In dieser Arbeit wird der Fragestellung nachgegangen, ob Positive Leadership einen messbar positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten hat, auf welchen Wirkfaktoren der positive Führungsansatz beruht und wie Positive Leadership konkret und effektiv in der Praxis umgesetzt werden kann.
Gesundheit und Wohlbefinden hängt stark mit unserer Arbeit zusammen. Auf der einen Seite kann Arbeit, ganz im Sinne der Positiven Psychologie, als sinnstiftend, strukturgebend und bereichernd gesehen werden, auf der anderen Seite können mangelhafte Arbeitsbedingungen und eine schlechte Führung, physische und psychische Krankheiten bedingen. Besonders das Führungsverhalten ist in diesem Zusammenhang von großer Relevanz. Führungskräfte haben einen erheblichen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit, die Motivation, das psychische und körperliche Befinden und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und damit auf Fehlzeiten und Lebensqualität. Eine Verbesserung des Führungsstils könnte also demzufolge einen positiven Einfluss auf die Mitarbeitergesundheit und somit auf die alarmierend hohen Fehlzeiten haben.
Führung wird fälschlicherweise meist schwächen- und defizitorientiert verstanden und gelebt. Feedback an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es oft nur dann, wenn Fehler passiert sind oder Schwächen kritisiert werden. Zeit für Lob oder stärkende Worte gibt es kaum. Die Positive Psychologie könnte hier zum Paradigmenwechsel in der Führung beitragen. Positive Leadership ist Teil dieses neuen Paradigmas.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärung und Relevanz
2.1 Definition Positive Psychologie
2.2 PERMA-Modell von Seligman
2.3 Definition Positive Leadership
2.4 PERMA-Lead-Modell von Ebner
3 Die Wirkung positiver Emotionen
4 Der Einfluss positiver Führung auf die Mitarbeitergesundheit
5 Wirkfaktor „Psychologisches Kapital“
5.1 Selbstwirksamkeit
5.2 Hoffnung
5.3 Optimismus
5.4 Widerstandsfähigkeit
6 Die Elemente von Positive Leadership in der Praxis
6.1 Talententwicklung
6.2 Sinn
6.3 Teamentwicklung
6.4 Engagement
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Positive Leadership einen messbaren positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Beschäftigten ausübt, identifiziert die zentralen Wirkfaktoren dieses Führungsansatzes und analysiert, wie diese effektiv in der beruflichen Praxis umgesetzt werden können.
- Theoretische Fundierung durch die Positive Psychologie und das PERMA-Modell
- Analyse der Wirkung positiver Emotionen nach der Broaden-and-Build-Theorie
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen positivem Führungsverhalten und Mitarbeitergesundheit
- Die Bedeutung des „Psychologischen Kapitals“ (Selbstwirksamkeit, Hoffnung, Optimismus, Widerstandsfähigkeit)
- Praktische Implementierung von Positive Leadership durch Talententwicklung, Sinnstiftung, Teamentwicklung und Engagement
Auszug aus dem Buch
5.1 Selbstwirksamkeit
Albert Bandura (1999, S. 28), der den Begriff erschaffen und geprägt hat, charakterisiert Selbstwirksamkeit als den zentralen Mechanismus der menschlichen Handlungsfähigkeit. Es ist der Glaube daran, dass durch das eigene Handeln, das gewünschte Ergebnis erzielt werden kann. Je höher die eigene Selbstwirksamkeit wahrgenommen wird, umso ausdauernder werden Ziele, trotz Schwierigkeiten, verfolgt (Bandura, 1999, S. 28f.). Es wird zwischen vier grundlegenden Quellen unterschieden, die zur Ausbildung von Selbstwirksamkeit dienen. Gemäß Bandura (1988, S. 285f.) entwickeln sich Selbstwirksamkeitsüberzeugungen über die gesamte Lebensspanne, infolge eigener erfolgreicher Handlungen, durch Beobachten eines bestimmten Verhaltens und seiner Konsequenzen bei anderen, durch verbale Ermutigungen oder Abbau von Stressreaktionen (Blickhan, 2018, S. 231f.). Wenn beispielsweise anspruchsvolle Arbeitsaufgaben selbstständig gemeistert werden, stärkt dies die Selbstwirksamkeit (Creusen et al., 2010, S. 61).
Selbstwirksame Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ausdauernd, engagiert und hochgradig selbstmotiviert. Sie setzen sich ambitionierte Ziele und sind Veränderungen gegenüber positiv eingestellt (Creusen et al., 2010, S. 59f.). Außerdem verbessert Selbstwirksamkeit das Funktionieren unter Herausforderungen, Stress sowie Angst, was mit der Wahrnehmung von Kontrolle erklärt wird. Darüber hinaus gelten die positiven Auswirkungen auf die physische Gesundheit und das psychologische Wohlbefinden als erwiesen (Creusen et al., 2010, S. 60). Eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung steht deswegen mit mehr Erfolg im Berufsleben im Zusammenhang (Blickhan, 2018, S. 230).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Führung für die Mitarbeitergesundheit ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Wirksamkeit von Positive Leadership.
2 Begriffserklärung und Relevanz: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen wie die Positive Psychologie, das PERMA-Modell und Positive Leadership erarbeitet, um den theoretischen Rahmen zu spannen.
3 Die Wirkung positiver Emotionen: Hier wird mittels der Broaden-and-Build-Theorie erläutert, wie positive Emotionen das Repertoire an Handlungsmöglichkeiten erweitern und zur persönlichen Ressourcenbildung beitragen.
4 Der Einfluss positiver Führung auf die Mitarbeitergesundheit: Dieses Kapitel analysiert den Zusammenhang zwischen Führungsverhalten als Stressor oder Ressource und der Gesundheit der Angestellten.
5 Wirkfaktor „Psychologisches Kapital“: Die vier Komponenten Selbstwirksamkeit, Hoffnung, Optimismus und Widerstandsfähigkeit werden als das Fundament des Positive Leadership beleuchtet.
6 Die Elemente von Positive Leadership in der Praxis: Dieses Kapitel widmet sich der konkreten Anwendung von Stärkenorientierung, Sinnstiftung, Gruppenklima und Flow-Förderung im Führungsalltag.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Positive Leadership, Positive Psychologie, Mitarbeitergesundheit, PERMA-Modell, Psychologisches Kapital, Selbstwirksamkeit, Hoffnung, Optimismus, Widerstandsfähigkeit, Stärkenorientierung, Flow, Arbeitszufriedenheit, Führungsverhalten, Sinnstiftung, Personalentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Führungsansatz „Positive Leadership“ und untersucht, wie dieser durch Erkenntnisse der Positiven Psychologie die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mitarbeitern fördern kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Basis des PERMA-Modells, die Wirkung positiver Emotionen nach Fredrickson sowie die Stärkung von psychologischen Ressourcen im unternehmerischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den messbaren Einfluss von Positive Leadership auf die Mitarbeitergesundheit zu klären und aufzuzeigen, wie Führungskräfte diese Ansätze effektiv umsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Studien, Theorien und Metaanalysen aus der Arbeits- und Gesundheitspsychologie zusammenführt und synthetisiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Führungsmodelle, die Analyse von Wirkfaktoren wie dem „Psychologischen Kapital“ und die Beschreibung praktischer Umsetzungselemente wie Talent- und Teamentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Positive Leadership, PERMA-Modell, Mitarbeitergesundheit, Psychologisches Kapital, Resilienz und Stärkenorientierung.
Wie unterscheidet sich Positive Leadership von klassischer Führung?
Im Gegensatz zu einer traditionell defizitorientierten Führung legt Positive Leadership den Fokus auf Ressourcen, Stärken und das Wohlbefinden der Mitarbeiter als Basis für Leistung und Gesundheit.
Welche Rolle spielt das PERMA-Lead-Modell in der Praxis?
Das Modell von Ebner dient als theoretischer Rahmen, um die fünf PERMA-Elemente direkt in den Führungsalltag zu integrieren und damit gezielt Wohlbefinden und Arbeitsergebnisse zu beeinflussen.
- Citar trabajo
- Martina Süss (Autor), 2022, Positive Leadership. Mit Positiver Psychologie gesund führen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187478