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Tarkovskijs Kritik an der transzendentalen Obdachlosigkeit der Moderne

Herkunft und Zukunft des Gesellschaftsbilds des Künstlers und Philosophen

Título: Tarkovskijs Kritik an der transzendentalen Obdachlosigkeit der Moderne

Libro Especializado , 2022 , 361 Páginas

Autor:in: Mathias Heller (Autor)

Filosofía - Práctica (etica, estética, cultura, naturaleza, derecho, etc.)
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In dem Buch geht es um die Darstellung und Analyse der geistigen Heimat des Regisseurs Andrej Tarkovskij, seiner philosophischen Quellen also, von Dostojewskij und den russischen Religionsphilosophen, speziell Berdjajew, bis zu Tolstoi. Im Anschluss werden seine Äußerungen zur Moderne, seine Kritik an der transzendentalen Obdachlosigkeit, an denen zeitgenössischer Philosophen gespiegelt.

In einem Exkurs werden Phänomene wie Cancel-Culture oder Genderisierung von Tarkovskijs Position aus betrachtet. Schlussfolgernd daraus entwickelt Tarkovskij in seiner Ästhetik einen elitären Kunstbegriff, der den Künstler auch unter schwierigen Bedingungen zur Arbeit für die Allgemeinheit zwingt. Er findet seine spezielle Form der Welterkenntnis und -darstellung durch das künstlerische Bild im Gegensatz zum Symbol.

Das Fazit zeigt, dass Tarkovskijs Forderung nach einer spirituellen Erkenntnis neben der heute alles beherrschenden binär-logischen durchaus berechtigt ist, zu der jeder Mensch selbst beitragen kann, und die Krisen wie Klimawandel und Kriege bekämpfen würde.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Teil. Tarkovskijs Wurzeln, die geistige Heimat

I.1. Westler, Slawophile, Demophilie

I.2. Dostojewskij: Licht aus dem Osten

I.3. Tschaadajew: Weg vom Ich

I.4. Herzen: Volk gegen Spießer

I.5. Solowjow: Profit knechtet Natur

I.6. Berdjajew: Logik als Krankheit des Seins

I.7. Leontjew: Russisches und deutsches Blut

I.8. Tolstoi: Zwang heißt Verderben

II. Teil. Tarkovskijs Theorie, die Aufgabe des Künstlers

II.1. Das Talent: „Das Kreuz der Begabung tragen“

II.2. Moderne „Kunst“: Keine formalistischen Experimente

II.3. Freiheit als Dienst

II.3.1. Freiheit auf Kosten Anderer

II.3.2. Freiheit als Opferbereitschaft

II.3.3. Rosa: Chimäre der Freiheit

II.3.4. Heidegger: Die Diktatur des Man

II.3.5. Anders: Verschwinden des Privaten

II.3.6. Unterhaltung und Schamlosigkeit

II.3.7. Überwachung gegen Freiheit

III. Teil. Tarkovskijs Kritik, Zivilisation auf Prothesen

III.1. Immer der „negativste Weg“?

III.2. Idealzeit ausgehendes Mittelalter

III.3. Menschen müssen ihre Zeit opfern

III.4. Totalitäre Zeitnormen

III.5. Permanenter Schuldkomplex

IV. Teil. Tarkovskijs Diagnose, Egozentrismus

IV.1. Egoismus und Psychosen

IV.2. Kein echtes Selbstwertgefühl

IV.3. Verantwortungslosigkeit

IV.4. Sinnverlust

IV.5. Narzisstische Gesellschaft

IV.5.1. Die Ursachen

IV.5.2. Die Symptome

IV.5.3. Die Folgen

IV.5.4. Die Lösung

IV.5.5. Meinungsherrschaft und Giersyndrom

IV.6. Nihilismus, Entfremdung, materialistische Kultur

IV.6.1. Fremdbestimmung

IV.6.3. Entwertung des Alters, Sterbens und Todes

V. Teil. Exkurs: Reale Basis Turbokapitalismus

V.1. Wegfall der Perspektive

V.2. Soziale Marktwirtschaft und Neoliberalismus

V.3. Cancel-Culture und Identitätspolitik

V.4. Verlassenheit, Einsamkeit, Vereinsamung

V.5. Neofeudalismus

V.6. Vom Bürger zum Verbraucher

VI. Teil. Transzendentale Obdachlosigkeit

VI.1. Herkunft des Leitmotivs

VI.2. Transzendental bei Tarkovskij

VI.3. Was heißt hier Obdachlosigkeit?

VI.4. Welt als Rohstoff: Ökonomische Grundlagen

VI.5. Mode und Werbung als Entwerter

VI.6. Transzendentale Heimatlosigkeit

VI.7. Dogmen gegen Obdachlosigkeit?

VI.8. Altruismus oder Egoismus, Osten oder Westen?

VII. Teil. Tarkovskijs Ästhetik, Kunst als Welterkenntnis

VII.1. Zweck der Kunst

VII.2. Empirie, Wissenschaft und Kunst

VII.3. Ziel des Schaffens ist das Absolute

VIII. Teil. Tarkovskijs Vision, das künstlerische Bild

VIII.1. Hauptverhängnis des Daseins

VIII.2. Das künstlerische Bild aktiviert Rezipienten

VIII.3. Das künstlerische Bild und die Wahrheit

VIII.4. Das künstlerische Bild im Film

VIII.5. Symbole widersprechen der Natur der Kunst

IX. Teil. Tarkovskijs Spiritualität

IX.1. Unsterbliche Seele?

IX.2. Glaube und Demut

IX.3. Gebet, Musik, Götterfunken

IX.4. Liebe, Familie und Glück

IX.5. Hoffnung und die dunkle Seite

IX.6. Handlung und Tat

X. Teil. Tarkovskijs Schlüsselbilder, die Elemente

X.1. Luft

X.2. Wasser

X.3. Feuer

X.4. Erde

XI. Teil. Sinn der Filme nach Tarkovskij

XI.1. „Iwans Kindheit“

XI.2. „Andrej Rubljow“

XI.3. „Solaris“

XI.4. „Spiegel“

XI.5. „Stalker“

XI.6. „Nostalghia“

XI.7. „Opfer“

XII. Teil. Tarkovskijs Wirkung

XII.1. Viel Lob…

XII.2. … und viel Tadel

XII.2.1. Missachtung des Publikums?

XII.2.2. Radikal-patriarchische Ideen?

XII.2.1.1. Methoden der Herabsetzung

XII.2.2.1. Ausgangslage: Gleichberechtigung in West und Ost

XII.2.2.2. Beschimpfungen statt Verständnis

XII.2.1.3. Leugnung des Hauptproblems

XIII. Teil. Schluss

XIII.1. Selbstzeugnisse

XIII.2. Fazit

XIII.3. Die Zeit des Andrej Tarkovskij

XIII.4. Nachsatz

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das filmische Schaffen Andrej Tarkovskijs im Kontext russischer Religionsphilosophie und kritisiert dabei scharf die moderne, materialistisch geprägte Gesellschaft. Das zentrale Ziel ist es, Tarkovskijs Verständnis von Spiritualität, die Rolle des Künstlers als "Diener" am Menschen und seine Kritik an der "transzendentalen Obdachlosigkeit" der Moderne offenzulegen und auf ihre aktuelle gesellschaftliche Relevanz hin zu bewerten.

  • Die intellektuellen Wurzeln Tarkovskijs in der russischen Philosophie (Dostojewskij, Solowjow, Berdjajew).
  • Die Theorie der Rolle des Künstlers als moralische Instanz im Widerstand gegen Konsumismus und Materialismus.
  • Die soziologische Diagnose der modernen Gesellschaft (Entfremdung, Narzissmus, Zeitnormen).
  • Die ästhetische Kategorie des "künstlerischen Bildes" als Medium zur spirituellen Welterkenntnis.

Auszug aus dem Buch

I.4. Herzen: Volk gegen Spießer

Alexander I. Herzen (1812-1870) wuchs als unehelicher Sohn einer bürgerlichen deutschen Mutter in einer adligen russischen Familie auf. Nach dem Studium an der Moskauer Uni wurde er mit 22 Jahren wegen zarenfeindlicher Äußerungen arretiert und musste anschließend einige Jahre als Behörden-Schreiber in der Provinz verbringen. Nach seiner Rückkehr nach Moskau 1839 schloss er Freundschaft mit Tschaadajew. 1847 emigrierte er, inzwischen Hofrat, nach Europa und kehrte nie nach Russland zurück. Durch seinen verstorbenen Vater finanziell abgesichert, gründete er einen Verlag und die oppositionelle Zeitschrift „Glocke“, um russische Texte unzensiert veröffentlichen zu können.

Trotz orthodoxen Religionsunterrichts war Herzen anders als Tschaadajew kein gläubiger Mensch. Sein Selbstverständnis war revolutionär gegen die erstarrte und überlebte „alte Welt“ des staatskirchlichen Europa gerichtet. Ein „Neues Christentum“, dessen weltlicher Klerus sich aus dem Stand der aufgeklärten Gelehrten, Künstler und Industriellen rekrutieren sollte, müsse die gesellschaftshistorische Entfaltung des Wortes Christi (Botschaft der Mitmenschlichkeit) übernehmen, da die reale westliche Kirche die bestehenden ungerechten Verhältnisse theologisch legitimiere und praktisch verteidige.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Teil. Tarkovskijs Wurzeln, die geistige Heimat: Darstellung der philosophischen Traditionen Russlands, die Tarkovskijs Denken prägten, von Slawophilen bis zu den großen Religionsphilosophen.

II. Teil. Tarkovskijs Theorie, die Aufgabe des Künstlers: Analyse von Tarkovskijs Konzept der Künstlerrolle, die weniger als Selbstverwirklichung denn als moralischer Dienst an der Menschheit verstanden wird.

III. Teil. Tarkovskijs Kritik, Zivilisation auf Prothesen: Gesellschaftskritische Betrachtung der Moderne, die durch Zeitdruck, Entfremdung und den Verlust spiritueller Anker geprägt ist.

IV. Teil. Tarkovskijs Diagnose, Egozentrismus: Untersuchung der Folgen des Materialismus, insbesondere der Entwicklung einer narzisstischen Gesellschaft, die unter Sinnverlust leidet.

Schlüsselwörter

Andrej Tarkovskij, russische Religionsphilosophie, transzendentale Obdachlosigkeit, Spiritualität, Kunsttheorie, Katharsis, Konsumgesellschaft, Entfremdung, Narzissmus, Ethik des Künstlers, Zeitkritik, christlicher Anarchismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Es ist eine umfassende Analyse der philosophischen Grundlagen und der gesellschaftskritischen Perspektiven Andrej Tarkovskijs, die sein filmisches Werk als Antwort auf die spirituelle Leere der Moderne begreift.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der russischen Geistesgeschichte, der Rolle der Kunst in der Gesellschaft, der Kritik am modernen Kapitalismus und der Suche nach Spiritualität in einer säkularen Welt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Tarkovskij existenzielle Probleme wie Entfremdung und Sinnverlust durch eine elitäre, aber auf Gemeinschaft ausgerichtete Ästhetik zu überwinden sucht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Analyse, die filmwissenschaftliche Beobachtungen mit soziologischen und philosophischen Theorien (insb. Berdjajew, Rosa, Anders) verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Tarkovskijs "Wurzeln", seine Theorie über die Aufgabe des Künstlers, seine Kritik an der "Zivilisation auf Prothesen" und seine Diagnose einer egozentrischen, narzisstischen Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Namen des Regisseurs sind dies vor allem Spiritualität, Transzendentale Obdachlosigkeit, Katharsis, Entfremdung und die Ablehnung materialistischer Werte.

Wie bewertet Tarkovskij das Konzept der "Freiheit" in der modernen Gesellschaft?

Tarkovskij interpretiert Freiheit nicht als individuelle Willkür, sondern als Dienst und Verantwortung, die oft im Widerspruch zum egoistischen Verständnis von Freiheit im Westen stehen.

Welche Rolle spielt die Natur in Tarkovskijs Filmen?

Die Natur dient als organisches, beseeltes Gegenmodell zur entfremdeten Technikwelt; sie ist ein Ort, der den Menschen zur Besinnung und spirituellen Erkenntnis führen kann.

Final del extracto de 361 páginas  - subir

Detalles

Título
Tarkovskijs Kritik an der transzendentalen Obdachlosigkeit der Moderne
Subtítulo
Herkunft und Zukunft des Gesellschaftsbilds des Künstlers und Philosophen
Autor
Mathias Heller (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
361
No. de catálogo
V1187323
ISBN (PDF)
9783346620385
ISBN (Libro)
9783346620392
Idioma
Alemán
Etiqueta
Tarkovskij Ästhetik Kritik an der Moderne Religionsphilosophie Existenz Kunst
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Mathias Heller (Autor), 2022, Tarkovskijs Kritik an der transzendentalen Obdachlosigkeit der Moderne, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187323
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