Das Ziel dieser Arbeit ist es, mittels qualitativer Literaturreview einen Überblick über peristomale Hautschäden und deren Assessmentinstrumente zu schaffen. Damit stellt sich die Frage, wie Assessmentinstrumente Pflegekräfte in der Prävention und Versorgung von peristomalen Hautschäden unterstützen könnten. Wie finden Klassifizierungssysteme vermehrt Einzug in die Pflegepraxis und gleichzeitig höhere Akzeptanz durch Pflegekräfte? Die Literaturrecherche fand im Zeitraum zwischen Jänner 2021 und April 2021 statt.
Produzenten von Stomaversorgungsprodukten bringen nahezu jährlich neue Entwicklungen auf den Markt, was zu einer großen Produktvielfalt führt. Deshalb braucht es besonders gut ausgebildetes Pflegepersonal, das die Eigenschaften und Stärken der Produkte und deren Einsatzgebiete gut kennt. Denn erst wenn die Versorgungsprodukte entsprechend und adäquat eingesetzt werden, ist für Stomaträgerinnen und Stomaträger ein selbstständiges und gewohntes Leben wieder möglich. Damit dies gelingen kann, braucht es die Expertise einer Kontinenz- und Stomaberatung, welche die Patientinnen und Patienten ganzheitlich sieht. Das gilt insbesondere für das soziale Umfeld, die individuellen Gewohnheiten, die psychische Situation, aber auch für die räumlichen Möglichkeiten zuhause. All diese Einflussfaktoren fließen in die Beratung und Schulung von Stomaträgerinnen und Stomaträgern ein und können über den Erfolg der künftigen Stomaversorgung entscheiden.
Trotz all der umfangreichen Patienteneinschulungen können Komplikationen in der Versorgung auftreten. Die häufigste davon ist die plötzliche Veränderung des Hautzustandes rund um das Stoma.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Das Stoma
2. Peristomale Hautkomplikationen
2.1 Nahtdehiszenz
2.2 Peristomale Kontaktdermatitis
2.3 Allergisches Kontaktekzem
2.4 Follikulitis
2.5 Chronische Feuchtigkeit peristomal
3. Präventive Maßnahmen
3.1 Reinigung
3.2 Die Versorgung dem Stoma richtig anpassen
4. Assessmentinstrumente
4.1 S.A.C.S-Score
4.2 DET-Score
5. Maßnahmen zur Versorgung peristomaler Hautirritationen
5.1 Präventiver Hautschutz
5.2 Guidelines zur Stomamarkierung
6. Alternative Versorgungsmöglichkeiten
6.1 Irrigation
6.2 Kolostomieverschluss
7. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern standardisierte Assessmentinstrumente Pflegekräfte dabei unterstützen können, peristomale Hautschäden bei Stomaträgern effektiver zu prävenieren, zu beurteilen und professionell zu versorgen, um die Akzeptanz solcher Instrumente im klinischen Alltag zu fördern.
- Grundlagen und Definitionen des Stomas und der peristomalen Haut
- Ursachenanalyse verschiedener peristomaler Hautkomplikationen
- Präventive Pflegemaßnahmen wie korrekte Reinigung und Versorgung
- Funktionsweise und Anwendung des S.A.C.S-Scores und des DET-Scores
- Alternative Versorgungsmethoden wie Irrigation und Kolostomieverschluss
Auszug aus dem Buch
4.1 S.A.C.S-Score
Damit Klassifizierungsinstrumente eine sichere und genaue Anwendung im Alltag finden, ist es wichtig, diese einfach zu gestalten. Ein Klassifizierungsinstrument sollte beschreibend, verständlich und objektiv sein. Mit dem S.A.C.S-Score (Studio Alterazioni Cutanee Stomali) entstand im Jahr 2006 in Italien ein Einschätzungsinstrument, welches diese Eigenschaften integriert. Ein Team aus sieben Stomatherapeutinnen und -therapeuten und vier Chirurginnen und Chirurgen aus acht verschiedenen Einrichtungen aus ganz Italien untersuchte, fotografierte und dokumentierte peristomale Hautveränderungen. Im Jahr 2007 wurde dieses Instrument erstmals am ECET Kongress in Salzburg Europaweit präsentiert.
Es wurden Blutproben analysiert, um mögliche metabolische Entgleisungen bei peristomalen Hautläsionen auszuschließen. Die Datenerhebung dauerte zwei Jahre, zwischen Dezember 2003 und Februar 2006, und schloss 656 Stomaträgerinnen und Stomaträger in die Studie ein. Diese wurden zunächst in zwei Gruppen unterteilt, nämlich in jene, in der peristomale Hautläsionen bereits im Zeitraum bis zu einem Jahr nach der Operation auftraten, und jene, wo Komplikationen erst nach einem Jahr entstanden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit fachlicher Expertise in der Stomaberatung und thematisiert das Defizit in der Anwendung standardisierter Assessmentinstrumente im Pflegealltag.
1. Das Stoma: Dieses Kapitel definiert den Begriff Stoma und erläutert den Rehabilitationsprozess sowie die Bedeutung der Anleitung zur Selbstständigkeit.
2. Peristomale Hautkomplikationen: Hier werden häufige Komplikationen wie Nahtdehiszenz, Kontaktdermatitis, allergische Reaktionen, Follikulitis und chronische Feuchtigkeit detailliert beschrieben.
3. Präventive Maßnahmen: Das Kapitel behandelt grundlegende Strategien zur Vermeidung von Hautirritationen, insbesondere durch korrekte Reinigung und individuelle Stomaversorgung.
4. Assessmentinstrumente: Vorstellung und Analyse der Scoring-Systeme S.A.C.S-Score und DET-Score als Werkzeuge zur objektiven Beurteilung von Hautläsionen.
5. Maßnahmen zur Versorgung peristomaler Hautirritationen: Fokus auf präventivem Hautschutz und die Wichtigkeit der präoperativen Stomamarkierung.
6. Alternative Versorgungsmöglichkeiten: Beschreibung der Irrigation und des Kolostomieverschlusses als Methoden zur Erlangung von Kontinenz und mehr Lebensqualität.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur aktuellen Nutzungssituation von Assessments und Vorschläge zur Verbesserung der Akzeptanz und Implementierung in der Praxis.
Schlüsselwörter
Stoma, Stomaversorgung, peristomale Hautschäden, Hautkomplikationen, Assessmentinstrumente, S.A.C.S-Score, DET-Score, Stomaberatung, Patientenberatung, Pflegedokumentation, Prävention, Klassifizierungssysteme, Wundversorgung, Lebensqualität, Kontinenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Versorgung von peristomalen Hautschäden und untersucht, wie Assessmentinstrumente das Pflegepersonal bei der Klassifizierung und Behandlung unterstützen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Identifikation von Hautkomplikationen, präventive Maßnahmen, die Anwendung wissenschaftlicher Scoring-Systeme sowie alternative Versorgungsmethoden wie die Irrigation.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie Assessmentinstrumente Pflegekräfte in der Prävention und Versorgung peristomaler Hautschäden unterstützen können und wie diese Instrumente eine höhere Akzeptanz in der Praxis finden könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um ein qualitatives Literaturreview, basierend auf einer systematischen Literaturrecherche in medizinischen Datenbanken wie PubMed und CINAHL.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die klinische Beschreibung von Hautveränderungen, die Prävention, die Erläuterung spezifischer Assessment-Methoden und zusätzliche Versorgungsoptionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stomaversorgung, peristomale Hautschäden, Assessmentinstrumente, S.A.C.S-Score und DET-Score definiert.
Welche Rolle spielen der S.A.C.S-Score und der DET-Score bei der Stomapflege?
Beide dienen der standardisierten und objektiven Erfassung von Hautläsionen; der S.A.C.S-Score fokussiert dabei stärker auf topographische und graduelle Läsionsbeschreibungen, während der DET-Score die Ursachen (Farbveränderung, Erosion, Hypergranulation) quantifiziert.
Warum werden Assessmentinstrumente im Pflegealltag oft vernachlässigt?
Laut Arbeit werden sie häufig mit einem zu hohen Arbeitsaufwand assoziiert, als zu kompliziert wahrgenommen oder ihr konkreter Nutzen für die Therapieentscheidung wird im stressigen Pflegealltag nicht unmittelbar erkannt.
- Arbeit zitieren
- Robert Gratzl (Autor:in), 2021, Hautschäden in der Stomaversorgung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1185113