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Der Fall Argentinien im Spiralmodell. Die argentinische Diktatur 1976 bis 1983 und die Rückkehr zur Demokratie

Title: Der Fall Argentinien im Spiralmodell. Die argentinische Diktatur 1976 bis 1983 und die Rückkehr zur Demokratie

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marten Mylius (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem südamerikanischen Land Argentinien. Das Land erlebte zwischen 1976 und 1983 die blutigste Diktatur seiner Geschichte. Nach der Rückkehr zur Demokratie wurde deutlich in welchem Ausmaß Menschenrechtsverletzungen begangen wurden. Es gab keine "Exzesse" einzelner, die ihre Macht ausnutzten, wie die Militärs sich später rechtfertigten, es gab keinen "Krieg gegen die Subversion", sondern es gab einen kriminellen Plan der Militärführung, der zur Vernichtung ganzer Bevölkerungsteile führte. Unvorstellbare Grausamkeiten sind in diesen Jahren der Diktatur begangen wurden.
In dem krisengeplagten Land übernahmen die Militärs 1976 aber nicht zum ersten Mal die Macht im Staate, vielmehr waren sie im Laufe des Jahrhunderts zu einem anerkannten politischen Akteur geworden, der in 46 Jahren 13mal eine zivile Regierung aus dem Amt putschte. Warum aber gerade die Diktatur in den 70er Jahren einen derart repressiven Charakter annahm, dieser Frage gilt es u.a. in dieser Arbeit nachzugehen. Dazu wird die Vorgeschichte der Diktatur und die politische Geschichte des zurückliegenden Jahrhunderts skizziert. Die eskalationsträchtige Konfliktdynamik soll auf dies Weise durchsichtig gemacht werden.
Die vorliegende Arbeit versteht sich als theoriegeleitete empirische Studie. Das Untersuchungsfeld ist die Diktatur in Argentinien. Den theoretischen Rahmen liefert das Spiralmodell von Thomas Risse und Kathryn Sikking. Es ist das Ergebnis eines transatlantischen Forschungsprojektes an dem amerikanische und deutsche Wissenschaftler mitgewirkt haben. Auf der Basis von Länderstudien wurden die Wirkungen internationaler Menschenrechtsnormen auf den politischen Wandel im Innern des Staates systematisch analysiert. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen dabei die transnationalen Menschenrechtsnetzwerke. Ihren Einfluß galt es besonders im Falle Argentiniens zu prüfen.
Die beschriebene Aufgabe ist dann auch verantwortlich für die inhaltliche Struktur der Arbeit. Nach einer Erläuterung des Modells werden die historischen Wurzeln und unmittelbaren Voraussetzungen der argentinischen Diktatur beschrieben. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird den Akteuren besondere Aufmerksamkeit gewidmet, die in der jeweiligen Phase die Dynamik des Modells bestimmen. Insgesamt lassen sich dann drei Schwerpunkte erkennen.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Spiralmodell

3. Die politische Entwicklung Argentiniens im 20.Jahrhundert

4. „La Dictadura“

4.1. Das gewalttätige Vorspiel

4.2. Der Putsch 1976

4.3. Die Ideologie der Diktatoren

4.4. Die Systematik des Terrors

5. Die Dynamik des Spiralmodells

5.1. Die argentinische Menschenrechtsbewegung

5.2. Das transnationale Netzwerk

6. Vom Leugnen bis zu taktischen Konzessionen

6.1. Das Verhalten der Junta

6.2. Auf dem Weg zur Demokratie

7. Die argentinische Demokratie

7.1. Der ewige „präskriptive Status“?

8. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die argentinische Militärdiktatur von 1976 bis 1983 unter Anwendung des Spiralmodells von Risse und Sikkink, um die Wechselwirkungen zwischen transnationalen Menschenrechtsnetzwerken, innerstaatlicher Opposition und dem Verhalten des diktatorischen Regimes zu untersuchen.

  • Theoretische Fundierung durch das Spiralmodell des internationalen Menschenrechtswandels.
  • Aufarbeitung der politischen Geschichte Argentiniens und der Entstehung der Diktatur.
  • Untersuchung der Rolle von transnationalen Netzwerken und NGOs beim Aufbau von Druck auf das Regime.
  • Analyse der verschiedenen Phasen des Regimewandels von Repression über taktische Konzessionen bis zur Demokratisierung.

Auszug aus dem Buch

4.4. Die Systematik des Terrors

Der Versuch, die politisch Mißliebigen und ihre Institutionen zu vernichten, erreichte seine intensivste Phase in den Jahren von 1976 bis 1979. 340 geheime Haft- und Folterzentren entstanden, in denen „akribisch und vorsätzlich“ gefoltert wurde, mit dem Ziel „die Identität der Gefangenen zu zerstören, sie aller menschlichen Eigenschaften zu berauben“.

Eine entscheidende Rolle spielte der Plan des Verschwindenlassens von Menschen. Dabei handelte es sich um ein ausgeklügeltes System, das nach wiederkehrenden Mustern und hierarchisch organisiert ablief. Argentinien wurde in verschiedene Zonen und Subzonen aufgeteilt, in denen regionale Befehlshaber die direkte Verantwortung für „antisubversive Operationen“ erhielten. Sonderkampftruppen entführten in Zivil und in Uniform Tausende von Menschen ohne einen richterlichen Befehl und ohne die Angehörigen über den Verbleib der Festgenommenen zu informieren. Im Normalfall wurde keinerlei Information von öffentlicher Seite erteilt. Ziel war möglichst Angst zu verbreiten, vor allen bei jenen, die intellektuell in der Lage waren, die ideologische Hegemonie der Militärs in Zweifel zu ziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des Untersuchungsgegenstandes, der Relevanz des Themas sowie der theoretischen Einbettung in das Spiralmodell.

2. Das Spiralmodell: Erläuterung der theoretischen Stadien des Menschenrechtswandels, von der Repression bis zur vollständigen Internalisierung von Menschenrechtsnormen.

3. Die politische Entwicklung Argentiniens im 20.Jahrhundert: Skizzierung der historischen Instabilität und der Rolle des Militärs als zentralem politischen Akteur.

4. „La Dictadura“: Analyse der Diktatur, ihrer Ideologie, des Putsches 1976 und der systemischen Anwendung von Terror.

5. Die Dynamik des Spiralmodells: Fokus auf die Rolle der Menschenrechtsgruppen und die Bedeutung transnationaler Netzwerke für den Aufbau von Druck auf das Regime.

6. Vom Leugnen bis zu taktischen Konzessionen: Untersuchung der Kommunikationsstrategien der Junta und der schrittweisen Öffnung in Richtung Demokratie.

7. Die argentinische Demokratie: Bewertung der Transformation zur Demokratie nach 1983 und des verbleibenden Einflusses des Militärs.

8. Fazit: Kritische Reflexion der Anwendbarkeit des Spiralmodells auf den Fall Argentinien und Zusammenfassung der Ergebnisse.

Schlüsselwörter

Argentinien, Militärdiktatur, Spiralmodell, Menschenrechte, Transnationale Netzwerke, La Dictadura, Repression, Demokratisierung, Proceso, Menschenrechtsverletzungen, Zivilgesellschaft, Staatsstreich, Junta, Verschwindenlassen, Systematik des Terrors.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Menschenrechtswandel in Argentinien zwischen 1976 und 1983, eingebettet in das theoretische Spiralmodell von Risse und Sikkink.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit fokussiert auf die Dynamik zwischen autoritärer Repression, transnationalem Druck durch NGOs und internationale Akteure sowie dem Widerstand der innergesellschaftlichen Opposition.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, wie internationale Menschenrechtsnormen den politischen Wandel in Argentinien beeinflussten und ob sich das Verhalten der Junta in die Phasen des Spiralmodells einordnen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete empirische Studie, die auf Länderanalysen und dem Abgleich mit dem Spiralmodell basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die Ideologie und die Systematik des Terrors der argentinischen Militärjunta sowie die Rolle der Menschenrechtsbewegung und internationaler Netzwerke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Argentinien, Militärdiktatur, Spiralmodell, Menschenrechte und transnationale Netzwerke.

Was genau bedeutet der „Bumerangeffekt“ im Kontext dieser Arbeit?

Der Bumerangeffekt beschreibt, wie die innerstaatliche Opposition, wenn sie im eigenen Land unterdrückt wird, Kontakt zu internationalen Akteuren aufnimmt, um Druck von außen auf die Regierung auszuüben, der dann wiederum die Opposition im Land stärkt.

Warum konnte die Junta in Argentinien trotz internationalen Drucks so lange an der Macht bleiben?

Laut der Analyse lag dies unter anderem an einer starken Position des Militärs als institutioneller Akteur, einer anfangs gespaltenen Gesellschaft und strategischen Versuchen der Junta, den internationalen Druck durch taktische Konzessionen abzuwehren.

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Details

Title
Der Fall Argentinien im Spiralmodell. Die argentinische Diktatur 1976 bis 1983 und die Rückkehr zur Demokratie
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Der internationale Schutz der Menschenrechte
Grade
2,0
Author
Marten Mylius (Author)
Publication Year
2002
Pages
27
Catalog Number
V11855
ISBN (eBook)
9783638179027
Language
German
Tags
Fall Argentinien Spiralmodell Diktatur Rückkehr Demokratie Schutz Menschenrechte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marten Mylius (Author), 2002, Der Fall Argentinien im Spiralmodell. Die argentinische Diktatur 1976 bis 1983 und die Rückkehr zur Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11855
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