Der Begriff Migration bzw. Wanderung bezeichnet die geographische Ortsveränderung von Menschen. Man unterscheidet Binnenwanderungen über die Grenzen von Teilgebieten eines Landes und internationale Wanderungen bzw. Außenwanderungen über die Grenzen eines Landes. In Deutschland basiert die Wanderungsstatistik auf der Zählung von Zu- und Fortzügen. Probleme der definitorischen Abgrenzung von Wanderungen ergeben sich nicht nur in zeitlicher, sondern auch in räumlicher Hinsicht – zumal dann, wenn Migrationsströme in globaler Perspektive in den Blick genommen werden. Unter Migration versteht man die räumliche Verlagerung des Lebensmittelpunktes einer Person. Mit internationaler Migration ist ein Wohnsitzwechsel über Staatsgrenzen hinweg gemeint.1 Die Zuwanderung hängt indes von zahlreichen schwer vorhersehbaren internen und externen politischen, wirtschaftlichen, ökologischen und demographischen Rahmenbedingungen ab.2 [] Vorweggreifend lässt sich feststellen, dass Deutschland, wie die anderen EU-Staaten bzw. alle wirtschaftlich entwickelten Regionen der Welt, eine hohe Anzahl an Zuwanderungen verzeichnet. Dabei nimmt der Zuzug von Arbeitsmigranten zu, der Familiennachzug bleibt auf hohem Niveau, und der Zuzug von Flüchtlingen nimmt ab. Die ausländische Bevölkerung stammt aus einer großen Zahl von Herkunftsländern ab und dadurch steigt die ethnische Heterogenität Deutschlands – man kann auch sagen: Deutschland wird „bunter“.8 In diesem Zusammenhang rückt die Thematik der (möglichen) Auswirkungen von Einwanderung auf die demographische Entwicklung im mehr ins Blickfeld in der deutschen migrationspolitischen Diskussion.9 Zu klären bleibt nur die Frage, wie die Migration bzw. Zuwanderung Deutschland nutzen kann, ob sich dadurch Lücken des demographischen Wandels schließen lassen und ob diese nicht auch zu Problemen führen kann. Dies versuche ich im vierten Kapitel zu durchleuchten und abschließend alle Punkte im Fazit zusammenzufassen. [1 vgl. BUNDESMINISTERIUM DES INNERN (2006), S. 179; 2 vgl. PLAHUTA, S. 21; 8 vgl. ANGENENDT, S. 137; 9 vgl. KOLB, S. 42]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Migrationsgeschehen in Deutschland
2.1 Zuwanderungsphasen unter politischer Einflussnahme
2.1.1 Entwicklungen im 20. Jahrhundert
2.1.2 Entwicklungen im 21. Jahrhundert
2.2 Zuwanderungspolitische Fakten
2.2.1 Aktuelle Einbürgerungsstatistik
2.2.2 Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland bis 2050
3 Arbeitsmarkt und Integration
3.1 Arbeitsmark
3.2 Integration
4 Chancen und Risiken der Migration
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Wanderungsgeschehen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, analysiert die Zusammenhänge zwischen Zuwanderung und demographischem Wandel sowie die zentralen Herausforderungen bei der Arbeitsmarktintegration und der gesellschaftlichen Eingliederung von Migranten.
- Historische Phasen der Zuwanderung und politische Steuerung
- Demographische Entwicklung und Auswirkungen des Geburtenrückgangs
- Die Rolle der Zuwanderung für den Arbeitsmarkt
- Integrationspolitik und gesellschaftliche Herausforderungen
- Chancen und Risiken einer gesteuerten Migrationspolitik
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Der Begriff Migration bzw. Wanderung bezeichnet die geographische Ortsveränderung von Menschen. Man unterscheidet Binnenwanderungen über die Grenzen von Teilgebieten eines Landes und internationale Wanderungen bzw. Außenwanderungen über die Grenzen eines Landes. In Deutschland basiert die Wanderungsstatistik auf der Zählung von Zu- und Fortzügen. Probleme der definitorischen Abgrenzung von Wanderungen ergeben sich nicht nur in zeitlicher, sondern auch in räumlicher Hinsicht – zumal dann, wenn Migrationsströme in globaler Perspektive in den Blick genommen werden. Unter Migration versteht man die räumliche Verlagerung des Lebensmittelpunktes einer Person. Mit internationaler Migration ist ein Wohnsitzwechsel über Staatsgrenzen hinweg gemeint.
Die Zuwanderung hängt indes von zahlreichen schwer vorhersehbaren internen und externen politischen, wirtschaftlichen, ökologischen und demographischen Rahmenbedingungen ab. Nach SCHMID charakterisiert Einwanderung bzw. das Zuwanderungsgeschehen die moderne Staatenwelt und muss gesteuert werden. Gesellschaftliche Ziele, mit denen sie in Einklang zu bringen ist, zwingt die Migration zur Klarstellung und rührt unweigerlich das nationale Selbstverständnis auf. Zuwanderung ist von gewissen Integrationsforderungen an die Zuzügler nicht zu trennen und muss in einem Zuwanderungsgesetz festgelegt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung definiert den Migrationsbegriff und umreißt die Relevanz der Zuwanderung vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Deutschland.
2 Migrationsgeschehen in Deutschland: Das Kapitel beleuchtet die historischen Phasen der Zuwanderung seit dem Zweiten Weltkrieg sowie aktuelle Statistiken und Bevölkerungsvorausberechnungen.
3 Arbeitsmarkt und Integration: Hier wird die zentrale Bedeutung der Zuwanderung zur Sicherung des Arbeitskräftepotentials sowie die Notwendigkeit und Problematik der sozialen Integration analysiert.
4 Chancen und Risiken der Migration: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen von Migration auf die Altersstruktur und die Stabilität der sozialen Sicherungssysteme sowie Risiken wie Parallelgesellschaften.
5 Fazit: Die abschließende Betrachtung bewertet Migration als notwendiges Instrument zur Abmilderung demographischer Folgen bei gleichzeitiger Notwendigkeit einer erfolgreichen Integrationspolitik.
Schlüsselwörter
Migration, Zuwanderung, Deutschland, Demographischer Wandel, Integration, Arbeitsmarkt, Fachkräftemangel, Familiennachzug, Zuwanderungsgesetz, Bevölkerungsvorausberechnung, Einbürgerung, Migrationspolitik, Sozialversicherung, Bildung, Erwerbspersonenpotenzial.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Zuwanderung in Deutschland nach 1945 und den daraus resultierenden migrations- und integrationspolitischen Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Zuwanderung, die Auswirkungen des demographischen Wandels, die Integration in den Arbeitsmarkt und die gesellschaftliche Eingliederung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Rolle von Zuwanderung als Chance für Deutschland angesichts des demographischen Wandels zu beleuchten und gleichzeitig politische Gestaltungsnotwendigkeiten zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse aktueller Migrationsstatistiken, demographischer Prognosen und der Auswertung migrationspolitischer Literatur und Gesetzesentwürfe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Phasen der Zuwanderung, die demographischen Folgen für die Altersstruktur und die Verknüpfung von Arbeitsmarktpolitik mit Integrationsbemühungen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Migration, Demographischer Wandel, Zuwanderungsgesetz, Arbeitsmarktintegration und Integrationspolitik.
Wie bewertet der Autor den Beitrag der Zuwanderung zum demographischen Wandel?
Der Autor stellt fest, dass Zuwanderung den demographischen Wandel nicht aufhalten, aber abmildern kann, sofern eine gezielte Politik zur Gewinnung qualifizierter Migranten erfolgt.
Welche Rolle spielen Integrationskurse im Kontext der Zuwanderung?
Sie werden als Grundbaustein für die gesellschaftliche Teilhabe angesehen, wobei der Autor hinterfragt, ob sie allein ausreichen oder besser mit Arbeitsmarktmaßnahmen verknüpft werden müssen.
- Citation du texte
- Michael Kiefer (Auteur), 2008, Deutschland wird "bunter" - Zuwanderung als Chance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118472