In der Sozialen Arbeit gibt es verschiedene Methoden um Fälle zu bearbeiten. Das Case Management ist eines dieser Methoden und Thema dieser Hausarbeit. Was genau versteht man unter der Methode Case Management? Übersetzt man die einzelnen Begriffe „Case” und „Management” in die deutsche Sprache, ergibt sich die Bezeichnung „Fall Verwaltung”. Es ist jedoch im deutschsprachigen Raum auch bekannt als „Fallmanagement”. Der Begriff „Management” wird in der Sozialen Arbeit oft kritisch betrachtet, da es eine betriebswirtschaftliche Haltung suggeriert. Doch ist das Case Management nur eine Methode um Kosten zu sparen und um die Gesundheitssysteme zu entlasten, oder ist das Kernziel dieses Konzepts komplexe Fälle im Sinne der Klienten/Klientinnen zu bearbeiten?
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Geschichtlicher Aspekt des Case Managements
- 3 Grundlagen des Case Managements
- 3.1 Funktionen und Aufgaben des Case Managements
- 3.2 Leitideen des Case Managements
- 4 Das Sechs-Phasen-Modell nach Manfred Neuffer
- 5 Kritik
- 6 Fazit
- 7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Methode des Case Managements in der Sozialen Arbeit und untersucht, was genau unter diesem Konzept zu verstehen ist. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob Case Management primär der Kostenersparnis dient oder ob das Kernziel die bedarfsgerechte Bearbeitung komplexer Fälle im Sinne der Klienten und Klientinnen ist.
- Die historische Entwicklung und Etablierung des Case Managements.
- Die grundlegenden Funktionen, Aufgaben und Leitideen der Methode.
- Das Sechs-Phasen-Modell nach Manfred Neuffer zur strukturierten Fallbearbeitung.
- Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Case Management in der Sozialen Arbeit.
- Die Bedeutung der Klientenorientierung und der Ressourcenerschließung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Funktionen und Aufgaben des Case Managements
Die Methode des Case Managements stellt die jeweiligen Klienten/Klientinnen in den Mittelpunkt und ist ein mehrschichtiges und stufenweises Vorgehen, welches das Ziel hat, ein Unterstützungsprozess zu organisieren und es aufrechtzuerhalten.13 Diese Methode geht mit dem Arbeitsansatz einher, die jeweiligen Fälle systematisch zu organisieren und dabei informelle Ressourcen des Gemeinwesens sowie die institutionellen Ressourcen des Arbeitsfeldes miteinzubinden.14
Durch diesen Arbeitsansatz können für komplexe Fälle, durch ökosoziale und systemische Leitlinien mit qualitativ sinnvollen Kombinationen der Ressourcen, individuelle Lösungen erreicht werden.15 Es kann vor allem Menschen damit geholfen werden, die Schwierigkeiten haben selbstständig die richtigen Hilfen für sich zu organisieren.16 Diese Methode eignet sich vor allem für komplexe Fälle mit aufwendigen Lösungsorganisationen.17
Die vorrangige Funktion des Case Managements ist somit, diese Aufgabe den Klienten/Klientinnen abzunehmen und die bestmögliche Kombination von Unterstützungen zu finden, welche zu deren Lebenswelt passt damit es ermöglicht wird, diese Hilfen ohne weitere Hilfestellung von außen zu nutzen. 18 Eine wichtige Aufgabe im Unterstützungsprozess ist es, die vorherigen Unterstützungen und Problemlösungsversuche zu analysieren und Schlüsse daraus zu ziehen die dazu genutzt werden, effektivere Maßnahmen zu entwickeln.19 Bei der Fall Findung sollte darauf geachtet werde, dass das Case Management als eine zusätzliche Leistung verstanden wird und damit zunächst ein vertretbares Maß unter den Ressourcengesichtspunkten gefunden werden muss, um den Einsatz zu legitimieren. 20 Liegt ein Fall vor, welcher durch seine Komplexität Schwierigkeiten hat, eine Lösung in den schwer durchschaubaren Angeboten zu finden, legitimiert sich der Einsatz des Case Managements definitiv dafür. 21 Es besteht jedoch auch die Gefahr, durch unzureichende Kriterien einen Fall auszuwählen, welcher sich nicht für diese Methode eignet und diesen dann ineffizient zu bearbeiten, somit ist die Fall Findung eine wichtige Aufgabe im Case Management. 22 Der Einsatz von Case Managern/Case Managerinnen wird durch die zunehmende Differenzierung der Angebote immer weiter erhöht, da es immer schwerer wird für Laien, sich die richtigen Einrichtungen zu suchen.23
Zudem kann diese Methode in verschiedene Funktionen und Strategien untergliedert werden, welche ich in 4 Kategorien in der folgenden Tabelle darstellen werden:
Die Advocacy Funktion
- Bedeutet übersetzt Anwaltschaft und wird auch als sozial-anwaltschaftliche Position gesehen
- Stärkt die Adressatenposition der Klienten/Klientinnen
- Die Case Manager/Case Managerinnen nehmen eine parteiliche Rolle für die Klienten/Klientinnen ein
- Stehen den Klienten/Klientinnen beraten und begleitend zur Seite
- Es werden Angebote und Maßnahmen im Interesse der Klienten/Klientinnen durchgesetzt
- Ermöglicht den Klienten/Klientinnen die eigenen Interessen selbstständig durchzusetzen
- Falls eine Leistung nicht erreichbar ist, kompensieren die Case Manager/Case Managerinnen diese durch spezifische Lösungen und weisen die verantwortlichen Stellen auf die Optimierungsnotwendigkeit hin
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Methode des Case Managements in der Sozialen Arbeit ein und beleuchtet die Forschungsfrage nach den primären Zielen dieses Konzepts.
2 Geschichtlicher Aspekt des Case Managements: Es wird die historische Entwicklung des Case Managements nachgezeichnet, beginnend in den USA und Großbritannien bis zu seiner Etablierung in Deutschland.
3 Grundlagen des Case Managements: Dieser Abschnitt erläutert die Kernfunktionen, Aufgaben und Leitideen des Case Managements, wobei systemisches und ressourcenorientiertes Handeln sowie die Bedeutung der Beziehungsarbeit und Klientenbeteiligung hervorgehoben werden.
4 Das Sechs-Phasen-Modell nach Manfred Neuffer: Hier wird das von Manfred Neuffer entwickelte Modell zur strukturierten Fallbearbeitung im Case Management detailliert vorgestellt, von der Erstberatung bis zur abschließenden Evaluation.
5 Kritik: Dieses Kapitel befasst sich mit den kritischen Stimmen zum Case Management in der Sozialen Arbeit, insbesondere hinsichtlich der Standardisierung, der potenziellen Vernachlässigung der Beziehungsarbeit und des Spannungsfeldes zwischen Kostenreduzierung und Klientenwohl.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Case Management ein sinnvolles Konzept für komplexe Fälle ist, dessen Chancen genutzt werden sollten, aber auch die emotionale Distanz und die Gefahr der Kostenfokussierung kritisch reflektiert werden müssen.
7 Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle verwendeten wissenschaftlichen Quellen auf, die für die Erstellung der Hausarbeit herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Case Management, Soziale Arbeit, Fallverstehen, Fallmanagement, Klientenorientierung, Ressourcenorientierung, Sechs-Phasen-Modell, Manfred Neuffer, Unterstützungsprozess, Hilfenetzwerke, Empowerment, Beteiligung, Kritik, Effizienz, Beziehungsarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Methode des Case Managements in der Sozialen Arbeit, ihre Anwendung, Struktur und kritische Bewertung, um ein umfassendes Verständnis dieses Konzepts zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Grundlagen des Case Managements, seine historische Entwicklung, das Sechs-Phasen-Modell nach Neuffer, sowie Kritikpunkte und ein Fazit zur Methode.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu klären, was unter Case Management verstanden wird, und ob es primär der Kostenersparnis oder der bedarfsentsprechenden Bearbeitung komplexer Fälle im Sinne der Klienten dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer systematischen Darstellung der Case Management Methode, ihrer Modelle und Funktionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die geschichtlichen Aspekte, die Grundlagen mit Funktionen und Leitideen sowie das Sechs-Phasen-Modell nach Manfred Neuffer detailliert behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Case Management, Soziale Arbeit, Fallverstehen, Klientenorientierung, Ressourcenorientierung und das Sechs-Phasen-Modell charakterisieren die Arbeit.
Welche Modelle des Case Managements werden unterschieden?
Es werden das generelle Case Management, das keine eigenen Dienstleistungen übernimmt, und das begleitende Case Management, bei dem eigene funktionale und professionsbezogene Dienstleistungen erbracht werden, unterschieden.
Welche Phasen umfasst das Sechs-Phasen-Modell nach Manfred Neuffer?
Das Modell umfasst sechs Phasen: Erstberatung (Intake), Assessment (Bewertung), Entwurf des Hilfeplans, Hilfeplanung (Konferenzen), Kontrollierte Durchführung der Hilfe (Linking/Implementierung) und Evaluation (Auswertung).
Was ist der Hauptkritikpunkt am Case Management in der Sozialen Arbeit?
Ein Hauptkritikpunkt ist die Gefahr der Standardisierung und Rationalisierung von Arbeitsabläufen, welche die Individualität und die Beziehungsarbeit zu den Klienten beeinträchtigen und eine übermäßige Fokus auf Kostenminimierung legen könnte.
Was bedeutet Ressourcenorientierung im Case Management?
Ressourcenorientierung bedeutet, die Stärken und positiven Eigenschaften der Klienten sowie deren soziale, familiäre, sozioökologische und kulturelle Ressourcen zu identifizieren und im Unterstützungsprozess zur Stärkung der Eigenmacht der Klienten einzusetzen.
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- Anonym (Autor), 2022, Case Management in der Sozialen Arbeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187909