Die Seminararbeit ist so aufgebaut, dass im ersten Teil mit den historischen
Grundlagen in das Thema dieser Arbeit eingeführt werden soll. Neben der Entstehung und der
Entwicklung des „Römischen Erneuerungsgedankens“ wird auch auf ein paar wichtige
Lebensdaten Ottos III. hingewiesen werden, die für das weitere Verständnis dieser Arbeit
hilfreich sein werden. Dabei wird im dritten Abschnitt explizit auf die Berater Ottos III.
eingegangen und damit eine Verbindung zwischen Otto III. und dem möglicherweise durch
seine Berater an ihn herangetragenen Römischen Erneuerungsgedanken hergestellt. Während
sich der zweite Teil der Seminararbeit hauptsächlich mit der oben erwähnten Quellenanalyse
und der Darstellung der verschiedenen Interpretationen beschäftigt, soll im dritten Teil
konkret nach Indizien für eine politische Programmatik gesucht werden. Die
Forschungskontroverse, die Görich mit seinem Buch 1993 auslöste und die auch heute noch
nicht beigelegt ist, soll im letzten Teil der Arbeit kurz aufgearbeitet werden. Dabei sollen
auch allgemeine Probleme der Mittelalter-Forschung aufgezeigt werden.
In der anschließenden Schlussbetrachtung sollen die Ergebnisse des Hauptteils noch
einmal zusammengefasst, aufgeworfene Fragen beantwortet und ein Fazit gezogen werden.
[...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Historische Grundlagen
1.1 Die Entwicklung des „Römischen Erneuerungsgedanken“
1.2 Otto III. (980 – 1002)
1.3 Persönliches Umfeld Ottos III.
2. Otto III. und seine Rompolitik in der sächsischen Historiographie
2.1 Funktion der Stadt Rom Ende des 10. Jahrhunderts
2.2 Ottos III. Verhältnis zu Rom und den Römern
2.3 Der Akt von Gnesen
2.4 Zusammenfassung
3. Hinweise auf eine politische Programmatik?
3.1 Poltitische Initiativen Ottos III.
3.1.1 Rom als Hauptstadt mit der Bezeichnung caput mundi
3.1.2 Ottos Gnesenfahrt
3.2 Überreste der Zeit als Ausdruck politischer Programmatik?
3.2.1 Leo von Vercellis „Versus de Gregorio et Ottone augusto“
3.2.2 Gerbert von Reims „Nostrum, nostrum est Romanum Imperium“
3.2.3 Die Kaiserbullen Ottos III.
4. Renovatio imperii Romanorum – Eine Forschungskontroverse
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herrschaftspolitik Ottos III. und geht der zentralen Frage nach, ob es sich bei der Renovatio imperii Romanorum um ein durchkonzipiertes politisches Herrschaftsprogramm handelte oder lediglich um eine situationsbedingte Reaktion auf die Verhältnisse in Rom.
- Historische Entwicklung des Römischen Erneuerungsgedankens
- Analyse der Rompolitik in der zeitgenössischen sächsischen Historiographie
- Untersuchung politischer Indizien wie Urkunden, Kaiserbullen und diplomatischer Gesten
- Kritische Gegenüberstellung der Forschungskontroverse zwischen Schramm und Görich
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Rom als Hauptstadt mit der Bezeichnung caput mundi
In der berühmten Schenkungsurkunde Ottos III. für Silvester II. ist inhaltlich von der Schenkung von acht Grafschaften in einem Gebiet südlich von Ravenna die Rede. Dieses Gebiet hatte für den Kaiser zur Sicherung der großen Straße nach Rom außerordentliche Bedeutung, wurde jedoch auch vom Papst mit besonderer Aufmerksamkeit betrachtet, da es das andere Ende der von Rom erstrebten Landbrücke von der West- zur Ostküste darstellte.
Die Rom zugedachte Stellung ist gleich am Anfang in eine knappe und einprägsame Formel gefasst: Romam caput mundi profitemur, Romanam ecclesiam matrem omnium ecclesiarum esse testamur. Nach Schramm entspricht diese Formel der „Doppelnatur“ Roms als Kaiserstadt und zugleich als Apostelstadt, den „beiden Seiten der ins Werk gesetzten ‚Renovatio’“, zwischen denen Schramm unterscheidet, nämlich der „römischen“ und der „apostolischen Erneuerung“ des Römischen Reiches.
Mit der Errichtung einer Dauerresidenz in Rom war nach Schramm das „Kernstück jeder Hoffnung auf eine Renovatio verwirklicht: Rom war wieder die Kaiserstadt, das caput orbis geworden“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Historische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Genese des Römischen Erneuerungsgedankens seit Karl dem Großen und bietet einen biographischen Abriss zu Otto III.
2. Otto III. und seine Rompolitik in der sächsischen Historiographie: Hier werden zeitgenössische sächsische Quellen analysiert, um eine mögliche sächsische Opposition gegen die Rompolitik des Kaisers zu hinterfragen.
3. Hinweise auf eine politische Programmatik?: Dieser Abschnitt sucht nach greifbaren Belegen für ein geplantes Regierungsprogramm, unter anderem durch eine Interpretation von Urkunden, Symbolen und den Beratern des Kaisers.
4. Renovatio imperii Romanorum – Eine Forschungskontroverse: Das Kapitel arbeitet den wissenschaftlichen Diskurs auf, insbesondere den Streit zwischen den Interpretationen von Percy Ernst Schramm und Knut Görich.
Schlüsselwörter
Otto III., Renovatio imperii Romanorum, Rompolitik, Kaiserwürde, Schramm, Görich, caput mundi, sächsische Historiographie, Gnesen, Kaiserkrönung, Mittelalter, imperator, Renovatio, politische Programmatik, Forschungsgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Motive und die politische Ausrichtung von Kaiser Otto III. im Kontext des Begriffs Renovatio imperii Romanorum.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Zentrum stehen die Rompolitik, das Verhältnis zu den päpstlichen Beratern und die historische Interpretation kaiserlicher Machtentfaltung im 10. Jahrhundert.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Autorin oder der Autor untersucht, ob Ottos Politik ein bewusst geplantes Herrschaftsprogramm darstellte oder eine Reaktion auf situative Bedingungen in Italien war.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Quellenanalyse der sächsischen Historiographie sowie auf eine kritische Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur (insbesondere Schramm und Görich).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Quellenanalyse, die Untersuchung konkreter politischer Gesten und eine Aufarbeitung der wissenschaftlichen Debatte zur Renovatio.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Renovatio imperii Romanorum, Otto III., Quellenkritik und mittelalterliche Herrschaftslegitimation.
Warum wird der „Akt von Gnesen“ in der Arbeit so intensiv diskutiert?
Der Akt von Gnesen wird als Indiz dafür betrachtet, ob Ottos Ostpolitik ein Teil seines übergeordneten Renovatio-Programms war oder eher missionarischen Charakter hatte.
Wie bewertet der Autor den Einfluss von Beratern wie Gerbert von Reims?
Der Autor zeigt auf, dass Berater eine wesentliche Rolle bei der intellektuellen Ausgestaltung des kaiserlichen Weltbildes spielten, wobei die Intensität dieses Einflusses in der Forschung unterschiedlich interpretiert wird.
Welche Rolle spielt die „Forschungskontroverse“ im Abschluss der Arbeit?
Die Kontroverse verdeutlicht, dass historische Quellen oft interpretativ offen sind und die absolute Wahrheit in der historischen Forschung schwer objektivierbar ist.
- Arbeit zitieren
- Manuel Limbach (Autor:in), 2008, Otto III. - Renovatio imperii Romanorum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118564