Forschungsarbeiten belegen immer wieder, dass es vorteilhaft ist, selbstreguliertes Lernen eingebettet in einem Fach zu trainieren. Insbesondere mathematische Problemlösungen inkludieren ein hohes Maß an Selbstregulation bei gleichzeitig adäquater Anwendung von mathematischen Fertigkeiten. Aus diesem Grund ist es besonders erstrebenswert, selbstregulatorische Fähigkeiten von Schüler/innen im Mathematikunterricht bereits zu Beginn ihrer Schullaufbahn zu fördern.
Gerade dem Primarbereich wird dabei eine Schlüsselrolle zuteil, da sich die Fähigkeit zum Erwerb von Lernstrategien bereits in dem Zeitraum nach Schuleintritt beobachten lässt und Schüler/innen somit frühzeitig an selbstgesteuertes Lernen herangeführt werden können. Trotz der Tatsache, dass die Entwicklung von Lernstrategien auch am Ende der Grundschulzeit noch kein tiefgreifendes Niveau erreicht hat, könnte bereits im Grundschulalter das Fundament für selbstregulatorische Strategien gebildet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.1. Selbstregulation
2.2. Lernstrategien
2.3. Kognitive Lernstrategien
2.4. Metakognitive Lernstrategien
2.5. Motivationsstrategien
2.6. Modelle selbstregulierten Lernens
3.1. Forschungsstand
3.2. Forschungsdesigns
3.3. Erhebungsverfahren
3.4. Empirische Befunde
4.1. Trainingsprogramm NUMBERS
4.2. Durchführung und Evaluation des Trainingsprogramms
4.3. Reflektion und Kritik des Trainingsprogramms
4.4. Forschungsdefizite
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie selbstreguliertes Lernen im Mathematikunterricht des Primarbereichs effektiv gefördert werden kann, um Schülern frühzeitig Kompetenzen zur eigenständigen Steuerung ihrer Lernprozesse zu vermitteln.
- Theoretische Grundlagen der Selbstregulation und Lernstrategien
- Bedeutung der Metakognition im Lernprozess
- Evaluation des Trainingsprogramms NUMBERS im Grundschulkontext
- Methoden zur Erfassung von Lernstrategien bei Kindern
- Förderung mathematischer Basiskompetenzen durch Selbstregulation
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Sowohl während der Schulzeit, im Berufsleben, als auch in privaten Kontexten, erwerben Menschen beständig neue Wissensinhalte und vollziehen unbewusst und bewusst Lernprozesse. Die Kompetenz selbstreguliert zu lernen und die Fähigkeit entsprechende Lernstrategien anwenden zu können bilden dabei bedeutsame Bestandteile und genießen in der pädagogischen Psychologie schon lange großes Forschungsinteresse (vgl. Mühlbach 2013, S. 16). Einige Theoretiker sehen die Befähigung der Selbststeuerung neben der Vermittlung von fachlichem Wissen sogar als eine der Hauptaufgaben von unterrichtlicher Erziehung an (vgl. Artelt 2000, S. 9).
Aus diesem Grund erhält selbstreguliertes Lernen nicht nur in zahlreiche Studien auf nationaler und internationaler Ebene Einzug, ebenso wird auch von bildungspolitischer Seite der Selbststeuerung bei Lernprozessen zunehmend Beachtung geschenkt, wie sich am Beispiel der Kompetenzen in den Bildungsplänen in Baden-Württemberg eruieren lässt (vgl. Gläser-Zikuda 2007, S. 112)
Gerade dem Primarbereich wird dabei eine Schlüsselrolle zuteil, da sich die Fähigkeit zum Erwerb von Lernstrategien bereits in dem Zeitraum nach Schuleintritt beobachten lässt und Schüler/innen somit frühzeitig an selbstgesteuertes Lernen herangeführt werden können. Trotz der Tatsache, dass die Entwicklung von Lernstrategien auch am Ende der Grundschulzeit noch kein tiefgreifendes Niveau erreicht hat, könnte bereits im Grundschulalter das Fundament für selbstregulatorische Strategien gebildet werden (vgl. Artelt 2000, S. 35).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz selbstregulierten Lernens als zentrale pädagogische Aufgabe und stellt die Forschungsfrage nach deren Förderung im Primarbereich.
2.1. Selbstregulation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Selbstregulation und ordnet ihn in den schulischen Kontext ein.
2.2. Lernstrategien: Es werden verschiedene Definitionen von Lernstrategien diskutiert und deren Bedeutung für zielgerichtetes Lernen erläutert.
2.3. Kognitive Lernstrategien: Das Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Strategietypen wie Elaborations-, Organisations- und Memorierungstechniken.
2.4. Metakognitive Lernstrategien: Hier werden die Ebenen der Metakognition, insbesondere Planen, Überwachen, Regulieren und Bewerten, detailliert beschrieben.
2.5. Motivationsstrategien: Das Kapitel erläutert die Bedeutung von intrinsischer und extrinsischer Motivation für den Lernerfolg.
2.6. Modelle selbstregulierten Lernens: Es werden theoretische Ansätze wie das Drei-Schichten-Modell und das Phasenmodell von Zimmermann vorgestellt.
3.1. Forschungsstand: Die aktuelle Forschungslage zur Selbstregulation in der Grundschule wird zusammengefasst.
3.2. Forschungsdesigns: Methodische Vorgehensweisen in der Forschung zu selbstreguliertem Lernen werden kritisch beleuchtet.
3.3. Erhebungsverfahren: Methoden wie Fragebögen und das laute Denken zur Messung von Lernstrategien werden bewertet.
3.4. Empirische Befunde: Die Wirksamkeit von Förderprogrammen wird anhand von Metaanalysen untermauert.
4.1. Trainingsprogramm NUMBERS: Dieses Kapitel stellt das spezifische Förderkonzept NUMBERS und dessen theoretischen Hintergrund dar.
4.2. Durchführung und Evaluation des Trainingsprogramms: Die Umsetzung des Projekts in Grundschulklassen sowie die Evaluierungsergebnisse werden beschrieben.
4.3. Reflektion und Kritik des Trainingsprogramms: Das Programm wird auf Basis wissenschaftlicher Gütekriterien reflektiert und kritisch hinterfragt.
4.4. Forschungsdefizite: Offene Fragen und der weitere Forschungsbedarf im mathematischen Primarunterricht werden aufgezeigt.
5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse und einer Empfehlung für die Praxis.
Schlüsselwörter
Selbstreguliertes Lernen, Primarbereich, Mathematikunterricht, Lernstrategien, Metakognition, Motivationsstrategien, Trainingsprogramm NUMBERS, Grundschule, Selbststeuerung, kognitive Strategien, Evaluation, Bildungsforschung, Selbstwirksamkeit, Problemlösen, Interventionsstudien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen und der praktischen Förderung des selbstregulierten Lernens bei Grundschulkindern innerhalb des Mathematikunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernpunkten zählen die psychologischen Modelle der Selbstregulation, die Bedeutung von Lernstrategien, die Metakognition sowie die Wirksamkeit von Interventionsprogrammen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie selbstreguliertes Lernen im Mathematikunterricht des Primarbereichs gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zur Darstellung des Forschungsstands sowie die Evaluation des Trainingsprogramms NUMBERS als Fallbeispiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Lernstrategien und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Trainingsprogramm NUMBERS inklusive dessen Durchführung und kritischer Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Selbstreguliertes Lernen, Mathematikunterricht, Primarbereich, Metakognition, NUMBERS-Training und Lernstrategien sind die prägenden Begriffe.
Was macht das Programm NUMBERS einzigartig?
Es ist ein spezifisch für den Mathematikunterricht im Primarbereich entwickeltes Programm, das selbstreguliertes Lernen mit dem Erwerb mathematischer Basiskompetenzen verknüpft.
Warum ist die Förderung der Selbstregulation in der Grundschule so wichtig?
Die Autorin argumentiert, dass eine frühe Förderung das Fundament für lebenslange Lernprozesse bildet und Schüler befähigt, ihre Lernprozesse strategisch zu steuern.
Welche Rolle spielt die Lehrperson bei dem Training?
Die Lehrperson fungiert als Vermittler von Strategien, begleitet die Erstellung von Lernverträgen und unterstützt die Kinder beim Umgang mit Fehlern und bei der Selbstmotivation.
- Arbeit zitieren
- Master of Education Bianca Butterweck (Autor:in), 2020, Selbstregulation. Wie kann selbstreguliertes Lernen im Mathematikunterricht des Primarbereichs gefördert werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1185326