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Sterben für das Vaterland - Mythos, Ideologie und Wirklichkeitsentfremdung

Title: Sterben für das Vaterland - Mythos, Ideologie und Wirklichkeitsentfremdung

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 20 Pages , Grade: 2

Autor:in: Matthias Widner (Author)

History - Basics
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Die deutsche Wiedervereinigung 1989/90 wurde zur damaligen Zeit als ein Prozess des zusammenwachsenden Europas gefeiert. Seitdem rückte die Europäische Union, u.a. begleitet durch die Währung Euro zwar enger zusammen, doch eine politische Vereinigung steht noch in weiter Ferne. Was ist der elementare Unterschied zwischen den beiden deutschen Staaten 1989 und den europäische Nationalstaaten, die sich anschicken irgendwann mit einer Stimme zu sprechen? Ein wichtiger Unterschied ist das Vaterland. Während sowohl die DDR als auch die BRD ein historisches Vaterland "Deutschland" hatten, gibt es auf der europäischen Ebene nicht nur kein Äquivalent hierfür innerhalb der letzten 1000 Jahre, sondern der Glaube der einzelnen Völker an ihr Vaterland und die Bereitschaft, im Falle eines Krieges, das Leben für das Wohle des Nationalstaates zu opfern, spielten darüber hinaus in der innereuropäischen Kriegsgeschichte und im europäischen Einigungsprozess eine wichtige Rolle.
Diese Arbeit hat es sich zum Thema gemacht, dem Leser die historisch gewachsene Bedeutung des Begriffes "Sterben für das Vaterland" in den einzelnen Epochen, angefangen von der griechisch-römischen Antike bis hin zum Ersten Weltkrieg, zu verdeutlichen. Es wird der Frage nachgegangen, warum und inwiefern der Vaterlandsbegriff mit dem Nationsbegriff zusammenhängt? Wie entwickelten sich diese beiden Begriffe innerhalb der letzten 2500 Jahre anhand ausgewählter Beispiele: Griechisch-Römische Antike, Französische Revolutionskriege und der Amerikanische Bürgerkrieg? Das vorletzte Kapitel versucht weiterhin zu ergründen, was junge Menschen bewogen hat, im modernen Ersten Weltkrieg ihr Leben für die Sache des Staates zu opfern. Abschließend wird die Thematik der japanischen Kamikazeflieger im Zweiten Weltkrieg als ein besonderes Phänomen der Opferbereitschaft für das Vaterland behandelt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition „Sterben für das Vaterland“

3. Selbstopferung im antiken Griechenland und Rom

4. Entstehung des neuzeitlichen Mythos – Die Revolutionskriege

4.1. Formen und Eigenschaften eines nationalen Mythos

5. Der Amerikanische Bürgerkrieg

6. Der 1. Weltkrieg

6.1. Die Kriegswirklichkeit

6.2. Technik und Propaganda

7. Kamikaze als spezielle Form des „Sterbens für das Vaterland“

8. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die historisch gewachsene Bedeutung des Begriffs „Sterben für das Vaterland“ und analysiert, wie sich das Opfermotiv von der Antike bis hin zum Ersten Weltkrieg und den Kamikazefliegern im Zweiten Weltkrieg entwickelt hat. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie der Vaterlandsbegriff mit dem Nationsbegriff korrespondiert und durch welche Mythen oder Ideologien die Bereitschaft zur Selbstaufopferung jeweils legitimiert wurde.

  • Historische Herleitung des Vaterlandsbegriffs
  • Vergleichende Analyse antiker Opferrituale
  • Rolle von Mythos, Ideologie und Propaganda in der Neuzeit
  • Wandel der Kriegswirklichkeit und technischer Fortschritt
  • Phänomenologie der kollektiven Opferbereitschaft

Auszug aus dem Buch

4. Entstehung des neuzeitlichen Mythos – Die Revolutionskriege

Die Entstehung des neuzeitlichen Mythos ist zurückzuführen auf die Revolutions- und Napoleonischen Kriege um die Jahrhundertwende des 18./19. Jahrhundert. Um diese Zeit kam es in Deutschland zu einer Wiederbelebung christlicher Frömmigkeit. Während der französischen Besatzung versuchte man die Befreiungskriege durch die christliche Mythologie zu legitimieren. Man hätte einen „Kreuzzug“ oder einen „Heiligen Krieg“ gegen die Franzosen zu führen, um die nationale Einheit zu erlangen. Ein politisch-literarisches Beispiel für eine solche Losung findet sich bei Max von Schenkendorf: „Krieg ist ein herrliches Osterfest“ oder „Die Deutsche Nation ist eine Art Hüter des Blutes Christi“ und ist daher verpflichtet gegen die Franzosen zu kämpfen, um die staatliche Souveränität wiederzuerlangen. Der nationale und christliche Glaube wurde im Mythos des ehrenhaften Kriegserlebnisses vereint. Damit eng verbunden war ebenfalls der Mythos des christlichen Martyrers, der sein Leben für sein Vaterland und seine Religion opfert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der nationalen Identität und die Fragestellung zur historischen Entwicklung der Opferbereitschaft für das Vaterland.

2. Begriffsdefinition „Sterben für das Vaterland“: Theoretische Klärung des Begriffs „Vaterland“ und Abgrenzung von Patriotismus zu Staatsidentität.

3. Selbstopferung im antiken Griechenland und Rom: Untersuchung der rituellen Selbstaufopferung zur Rettung der Gemeinschaft unter Bezugnahme auf Religion und Orakelsprüche.

4. Entstehung des neuzeitlichen Mythos – Die Revolutionskriege: Analyse der Verschmelzung von christlicher Frömmigkeit und nationalem Heldentum im Zuge der Befreiungskriege.

4.1. Formen und Eigenschaften eines nationalen Mythos: Betrachtung der Institutionalisierung von Totenkulten und der Verehrung gefallener Soldaten als neue Form der Sinnstiftung.

5. Der Amerikanische Bürgerkrieg: Analyse des Bürgerkriegs als Vorläufer des modernen „totalen Krieges“ und der ideologischen Polarisierung zwischen den Kriegsparteien.

6. Der 1. Weltkrieg: Untersuchung der Motive für den Kriegseintritt und der propagandistischen Instrumentalisierung der „Kriegswirklichkeit“.

6.1. Die Kriegswirklichkeit: Beschreibung der ernüchternden Realität in den Stellungskriegen im Gegensatz zum heldenhaften Ideal.

6.2. Technik und Propaganda: Analyse der Rolle von technologischem Fortschritt und medialer Feindbildkonstruktion für die Kriegsmoral.

7. Kamikaze als spezielle Form des „Sterbens für das Vaterland“: Einordnung der japanischen Kamikazeflieger als extreme Ausprägung der staatlich gelenkten Opferbereitschaft.

8. Schlusswort: Resümee über den Wandel des Opfermythos und seine Funktion als Instrument der Ideologie über verschiedene Epochen hinweg.

Schlüsselwörter

Vaterland, Selbstaufopferung, Nationalmythos, Revolutionskriege, Erster Weltkrieg, Totenkult, Patriotismus, Ideologie, Propaganda, Kriegswirklichkeit, Kamikaze, Martyrium, Staatssouveränität, Soldatentod, Identitätsstiftung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des Konzepts, sein Leben für das Vaterland zu opfern, und untersucht, wie dieses Ideal in verschiedenen Epochen durch Mythen und Ideologien begründet wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der antiken Selbstaufopferung, der Entstehung nationaler Mythen in der Revolutionszeit, den militärischen Ideologien des amerikanischen Bürgerkriegs sowie dem Ersten Weltkrieg und der Kamikaze-Problematik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Verbindung zwischen Vaterlandsbegriff und Nationsbegriff über einen Zeitraum von 2500 Jahren zu verdeutlichen und aufzuzeigen, was Menschen dazu bewegte, ihr Leben für den Staat zu opfern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf Literatur- und Quellenanalysen, um Ideologien und den gesellschaftlichen Umgang mit dem Soldatentod nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Im Hauptteil werden exemplarische Epochen – von der griechisch-römischen Antike bis zum Zweiten Weltkrieg – untersucht, um die Transformation des Opfergedankens von einem religiös motivierten Akt hin zu einer politisch instrumentalisierten Ideologie darzulegen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?

Die Kernbegriffe sind „Sterben für das Vaterland“, nationaler Mythos, staatliche Souveränität, Kriegswirklichkeit und Opferbereitschaft.

Wie unterscheidet sich die Selbstaufopferung in der Antike von der in der Moderne?

Während in der Antike die Selbstaufopferung oft unlöslich mit religiösen Ritualen und dem Willen der Götter verbunden war, wird sie in der Neuzeit zunehmend durch eine säkulare Ideologie und staatliche Propaganda legitimiert.

Welche Rolle spielte die Propaganda im Ersten Weltkrieg laut der Analyse?

Die Propaganda fungierte als Instrument zur Konstruktion von Feindbildern und zur Erhöhung der Opferbereitschaft, indem sie den modernen technischen Krieg als ehrenvolles Unterfangen darstellte, um von der grausamen Realität an der Front abzulenken.

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Details

Title
Sterben für das Vaterland - Mythos, Ideologie und Wirklichkeitsentfremdung
College
University of Rostock  (Historisches Institut)
Course
Hauptseminar : Frankreich - Geschichte und Sprache
Grade
2
Author
Matthias Widner (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V11866
ISBN (eBook)
9783638179126
ISBN (Book)
9783638746694
Language
German
Tags
1. Weltkrieg Vaterland Nation Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Widner (Author), 2003, Sterben für das Vaterland - Mythos, Ideologie und Wirklichkeitsentfremdung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11866
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