine notwendige Voraussetzung für die Beständigkeit des Finanzsektors. Dabei wird den Verantwortungsträgern der Aufsichtsinstitutionen eine bedeutende Rolle beigemessen. Sie greifen als grundsätzlich langfristig angelegte Ordnungsinstitute in die Geschäftstätigkeit der Kreditund Finanzdienstleistungsinstitute ein und bestimmen in vielfältiger Weise die Zulässigkeit, den Umfang und die

Folgen des betrieblichen Handelns der Banken.27

1.2.2 Rechtfertigung für eine staatliche Überwachung des Finanzsektors

Zahlreiche empirische Untersuchungen weisen darauf hin, dass gesetzliche und andere organisatorische Rahmenbedingungen einzelner Volkswirtschaften geeignet sein können, unterschiedliche Strukturen und Entwicklungsstufen von Finanzmärkten zu erklären.28 Im Besonderen kann davon ausgegangen werden, dass die Entfaltung innovativer Strukturen in stark regulierten Ländern einer höheren Hemmung unterliegt als in vergleichbaren Staaten, wenngleich die Risikopotenzierung solider ausfällt. Mithin lassen sich regulatorische Eingriffe des Staates in die Gewerbefreiheit der Banken nur rechtfertigen, wenn sie aus Gründen des Gemeinwohls geboten sind, was insbesondere dann der Fall ist, wenn öffentliche Interessen be- stehen, die im Rang dem individuellen Recht der Banken auf freie unternehmerische Entfaltung vorgehen und in einer nicht vernachlässigbaren Weise durch die geschäftliche Betätigung der Kreditinstitute gefährdet sind.29 In aller Regel werden hierzu zwei Apologien herangezogen. Eine öffentliche Regulierung von Finanzintermediären zielt zumeist auf die Steigerung des Anlegerschutzes und dient der Sicherung der Marktintegrität.30 Da zu den Gläubigern eines Kreditinstitutes nahezu jede, sowohl natürliche als auch juristische Personen zählen, die einen Großteil ihres Vermögens31 bei einer Bank angelegt haben, würde der Verlust für den Einzelnen eine existenzbedrohende, ökonomische Krise zur Folge haben. Anderweitiger Schutz, als der einer intensiven Überwachung, besteht für einen Anleger nicht, da die Option, das eigene Vermögen selbst zu verwalten, heute nicht mehr zeitgemäß ist. Darüber hinaus hätte eine systemische Bankeninsolvenz einen verheerenden Einfluss auf praktisch jedes Wirtschaftssubjekt, da sich die Folgen einer kompletten Marktilliquidität auf die Funktionsfä- higkeit einer gesamten Volkswirtschaft auswirken würden.

1.2.3 Die Internationalisierung der Bankenaufsicht

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Geschäftstätigkeit der Kreditund Finanzdienstleistungsinstitute zunehmend internationalisiert. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Sie liegen vor allem im raschen Fortschreiten der weltweiten Arbeitsteilung und der damit verbundenen Internationalisierung des Warenund Dienstleistungsverkehrs sowie in der rasanten Entwicklung der Informationsund Kommunikationstechnologie. Begleitet wird dieser Prozess von einer wachsenden Verflechtung der bedeutenden nationalen Märkte zu einem internationalen Finanzkonglomerat.32

Da das Anlageverhalten der Finanzakteure sich diesem Mechanismus anpasst und demnach in einer weltweiten Transaktionskette mündet, ruft dies den Aufsichtssektor auf den Plan. Dieser ist gefordert, den grenzüberschreitenden Risiken wirksam zu begegnen und losgelöst von einer isolierten, einzelstaatlichen Betrachtung den Erfordernissen einer verbundenen, globalisierten Finanzmarktregulierung entgegen zu treten. Dabei kann aber kein alleiniges Vorgehen erfolgsversprechend sein. Vielmehr soll ein kooperatives, auf Annährung der unterschiedlichen Rechtsvorschriften ausgerichtetes Aufsichtsprozedere zur erhofften Harmonisierung der internationalen Finanzmärkte beitragen.

Vor diesem Hintergrund gründeten die Präsidenten der Zentralbanken der G-1033 im Jahr 1975 den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht. Bei den regelmäßigen Treffen in Basel überarbeitet und diskutiert das Gremium die Mindeststandards, die für eine gute Praxis der Bankenaufsicht notwendig sind, um einen Beitrag zur Stärkung der Finanzsysteme auf der ganzen Welt zu gewährleisten.34 In den vergangenen Jahren stand die Konzeption der Internationalen

Konvergenzkriterien für Kapitalmessung und Eigenkapitalanforderungen35 im Fokus, auf welche in Kapitel 1 unter Punkt 1.3 noch näher eingegangen wird.

1.2.4 Die Finanzaufsicht in den USA

Am 23.12.1913 wurde per Gesetz das Federal Reserve System (FED)36 in den Vereinigten Staaten eingeführt. Die USA sind in zwölf Bankbezirke mit je einer Federal Reserve Bank unterteilt. An der Spitze des Bankensystems steht der Board of Governors of the Federal Reserve System (Bundesbankrat) in Washington, der die Geldund Währungspolitik der USA bestimmt sowie die Ausgabe der Noten und die gesamte Bankpolitik überwacht. Der Board of Governors besteht aus sieben Mitgliedern, die vom Präsidenten der USA mit Zustimmung des Senats auf 14 Jahre ernannt werden. Diese wiederum berufen je drei Direktoren für die zwölf Bundesreservebanken, deren größte die Federal Reserve Bank of New York ist. Sie schließt als einzige Bank Geschäfte mit ausländischen Kunden ab. Die Bundesreservebanken sind gemeinwirtschaftlich organisiert, ihr Kapital wird von den Mitgliedsbanken aufgebracht. Ihre Geschäfte entsprechen den üblichen Aufgaben einer Zentralbank; u. a. der Ausgabe von Banknoten (Federal Reserve Notes) oder der Durchführung geldund kreditpolitischer Maßnahmen.37 Darüber hinaus wurde 1934 die SEC als externe Aufsichtsbehörde gegründet.

1.2.5 Die Finanzaufsicht in Deutschland

Die Strukturen und Aufgaben der Finanzaufsichtsbehörden unterliegen, wie unter Punkt 1.2.4 ausgeführt, einer zunehmenden internationalen Angleichung. Als Beispiel für eine detaillierte Darstellung soll die deutsche Bankenaufsicht dienen.

In Deutschland erfolgt die Bankenaufsicht einerseits durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), einer dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) unterstellten Behörde, andererseits durch die Deutsche Bundesbank. Das Gesetz über das Kreditwesen bildet hierzu die rechtliche Grundlage. Eine Konkretisierung zur praktischen Durchführung der gesetzlich geregelten Aufgabenverteilung erfolgte in einer Vereinbarung, um Doppelar- beiten zu vermeiden und eine höhere Kosteneffizienz zu realisieren.38

Die Deutsche Bundesbank

Die operative Bankenaufsicht obliegt zu einem großen Teil der Bundesbank. Dabei überwacht sie die Auswertung der von den Instituten eingereichten Dokumente, Meldungen, Jahresabschlüsse und Prüfberichte.39 Ferner prüft die Deutsche Bundesbank, ob die Banken über ein hinreichendes und angemessenes Risikomanagement verfügen. Durch die Beteiligung an der Aufsicht einzelner Kreditinstitute gewinnt sie die benötigten Kenntnisse über die Solvenz derer Kreditnehmer, was zur Finanzmarktstabilität beiträgt.40 Praktisch ist die Bundesbank in allen Bereichen der Bankenaufsicht beteiligt. Dabei handelt es sich um:

€➔ den lfd. Prozess der Aufsicht, mit Ausnahme von hoheitlichen Maßnahmen, welche der BaFin obliegen

➔ den Regelerlass, beispielsweise Grundsätze und Verordnungen

➔€ die Koordination und Kooperation auf internationalem Gebiet41

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

Der BaFin42 obliegt die Verantwortung für alle hoheitlichen Maßnahmen bei der Kontrolle von Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungsunternehmen. Das Ziel dieser sog.

Allfinanzaufsicht besteht darin, die Funktionsfähigkeit, Stabilität und Integrität des deutschen Finanzmarktes zu gewährleisten.43 Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Gebühren und ähnlichen Entgelten der beaufsichtigten Institute und Unternehmen.44 Die BaFin kontrolliert derzeit etwa 2.100 Banken, 700 Finanzdienstleistungsunternehmen, 630 Versicherungsunternehmen, 25 Pensionsfonds sowie 6.000 Fonds und 80 Kapitalgesellschaften. Sie trägt im Rahmen der Solvenzaufsicht dafür Sorge, dass die o. g. Institute jederzeit zahlungsfähig sind und achtet in diesem Zusammenhang auf faire und transparente Marktverhältnisse.

Im Rahmen der Bankenaufsicht überwacht die Anstalt alle Universalund Spezialbanken sowie regional agierende Volksbanken und Sparkassen. Konkret überwacht die Bundesanstalt, dass:

➔€ ausschließlich zugelassene Unternehmen ihre Produkte und Dienste am Markt anbieten und die Unternehmensleitung von entsprechend qualifizierten und zuverlässigen Mandatsträgern ausgeübt wird,

€➔ die jeweiligen Institute den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben entsprechen und

€➔ im Rahmen des Wertpapierhandels auf die Existenz fairer, transparente Marktbedingungen geachtet wird, insb. hinsichtlich der Publizitätsund Rechnungslegungspflichten börsennotierter Unternehmen.45

Einen besonders sensiblen Teil der Bankenregulierung stellt der Bereich der Eigenkapitalanforderungen dar. Die eingehende Diskussion dessen ist Inhalt des folgenden Abschnitts.

1.3 Die Eigenkapitalunterlegung von Banken

In den vorhergegangenen Abschnitten wurde die Struktur und Funktionsweise des Bankenwesens betrachtet. Nun soll auf einen wichtigen Einzelaspekt eingegangen werden, der einen erheblichen Anteil an der Entstehung der Subprime-Krise hatte. Die regulatorischen Eigenkapitalanforderungen für die Kreditinstitute veranlassten die Banken, Wege zu suchen, ihr Kapital möglichst einer regulatorischen Bindung zu entziehen und profitabel anzulegen. Wolfgang Münchau, Mitbegründer der Financial Times und deren Chefredakteur von 2001 – 2003, sieht in der Baseler Eigenkapitalvereinbarung sogar den Hauptauslöser:

„ Die Kreditkrise ist in erster Linie eine Krise des Systems der Verbriefung46.“

Diese Ansicht wird von der Financial Market Group der London School of Economics unter der Leitung von Professor Charles Goodhart unterstützt, indem argumentiert wird 47 :

„Die Basler Regeln seien für die Krise verantwortlich, weil sie Banken zu prozyklischen Verhalten animiert hätten.“

1.3.1 Die Residualgröße Eigenkapital

Das Eigenkapital ist keine bankspezifische Messgröße. Es ist, wie bei Kapitalgesellschaften üblich, als notwendige Voraussetzung zur Unternehmensgründung in ausreichendem Umfang entsprechend des KWG vorzuweisen. Im Interesse der Gläubiger und zur Sicherung der Einlagen weist das Eigenkapital eine Haftungsfunktion auf und dient somit einer elementaren Vertrauensbildung48. Ihm wird die Aufgabe zu Teil, hohe, selten eintretende Verluste abzufedern, die nicht durch den im normalen Geschäft aufgebauten Risikopuffer gedeckt sind. Der Eigenkapitalpuffer, der durch die Ausgestaltung risikoadjustierter Margen oder bankinterner Risikovorsorge entsteht, soll zur Vermeidung von Insolvenzen der Kreditinstitute aufgrund hoher Kreditausfälle beitragen.49 Des Weiteren verringern die Eigenmittelanforderungen die Wahrscheinlichkeit existenzgefährdender Verluste auch dadurch, dass die Möglichkeit, Risiken einzugehen, durch das haftende Eigenkapital begrenzt wird und gefährdete Kreditinstitute identifiziert werden.50 Banken neigen jedoch i. d. R. eher zu einem expansiven Wachstum. Hieraus erwuchs das Problem, dass das Basel-Abkommen durch die Bestimmung von Obergrenzen für die Kreditvergabe in Abhängigkeit von dem haftendem Eigenkapital den Banken einen Anreiz bot, existierende Kredite in den Kapitalmarkt abzuschieben51, um sich somit neue Spielräume für Kreditvergaben zu schaffen.52 Um im weiteren Verlauf über die Umsetzung und Ausgestaltung der Verbriefung diskutieren zu können, werden in den beiden folgen- den Unterabschnitten die regulatorischen Anforderungen des Basler-Ausschusses an eine angemessene Eigenkapitalausstattung skizziert.

1.3.2 Basel I (Basler Akkord von 1988)

Durch einen Solvabilitätskoeffizient wird vorgegeben, wie hoch das haftende Eigenkapital sein muss, damit ein Schuldnerausfall ausgeglichen werden kann. Nach Grundsatz I § 2 der Grundsätze über die Eigenmittel und die Liquidität der Kreditinstitute müssen 8% der gewichteten Risikoaktiva mit haftendem Eigenkapital unterlegt werden. Dieses in Verbindung mit den Drittrangmitteln bildet das regulatorische Eigenkapital nach § 10 KWG a. F. Zur Errechnung der vorzuhaltenden Eigenmittel erfolgt eine Risikogewichtung der ausgegebenen Kredite. Hierzu sah das Basel-Abkommen ein starres Raster vor: Kredite an Unternehmen und Privatkunden wurden zu 100% gewichtet, und zwar unabhängig von der Bonität der Kreditnehmer. Hypotheken hingegen flossen nur zu 50% ein. Kredite an Banken sogar nur zu 20%. Trat der Staat als Darlehensempfänger auf, unterblieb jedwede Anrechnung.53 Das Basel I – Konzept verfolgt eine quantitative Eigenkapitalanforderung. Durch standardisierte Bilanzkennzahlen kam es zu einer einfachen und undifferenzierten Berechnung der geforderten Eigenkapitalunterlegung. Durch den Grundsatz I gab es eine starke Abweichung zwischen dem faktischen Risikogehalt von Forderungen und ihrer regulatorischen Kapitalunterlegung.54 Die pauschalisierte Zuordnung der Schuldner in Bonitätsklassen führte zu einer Fehlallokation von Kapital, denn zunehmend wurden Kredite an Kunden mit geringer Bonität vergeben, um einen höheren Zins zu erhalten, da deren Kreditwürdigkeit keinen Einfluss auf die Eigenmittelunterlegung hatte.

1.3.3 Basel II (Der neue Basler Akkord)

Um diesen Kritikpunkten gerecht zu werden, wurden im Juni 2004 die Basel II – Vorschriften unter dem Titel „International Convergence of Capital Measurement and Capital Standards, a revised Framework“ verabschiedet, mit denen eine Verbesserung der Solidität und Stabilität, eine Intensivierung des Wettbewerbs und eine Erhöhung der Effizienz des nationalen und internationalen Bankensystems angestrebt wird55. Durch komplexere und moderne Risikobewertungsmethoden soll die regulatorische Eigenkapitalunterlegung stärker am tatsächlich vorhandenen Risiko ausgerichtet werden.56

Abb. 2: Das Drei-Säulen-Konzept von Basel II

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Niedostadek, Andre´, Rating, 2005

Gemäß Basel II stehen zur Berechnung des regulatorischen Kapitals für die Unterlegung des Kreditrisikos grundsätzlich drei Ansätze zur Verfügung: erstens der Standardansatz (KSA), eine risikosensitive Weiterentwicklung des Basel I – Verfahrens, zweitens der auf internen Ratings basierende Basisansatz (IRBB) sowie drittens der fortgeschrittene IRB-Ansatz (FIRB).57 Dabei wird das Prinzip verfolgt, dass bei steigenden Anforderungen an das Risiko-management, größerem Implementierungsaufwand und vor allem zunehmender Risikointensität die Belastung durch die notwendige Eigenkapitalunterlegung zurückgeht.58

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer, wesentlicher Neuerungen. Angefangen bei der Quantifizierung und Eigenmittelunterlegung des operationellen Risikos59 über eine internationale Konformität der aufsichtsrechtlichen Prüfung bis hin zu erweiterten Publizitätsanforderungen, die einer Vergleichbarkeit der Institute dienen.60

Die Umsetzung in Deutschland wurde durch das „Gesetz zur Umsetzung der neu gefassten Bankenrichtlinie und der neu gefassten Kapitaladäquanzrichtlinie“ vom 17. November 2006 geregelt, das umfassende Anpassungen des Kreditwesengesetzes normiert und zum 1. Januar 2007 in Kraft trat. Diese gesetzlichen Änderungen werden ergänzt durch zwei Verordnungen:

- die neue Solvabilitätsverordnung (SolvV) sowie
- die überarbeitete Groß- und Millionenkreditverordnung (GroMiKV).

1.4. Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA

1.4.1 Der amerikanische Außenhandel

In diesem Abschnitt erfolgt eine prägnante Präsentation der US-Wirtschaft, um Ursachen für die Ausuferung des US-Immobilien-und Hypothekenmarktes zu identifizieren. Seit über 200 Jahren stehen die Vereinigten Staaten an der Spitze der Weltwirtschaft. Ein Bruttoinlandsprodukt von 13,75 Billionen US-Dollar im Jahr 2007 bei einer akkumulierten Arbeitslosenrate von 4,6% beweist quantitativ diese Behauptung.61 Belastet werden diese Zahlen jedoch von einem Handelsbilanzdefizit.62 Aufgrund der massiv ansteigenden Investitionen und einem ungehemmten privaten Konsum konnte die Nachfrage der USA schon lange nicht mehr von inländischen Produzenten befriedigt werden, sondern musste mit Importen gedeckt werden. Daraus resultierend wuchs das Defizit der US-Leistungsbilanz seit 1991 unaufhaltsam an und hatte im Jahr 2000 den Wert von 393,4 Milliarden US-Dollar (4,4% des BIP) erreicht.63 Importausgaben i. H. v. 1,987 Billionen US-Dollar stand ein Exportvolumen von 1,14 Billionen US-Dollar im Jahr 2007 entgegen.64 Dieser Trend bestimmt bereits seit Mitte der siebziger

Jahre die US-Handelsbilanz und wird getrieben von teuren Rohölimporten und steigenden

Gütereinfuhren, die zu einer Verschuldung im Ausland i. H. v. 12,25 Billionen US-Dollar führen.65 Dies entspricht einer sechsfachen Steigerung seit 1995. Abbildung 3 illustriert das US- Handelsdefizit im Jahr 2006.

Abb. 3 : US-Handelsdefizit gegenüber den wichtigsten Handelspartnern im Jahr 2006

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise, 2008

Gleichzeitig verwandelte der New Economy-Boom die internationalen Spargelder in Investitionsströme, die in einem nie zuvor erlebten Umfang in den USA „landeten“. Getrieben durch das Renditestreben der Anleger wurden die Finanzdienstleister dazu veranlasst, immer neue und absatzfähige Finanzprodukte zu kreieren, um der steigenden Wertpapiernachfrage nachkommen zu können.

1.4.2 Der private Binnenkonsum

Der Einfluss der Notenbanken auf die Konsumnachfrage ist enorm. Je nach Konjunkturlage und dem aktuellen Bestreben, sich entweder antizyklisch zu verhalten oder den gegenwärtigen Aufbzw. Abschwung zu unterstützen, greift die Notenbank mithilfe ihrer Zinspolitik mittelbar in die Realwirtschaft ein.66 Dabei kann z. B. eine Leitzinssenkung67 eine Verringerung der kurzfristigen Finanzierungskosten von Unternehmen und Banken bewirken, die im Ergebnis höhere Gewinne ermöglicht. Anderseits werden die Kreditvergaben erleichtert, so dass mit einer Verzögerung von drei bis sechs Monaten üblicherweise eine reale Stimulierung der Konjunktur erfolgt. So geschehen auch auf dem US-Markt, als sich die US-Notenbank FED nach dem Platzen der New-Economy-Bubble68, den Anschlägen des 11. September 2001 und Managementskandalen (z. B. Enron) der Gefahr eine Rezession ausgesetzt sah. Im Ergebnis senkte sie die Zinsen bis 2004 auf 1%. Unternehmen nutzten diesen Anreiz, Investitionen zu tätigen, während die privaten Haushalte sich für höhere – meist darlehensbelastete - Konsumausgaben entschieden. Dies ermöglichte den amerikanischen Haushalten die Realisierung zusätzlicher Einkommen, so dass sich ihre Konsumausgaben zwischen 2000 und 2006 um 34,4% erhöhten.69 Dem hingegen ist der private Konsumanstieg während diesem Zeitraum keineswegs auf ansteigende Löhne – die im gleichen Zeitraum lediglich um 2,14% anwuchsen – zurückzuführen.70

Diese Entwicklung ging mit der außerordentlichen Verschuldung privater Haushalte einher. Das liegt insbesondere darin begründet liegt, dass gebrauchte Eigenheime stets neu beliehen und neue Einfamilienhäuser in vielen Fällen aus einem Kapitalanlagemotiv heraus über eine Hypothek finanziert wurden. Während die ausstehende Schuld privater Haushalte zwischen

2000 und 2006 auf 98,86% des BIP von 2006 anwächst, verzeichnet der Kaufpreis von Immobilien eine durchschnittlich jährliche Wachstumsrate von 7%.71 Währenddessen übten sich sowohl Europa als auch Asien in Konsumverzicht, so dass die Sparquote in Europa auf 10% und in Asien auf 40% des verfügbaren Einkommens anstieg.72

Die amerikanische Bevölkerung begegnete der Notwendigkeit einer Pensionsvorsorge auf eine andere Weise. Hier wurde auf die andauernden Wertsteigerungen der Aktien und Immobilien vertraut. Dies mündete ab 2000 in einer negativen Sparquote (d. h. es wurde mehr Geld ausgegeben als durch Einkommen erzielt wurde). Als Konsequenz des Investitionsund Konsumbooms belief sich die Verschuldung privater Haushalte und Unternehmen auf 30 Billionen US-Dollar, einer Verdopplung seit 1992. Den höchsten Anteil daran hatten mit 8,03 Billionen US-Dollar die privaten Haushalte, die bereits zu diesem Zeitpunkt 5,7 Billionen US-

Dollar an Hypothekenkrediten aufgekauft hatten.73 Die Fremdmittelbeschaffungskosten prä- sentierten sich niedriger als der Geldwertverfall einer herkömmlichen Finanzanlage und lie- ßen angesichts der Immobilienwertsteigerung einen höheren Ertrag erwarten. Die Zinsen fielen unter die Inflationsrate. Somit wurde es ökonomisch rational, auf Kredit in Assets wie Immobilien74 zu investieren. Die Folge war der „Housing Boom“ in den USA, der bis 2006 die US-Wirtschaft beherrschen sollte und erst im Subprime-Kollaps sein Ende fand.

1.5 Der US-Immobilienund Hypothekenmarkt

1.5.1 Dimension des Immobilienmarktes

Immobilien sind ein wichtiger Bestandteil des Kapitalanlageportfolios von privaten Haushalten. Die von der FED veröffentlichten Flow of Funds Accounts wiesen für das vierte Quartal 2006 einen Immobilienbestand des privaten Sektors i. H. v. 22.642,2 Mrd. US-$ aus.75 Demnach sind 32,9% des gesamten privaten Vermögens in Wohneigentum gebunden.76 Mit anderen Worten besitzen 69% der Bevölkerung in den USA Wohneigentum (siehe Abbildung 4).77

Dies ist hauptsächlich darin begründet, dass nach der Weltwirtschaftskrise in den 20er-Jahren der Wohnungspolitik eine hohe Bedeutung beigemessen wurde.78 Diese hatte zum Ziel, möglichst vielen Bürgern den Zugang zu Wohneigentum zu ermöglichen. Weiterhin kann die hohe Eigenheimquote in den USA mit dem relativ niedrigen Niveau an Investitionskosten begründet werden, welches sich einerseits aus den niedrigen Landkosten (große Mengen an Bauland), andererseits aus den moderaten Baukosten (gemäßigtes Lohnniveau der Arbeiter und vergleichsweise geringe Qualitätsanforderungen) herleiten lässt.

Abb. 4: Hauseigentümer-Rate: 1982-2006

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.census.gov/hhes/www/housing/hvs/hvs.html

[...]


1 Vgl. Eller, Roland, Subprime−Krise: Lehre für Banken und Sparkassen, in: Bank−Praktiker (1ƒ2008), S. 26.

2 Als Conduit wird eine Refinanzierungsstruktur bezeichnet, die mittels einer von der Bank selbst gegründeten Zweckgesellschaft langfristige Forderungen der Bank ankauft und sie über Geldmarktpapiere an die Anleger weitergibt.

3 Vgl. Grimm, Nico, Die spekulative Preisblase auf dem US−Immobilienmarkt, 2007, S. 9.

4 Das amerikanische Center for Responsible Lending definiert den Terminus „Teaser“ als eine Art Lockangebot. Durch besonders günstige Konditionen zu Beginn der Vertragslaufzeit sollen Kunden zu einem Abschluss ani− miert werden. Die Information, dass die Kreditfinanzierungskosten später exponentiell steigen, wird bewusst zurückgehalten.

5 Financial Engineering bezeichnet einen finanzwissenschaftlichen Bereich, der mithilfe mathematischer Methoden und Computersimulationen Investitionsentscheidungen erleichtert und zugleich eine Absicherung für das Risikomanagement darstellt.

6 Von einer Preisblase ist dann auszugehen, wenn die Anhebung des Marktwertes einer Immobilie nicht auf fundamentale Faktoren wie einem gestiegenem Pro−Kopf−Einkommen, Zinserhöhungen oder erhöhten Verga− berichtlinien bei Hausbauanträgen zurückzuführen ist, sondern die Preisfestsetzung einzig mit einer gestiege− nen Renditeerwartung erklärt werden kann.

7 Der Case−Shiller−Index für amerikanische Hauspreise verzeichnete für die Stadt Los Angeles einen Zuwachs um 170 Prozent, in New York um 120 Prozent, in Washington um 140 Prozent und in Miami um 180 Prozent zwi− schen den Jahren 2000 und 2006. Entnommen von: http:ƒƒwww2.standardandpoors.comƒspfƒpdfƒindexƒSPCS_MetroArea_HomePrices_Methodology.pdf (aufgeru− fen am 03.06.2008).

8 Im Januar 2007 lag die Ausfallrate für im Jahr 2000 ausgegebene Hypotheken erst bei 12,9 Prozent.

9 Vgl. Eller, Roland, Subprime−Krise: Lehre für Banken und Sparkassen, in: Bank−Praktiker (1ƒ2008), S. 26.

10 Stellt ein Wertpapier dar, welches durch eine Gruppe von realen Werten besichert wird. Auch ABS abgekürzt.

11 Vgl. Eller, Roland, Subprime−Krise: Lehre für Banken und Sparkassen, in: Bank−Praktiker (1ƒ2008), S. 26.

12 Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich verwaltet die Währungsreserven der Zentralbanken.

13 An diesem Markt werden Wertpapiere gehandelt, die durch die Umwandlung von nicht handelbaren Finanzinstrumenten in handelbare Finanzinstrumente entstehen.

14 Das Dreisäulensystem teilte die Banken in Privatbanken, öffentlich − rechtliche Banken und Genossen− schaftsbanken ein.

15 Vgl. Claussen, Carsten, Bank− und Börsenrecht, 2003, S. 31.

16 Investmentbanking versteht sich als Sammelbegriff für alle Finanzdienstleistungen des nationalen und inter− nationalen Emissions− und Platzierungsgeschäftes von Wertpapieren und Wertpapiergeschäften.

17 Unter M&A (Mergers and Acquisitions) versteht man Strategien, die den Übergang von Unternehmensanteilen und damit den Kauf und Verkauf von Unternehmen als Gegenstand haben.

18 Vgl. Braun, Florian, Die Geschäftspolitik von Investmentbanken, 2004, S. 12.

19 Ein Finanzintermediär ist ein Dienstleister, der Angebot und Nachfrage am Kapitalmarkt koordiniert.

20 Vgl. Braun, Florian, Die Geschäftspolitik von Investmentbanken, 2004, S. 8.

21 Vgl. Siemer, Christoph, Finanzmärkte − Aufgaben, Funktionsweise und Kontrolle, 2005, S. 5.

22 ebenda, S. 6.

23 ebenda, S. 10.

24 Bundesministerium der Finanzen.

25 Vgl. BMF vom 09.07.2001, Zur Bedeutung der Finanzmärkte für das Wirtschaftswachstum.

26 Entnommen von: http:ƒƒwww.bundesbank.deƒbankenaufsichtƒbankenaufsicht_motive.php (aufgerufen am 21.06.2008).

27 Vgl. Waschbusch, Gerd, Bankenaufsicht − Die Überwachung der Kreditinstitute, 1998, S. 7.

28 Vgl. Busack, Michael, Handbuch − Alternative Investments, 2006, S. 112.

29 Vgl. Waschbusch, Gerd, Bankenaufsicht − Die Überwachung der Kreditinstitute, 1998, S. 10.

30 Vgl. De Sousa, Octavio, Regulierung von Hedgefonds, S. 2.

31 Gemeint sind hier jedwede pekuniäre Einlagen in Form von Giralgeld. Ausgenommen sind alle Wirtschaftsgü− ter und Immobilien.

32 Vgl. Waschbusch, Gerd, Bankenaufsicht − Die Überwachung der Kreditinstitute, 1998, S. 31.

33 Die G−10 ist ein Zusammenschluss führender Industrienationen. Ihre Mitglieder sind Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Schweden, Schweiz, USA und das Vereinigte Königreich von Großbritannien.

34 Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, Grundsätze für eine wirksame Bankenaufsicht, 2006, S. 2 >Entnommen von: http:ƒƒwww.bis.orgƒpublƒbcbs129ger.pdf (aufgerufen am 21.06.2008).

35 Diese Eigenkapitalanforderungen sind auch bekannt als Basel II und wurden im Juni 2004 veröffentlicht.

36 Entspricht dem europäischen System der Zentralbanken.

37 Entnommen von: http:ƒƒlexikon.meyers.deƒmeyersƒFederal_Reserve_System; http:ƒƒwww.federalreserve.govƒ. (aufgerufen am 21.06.2008).

38 Entnommen von: http:ƒƒbundesbank.deƒdownloadƒbankenaufsichtƒpdfƒvereinbopr%E4ambel.pdf (aufgeru− fen am 22.06.2008).

39 Entnommen von: http:ƒƒwww.bundesbank.deƒbankenaufsichtƒbankenaufsicht_bafin.php (aufgerufen am

23.06.2008).

40 Vgl. Kunze, Mathias, Die Finanzmarktkrise 2007 in den USA und in Europa, S. 11.

41 ebenda.

42 Die BaFin entstand durch einen hoheitlichen Zusammenschluss des Bundesamtes für Kreditwesen (BAKred) mit den Bundesaufsichtsämtern für Wertpapierhandel (BAWe) und Versicherungswesen (BAV) per 01.05.2002.

43 Vgl. Kunze, Mathias, Die Finanzmarktkrise 2007 in den USA und in Europa, S. 12.

44 Entnommen von: http:ƒƒwww.bafin.deƒcln_042ƒnn_722564ƒDEƒBaFinƒFinanzierungƒfinanzierung node.html? nnn=true (auf− gerufen am 23.06.2008).

45 Vgl. Kunze, Mathias, Die Finanzmarktkrise 2007 in den USA und in Europa, S. 13 − 14.

46 Unter Verbriefung versteht man die Umwandlung eines Pools gleichartiger Aktiva (z. B. Hypothekendarlehen) in handelbare Wertpapiere. Dabei veräußert der so genannte Originator (häufig ein Kreditinstitut oder ein Unternehmen) Teile seines Forderungsbestands an eine eigens für die Transaktion gegründete Zweckgesell− schaft (Special Purpose Vehicle , SPV). Letztere finanziert den Forderungsankauf durch die Emission von Wert− papieren.

47 In einem Artikel vom 14.09.2007 der Financial Times;

http:ƒƒwww.eurointelligence.comƒArticle3.1018+M5442216a16d.0.html. (aufgerufen am 28.06.2008).

48 Vgl. Padberg, T., Analyse der Jahresabschlüsse von Genossenschaftsbanken und Sparkassen 2005, S. 14.

49 Rudolph, Bernd, Kreditrisikotransfer, 2007, S. 137.

50 Vgl. Linnecke, Harm, Eigenkapital − Ausweis in Abhängigkeit von der Rechtsform, 2006, S. 2.

51 Die Bank überträgt das Risiko eines Teils ihres Kreditportfolios an den Kapitalmarkt. Je geringer die Risikopo− sition einer Bank ist, desto weniger regulatorisches und ökonomisches Eigenkapital muss sie vorhalten.

52 Vgl. Münchau, Wolfgang, Vorbeben − Was die globale Finanzkrise für uns bedeutet und wie wir uns retten können, 2008, S. 12.

53 ebenda, S. 61.

54 Vgl. Linnecke, Harm, Bilanzielle Effekte von Asset Backed Securities, 2006, S. 12.

55 Vgl. Linnecke, Harm, Eigenkapital − Ausweis in Abhängigkeit von der Rechtsform, 2006, S. 4.

56 Vgl. Rudolph, Bernd, Kreditrisikotransfer, 2007, S. 138.

57 Vgl. Basel II, 2004, S. 16, 54, 63.

58 Buhr, Christian, Einflüsse und Auswirkungen von Basel II und MIFID auf die Forderungsverbriefung deutscher Banken, 2007, S. 38.

59 Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht definiert das operationelle Risiko als „die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in Folge von externen Ereignissen eintreten. Populärstes Beispiel ist die Insolvenz des britischen Bankhauses Ba− rings 1995, die durch eine unzureichende Kontrolle des Wertpapierhändlers Nick Leeson entstand, der durch riskante Zins− und Währungsspekulationen in Asien 1,4 Mrd. US−Dollar verloren hatte.

60 Vgl. Buhr, Christian, Einflüsse und Auswirkungen von Basel II und MIFID auf die Forderungsverbriefung deutscher Banken, 2007, S. 57.

61 Entnommen von: http:ƒƒwww.ipicture.deƒdatenƒwirtschaft_usa.html (aufgerufen am 27.06.2008).

62 Laut volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung muss einem Leistungsbilanzdefizit immer ein ebenso hoher Über− schuss in der Kapitalbilanz gegenüberstehen. Ein Defizitland, wie die USA, muss also in Höhe des Defizits Kapital importieren und entweder inländische Assets wie z. B. Aktien, Immobilien verkaufen oder mittels Staatsanlei− hen im Ausland Schulden aufnehmen.

63 Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime−Krise, 2008, S. 24.

64 Entnommen von: http:ƒƒwww.ipicture.deƒdatenƒwirtschaft_usa.html (aufgerufen am 27.06.2008).

65 Entnommen von: http:ƒƒwww.lerntippsammlung.deƒWirtschaft−USA.html (aufgerufen am 27.06.2008).

66 Als Exemplar dient dabei oft der sog. Grennspann−Put nach dem ehemaligen FED−Chef Alan Greenspann. Dieser ist eine Art Absicherung für Spekulanten, dass im Falle einer Krise den Investoren durch Zinssenkungen geholfen wird, was eine extrem höhere Risikobereitschaft und das Entstehen von Kreditblasen zur Folge hat.

67 Unter Leitzins versteht man den von der zuständigen Zentralbank festgelegten Satz zur Steuerung der Geld−politik. Er legt denjenigen Zinssatz fest, zu dem sich Geschäftsbanken bei einer Zentral− oder Notenbank gegen Verpfändung notenbankfähiger Sicherheiten oder unter Eingehung eines Wertpapierpensionsgeschäftes Geld beschaffen können.

68 Der Begriff New−Economy (auch Doctom) −Blase ist ein durch die Medien geprägter Kunstbegriff für das Plat−zen einer Spekulationsblase im März 2000, die insbesondere die so genannten Dotcom−Unternehmen betraf und vor allem in Industrieländern zu Vermögensverlusten für Kleinanleger führte. Doctom−Unternehmen bie− ten Internet−Dienstleistungen an.

69 Zwischen 1990 und 1999 verursachten steigende US−Börsen−Kurse und stetig steigende Eigenheimpreise eine Erhöhung des Nettohaushaltsvermögens um 32,8 %.

70 Vgl. Grimm, Nico, Die spekulative Preisblase auf dem US−Immobilienmarkt, 2007, S. 18.

71 Vgl. Grimm, Nico, Die spekulative Preisblase auf dem US−Immobilienmarkt, 2007, S. 18.

72 Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime−Krise, 2008, S. 26.

73 ebenda, S. 29.

74 Aktien waren nach dem New−Economy−Crash nachhaltig diskreditiert und somit blieben einzig Immobilien, um das üppige Angebot an Geld und Krediten aufzunehmen.

75 Im Vergleich dazu hielten Anleger zum Höhepunkt der Aktienhausse im Jahr 2000 12.778,5 Mrd. $ an Unter− nehmens− und Investmentfondanteilen, 26,1 % des Privatvermögens.

76 Vgl. Grimm, Nico, Die spekulative Preisblase auf dem US−Immobilienmarkt, 2007, S. 20.

77 Vgl. Mojentale−Baumann, Ruth, Der US−amerikanische Hypothekenmarkt für selbst bewohntes Eigentum, S.10.

78 ebenda, S. 13.

Ende der Leseprobe aus 98 Seiten

Details

Titel
Kritische Analyse der internationalen Finanzmarktkrise 2007/2008
Hochschule
Hochschule Anhalt - Standort Bernburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
98
Katalognummer
V118451
ISBN (eBook)
9783640212507
ISBN (Buch)
9783640212613
Dateigröße
5688 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritische, Analyse, Finanzmarktkrise
Arbeit zitieren
Bachelor of Laws Danny Trautwein (Autor), 2008, Kritische Analyse der internationalen Finanzmarktkrise 2007/2008, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118451

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