Schulische und Außerschulische Begabtenförderung in Deutschland


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Begabtenförderung in Europa

3 Außerschulische Formen der Begabtenförderung in Deutschland

4 Begabtenförderung in der Schule
4.1 Anforderungen an die Begabtenförderung im Unterricht
4.2 Integrative und differenzierende Begabtenförderung

5 Abschließende Betrachtung

6 Literatur

1 Einleitung

„Nichts ist ungerechter als die gleiche Behandlung Ungleicher.“[1] Für war, dieser Satz hat seine Berechtigung. Wir leben in einer Zeit voller Veränderung. Der allmächtige und alles überwachende Staat verwandelt sich durch Reformen und Gesetze langsam in einen Nachtwächterstaat. Die Möglichkeiten für den Einzelnen seine besonderen Fähigkeiten, sofern er welche besitzt, gewinnbringend bzw. zu seinem Vorteil zu nutzen, sind enorm. Dieser Aspekt hat auch in unserem Schul –und Bildungssystem Einzug gehalten. Durch die Chancengleichheit im Bildungssystem, die sowohl in der Bundesverfassung als auch in den Länderverfassungen geregelt ist, ist jedem frei gestellt eine Schulart zu wählen. Rechtlich gesehen betrifft das alle sich im Bildungsprozess befindlichen Schüler, die damit ein Recht auf die Förderung ihrer individuellen Leistungsvoraussetzungen haben. Gerade die Problematik der Begabtenförderung kann die Schule und somit der Staat nicht mehr ausreichend bedienen. Begabte, deren Eltern es sich leisten können, werden auf Spezialschulen geschickt oder noch viel folgenschwerer ihre Begabung wird von den Lehrern nicht erkannt. Doch trotz externer Bemühungen gibt es noch keinen rechtlichen Anspruch auf Begabtenförderung. Lediglich die Bundesländer Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Sachsen- Anhalt haben spezielle Maßnahmen zur Förderung begabter Schüler in ihre Länderverfassungen aufgenommen.[2] Die Förderung von Begabungen aller Art, auch der nichtkognitiven, darf nicht nur eine beiläufige Aufgabe der Schule sein.[3] Denn die Verantwortung gegenüber den Schülern bzw. das Verbauen ihrer Zukunft durch das Nichterkennen einer Begabung kann schwerwiegende Folgen für den Einzelnen haben. Nichterkannte Begabungen können verkümmern oder oftmals werden Hochbegabte aggressiv und verhaltensauffällig. So kann im schlimmsten Fall aus einem vielleicht überlegenen Intellekt ein kranker Mensch werden.

Doch wächst gerade durch den öffentlichen Druck die Bereitschaft in der Schule neue Fördermöglichkeiten für Schüler einzurichten. Ein weltweites Vorantreiben der Begabtenförderung durch die Bildung von Arbeitskreisen und Körperschaften unterstützt diesen Druck zusätzlich. Auf deutscher Ebene bildete sich der „Arbeitskreis Begabtenforschung und Begabtenförderung e.V.“. Auf europäischer Ebene ist der „European Council for High Ability“ und auf Weltebene der „World Council for Gifted and Talented Children“ gegründet worden. Allen diesen Vereinigungen sitzen Namenhafte Wissenschaftler vor.

Allgemein ist in letzter Zeit eine große Sensibilisierung gegenüber der Begabtenförderung festzustellen. Aber vor allem in der Schule, welche das Hauptbetätigungsfeld der Förderung sein sollte, wird durch schulinterne Weiterbildungen die Lehrerschaft weiter auf die Begabtenproblematik vorbereitet. Dies geschieht letztlich auch auf Druck der vielen Elternvereine, die sich mittlerweile gebildet haben. Bleibt zu Hoffen, dass diese Tendenz anhält und die Fördermöglichkeiten für Begabte künftig ausgebaut werden. Als letztes bleibt die Anmerkung, dass es nicht nur im Schulbetrieb, sondern auch in der Begabtenförderung eine einheitliche bzw. länderübergreifende Bildungspolitik geben muss. Denn das kleinstaatliche – bildungspolitische Denken der einzelnen Bundesländer wird die Zusammenarbeiten auf höheren Ebenen immer wieder zum Scheitern verurteilen.

2 Begabtenförderung in Europa

Dieser Punkt der Gliederung soll keinen Anspruch auf vollständig erheben, sondern vielmehr nur ein Überblick über die europäische Förderung geben, damit eine Vergleichsmöglichkeit zu Deutschland besteht.

Von den Psychologen Persson, Joswig und Balogh wurde im Rahmen der Erarbeitung der 2. Ausgabe des „International Handbook of Giftedness and Talent“ eine Untersuchung zur Begabtenförderung in den europäischen Ländern durchgeführt. Befragt wurden die Botschaften und anerkannte Experten der jeweiligen Länder. Hauptsächlich ging es darum, ob die Begabtenförderung gesetzlich festgesetzt ist und ob in der Praxis Fördermöglichkeiten für begabte Schüler bestehen. Hier wurde dann nochmals unterschieden, ob die Förderung privater oder staatlicher Natur war. Außerdem wurde nach außerunterrichtlichen bzw. anderen Fördermöglichkeiten gefragt. Ebenfalls fand eine Untersuchung der Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer statt. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden wie folgt tabellarisch erfasst.

Die erstellte Überblickstabelle der Fördermaßnahmen der europäischen Länder[4]

[...]


[1] Zitiert nach: Joswig, Helga: Möglichkeiten der Begabtenförderung, in: Joswig, Helga (Hrsg.): Möglichkeiten und Konzepte der Förderung begabter Schülerinnen und Schüler. Rostock 2001, S. 9.

[2] Ebenda, S. 9.

[3] In der Literatur wird oftmals das Wort Begabung mit einer besonderen kognitiven Fähigkeit gleichgesetzt. Ich möchte erinnern, dass es auch die körperliche – motorische Begabung gibt. Ich selbst bin Schüler eines Sportgymnasiums gewesen und habe dort meine Schulzeit genießen dürfen. Gerade nichtkognitive Begabungen werden oft übersehen oder viel schlimmer in die Zweitrangigkeit verbannt.

[4] Übernommen nach: Joswig, Möglichkeiten der Begabtenförderung, S. 14.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Schulische und Außerschulische Begabtenförderung in Deutschland
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für pädagogische Psychologie)
Veranstaltung
Seminar der Lernpsychologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
12
Katalognummer
V118805
ISBN (eBook)
9783640221318
ISBN (Buch)
9783640223299
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulische, Außerschulische, Begabtenförderung, Deutschland, Seminar, Lernpsychologie
Arbeit zitieren
Frank Stüdemann (Autor), 2005, Schulische und Außerschulische Begabtenförderung in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118805

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